Schwerpunkt Theater

Die Deutsche Bühne

„Schwerpunkt Theater” Der Podcast von Die Deutsche Bühne. Das Theatermagazin für alle Sparten.

  1. BONUS: Hausbesuch am Theater Konstanz

    19H AGO ·  BONUS

    BONUS: Hausbesuch am Theater Konstanz

    Für einen Hausbesuch ist Michael Laages zum Theater Konstanz gefahren, der ältesten kontinuierlich bespielten Bühne Deutschlands. Schon 1607 sind dort erste theaterartige Aufführungen in einem Jesuitenkonvent belegt. Im kommenden Jahr feiert das Haus am Bodensee sein 420-jähriges Bestehen. Was diesen Ort heute ausmacht, erzählen das Ensemble, ehemalige Leitungen und die Gespräche über das, was Theater hier leisten kann – in Sichtweite vom Münster und vom Schweizerischen Kreuzlingen. Kulturjournalist Michael Laages trifft Mitglieder aus Schauspiel, Inspizienz, Technik, frühere Intendant:innen sowie das aktuelle Team. Schauspielerin Kristina Lotta Kahlert erzählt von ihrem Einstieg mitten in der Pandemie, von langen Spaziergängen am See als ungewöhnliche Form des Kennenlernens und davon, wie das Konstanzer Stück über eine jüdische Familie der Stadt eine Brücke zwischen Erinnerung und Gegenwart geschlagen hat. Sie spielt die Lena in der Open-Air-Produktion von „Leonce und Lena“ auf dem Münsterplatz, einer Inszenierung von Ekat Cordes nach dem Lustspiel von Georg Büchner. Inspizient Bernd Oßwald, ein Urgestein des Hauses, beschreibt seinen Beruf als „Taktgeber, Zeichengeber“ und erzählt von einem Zickzack-Weg, der ihn vom Raumausstatter über Straßentheater zur festen Stelle führte. Und der ehemalige Technische Direktor Andreas Beilschmidt erklärt vom Schweizer Ufer aus die baulichen Eigenheiten dieses ungewöhnlichen Hauses. Ein Lastenaufzug mit 80 Zentimetern Breite hat über Jahrzehnte das Maß aller Dinge vorgegeben. Beilschmidt erinnert auch an die Entstehung der Spiegelhalle, die nach der Konstanzer Kohlenhandelsfamilie Spiegel benannt ist. Ein zweiter Strang führt durch die Hausgeschichte. Ulrich Khuon, in Konstanz aufgewachsen und dort von 1988 bis 1993 Intendant, erzählt von Heinz Hilpert nach dem Krieg, von Kraft-Alexander und Horváth-Wiederentdeckungen, vom prägenden Erneuerer ab 1980 und davon, wie die Universität die Stadt geöffnet hat. Seine Nachfolgerin Dagmar Schlingmann, gerade aus Braunschweig verabschiedet, erinnert sich, wie Khuon an seinem Abschiedsabend als Hausmeister über die Bühne schlich. Den Blick nach vorn richtet Intendantin Karin Becker, deren Vertrag bis 2033 verlängert wurde. Vielfalt soll bei ihr Normalität gewinnen; so spielen im aktuellen „Kirschgarten“ von Anton Tschechow zwei Darstellende mit Beeinträchtigung. Schauspieler Thomas Fritz Jung, seit 2008 dabei und damit Veteran zweier Intendanzen, sowie Jana Alexia Rödiger, seit 2006 die Konstante im fluktuierenden Ensemble, beschreiben einen Wandel im Umgangston, weg von Autoritäten, hin zu Zuständigkeiten. Regisseur Patrick O. Beck, neu im Team, erzählt vom Wechsel auf die andere Seite der Probebühne. Am Ende steht das Porträt eines kleinen Hauses, das seine Geschichte kennt, sich aber nicht auf ihr ausruht. Ein Theater am See, in dem Provinz nur im Kopf stattfindet, wie Schlingmann es einmal formuliert hat. Über den Host:Michael Laages, Jahrgang 1956 aus Hannover, ist Kulturjournalist u.a. für NDR und Deutschlandfunk und langjähriger Autor der DEUTSCHEN BÜHNE.

