Die Geldfrage

Dezernat Zukunft

Die Geldfrage – Der Podcast des Dezernat Zukunft „Die Geldfrage“ beginnt dort, wo Polit-Talkshows meist enden – bei den entscheidenden Fragen rund ums Geld. Wir erklären, kommentieren und ordnen ein: Wie finanziert sich der Staat? Wofür gibt er wie viel aus? Klar, verständlich und auf den Punkt. Für alle, die Finanzpolitik wollen. Ein Podcast vom Dezernat Zukunft. Für Fragen oder Feedback schreibt an info@dezernatzukunft.org

  1. Inflationsschock durch Iran-Krieg?

    MAR 6

    Inflationsschock durch Iran-Krieg?

    Droht der Welt die nächste Energiekrise? Nach dem US-Angriff auf den Iran ist die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl und Flüssiggas – faktisch geschlossen. Tanker fahren kaum noch durch die Meerenge, weil Versicherer den Schutz für Schiffe ausgesetzt haben. Gleichzeitig hat der Iran eine zentrale LNG-Anlage in Katar getroffen. Philippa Sigl-Glöckner spricht mit Janek Steitz darüber, was diese Eskalation für die globalen Energiemärkte bedeutet – und wann auch in Deutschland die Preise steigen. Das Wichtigste: Da die globalen LNG-Märkte kaum Überkapazitäten haben, ist der Gaspreis deutlich empfindlicher: Er stieg in der letzten Woche um etwa 50 Prozent, während der Ölpreis um etwa 20 Prozent zulegte.Besonders betroffen ist Asien, das den Großteil des LNG aus der Golfregion importiert. Jetzt entsteht ein globales Wettbieten um alternative Gaslieferungen.Deutschlands Gasspeicher sind aktuell nur zu 20 Prozent gefüllt. Dass das Gas kurzfristig knapp wird, ist dennoch unwahrscheinlich – nicht zuletzt aufgrund des milden Wetters.Infolge der Energiekrise könnte vieles teurer werden: Je nach Dauer des Krieges droht dem Euro-Raum ein Inflationsschock von bis zu 2 Prozentpunkten.Zum Nachlesen: Studie des Dezernat Zukunft „Europe’s Trump Cards“ Geldbrief des Dezernat Zukunft „US-Iran-Krieg– Inflationsschock in der EU von 2 Prozentpunkten möglich“ Faktenblatt zur Straße von Hormus der IEA Guardian-Artikel über die Schiffsversicherer Artikel von History Today „The First Tanker War with Iran” Übersicht Gasspeicher Die in der Folge erwähnte Schriftliche Anfrage an die Bundesregierung

    30 min
  2. Europas Trümpfe gegen Trump

    FEB 20

    Europas Trümpfe gegen Trump

    In der 30. Folge von „Die Geldfrage“ diskutiert Philippa Sigl-Glöckner mit ihren Kollegen Janek Steitz und Dr. Maximilian Paleschke über die Machtposition Europas. Während die USA unter Trump 2.0 oft als übermächtig wahrgenommen werden, zeigt unsere Analyse: Europa hat handfeste Hebel – von der Energieversorgung bis hin zu kritischen Industriekomponenten. Das Wichtigste: Kein zweites Russland-Szenario: Die Abhängigkeit von US-Flüssiggas (LNG) ist nicht mit der früheren Abhängigkeit von russischem Pipeline-Gas vergleichbar. Der globale Markt wird liquider und flexibler, was Europa ermöglicht, im Notfall leichter auf Alternativen auszuweichen.Industrielle Abhängigkeiten: Europa hält technologische Schlüsselpositionen. Ein Beispiel sind Gasturbinen von Siemens Energy, die für den Ausbau amerikanischer KI-Rechenzentren unverzichtbar sind. Exportbeschränkungen könnten dort massiven wirtschaftlichen Schaden anrichten, der die Kosten für Europa bei weitem übersteigt.Die Macht der Märkte: US-Tech-Giganten hängen stark von den Gewinnen ab, die sie in Europa machen. Da diese Unternehmen einen massiven Anteil an den Rentensparplänen (401k) der US-Bevölkerung ausmachen, würde eine restriktive europäische Position direkt die Altersvorsorge amerikanischer Wähler:innen treffen.Strategische Vorbereitung: Um diese Trümpfe gegen Trump auszuspielen, muss Europa das „Anti-Coercion Instrument“ (ACI) schärfen. Die Mitgliedstaaten müssen jetzt klären, wie sie entstehende Lasten teilen, damit nationales Klein-Klein die europäische Handlungsfähigkeit im Ernstfall nicht blockiert.Zum Nachlesen: Studie des Dezernat Zukunft: Europe’s Trump Cards Geldbrief: Europas Trümpfe gegen Trump

