In aller Ruhe

Die Krisen überschlagen und verbinden sich: Pandemie, Klima, russischer Angriffskrieg. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz stellen die Gesellschaft vor immer neue Herausforderungen. Unsere Gesellschaft befindet sich im Umbruch. Es lohnt sich deshalb, aus der schnellen Aktualität und der eigenen Perspektive auf die Welt auszutreten. Philosophin, Publizistin und SZ-Kolumnistin Carolin Emcke spricht in diesem Podcast dafür mit Aktivistinnen, Autoren, Künstlerinnen oder Wissenschaftlern über politisch-philosophischen Fragen hinter aktuellen Ereignissen und sortiert mit ihnen große gesellschaftliche Debatten. Die Folgen erscheinen alle zwei Wochen ab dem 25. Februar 2023.

  1. „Love is stronger than death“ – Rachel Goldberg-Polin bei Carolin Emcke über Trauer und Überleben

    7 hr ago

    „Love is stronger than death“ – Rachel Goldberg-Polin bei Carolin Emcke über Trauer und Überleben

    In dieser Folge des Podcasts „In aller Ruhe“ spricht Moderatorin Carolin Emcke mit Rachel Goldberg-Polin. Sie wurde nach dem Angriff der Hamas auf Israel und dem Ausbruch des Gaza-Kriegs zu einer der bekanntesten Aktivistinnen für die Freilassung der entführten Geiseln, unter denen sich auch ihr Sohn befand. Hersh Goldberg-Polin wurde am Morgen des 7. Oktober 2023 vom Nova-Musikfestival verschleppt und nach 328 Tagen in Gefangenschaft ermordet. Im Podcast erzählt Goldberg-Polin von ihrer Trauer und ihrem Schmerz, aber auch von der Liebe zu ihrem Sohn und dessen Leben. Hinweis: Das Gespräch wurde in englischer Sprache geführt. Rachel Goldberg-Polin, geboren 1969 in Chicago, lebt mit ihrer Familie in Jerusalem. Nach Hershs Entführung setzte sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Jon international für die Freilassung aller Geiseln ein. Dazu kündigte sie ihren Job und reiste um die ganze Welt. Sie sprach unter anderem vor den Vereinten Nationen und mit dem Papst. In diesem Frühjahr erschien ihr Buch „When We See You Again“. Im Gespräch mit Carolin Emcke spricht Rachel Goldberg-Polin über Hershs Leben, seine Empathie und seine Resilienz. Durch Gespräche mit zurückgekehrten Geiseln kann sich die Familie inzwischen einiges über seine Zeit in den Tunneln von Gaza erschließen. Etwa, dass Hersh seine Mitgefangenen immer wieder nach ihrem „Warum“ des Lebens gefragt und ihnen Mut gemacht hat. „In Momenten wie diesen finden wir heraus, wer jemand wirklich ist“, sagt die Mutter im Podcast. „Und über Hersh weiß ich das jetzt.“ Carolin Emcke spricht mit Goldberg-Polin zudem über ihren Glauben und das Buch Hiob, über die Abwesenheit von Zorn oder Hass und ihre Liebe: „Und wenn wir ganz viel Glück haben, dann erleben wir Trauer. Denn das bedeutet letztlich, dass wir geliebt haben.“ Und nicht zuletzt sprechen sie auch über Hershs Lieblingsverein Werder Bremen. Das ganze Gespräch von Carolin Emcke und Rachel Goldberg-Polin hören sie frei verfügbar im Podcast, auf sz.de/inalleruhe, in der SZ-Nachrichtenapp und auf Spotify. Moderation, Redaktion: Carolin Emcke Redaktionelle Betreuung: Ann-Marlen Hoolt Produktion: Imanuel Pedersen Bildrechte Cover: Chen G. Schimmel Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter podcast@sz.de – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.

