Frauenstimmen - Interviewpodcast mit Anita Pitsch

Anita Pitsch

In diesem Podcast geht es um die Sichtbarkeit von Frauen, um Gleichstellung, um Expert*innenwissen und um Themen die inspirieren, Mut machen und zeigen, was möglich ist.

  1. 06.08.2025

    Podcastfolge 69 - Farbe, Haltung, Selbstbestimmung: Monika Herschbergers Weg als Malerin

    Schon als Kind malte Monika Göttinnen an ihre Kinderzimmerwand. Sie suchte nach weiblicher Kraft, nach etwas, das in Schulbüchern nicht vorkam. Frau sein bedeutet für sie heute: „Meinem inneren Ruf folgen und meiner Seele Freiraum geben.“ Monika ist Künstlerin, Jazzsängerin, Mutter und Feministin. Sie hat Jazz studiert, ist autodidaktische Malerin, Workshopgeberin und geht ihren eigenen Weg. Seit über 20 Jahren erschafft sie Kunst, die berührt, aufrüttelt und Raum gibt für Stille und Rausch. Feminismus ist für sie ein Lebensprinzip: „Wenn einen etwas stört, nicht ruhig bleiben.“ Sie spricht offen über die Unsichtbarkeit von Müttern im Kunstsystem: „Ohne Kinderbetreuung können Künstlerinnen nicht sichtbar sein.“ Einen Markt, der Männer bevorzugt und über fehlende Netzwerke für Frauen. Trotz aller Erwartungen blieb Monika sichtbar. Ob es der Satz „Du brauchst dein Atelier eh nicht mehr“ in der Familie war, oder Galerien die lieber auf vermeintliche Sicherheit setzen, sie bleibt unbeirrt und sagt klar und selbstbewusst: „Ich will Künstlerin sein.“ In ihrer Kunst thematisiert sie nicht nur Ungleichheit, sondern lebt kreative Selbstbestimmung. „Ich mache keine Porträts. Ich bleibe mir treu.“ Zwischen Jazz und Farbe, zwischen Struktur und Freiheit hat sie immer Musik im Kopf und singt manchmal beim Malen. Ihr Ziel: „Ich möchte mit meiner Kunst Resonanz erzeugen. Kunst für ganz normale Menschen machen.“ Ihre Botschaft an andere Frauen: „Such dir Mentorinnen. Lass dich nicht stressen von Social Media. Frag dich: Was für eine Künstlerin willst du sein?“ Und wenn sie Kulturministerin wäre? „Ich würde die unabhängige Szene fördern und bei den Großen sparen.“ Neugierig, wie man mit Farbe und Haltung selbstbestimmt den eigenen Weg geht? Hör rein in die neue Folge.

    35 Min.
  2. 22.05.2025

    Podcastfolge 66 - Hochsensibel durch den Alltag. Interview mit Julia Hesse

    Viele Menschen fühlen sich oft „zu viel“, zu sensibel, zu emotional, zu empfindlich. Julia Hesse kennt dieses Gefühl nur zu gut. Als Coach für hochsensible Menschen begleitet sie andere dabei, ihre besondere Wahrnehmung nicht nur anzunehmen, sondern sie als Stärke zu leben. In diesem Interview erfährst du, wie du deine Hochsensibilität erkennst, besser verstehst und selbstbestimmt im Alltag damit umgehen kannst. Julia ist selbst hochsensibel. Lange wusste sie das nicht, nur, dass sie sich anders fühlte als andere. „Ich habe schon als Kind gemerkt, dass ich anders bin, hatte aber keinen Begriff dafür“, erzählt sie. Erst während Corona stößt sie auf den Begriff „Hochsensibilität“ und erkennt sich: „Wow, das beschreibt genau mich.“ Doch was heißt das eigentlich genau? Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, keine Diagnose. Hochsensible nehmen Sinneseindrücke, Emotionen und soziale Dynamiken intensiver wahr. Licht, Geräusche, Gerüche, Stimmungen, all das kann schnell zu Reizüberflutung führen. Julia sagt: „Es ist wie ein Fass, das sich füllt, irgendwann ist es zu viel. Dann brauche ich Rückzug.“ Hochsensibilität bringt viele Herausforderungen mit sich: Overthinking, kreisende Gedanken um ein bestimmtes Thema oder People Pleasing, also das Bedürfnis, es allen recht machen zu wollen. Julia sagt: „Ich habe oft meine eigenen Grenzen übergangen, um nicht anzuecken.“ Besonders Frauen haben gelernt, für andere da zu sein, aber nicht, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Für hochsensible Menschen ist es entscheidend, sich selbst gut zu kennen, klare Grenzen zu setzen, den Alltag reizärmer zu gestalten. Heute begleitet Julia als Coachin andere mit Wissen, Erfahrung und viel Verständnis. Im Interview erzählt sie, wie sie ihre Hochsensibilität erkannt hat. Welche Tools ihr helfen. Was Hochsensibilität von gelernten Mustern unterscheidet und welche Vorurteile es gibt. Abschließend beantwortet sie Fragen aus der Instagram-Community.

