Honigraum

Markus Habermehl

Honigraum — Bienen, Fragen, Antworten. Der ehrliche Imker-Podcast für Hobbyimker, die mehr wissen wollen als das, was im Imkerverein erzählt wird. Echte Praxis aus Markus Habermehls Imkerei seit 2025.

  1. 10. Aug.

    Bienenkrankheiten erkennen: was du selbst diagnostizieren solltest

    Bienenkrankheiten erkennen: was du selbst diagnostizieren solltest "Ist das jetzt ernst, oder bilde ich mir das ein?" Genau diese Frage steht am Anfang dieser Honigraum-Folge, in der Markus Habermehl die wichtigsten Bienenkrankheiten durchgeht und erklärt, wann du selbst Verdacht schöpfen kannst und wann eine fachliche Diagnose nötig wird. Den Anfang macht die Varroose, der Dauerbrenner unter den Bienenkrankheiten. Sichtbare Milben, verkrüppelte Flügel, ein löchriges Brutbild und insgesamt geschwächte Völker sind die Warnsignale, kontrolliert wird über Puderzucker- oder Auswaschmethode. Danach folgt die amerikanische Faulbrut, die gefürchtetste unter ihnen: eingesunkene, durchlöcherte Zelldeckel und eine braune, fadenziehende Masse beim klassischen Streichholztest. Bei Verdacht gilt für Markus eine klare Regel, sofort das Veterinäramt informieren und eine Futterkranzprobe ins Labor schicken. Weiter geht es mit Nosema, Kalkbrut und Sackbrut. Nosema zeigt sich über Kotflecken, matte Bienen und einen schwachen Start ins Frühjahr, sicher diagnostizieren lässt sie sich nur im Labor. Kalkbrut erkennst du an kalkweißen, mumifizierten Larven, meist ein Zeichen für Feuchtigkeit und Volksschwäche statt eine eigenständige Katastrophe. Sackbrut und andere Viren ordnet Markus konsequent als Folge von Varroa oder allgemeiner Schwäche ein, nicht als eigenständige Baustelle. Einen klaren Schwerpunkt legt er auf Vorbeugung: starke Völker führen, Wabenhygiene einhalten, altes Material regelmäßig erneuern, trockene und sonnige Standorte wählen. Ein praktischer Tipp am Rande: Holzbeuten vom Untergrund entkoppeln, damit weniger Feuchtigkeit hochzieht. Sein Fazit bleibt einfach: früh erkennen, sauber reagieren, und im Zweifel Labor und Fachleute einschalten statt selbst herumzudoktern. Die Varroa konsequent im Griff zu halten, nimmt dabei den meisten Folgekrankheiten von vornherein den Nährboden. Tags: Bienenkrankheiten erkennen, Varroose, Amerikanische Faulbrut, Nosema, Kalkbrut, Sackbrut, Brutbild lesen, Futterkranzprobe, Veterinäramt, Imkerei

  2. 10. Aug.

