Samstagsrundschau

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Das kontroverse Interview mit dem Gast der Woche. Oder die Sendung, die BundesrätInnen und ManagerInnen, Kulturschaffenden und PolitikerInnen die Gelegenheit gibt, ihre Position in mehr als einem kurzen Statement darzulegen.

  1. 1 day ago

    Wann erinnern Sie Italien an seine Asylpflichten, Herr Kommissar?

    Italien nimmt noch immer kaum Asylsuchende von der Schweiz zurück, obwohl es dafür zuständig wäre. Wann setzt die EU ihre Regeln durch? Und was bringen die diese Woche angekündigten Verschärfungen im Asylrecht? Kritische Fragen an EU-Migrationskommissar Magnus Brunner. Seit fast vier Jahren nimmt Italien Asylsuchende nicht mehr zurück, für die es eigentlich zuständig wäre. Mit dem Inkrafttreten des EU-Asylpakts Mitte Juni hätte Italien seinen Pflichten eigentlich wieder nachkommen sollen. Doch es harzt weiterhin. Wann greift die EU-Kommission durch? Migrationskommissar Magnus Brunner nimmt Stellung. Nicht nur Italien, auch Länder wie Deutschland strapazieren die europäischen Regeln zum Teil deutlich: Zum Leidwesen der Schweiz führt Deutschland auch an der Schweizer Grenze Kontrollen durch. Wie lange toleriert dies Brüssel noch? Und: Wenn sich Staaten wie Deutschland Grenzkontrollen erlauben, weshalb sollte dies die Schweiz nicht auch dürfen, wie das die SVP verlangt? Seit Ceuta und auch angesichts des Aufstiegs von rechten Parteien in Europa wächst der Druck auf die EU-Asylpolitik. Diese Woche hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen neue Krisenregeln angekündigt: Bei einem Massenansturm von Migranten wie Ende Juli in Ceuta sollen die Staaten von den normalen Asylstandards abweichen dürfen. Werden damit sogenannte Pushbacks, also Zurückweisungen ohne Asylverfahren, legalisiert? Magnus Brunner erläutert die Pläne der EU und macht deutlich: Wichtige rechtsstaatliche Fragen sind noch ungeklärt.

  2. 12 Sept

    Was lernt das Parlament aus der Kampfjet-Affäre, Herr Salzmann?

    Nicht nur das VBS und alt Bundesrätin Amherd kommen schlecht weg im Untersuchungsbericht zum Fixpreis beim F-35: Auch das Parlament liess sich trotz Warnungen mit Beschwichtigungen abspeisen. Kritische Fragen an SVP-Ständerat Werner Salzmann, einen der einflussreichsten Sicherheitspolitiker. Werner Salzmann gehörte und gehört im Parlament zu den vehementesten Befürwortern des F-35. Die Enthüllungen der Geschäftsprüfungskommission zum Fixpreis-Debakel findet auch er skandalös. Doch weshalb ignorierte auch er die Warnungen? Warum will er einen Schlussstrich ziehen, statt die Untersuchung auszuweiten? Und wieso unterstützt Salzmann einen zusätzlichen Milliardenkredit für den Kauf von 36 statt der vom Bundesrat vorgeschlagenen 30 Jets? Der SVP-Ständerat nimmt Stellung in der Samstagsrundschau. Beim F-35-Kauf herrschte Zeitdruck: Das Vorgängerflugzeug F/A-18 wird nicht mehr lange fliegen können, der Ukrainekrieg hat den Handlungsbedarf verdeutlicht. Heute ist die Situation ähnlich: Die Schweiz muss unter Zeitdruck Flugabwehrsysteme kaufen. Drohen die gleichen Fehler wie beim F-35: unklare Verträge, grosse Versprechungen und am Ende Mehrkosten? Thema in der Sendung ist auch die Finanzierung der Aufrüstung: Die vorberatende Kommission des Ständerats will einen Rüstungsfonds einrichten, der sich mit bis zu zwölf Milliarden Franken verschulden kann. Kritiker sehen damit die Schuldenbremse geritzt – die SVP als Verteidigerin der Schuldenbremse zieht trotzdem mit. Weshalb?

  3. 5 Sept

    Kämpfen Sie genug gegen hohe Krankenkassenprämien, Frau Schenker?

    Sparmassnahmen bei den Medikamenten kommen unter Druck, Hausärztinnen und Hausärzte verlangen mehr Lohn, Spezialisten kämpfen für ihre hohen Einkommen. Was heisst das für unsere Prämien? Hat der Krankenkassenverband die Tarife schlecht verhandelt? Direktorin Saskia Schenker nimmt Stellung. Seit Anfang Jahr gilt ein neues ambulantes Tarifsystem. Es sollte kostenneutral ausfallen und gleichzeitig die gesuchten Hausärztinnen und Hausärzte stärken – ihre Medizin gilt als günstig. Doch die aktuellsten Zahlen zeigen: Ihr Einkommen stagnierte, während jenes der ganzen Ärzteschaft in ihren Arztpraxen um über 7 Prozent stieg. Andere Ärztinnen und Ärzte müssen also kräftig zugelegt haben. Hat sich der Krankenkassenverband Prioswiss, der die Tarifverhandlungen mit dem Ärzte- und dem Spitalverband führte, von den Spezialisten und Spezialistinnen über den Tisch ziehen lassen? Was will Direktorin Schenker nun tun, um die Hausarztmedizin zu stärken? Gleichzeitig droht Verzögerung bei wichtigen Sparmassnahmen. 350 Millionen Franken jährlich wollten Bundesrat und Parlament dank Rabatten auf besonders häufig verkaufte Medikamente sparen. Doch unter dem Druck aus den USA wollen die Gesundheitskommissionen nun abwarten. Was bedeutet das für unsere Prämien? Wie kann der Spagat gelingen zwischen bezahlbaren Prämien und dem Wunsch, neue Medikamente auch in der Schweiz schnell zuzulassen? Prioswiss-Direktorin Saskia Schenker stellt sich in der Samstagsrundschau den Fragen von Nathalie Christen.