    55 min
  3. Jahresrückblick 2025

    2025-12-19

    Jahresrückblick 2025

    Philippa Sigl-Glöckner und Dr. Florian Schuster-Johnson ziehen Bilanz. Entlang von sechs Statistiken schauen die beiden auf ein turbulentes Jahr zurück. Drei Zahlen zeigen, wie ernst die Lage für Industrie, Staatshaushalt und Bildung ist. Drei weitere machen deutlich, dass politisches Handeln wirken kann. Die Geldfrage entsteht mit viel Zeit, Recherche und Sorgfalt, um komplexe Finanzthemen für euch verständlich und Geldflüsse sichtbar zu machen. Wenn ihr diese Arbeit und den Podcast unterstützen möchtet, freuen wir uns sehr über eine Spende an das Dezernat Zukunft. Das Wichtigste: Der Verlust von rund 100.000 Industriearbeitsplätzen zeigt, dass das deutsche Export- und Wachstumsmodell strukturell an seine Grenzen gestoßen ist und nicht einfach zurückkehren wird.Der Gestaltungsspielraum im Bundeshaushalt geht verloren, weil spätestens in den 2030er Jahren nahezu alle Mittel durch gesetzliche Verpflichtungen gebunden sind.Wenn ein Drittel der Neuntklässler den Mindeststandard in Mathematik verfehlt, wird Bildung um Engpass für Innovation, Produktivität und künftigen Wohlstand.Das Infrastruktur-Sondervermögen markiert einen fiskalpolitischen Wendepunkt, dessen Erfolg davon abhängt, ob Investitionen pragmatisch priorisiert werden.Der Jobturbo belegt, dass ein aktivierender Sozialstaat mit Beratung, Sprachförderung und Vermittlung zu den wirksamsten Instrumenten effektiver Wirtschaftspolitik gehört.Zum Nachlesen/Nachhören: Die erwähnte Studie zur KI-Forschung Bildungstrend 2024 Artikel der tagesschau zum wachsenden Anteil der Erneuerbaren Energien am deutschen Strommix Zeit-Artikel über den Erfolg des Jobturbos Die erwähnte Studie zur Wirkung des Jobturbos im deutschen Arbeitsmarkt Artikel des Tagesspiegel zum Verlust von 100.000 Industriejobs IAB-Stellungnahme zu Veränderungen am deutschen Arbeitsmarkt Unsere Folge mit der Chefin des Jobcenter München, Annette Farrenkopf

    28 min

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Die Geldfrage – Der Podcast des Dezernat Zukunft „Die Geldfrage“ beginnt dort, wo Polit-Talkshows meist enden – bei den entscheidenden Fragen rund ums Geld. Wir erklären, kommentieren und ordnen ein: Wie finanziert sich der Staat? Wofür gibt er wie viel aus? Klar, verständlich und auf den Punkt. Für alle, die Finanzpolitik wollen. Ein Podcast vom Dezernat Zukunft. Für Fragen oder Feedback schreibt an info@dezernatzukunft.org

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