    1hr 4min
  2. „Brandbeschleuniger für Transformation“ – Andrea Nahles bei Carolin Emcke über KI und Arbeit

    25 Jun • SZ Plus Only

    „Brandbeschleuniger für Transformation“ – Andrea Nahles bei Carolin Emcke über KI und Arbeit

    Fachkräftemangel, künstliche Intelligenz, Stellenanbau – wie wird der Arbeitsmarkt der Zukunft aussehen? Ein Gespräch mit Andrea Nahles, Leiterin der Bundesagentur für Arbeit. Fast drei Millionen Menschen in Deutschland sind gegenwärtig arbeitslos. Gleichzeitig vermelden Unternehmen eine Vielzahl unbesetzter Arbeitsplätze. Auch viele Lehrstellen können nicht besetzt werden. Woran das liegt, darüber spricht Carolin Emcke in dieser Folge von „In aller Ruhe“ mit Andrea Nahles, der Chefin der Bundesagentur für Arbeit. Im Podcast sprechen sie über Arbeit und Identität, die Verbindung zwischen Wohlstand und Migration und den Wandel der Arbeitswelt durch künstliche Intelligenz. Nahles, geboren 1970 in Rheinland-Pfalz, leitet die Bundesagentur für Arbeit seit August 2022. Zuvor war sie langjähriges Mitglied des Deutschen Bundestags sowie SPD-Parteivorsitzende und Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Außerdem war sie von 2013 bis 2017 Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Im Gespräch mit Carolin Emcke geht es zunächst darum, welche wichtige Rolle Arbeit im Leben der Menschen in Deutschland einnimmt – und welche Folgen Arbeitslosigkeit deshalb haben kann. „Es gibt Untersuchungen, dass die Menschen Arbeitslosigkeit dramatischer empfinden als eine Scheidung“, erklärt Nahles. Die Leiterin der Bundesagentur für Arbeit erklärt, dass viele Lücken am Arbeitsmarkt durch eine Art Fehlpassung entstehen, etwa weil regionale oder thematische Unterschiede verhindern, dass Arbeitssuchende und Unternehmen zusammenkommen. Auch deshalb hält Andrea Nahles es für wichtig, dass Deutschland weiterhin offen für Arbeitskräfte aus dem Ausland bleibt: „Wir brauchen auch in Zukunft Fachkräfte aus anderen Ländern, mit oder ohne deutschen Pass. Und das ist eine Wahrheit, die man, wenn man sich mit der demografischen Situation in Deutschland beschäftigt, nicht von der Hand weisen kann.“ Zudem geht es im Gespräch um die Veränderung der Arbeitswelt durch künstliche Intelligenz. Andrea Nahles ist überzeugt: „KI ist kein Jobkiller, sondern ein großer Jobveränderer.“ Die Art, wie Berufe gedacht werden und welche Aufgaben die Menschen übernehmen, werde sich verändern. Die immer besser funktionierenden KI-Applikationen seien „eine Art Brandbeschleuniger für Transformation“. Nahles hält es für wahrscheinlich, dass künftig ein Mensch, der Verantwortung übernimmt, immer wichtiger für die Arbeitswelt wird, während der Wert der Produktion abnimmt. Mehr dazu, was Andrea Nahles zum Arbeitsmarkt erzählt, hören Sie mit SZ Plus im Podcast, [auf sz.de](https://www.sueddeutsche.de/thema/In_aller_Ruhe?utm_source=Shortlink&utm_campaign=inallerruhe-podcast&utm_content=inallerruhe&em=pc), in der SZ-Nachrichtenapp und hier auf Spotify. **Empfehlung von Andrea Nahles** Andrea Nahles empfiehlt „Polarisierung“ von Nils Kumkar, der auch schon im Podcast bei Carolin Emcke zu Gast war. In seinem Buch widerlegt der Soziologe die Erzählung von der angeblichen Spaltung der Gesellschaft. Andrea Nahles lobt, dass die Lektüre sie „ein wenig aus meinen Erklärungsmustern geführt“ habe. Auch für sie als Behördenleitung sei es wichtig, die Welt immer wieder ein wenig besser zu verstehen. Moderation, Redaktion: Carolin Emcke Redaktionelle Betreuung: Ann-Marlen Hoolt Produktion: Imanuel Pedersen Bildrechte Cover: Bundesagentur für Arbeit Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter podcast@sz.de – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.