  4. 4 Jul

    Wann ist die Schweiz sicher, Herr Mäder?

    Krieg in Europa, unbekannte Drohnen im Luftraum und eine Schweiz, die schlecht vorbereitet ist. Gibt die neue sicherheitspolitische Strategie die richtigen Antworten? Woher soll das Geld kommen und warum braucht’s ein Staatssekretariat für Sicherheitspolitik? Fragen an dessen Chef, Markus Mäder. Die neue Sicherheitspolitische Strategie des Bundes will für «umfassende Sicherheit» sorgen. Noch aber ortet sie gravierende Lücken bei der Widerstandsfähigkeit, beim Bevölkerungsschutz und auch bei der Verteidigungsfähigkeit. Wie genau soll die Schweizer Bevölkerung resilienter werden gegen Desinformation? Woher soll das Geld kommen für die vorgesehenen Aufrüstungsbemühungen? Und wie kann die angestrebte internationale Zusammenarbeit mit der Neutralität unter einen Hut gebracht werden? Eine Möglichkeit, mehr Geld für Rüstungsvorhaben frei zu spielen, wäre – aus Sicht der SVP – das Staatssekretariat für Sicherheitspolitik, SEPOS, das erst 2024 geschaffen wurde, wieder zu streichen. Hat Markus Mäder den Sinn und Zweck seines Staatssekretariats zu wenig gut verkauft? Warum braucht’s das SEPOS wirklich? Und, das SEPOS hat Ende Juni zudem die Eckwerte des geplanten Katastrophenschutzes veröffentlicht. Zivilschutz und Zivildienst sollen künftig zusammengeführt werden, zum Katastrophenschutz. Was bringt das? Und, wird dadurch der Zivildienst kurz nach dem relativ knappen Jahr zur Zivildienstreform weiter eingeschränkt? Markus Mäder, der Staatssekretär für Sicherheitspolitik nimmt Stellung in der Samstagsrundschau bei Klaus Ammann.

  5. 27 Jun

    Warum greift die FDP ihre Finanzministerin an, Herr Mühlemann?

    «So nicht, lieber Bundesrat», titelt die FDP diese Woche. Die Freisinnigen wollen mehr sparen und auf keinen Fall eine höhere Mehrwertsteuer für die Aufrüstung. Wie soll das gehen? Und: Warum der Konfrontationskurs mit Karin Keller-Sutter? Kritische Fragen an FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann. Satte Gewinne vor allem der Pharmaindustrie lassen beim Bund die Steuereinnahmen sprudeln. Wegen dieser Entwicklung sei keine zusätzliche Sparrunde mehr nötig, sagt der Bundesrat. Und die Mehrwertsteuer zugunsten von Armee und Aufrüstung könne nun weniger stark steigen. Die FDP reagiert heftig und verlangt, dass der Bundesrat an weiteren Sparmassnahmen festhält. Weshalb? Und: Wie sieht es bei der FDP mit der eigenen Spardisziplin aus? FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann stellt sich kritischen Fragen. Auch bei der Armeefinanzierung geht die Partei auf Konfrontationskurs mit der eigenen Finanzministerin. Karin Keller-Sutter sagt: Die fehlenden zwei Milliarden Franken pro Jahr liessen sich kaum anders finanzieren als über eine höhere Mehrwertsteuer. «Wir hatten Entlastungsmassnahmen, wir hatten Mehreinnahmen, viel mehr kann man nicht mehr machen», so die FDP-Bundesrätin. Der Parteichef widerspricht. Doch die Vorschläge der FDP haben es in sich: Sie ist bereit, die Armee zu Lasten der Kantone und zum Teil unter Umgehung der Schuldenbremse zu finanzieren. Wie freisinnig ist das? Thema in der Samstagsrundschau ist schliesslich auch die Entwicklungszusammenarbeit. Diese Woche hat der Bundesrat Kürzungen beschlossen, vor allem aber auch einen massiven Umbau – weg von langfristigen Entwicklungsprojekten hin zur humanitären Hilfe, zur Nothilfe also. Die FDP möchte noch mehr sparen bei der langfristigen Hilfe. Doch selbst Freisinnige warnen vor einem Eigentor für die Schweiz.

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Das kontroverse Interview mit dem Gast der Woche. Oder die Sendung, die BundesrätInnen und ManagerInnen, Kulturschaffenden und PolitikerInnen die Gelegenheit gibt, ihre Position in mehr als einem kurzen Statement darzulegen.

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