    Zweiter Bienenstand: wann er sich wirklich lohnt

    Irgendwann wird der eine Standort zu eng, oder mehr Völker an einem Ort bringen plötzlich nicht mehr Honig. Markus Habermehl erklärt in dieser Honigraum-Folge, wann ein zweiter Bienenstand wirtschaftlich sinnvoll wird, und warum er selbst inzwischen findet, dass die Option auf einen zweiten Platz schon viel früher Sinn ergibt, als die meisten denken. Wenn die Tracht am ersten Standort nicht mehr reicht Stehen zu viele Völker an einem Ort, konkurrieren sie um dieselben Ressourcen, und jedes zusätzliche Volk bringt weniger. Ein zweiter Standort mit eigener Tracht kann dann mehr bringen als ein weiteres Volk am vollen ersten Stand. Dazu kommt: verschiedene Standorte ermöglichen verschiedene Sortenhonige und verteilen das Risiko, wenn an einem Ort die Tracht ausfällt. Der Grund, an den kaum jemand von Anfang an denkt Für Markus persönlich zählt noch etwas anderes, unabhängig von Trachtdruck oder Völkerzahl: die praktische Organisation. Ein eingefangener Schwarm gehört nicht direkt neben die bestehenden Völker, sondern erstmal in Quarantäne. Ein Ableger muss außerhalb des Flugkreises des Hauptstandorts stehen, sonst finden die Flugbienen zurück zum Muttervolk. Und wer langfristig eigene Königinnenzucht betreiben will, profitiert von einem zweiten, belegstellenähnlichen Platz für die Begattung. Diese Gründe haben mit Wachstum nichts zu tun, sie sprechen dafür, sich die Option auf einen zweiten Standort schon früh offen zu halten. Der Aufwand, den man ehrlich einplanen muss Ein zweiter Standort bedeutet auch mehr Arbeit. Jede Kontrolle, jede Behandlung, jede Fütterung braucht zusätzliche Fahrten. Gute Erreichbarkeit und realistische Zeitplanung entscheiden, ob ein zweiter Stand auf Dauer praktikabel bleibt oder zur Belastung wird. Wo überhaupt einen Platz finden Als mögliche Standorte nennt Markus Bahnflächen, Firmengelände, Gemeindeflächen, Forstflächen, Streuobstwiesen und private Grundstücke. Rechtlich braucht es die Zustimmung des Eigentümers, außerdem die Meldung beim Veterinäramt und die Anmeldung bei der Tierseuchenkasse, das gilt für jeden Standort.

  3. 3. Aug.

    Bienenflucht einsetzen: bekommt man das ohne Stress hin?

    Muss man vor der Honigernte wirklich jede einzelne Wabe abkehren, um den Honigraum bienenfrei zu bekommen? Markus Habermehl zeigt in dieser Honigraum-Folge, dass es mit der richtigen Bienenflucht deutlich stressfreier geht, für dich und für die Bienen. Die Bienenflucht funktioniert wie eine Einbahnstraße. Sie wird zwischen Honigraum und Brutraum eingebaut, sodass die Bienen über Nacht nach unten in den Brutraum wandern, aber nicht mehr zurückfinden. Am nächsten Morgen lässt sich der Honigraum weitgehend bienenfrei abnehmen, ganz ohne Abkehren jeder Wabe. Markus stellt verschiedene Bauformen vor: sternförmige, rhombische, runde und Eck-Bienenfluchten. Entscheidend ist das Timing. Eingelegt wird meist am Abend vor der Ernte, damit die Bienen über Nacht abwandern können. Zwei Bedingungen müssen stimmen: Der Honig muss reif sein, und im Honigraum darf keine Brut mehr sitzen. Wichtig auch: die Flucht nicht zu lange drinlassen, sonst drohen Wärmestau oder Feuchtigkeitsaufnahme im Honig. Typische Probleme entstehen bei zu hohen Temperaturen, Brut im Honigraum, undicht oder schräg eingelegten Fluchten sowie offenen Honigräumen. Dann funktioniert die Methode nicht sauber, oder es kommt zu Räuberei. Markus setzt deshalb auf die klassische Betriebsweise mit Absperrgitter als Grundlage für einen reibungslosen Ablauf. Wenn die Bienenflucht bei Hitze nicht funktioniert oder nur wenige Waben schnell raus sollen, greift Markus zur Alternative: Abkehren oder Abschütteln, am besten mit einem Perlonbesen mit harten Borsten.