    1hr 18min
  3. „Kritik üben, aber Freude zulassen“ – Thomas Hitzlsperger bei Carolin Emcke über die Fußball-WM

    11 Jun • SZ Plus Only

    „Kritik üben, aber Freude zulassen“ – Thomas Hitzlsperger bei Carolin Emcke über die Fußball-WM

    Was macht eine erfolgreiche Mannschaft aus? Darum geht's im Podcast, genauso wie um die Rolle von Daten und Taktik, die extreme Belastung einer WM und Rassismus in der Kabine. Die Fußballweltmeisterschaft der Herren hat begonnen und beschäftigt auch Moderatorin Carolin Emcke. Als großer Fußballfan spricht sie für diese Folge des Podcasts mit dem ehemaligen Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. Sie diskutieren darüber, welche Faktoren eine Mannschaft erfolgreich machen und wie sich der Fußball in den vergangenen Jahren verändert hat. Hitzlsperger, geboren 1982 in München, war Spieler in der Bundesliga und der Premier League. Unter anderem spielte er beim Aston Villa und dem VfB Stuttgart, mit dem er 2007 deutscher Meister wurde. Von 2004 bis 2010 war Hitzlsperger im Kader der deutschen Nationalmannschaft, die in dieser Zeit unter anderem 2006 WM-Dritter wurde. Heute ist er Fußballfunktionär und -experte. Hitzlsperger erklärt im Podcast, worauf es seiner Erfahrung nach bei einem WM-Turnier ankommt und welche Rolle das Mannschaftsgefüge, das Quartier und die Aufstellung auf dem Platz spielen. Er spricht dabei auch über die enormen körperlichen Belastungen, denen Spieler heute ausgesetzt sind. „Für die, die das Spiel organisieren, für die Verbandsvertreter und Vereinsvertreter, für die gibt es nur eine Richtung. Immer nach oben, immer mehr.“ Die Gier nach Umsatz in den Klubs überschatte dabei die Bedürfnisse der einzelnen Spieler. Gleichzeitig versucht der ehemalige Nationalspieler, sich die Freude am sportlichen Wettbewerb zu bewahren. „Dieses Gebaren der Fifa ist teilweise unerträglich“, sagt er im Podcast. Und doch gebe es genug Nationen, die glücklich sind, bei der WM dabei sein zu dürfen, wie Kap Verde, Haiti oder Curaçao. „Ich will zulassen, dass ich mich mit denen freuen kann, weil ich natürlich bei uns wahrnehme, dass jegliche Form der Freude sofort hinterfragt wird. Wie kann man sich jetzt nur freuen mit Trump und Infantino? Doch. Ich will es zulassen.“ Thomas Hitzlsperger spricht auch über Rassismus und Queerfeindlichkeit in der Kabine. Das hören Sie mit SZ Plus im Podcast, auf sz.de/inallerruhe, in der SZ-Nachrichtenapp und hier auf Spotify. Empfehlung von Thomas Hitzlsperger: Er empfiehlt zum einen ein Buch über Fußball, nämlich „Der deutsche Sommer. Als 2006 plötzlich die Leichtigkeit einzog“. Darin untersucht Ronald Reng die Weltmeisterschaft 2006 und das Hochgefühl, das sie in Deutschland auslöste. Wäre das „Sommermärchen“ auch in einem anderen Jahr möglich gewesen? Die zweite Empfehlung von Hitzlsperger ist „Schwebebahnen“ von Hanns-Josef Ortheil. Der Autor schreibt darin semiautobiografisch über das Aufwachsen eines Jungen im Wuppertal der Nachkriegszeit. Moderation, Redaktion: Carolin Emcke Redaktionelle Betreuung: Ann-Marlen Hoolt Produktion: Imanuel Pedersen Bildrechte Cover: Stephan Rumpf Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter podcast@sz.de – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.