    53 min
  2. Folge 14: Neue Literatur fürs Theater

    APR 23

    Folge 14: Neue Literatur fürs Theater

    Die aktuelle Folge des Podcasts „Schwerpunkt Theater“ führt ins Deutsche Theater Berlin. Im Rangfoyer wurde am 19. April der Release unserer Heftausgabe 2/2026 zum Thema „Neue Literatur fürs Theater“ gefeiert. Schriftstellerin Jenny Erpenbeck diskutierte mit der Chefredaktion Ulrike Kolter und Detlev Baur sowie dem DT-Dramaturgen Johann Otten über Romane auf der Bühne. Im Zentrum stand Erpenbecks Roman „Heimsuchung“, der inzwischen deutschlandweit Abiturstoff ist und in der aktuellen Spielzeit 2026/27 an zahlreichen Theatern Premiere feiert. Im Anschluss an die Veranstaltung war Alexander Eisenachs DT-Inszenierung von „Heimsuchung“ zu sehen. Begrüßt wurde die Runde von Intendantin Iris Laufenberg. Podcast-Host Thilo Sauer verbindet die Mitschnitte der sehr gut besuchten Diskussionsrunde mit weiteren Gesprächen zum Heftschwerpunkt. Jenny Erpenbeck spricht darüber, wie sie Bearbeitungen ihrer Romane begleitet, warum sie bei Dramatisierungen Kürzungen oft für notwendig hält und weshalb es für sie interessant ist, wenn ein Text auch auf der Bühne in der dritten Person als Buch erkennbar bleibt. „Bei Dramatisierungen finde ich immer gut, viel Text wegzulassen“, sagt sie, und beschreibt damit eine Form der Verdichtung, die Literatur auf der Bühne nicht einfach illustrieren, sondern in eine eigene theatralische Sprache übersetzen will. Gerade dass ein dramatisierter Roman seine Herkunft nicht verleugnet, sondern als Buch noch spürbar bleibt, versteht sie dabei als künstlerischen Reiz. Zugleich beschreibt sie die Eigenständigkeit des Mediums: „Theater macht so seine eigenen Sachen.“ Johann Otten erläutert die Arbeit an der DT-Fassung von „Heimsuchung“ und beschreibt, warum die Berliner Inszenierung die sprachliche Distanz des Romans bewahrt, mit Überlagerungen arbeitet und Musik als zentrales Mittel nutzt, um Zeit und Gleichzeitigkeit erfahrbar zu machen. Zudem spricht Thilo Sauer mit Redakteurin Martina Jacobi. Sie vergleicht mehrere Inszenierungen von „Heimsuchung“ und macht deutlich, wie unterschiedlich Theater mit den zahlreichen Figuren, Zeitebenen und Perspektivwechseln des Romans umgehen. Komponisten Bernd Franke vertieft die musikalische Ebene und berichtet von seiner Oper „Coming Up for Air“ nach dem Roman von Sarah Leipciger an der Leipziger Oper – und über die Frage, was einen literarischen Stoff für das Musiktheater interessant macht.

