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rananjesus.de ist DEIN Bildungsportal zum historischen Jesus! Seriös, spannend und wissenschaftlich fundiert. Auf zwei Sprachebenen mit Audios und Text (und bald auch Youtube-Videos). 40 Fragen und Antworten zum bedeutendsten Mann der Weltgeschichte. Erstellt von einem Team aus Professor:innen, Theolog:innen, Lehrkräften und weiteren Berufsgruppen in Kooperation mit dem Katholischen Bibelwerk. Alles Weitere unter: https://rananjesus.de/

  1. Gibt es zu Jesus überhaupt eine gesicherte Quellenlage?

    Episode 2

    Gibt es zu Jesus überhaupt eine gesicherte Quellenlage?

    Du hast dich vielleicht schon mal gefragt: Woher wissen wir eigentlich etwas über Jesus? Gab es ihn wirklich? Und wer hat über ihn geschrieben? Die Wissenschaft teilt Informationen über Jesus in zwei Kategorien ein: Überreste und Quellen. Was bedeutet das? Überreste sind Dinge, die aus Jesu Zeit stammen, wie Gegenstände oder Inschriften. Die haben Menschen damals für den Alltag gemacht, ohne an die Nachwelt zu denken. Ein Beispiel: Ein uraltes Boot aus der Zeit Jesu, das im See Genezareth gefunden wurde. Quellen hingegen sind Texte, die extra für die Zukunft geschaffen wurden, um etwas festzuhalten. Hierzu gehören Berichte über Jesus, wie zum Beispiel die Evangelien in der Bibel. Was haben wir für Überreste? Ein paar spannende Funde gibt es. Unter anderem: Eine Inschrift über Pontius Pilatus, die zeigt, dass er ein römischer „Präfekt“ war und nicht „Prokurator“. Ein Knochenkasten (ein Steinkasten, in dem Knochen aufbewahrt werden) mit der Aufschrift „Joseph, Sohn des Kaiaphas“. Kaiaphas war ein Hohepriester, der auch in der Bibel erwähnt wird. Die Text-Quellen über Jesus kann man in zwei Gruppen unterteilen: außerchristliche Quellen und christliche Quellen. Außerchristliche Quellen sind Texte von Leuten, die keine Christen waren. Sie bieten einen Blick von außen auf Jesus und das frühe Christentum. Da gibt es römische (Geschichts-)Schreiber wie Tacitus oder Sueton oder auch einen jüdischen Geschichtsschreiber namens Flavius Josephus. Diese Texte zeigen, dass auch Nicht-Christen etwas über den historischen Jesus von Nazaret wussten. Die christlichen Quellen sind viel ausführlicher...

    3 min
  2. Hat Jesus auch gearbeitet und hatte Freunde?

    Episode 5

    Hat Jesus auch gearbeitet und hatte Freunde?

    Jesus war ein Bauhandwerker, nicht nur ein Zimmermann. In der europäischen Kunst und in der Verkündigung hat man ihn lange Zeit als Zimmermann dargestellt, der vor allem mit Holz arbeitet. Das ist aber nicht ganz richtig. Ein Bauhandwerker in der damaligen Zeit konnte viel mehr. Er bearbeitete Steine, baute Türen und Häuser und kannte sich sogar im Schleusenbau aus. Jesus lernte diesen Beruf von seinem Vater Josef. Es war wichtig, dass Väter ihren Söhnen ein Handwerk beibrachten. Jesus arbeitete zusammen mit seinem Vater auf Baustellen in der Region. Sehr wahrscheinlich waren sie auch in Sepphoris, einer Stadt in der Nähe von Nazaret. Sepphoris wurde vom Landesherrn Herodes Antipas wieder aufgebaut, nachdem die Römer es im Jahr 4 vor Christus teilweise zerstört hatten. Dieses Handwerkerleben führte dazu, dass Jesus mehr sah als nur das Dorfleben in Nazaret. Er lernte die griechisch-hellenistische Kultur kennen, die in Sepphoris stark verbreitet war. Die Stadt hatte ein Amphitheater und viele weltoffene Menschen. Jesus beobachtete auch das Leben und die Arbeit der Fischer am See Genezareth. Diese Erfahrungen prägten seine Sprache und die Gleichnisse, die er erzählte. Er sprach von Marktplätzen, Stadttoren, vom langen Weg zum Gericht in die nächste Stadt. Seine Gleichnisse über das Hausbauen, den Balken und Splitter und den Turmbau zeigen, dass er handwerkliche Tätigkeiten kannte. Der Theologe Klaus Berger beschrieb Jesus als einen Mann mit großer Lebensklugheit und Alltagswissen. Ob das wirklich so war, ist schwer zu sagen, aber es zeigt, dass Jesus nicht nur ein einfacher Dorfbewohner war. Jesus beobachtete auch die Natur genau...

    3 min
  3. Welche Bedeutung hatte das Judentum für Jesus?

    Episode 6

    Welche Bedeutung hatte das Judentum für Jesus?

    Jesus war ein Teil des Judentums seiner Zeit. Das Christentum entstand erst später. Jesus wollte keine neue Religion gründen, sondern das Judentum erneuern. Er wollte das Volk Israel stärken. Trotzdem führten seine Ideen später zur Trennung von Judentum und Christentum. Jesus glaubte an den einen Gott Jahweh. Das ist der Gott des jüdischen Volkes. Er war ein gläubiger Jude und hielt sich an die Tora. Die Tora ist das Gesetz Gottes oder seine „Weisungen“. Jeden Morgen und Abend sprachen die Juden das Schema-Gebet. Das Schema-Gebet beginnt mit: Höre, Israel! Der HERR, unser Gott, der HERR ist einzig. Die Heiligen Schriften bestanden aus der Tora, den Büchern der Propheten und weiteren Schriften wie den Psalmen. Die Psalmen sind religiöse Lieder. Jesus wurde, wie alle jüdischen Jungen, am achten Tag beschnitten. Die Beschneidung ist ein Zeichen des Bundes mit Gott. Seine Eltern brachten ihm die Tora bei, indem sie viel vorlasen und er es auswendig lernte. Der wichtigste Ort für die Juden war der Tempel in Jerusalem. Der Tempel war ein großes Gotteshaus, in dem nach ihrem Glauben Gott „wohnte“. Dort brachten sie Opfer dar und feierten große Feste wie Pessach. Das Pessach ist ein Fest, bei dem die Juden an den Auszug aus Ägypten erinnern, nachdem Gott sie aus der Knechtschaft dort befreit hatte. Jesus ging wahrscheinlich regelmäßig dorthin. Am Sabbat arbeiteten die Juden nicht, sondern widmeten sich Gott. Der Sabbat ist der jüdische Ruhetag, er ist wie der Sonntag für die Christen. Sie trafen sich in Synagogen. Das sind Gebetshäuser, um die Tora zu hören und zu beten. Jesus besuchte oft Synagogen und hielt dort auch Ansprachen. Die Zehn Gebote spielten eine zentrale Rolle im jüdischen...

    2 min

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