  4. 31. Juli

    Wann und womit du die Restentmilbung richtig durchführst

    "Brutfrei, sonst wirkt es nicht." Diesen Satz stellt Markus Habermehl an den Anfang, wenn es um die Restentmilbung geht, die letzte Varroa-Behandlung des Jahres. In dieser Honigraum-Folge erklärt er, warum der Zeitpunkt hier über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Nach den Sommerbehandlungen bleiben oft Restmilben zurück, oder es kommt zu einer Reinvasion aus Nachbarvölkern. Ohne Brut, in der sich die Milben verstecken können, vermehren sie sich im Herbst und Winter munter weiter, wenn niemand eingreift. Genau diesen Restbestand nimmt die Restentmilbung ins Visier, damit die Winterbienen gesund bleiben und das Volk im Frühjahr kraftvoll startet. Der Knackpunkt ist die Brutfreiheit. Oxalsäure wirkt nur auf Milben, die offen auf den Bienen sitzen, nicht auf jene in verdeckelter Brut. Ist das Volk nicht wirklich brutfrei, überleben viele Milben die Behandlung. Spätherbst oder Frühwinter gelten als typisches Zeitfenster, Markus betont aber: Brutfreiheit muss geprüft werden, nicht einfach unterstellt. Bei der Methode unterscheidet er zwei Wege: 1. Das Träufeln mit Oxalsäure in Zuckerwasser, gut geeignet für kleinere Bestände. 2. Das Verdampfen beziehungsweise Sublimieren, praktischer bei mehreren Völkern, aber nur mit zugelassenem Präparat, zugelassenem Gerät und Atemschutz. Schwächere Völker reagieren empfindlicher, deshalb gilt: nach Anleitung dosieren, nicht nach Gefühl. Zum Schluss rät Markus zur Kontrolle über die Bodeneinlage. Ein deutlicher Milbenfall nach der Behandlung zeigt Wirkung, ein anhaltend hoher Fall spricht für starken Befall oder eine unvollständige Behandlung. Die häufigsten Fehler: zu früh behandelt, falsches Wetter, überdosiert, kein Atemschutz, keine Kontrolle danach.

  5. 27. Juli

    Buckfast vs. Carnica: meine ehrliche Bilanz

    Buckfast oder Carnica, kaum eine Frage wird unter Imkern so leidenschaftlich diskutiert wie diese, und kaum eine wird laut Markus Habermehl so überbewertet. In dieser Honigraum-Folge zieht er eine nüchterne Bilanz zu beiden Rassen: Herkunft, Eigenschaften, Ertrag, Varroa-Resistenz und die Frage, wie rein "reinrassig" in der Praxis überhaupt ist. Beide sind für Markus Zuchtbienen, gezüchtet auf Sanftmut und Ertrag, mit meist nur graduellen Unterschieden. Carnica, die Kärntner Biene, punktet mit guter Wabenstetigkeit und schneller Frühjahrsentwicklung. Buckfast, eine gezielte Kombinationszucht, zeigt oft geringen Schwarmtrieb, gute Honigleistung und wird häufig als robust beschrieben. Wichtiger als der Rassenname sind für Markus aber die konkrete Linie und die Anpaarung. Beim Honigertrag hält er beide Rassen für potenziell sehr leistungsfähig, ein Volk brachte bei ihm 56 Kilo. Entscheidend seien am Ende Standort, Tracht, Betriebsweise und die einzelne Königin, nicht das Rassenetikett. Bei Varroa, Vitalität und Krankheitsresistenz wird Markus deutlich: Weder Rassewahl noch Zucht auf Resistenz ersetzt eine Varroabehandlung. Die Hoffnung auf eine "Wunderbiene" sieht er kritisch, viele Volksverluste haben andere Ursachen. Zum Schluss räumt er mit einem verbreiteten Irrtum auf: Bei normaler Standbegattung entstehen fast immer Mischungen, echte Reinrassigkeit gibt es nur über kontrollierte Anpaarung. Sein Fazit: Am Ende zählt das einzelne Volk, Sanftmut, Schwarmtrieb, Entwicklung und Leistung, nicht das Etikett auf der Königin.