    42 min
  3. BONUS: Hausbesuch am Theater Magdeburg

    FEB 18 ·  BONUS

    BONUS: Hausbesuch am Theater Magdeburg

    Für einen Hausbesuch ist Michael Laages zum Theater Magdeburg gefahren, das gerade auffällig viel Rückenwind hat. Auszeichnungen, wie die Gesamtleistung eines großen Hauses in unserer Saisonbilanz 2024/25, sind das eine. Spannender ist, wie dieses Haus klingt, wenn man zuhört. Im Schauspielhaus, in den Werkstätten, in den Erinnerungen und in den Gesprächen darüber, was Theater heute leisten kann, wenn draußen alles lauter, schneller, aggressiver wird.   Michael Laages trifft Schauspieler:innen, Regisseure, Ehemalige, Menschen aus den Werkstätten und das aktuelle Leitungsteam. Zunächst spricht Iris Albrecht über die Kostbarkeit des Analogen. Du gehst hin, es passiert nur jetzt und ist dann weg. Schauspieler Rainer Frank erzählt von seinen familiären Fäden nach Magdeburg zurück und davon, wie sehr ihn ausgerechnet dort das kollektive Arbeiten und die Suche nach ungewohnten Strategien fürs Theater reizen. Er beschreibt die Stadt als disparat, aber als einen Ort, an dem spürbar „um die Sache“ gerungen wird. Im Malsaal zeigt Nicole Küllmei, wie Perspektive, Geduld und Handarbeit aus flachen Tüchern Räume machen. Andreas Bernsdorf nennt das Theater eine „politische Insel“, früher in der DDR beobachtet und doch Schutzraum. Heute sei es wieder ein Ort, an dem Stadt und Wirklichkeit anders verhandelbar werden. Ein Thema ist auch das Magdeburger Großprojekt „Krieg und Frieden“, Tolstoi in der Nachdichtung von Roland Schimmelpfennig, inszeniert von Charly Hübner. Es geht um Proben als Suchbewegung und um den Versuch, Scham, Fremdscham und Überforderung nicht elegant zu umspielen, sondern auszuhalten. Dazu kommen Rückblicke auf Magdeburger Theatergeschichte und Biografien. Andreas Kriegenburg spricht über Weggehen und Wiederkommen, Jan Friedrich über Kommunikation in Probenprozessen, und Wolf Bunge, Regisseur und ehemaliger Intendant der Freien Kammerspiele, erinnert an die Jahre nach der Wende und an Open-Air-Arbeiten, mit denen das Theater in den Stadtraum hinausging. Diese Folge fängt auch einen Moment des Übergangs ein. Das dreiköpfige Leitungsteam des Schauspiels wird Magdeburg Richtung Leipzig verlassen. Julien Chavaz, Generalintendant des Theater Magdeburg, blickt auf die verbleibende gemeinsame Zeit und die Idee von Teamleitung. Was bleibt, ist nicht nur eine Bilanz, sondern eine Arbeitsweise, die sich im Alltag zeigt. Wie entsteht Gemeinschaft als Produktionsform, als Umgang miteinander, als Schutzraum? Und was macht das aus dem Haus, wenn man versucht, daraus mehr zu machen als einen angenehmen Ort für künstlerische Arbeit, nämlich ein modellhaftes Stadttheater?   Über den Host:Michael Laages, Jahrgang 1956 aus Hannover, ist Kulturjournalist u.a. für NDR und Deutschlandfunk und langjähriger Autor der DEUTSCHEN BÜHNE. Foto: „Krieg und Frieden“ am Theater Magdeburg / Kerstin Schomburg

    55 min
  4. Folge 13: Zum Stand der künstlerischen Ausbildung

    JAN 26

    Folge 13: Zum Stand der künstlerischen Ausbildung

    Zum ersten Mal entstand der Podcast „Schwerpunkt Theater“ live: Zu Gast im Leipziger Theater der Jungen Welt diskutierte die Chefredaktion Ulrike Kolter und Detlev Baur mit Intendantin Miriam Tscholl über ihren Neustart am ältesten professionellen Kinder- und Jugendtheater Deutschlands. Außerdem ging es um den Heftschwerpunkt „Fit für die Bühne? – Zum Stand der künstlerischen Ausbildung fürs Theater“. Vor Publikum macht Podcasten deutlich mehr Spaß als am heimischen Rechner, befand Host Thilo Sauer und führte im gut gefüllten Theater-Café am Leipziger Theater der Jungen Welt durch den Abend. Erstmals wurde der Release einer neuen Ausgabe von DIE DEUTSCHE BÜHNE live gefeiert – Intendantin Miriam Tscholl, die auch auf dem aktuellen Cover zu sehen ist, war Gastgeberin. Ausgehend von ihrem (auch im Heft verhandelten) Neustart zog sie mit der Runde erste Bilanz ihrer Arbeit in Leipzig und reflektierte die Bedeutung des Theaters für junges Publikum als Ort für demokratische Diskurse und Ort der Begegnung. „Theater soll Spaß machen!“ und „Wir wollen, dass das TdJW ein warmer, schöner und herzlicher Ort ist. Wir wollen Räume für junge Menschen schaffen, an denen sie gerne sind, an denen sie sich mit der Welt und sich auseinandersetzen.“ Weitere Themen im Gespräch waren u.a. der mangelnde Austausch zwischen Ausbildungsinstituten und Theatern, eine Umfrage unter Studierenden sowie die Rolle von Vorsprechen und Vermittlungsagenturen. Der Themenschwerpunkt „Fit für die Bühne?“ in Heft 1/2026 der DEUTSCHEN BÜHNE verhandelt den Stand der Ausbildungssituation künstlerischer Bühnenberufe sowie den Übergang in die Praxis.