    58 Min.
  3. 20.03.2025

    Podcastfolge 65 - Brigitte Guschlbauer über Hoffnung, Heilung und Engagement im Pflegebereich

    Ein Gespräch über Hoffnung, Heilung und Engagement im Pflegebereich „Der Moment, als mir klar wurde, dass das, was ich erlebt habe, für immer Teil meines Lebens sein würde, kam erst viel später.“ Brigitte war nach einer schweren Krankheit dreimal im künstlichen Koma. Sie nennt es „Koma“, weil das Wort „Tiefschlaf“ zu sehr an den alltäglichen Schlaf erinnert. Ihre beiden Kinder waren noch klein, und sie und ihr Mann wollten ihnen keine Angst machen. In der ersten Komaphase erlebte Brigitte eine Nahtoderfahrung: „Ich war in einer anderen Dimension, umgeben von Unendlichkeit und intensiven Farben. Ich badete in Rosa und Gelb.“ Drei Tage lang war unklar, ob Brigitte überleben würde, bis die Ärzte endlich ein Zeichen der Hoffnung sahen. In ihrer zweiten Koma-Phase hatte sie Alpträume, im Traum kämpft sie ums Überleben: „Ich wurde entführt, flüchtete, musst Zwangsarbeit verrichten und sprang schließlich durch einen Rauchfang in ein Flugzeug, wie mit Superheldinnenkräften. Von Familie und Freunden unterstützt, fühlte sie sich trotzdem oft einsam im Krankenhaus: „Ich lag da, konnte nicht sprechen oder schreien und fühlte mich wie ein Baby, wenn jemand den Raum verließ, war die Einsamkeit sofort da.“ Brigitte kämpfte sich zurück ins Leben, Schritt für Schritt. Vom ersten Drehen, zum Sitzen bis hin zu Rückschlägen und Schmerzen. Aber jeder Fortschritt war ein Erfolg. Der Moment, als sie das erste Mal wieder in den Spiegel sah und ihren eigenen Körper berührte, war für sie ein zentraler Moment. Brigitte ist unendlich dankbar für die Pflege, die für sie mehr als nur eine mechanische Handlung war: „Pflege bedeutet Fürsorge und Zuwendung. Pflege kann heilen.“ Heute teilt Brigitte ihre Erfahrungen in Vorträgen und in ihrem Buch. Ihre unglaubliche Reise gibt uns allen Mut und Hoffnung.

    1 Std. 37 Min.
  4. 20.02.2025

    Folge 64 - Cocos Weg zu Authentizität und Feminismus 🌱

    In dieser Folge spreche ich mit Coco Saal über ihre Reise von der Burnout-Krise zur Selbstfindung. Während ihrer Zeit in Paris lebte sie in einer unglücklichen Beziehung, und der immense Druck bei der Arbeit während der Corona-Zeit führte zu einem Burnout. Doch dieses tiefgreifende Ereignis wurde zum Wendepunkt in ihrem Leben. Coco entschied sich, den Schritt in die Selbstständigkeit als Content-Creatorin und Autorin zu wagen. Schon beim Schreiben ihres ersten Buches entdeckte sie ihre Pansexualität. Ihr Weg zum Schreiben war nicht immer einfach: Das Impostorsyndrom hielt sie lange zurück. Doch durch Weiterbildung, therapeutische Hilfe und den Kontakt mit feministischer Literatur erlebte sie ein „feministisches Frühlingserwachen“. Sie begann, patriarchale Strukturen zu hinterfragen und erkannte, wie sehr diese uns schädigen können. Diese Erkenntnis markierte einen entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben. Gestärkt durch ihre Weiterbildungen, nahm sie an einem Wettbewerb teil, und ihr autobiografisches Gedicht " Your Pain is eating me alive" wurde veröffentlicht. Ein weiterer Meilenstein folgte mit der Teilnahme am Young Storyteller Award und der Veröffentlichung ihres (zweiten) Buches „Missed Moments“ im Jahr 2022. In diesem geht es um gescheiterte Beziehungen, den gesellschaftlichen Druck auf Frauen und ist ebenfalls autobiografisch. Coco meint berührt: „Was ich nicht mitgedacht habe, ist, dass ich Reaktionen bekomme. Andere schreiben mir, dass es ihnen auch so geht, und da fühle ich mich gesehen.“ Doch der Erfolg brachte auch neue Herausforderungen mit sich: 2024 wurde bei Coco ADHS diagnostiziert. Die Diagnose war für sie im ersten Moment eine riesige Erleichterung. Sie hat gelernt, damit umzugehen, und akzeptiert inzwischen: „Ich habe immer ADHS.“ Seit 2024 teilt sie ihre feministischen und intersektionalen Perspektiven in Workshops. Ihr Ziel ist es, mit Worten die Welt zu verbessern und eine diskriminierungsfreie Sprache zu fördern.

    1 Std. 25 Min.

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In diesem Podcast geht es um die Sichtbarkeit von Frauen, um Gleichstellung, um Expert*innenwissen und um Themen die inspirieren, Mut machen und zeigen, was möglich ist.