  6. 25. Juli

    Warum manche Bienen sanftmütig sind und andere aggressiv

    Warum bleibt das eine Volk ruhig, wenn du dich näherst, während dich das Nachbarvolk schon von Weitem angreift? Markus Habermehl geht dieser Frage in dieser Honigraum-Folge auf den Grund und zeigt, dass Sanftmut vor allem eine Sache der Genetik ist, aber nicht nur. Der größte Faktor ist für Markus die Vererbung, vor allem über die Königin und ihre Anpaarung. Sanftmut gilt als vererbbares Merkmal und deshalb als eines der wichtigsten Zuchtziele überhaupt. Eine sanftmütige Linie mit guter Anpaarung führt eher zu ruhigen Völkern, eine schlechte Anpaarung eher zu Stechlust. Wetter, Umwelt und Zeitpunkt Auf die Grundveranlagung setzen sich äußere Auslöser drauf: schwüles Wetter, Gewitterstimmung, Wind, Trachtlücken, Räuberei-Druck, Erschütterungen durch Rasenmäher oder Mähroboter, dauernde Störungen am Stand und sogar die Tageszeit. Markus beobachtet, dass viele Völker morgens und bei gutem Flugwetter entspannter sind, abends dagegen eher gereizt. Der Imker als Auslöser Der zweite große Hebel bist du selbst. Hektische Bewegungen, gequetschte Bienen, ein falsch geöffneter Deckel, zu wenig oder gar kein Rauch, dazu Mundgeruch, Parfüm, Schweiß und dunkle, raue Kleidung, all das kann ein Volk zusätzlich reizen. Markus empfiehlt deshalb ruhiges, langsames Arbeiten, gezieltes Smoken und einen möglichst schonenden Umgang mit den Waben. Bleibt ein Volk trotz allem dauerhaft aggressiv, sieht Markus die Lösung in der Umweiselung. Meistens steckt dann ein genetisches Problem dahinter, etwa eine schlechte Anpaarung oder der Verlust der ursprünglichen Königin. Eine neue, sanftmütige Königin macht das Volk langfristig wieder umgänglich, du musst nur den Mut haben, diesen Schnitt zu machen, statt dich Jahr für Jahr mit einem stechigen Volk zu arrangieren.

  7. 24. Juli

    Wintervorbereitung beginnt im August: der Fehler, den fast jeder macht

    Ob ein Bienenvolk den Winter übersteht, entscheidet sich nicht im Winter. Es entscheidet sich im August. Diese These stellt Markus Habermehl an den Anfang dieser Honigraum-Folge, und sie erklärt gleich den häufigsten Fehler in der Wintervorbereitung: zu spät anzufangen. Der Grund liegt in der Biologie. Sommerbienen leben nur wenige Wochen, sammeln und pflegen die Brut, dann sind sie verbraucht. Winterbienen dagegen leben mehrere Monate, tragen das Volk durch die kalte Jahreszeit und haben einen völlig anderen Stoffwechsel mit mehr Reservestoffen. Genau diese Winterbienen werden im Spätsommer und Frühherbst aufgezogen, also im August. Wenn dann die Rahmenbedingungen nicht stimmen, sind die Winterbienen von Anfang an geschwächt, egal was im Oktober noch unternommen wird. Zwei Stellschrauben entscheiden laut Markus über gesunde, langlebige Winterbienen: Die Varroa-Belastung rechtzeitig senken, nicht erst im Herbst. Früh genug füttern, damit das Volk beim Ansetzen der Winterbienen bereits gut versorgt ist. Der typische Fehler: Wintervorbereitung erst im Oktober oder November zu starten. Zu diesem Zeitpunkt sind die Winterbienen längst angelegt und durch eine späte Varroa-Behandlung oder zu spätes Füttern womöglich schon geschädigt. Im Spätherbst bleibt dann nur noch Kontrolle und Restentmilbung übrig, die eigentliche Weichenstellung ist längst gelaufen. Sein eigener Zeitplan: Fütterung spätestens ab dem 1. August, die Varroa-Behandlung jetzt im Spätsommer erledigen. Interessant ist außerdem sein Hinweis auf Studien, die Zuckerwasser gegenüber Invertzuckerfutter im Vorteil sehen, weil die Bienen das Futter dabei selbst umarbeiten.

5
von 5
3 Bewertungen

Info

Honigraum — Bienen, Fragen, Antworten. Der ehrliche Imker-Podcast für Hobbyimker, die mehr wissen wollen als das, was im Imkerverein erzählt wird. Echte Praxis aus Markus Habermehls Imkerei seit 2025.

Das gefällt dir vielleicht auch