    57 min
  5. Folge 11: Saisonvorschau 2025/26

    09/22/2025

    Folge 11: Saisonvorschau 2025/26

    In Folge 11 von „Schwerpunkt Theater“ schauen wir auf die Spielzeit 2025/26: Welche Themen prägen die neuen Spielpläne in Schauspiel, Musiktheater, Tanz, Kinder- und Jugendtheater sowie Figurentheater? Wo setzen neue Leitungen Akzente – und welche Debatten markieren den Start in die Saison? In der aktuellen Folge spricht Thilo Sauer mit Detlev Baur über Spielplanmuster im Schauspiel: Zentralabitur als Motor für Kleist und Erpenbeck, Chancen und Grenzen von Romanadaptionen, dazu Gegenbeispiele mit Bühnenenergie wie „Das große Heft“. Thema ist auch ein pragmatischer Blick auf Krisenzeiten: erfolgreiche Uraufführungen, die weiterwandern, Publikum als Mitdenkkategorie, zwei neue Hannah-Arendt-Abende im Oktober. Im Fokus außerdem: Sebastian Hartmann mit einem Programm zwischen „Hauptmann von Köpenick“, „Gefährliche Liebschaften“, „Serotonin“ und einem neuen Text von Wolfram Lotz. Autor und Dramaturg John von Düffel berichtet von seinem Start am ETA Hoffmann Theater Bamberg: „Inhalt first“ als Leitlinie, Führung mit Klarheit statt Lautstärke, er will die Nähe zu Proben und Ensembles suchen. Wie Begeisterung im Publikum kulturpolitische Spielräume öffnen kann und welche Entscheidungen ein kleineres Haus verlangt. Ulrike Kolter ordnet das Musiktheater ein: Mozart bleibt Spitzenreiter, es gibt neue Wagner-Zugänge an mehreren Häusern, Experimente in Form und Technik, etwa ein VR-„Rheingold“ am Theater Koblenz. Uraufführungen und titelgebende Frauenfiguren von „Malina“ bis „Kassandra“, dazu ein gelungener Generationswechsel in Bielefeld. Im Tanz setzt Miguel Schneider Aufbruch als kuratierte Reibung. Kanon neben aktuellen Handschriften, Residenzen als Motor für Probenkultur und Bildsprache, mehr erzählende Abende von „Carmen“ bis „Romeo und Julia“. Als Saisonkopf: Marcos Morau: präzise, surreal, diskursfreudig. Mit Martina Jacobi geht es um Kinder- und Jugendtheater: Neue Leitungen in Dresden, Leipzig, Berlin, Themen wie Einsamkeit, Leistungsdruck, Rechtsruck, zugleich viel Zutrauen. Neben Adaptionen entstehen zahlreiche Uraufführungen; „The Drop“ verhandelt die Folgen der Pandemie. Eine preisgekrönte Autor:innenstimme zeigt, wie zarte Sprache große Gegenwart erreichbar macht. Andreas Falentin blickt aufs Figurentheater, das in der neuen Saison mit großer Literatur im Maßstab der Puppe auffährt. Zudem trifft Ost-Tradition auf neue West-Impulse. Beispiele reichen von „Wallenstein“ als spartenübergreifendem Projekt bis zu einem wortlosen Kinderstück nach Carson Ellis. Christoph Werner steht für Sichtbarkeit und Bandbreite, zwischen Caspar-David-Friedrich-Imaginationen und einem Chemnitzer Dokudrama über Kindertransporte. Foto: Tom Schulze. Die mit dem Mülheimer KinderStückePreis 2025 ausgezeichnete Uraufführung von „T-Rex, bist du traurig? (Steht dein T für Tränen?)“ am Theater der Jungen Welt in Leipzig.

