Für Führungskräfte, die aus ihren Entscheidungen lernen wollen statt nur aus den Ergebnissen. Früher führte jeder Kapitän ein Logbuch. Wo stehen wir, welcher Kurs, welches Wetter, welche Entscheidung. Tag für Tag, Eintrag für Eintrag. Weil man sonst hinterher nie genau weiss, warum eine Reise gut oder schlecht gelaufen ist. War es die Seemannskunst, war es Rückenwind oder einfach Glück? Damit sind wir mitten im Thema, denn ich behaupte: Du erinnerst dich nicht an deine Entscheidungen. Du erinnerst dich an den Ausgang. Und das ist ein Unterschied, der dich jahrelang die falschen Lektionen lernen lassen kann. Der Rückschaufehler, im Englischen Hindsight Bias, sorgt dafür, dass im Nachhinein alles logisch wirkt. Die Firma, die scheitert, das Spiel, das verloren geht, die Wahl, deren Ergebnis plötzlich alle kommen sahen. Vor unseren eigenen Entscheidungen macht der Effekt nicht halt. Ging es gut, waren wir uns angeblich sicher. Ging es schlecht, erinnern wir uns an Zweifel, die wir vielleicht nie hatten. Unser Gedächtnis schreibt die Geschichte um, weil das Gehirn eine stimmige Geschichte liebt. Dazu kommt eine Unterscheidung, die ich für wirklich wichtig halte: Die Qualität einer Entscheidung und ihr Ergebnis sind zwei verschiedene Dinge. Eine gute Entscheidung kann schlecht ausgehen, eine schlechte kann gut ausgehen. Wer vom Ergebnis auf die Qualität schliesst, im Englischen Resulting, belohnt am Ende Glück und bestraft Sorgfalt. Auch im Team. Das Entscheidungstagebuch ist das vielleicht einfachste und zugleich unterschätzteste Werkzeug dagegen. Bevor du eine wichtige Entscheidung triffst, hältst du in ein paar Sätzen fest, worum es geht, wie du dich entscheidest, was du erwartest, wie sicher du bist und von welchen Annahmen du ausgehst. Und du setzt dir einen Termin für die Rückschau. Dort liegt der eigentliche Moment des Lernens, und dort wartet auch der unbequeme Teil: die Erkenntnis, dass man sich getäuscht hat. Der zweite Gewinn kommt mit der Zeit. Du lernst deine Muster als Entscheider kennen. Ob deine 90 Prozent sichere Entscheidung nur in der Hälfte der Fälle aufgeht, oder ob deine Intuition viel öfter richtig lag, als du dir zutraust. Diese Rückmeldung bekommst du im Alltag sonst nirgends. 👉 ERSTGESPRÄCH BUCHEN: https://entscheidungsnavigator.com/kontakt/ ✉️ NEWSLETTER: https://entscheidungsnavigator.com/newsletter/ Mein Kerngedanke für heute: Ohne Aufzeichnungen erinnerst du dich nur an das Ergebnis, nie an die Entscheidung selbst. Wer aufschreibt, macht seine Entscheidungen und die Erfahrungen daraus überhaupt erst nutzbar. Fang klein an, mit der nächsten wichtigen Entscheidung, die ansteht. In der nächsten Folge bleiben wir beim Lernen aus Erfahrung und fragen, ob wir mit dem Alter besser entscheiden. 🎙️ ZUM PODCAST: https://entscheidungsnavigator.com/podcast/ 📚 BUCH „Neue Wege der Führung": https://www.amazon.de/dp/1960004956/ 📓 ENTSCHEIDUNGSJOURNAL: https://entscheidungsnavigator.com/journal/ Kapitel: 00:00 Eine gute Entscheidung kann schlecht ausgehen 00:42 Das Logbuch des Kapitäns 01:04 Du erinnerst dich an den Ausgang, nicht an die Entscheidung 02:16 Der Rückschaufehler 03:33 Die Führungskraft und das nachträgliche Bauchgefühl 04:37 Qualität der Entscheidung oder Ergebnis: Resulting 06:17 Was das Tagebuch sichtbar macht, auch im Team 07:12 Der zweite Gewinn: deine Muster als Entscheider 08:17 So führst du ein Entscheidungstagebuch 09:28 Der schwierige Teil ist die Rückschau 10:41 Zurück zum Kapitän: aus dem Erleben wird Erkenntnis 11:34 Fang klein an ✅ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ckoudela/ ✅ Facebook: https://www.facebook.com/entscheidungsnavigator/ ✅ Instagram: https://www.instagram.com/entscheidungsnavigator/