    1hr 9min
  4. „Gefahr für die Demokratie“ – Maike Luhmann bei Carolin Emcke über Einsamkeit

    28 May • SZ Plus Only

    „Gefahr für die Demokratie“ – Maike Luhmann bei Carolin Emcke über Einsamkeit

    Einsamkeit kann jeden treffen. Aber sie kann auch überwunden werden. Wie das geht, erklärt in dieser Podcastfolge die Psychologin Maike Luhmann. Moderatorin Carolin Emcke spricht mit ihr über die Folgen von Einsamkeit und darüber, warum sie auch ein politisches Problem ist. Außerdem geht es um den Mythos der „Male Loneliness Epidemic“ und über Stadtbüchereien als Mittel gegen das Alleinsein. Luhmann, geboren 1981 in Hannover, lehrt psychologische Methodenlehre an der Ruhr-Universität Bochum. Sie ist Deutschlands bekannteste Einsamkeitsforscherin und beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit diesem Thema. Im Podcast spricht sie darüber, warum Einsamkeit nicht nur als ein individuelles, sondern auch als gesellschaftliches Problem gesehen werden sollte, das von verschiedenen Faktoren verstärkt werden kann. Darunter etwa das Verschwinden von sozialen Treffpunkten und öffentlichen Räumen, um mit anderen in Kontakt zu kommen. „Viele Menschen sind von Räumen ausgeschlossen, weil sie das Geld nicht haben“, erklärt die Psychologin. Zudem fehle es häufig an öffentlichen Orten für Jugendliche oder Senioren. Um Einsamkeit entgegenzuwirken, seien deshalb Anstrengungen auf verschiedenen Ebenen notwendig – von persönlichen Beziehungen bis hin zu politischen Maßnahmen. Im Gespräch von Maike Luhmann und Carolin Emcke geht es auch darum, welche Folgen Einsamkeit haben kann. So kann sie etwa anfälliger für Verschwörungsglauben machen. „Soziale Beziehungen sind so wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, und das wiederum ist einfach eine Grundzutat für unsere Demokratie.“ Warum Maike Luhmann Stadtbüchereien als Mittel gegen Einsamkeit empfiehlt, hören Sie mit SZ Plus im Podcast, auf sz.de/inallerruhe, in der SZ-Nachrichtenapp und auf Spotify. Kulturempfehlung von Maike Luhmann: Maike Luhmann empfiehlt „Lux“, das neuste Album der spanischen Sängerin Rosalía. Noch mehr aber empfiehlt sie, ein Konzert von ihr zu besuchen, so wie Luhmann es kürzlich tat. Das sei eine „wunderbare Erfahrung“ gewesen, bei der sie sich mit den anderen Konzertgästen verbunden fühlte. „Man merkte, das ganze Publikum hatte das Gefühl, wir haben hier etwas Besonderes erlebt“, sagt die Psychologin. Moderation, Redaktion: Carolin Emcke Redaktionelle Betreuung: Ann-Marlen Hoolt Produktion: Imanuel Pedersen Bildrechte Cover: RUB, Kramer Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter podcast@sz.de – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.

    1hr 19min

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Die Krisen überschlagen und verbinden sich: Pandemie, Klima, russischer Angriffskrieg. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz stellen die Gesellschaft vor immer neue Herausforderungen. Unsere Gesellschaft befindet sich im Umbruch. Es lohnt sich deshalb, aus der schnellen Aktualität und der eigenen Perspektive auf die Welt auszutreten. Philosophin, Publizistin und SZ-Kolumnistin Carolin Emcke spricht in diesem Podcast dafür mit Aktivistinnen, Autoren, Künstlerinnen oder Wissenschaftlern über politisch-philosophischen Fragen hinter aktuellen Ereignissen und sortiert mit ihnen große gesellschaftliche Debatten. Die Folgen erscheinen alle zwei Wochen ab dem 25. Februar 2023.

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