    51 min
  6. Folge 10: Saisonbilanz 2024/25

    08/20/2025

    Folge 10: Saisonbilanz 2024/25

    In Folge 10 von „Schwerpunkt Theater“ ziehen wir Bilanz der Saison 2024/25: Was musste man wirklich gesehen haben – und was verrät die alljährliche Kritiker:innen-Umfrage der DEUTSCHEN BÜHNE diesmal über Trends? Host Thilo Sauer spricht mit Chefredakteur Detlev Baur über die Auswertung der Antworten von rund 60 Kritiker:innen: Warum tauchen die „großen Nummern“ seltener auf, während spartenübergreifende Formate und kleinere Häuser – vom Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau bis Magdeburg – punkten? Und wieso sorgt Pina Bauschs „Kontakthof – Echos aus der Zeit“ für einen unerwartet klaren Tanz-Moment der Saison? Tanzkritikerin Melanie Suchy ordnet die Aufmerksamkeit um Florentina Holzinger zwischen Oper und Tanz ein, erzählt von Preziosen der freien Szene (etwa im Frankfurter Mousonturm) und davon, warum „Erbe“ gerade im Tanz so heikel verhandelt wird. Mit Tobias Prüwer geht’s um den Osten auf der Theaterlandkarte, um starke Kinder- und Jugendtheater-Positionen – etwa eine pointierte Schiller-Überschreibung am TDJW Leipzig – und um Arbeitsweisen jenseits des Regie-Genies: Kollektiv, Ensemble, Teamleistung. Zum Schluss blickt Joachim Lange aufs Musiktheater: neue Werke und kluge Zweitaufführungen (u. a. „Innocence“, „Die Passagierin“), starke Dirigate und die Frage, wie wir Erinnerung, Provokation und Repertoire heute erzählen. Eine Folge zwischen Bilanz, Trendradar, Kulturpolitik und mit viel Liebe für Details abseits der großen Namen. Foto: Florentina Holzinger in ihrer Inszenierung „Sancta“ © Matthias Baus

    1h 1m
  7. Folge 9: Feminismus auf der Bühne

    05/15/2025

    Folge 9: Feminismus auf der Bühne

    Das Missverhältnis der Geschlechter auf den Bühnen wandelt sich weiter: Feministische Überschreibungen sind präsent wie nie zuvor und Adaptionen mit weiblich gelesenen Figuren verändern den Stückekanon. Folge 9 von „Schwerpunkt Theater“ zum Heft-Schwerpunkt „Feminismus auf der Bühne” rückt Künstlerinnenschaft in den Fokus. „Welche Rollen spielt eigentlich die Frau?“ fragt Host Thilo Sauer in unserem Podcast und versucht gemeinsam mit Redakteurin Martina Jacobi herauszufinden, was „Feminismus“ für einen persönlich überhaupt bedeutet. Die Auflösung starrer Geschlechterrollen auf den Bühnen beobachten jedenfalls beide – im Schauspiel wie im Musiktheater. Da mischt die Berliner Regisseurin Anna Weber derzeit die Gattung mit ihren feministisch-bunten Inszenierungen auf und möchte Frauenfiguren im Musiktheater sichtbarer machen. „Die Frau in der Oper ist entweder krank, hat einen Schaden oder wird bald sterben. Und meistens ist es eine Frau neben vielen Männern. Dieses Missverhältnis möchte ich umswitchen, damit wir mehr weiblich gelesene Figuren auf der Bühne sehen.“ Welche Rolle die Neu-Zusammensetzung von Werken dabei spielt und warum Humor auf Kosten marginalisierter Gruppen nicht mehr geht, erklärt sie im Gespräch. Außerdem analysiert Autorin Anne Fritsch die Arbeitsweise der israelischen Dramatikerin Sivan Ben Yishai, die mit ihren feministischen Überschreibungen – etwa Ibsens „Nora“ – viel gespielt wird. Zum Abschluss betont Martina Jacobi, dass sich auch männliche Rollenbilder radikal ändern – und das Theater der perfekte Ort ist, darüber kritisch zu reflektieren. Foto: „Eliza” am Staatstheater Nürnberg © Konrad Fersterer

    57 min

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