Psychiatrie im Alltag

Andreas Pfeiffer & Werner Höhl

Psychiatrische Krisen sind alltäglich… über ein Drittel aller EU Bürger sind im Laufe des Lebens von einer behandlungsbedürftigen psychiatrischen Erkrankung betroffen. Andersherum wirken sich seelische Erkrankungen stark auf den Alltag der Menschen aus, die davon betroffenen sind. Andreas Pfeiffer (Ergotherapeut) und Werner Höhl (Psychologe) wollen durch Gespräche mit Experten über die Auswirkungen auf den Alltag, Herausforderungen und Chancen informieren.

  1. vor 4 Tagen

    Trauma und Alltag

    Wie hilft man Menschen, die Schweres erlebt haben – ohne das Trauma selbst in den Mittelpunkt zu stellen? In dieser Folge sprechen wir mit der Ergotherapeutin Anke Schreiner über ein Prinzip, das ihrer Arbeit zugrunde liegt: „Das Trauma nicht zum Thema machen.“ Anke hat über viele Jahre mit traumatisierten Mädchen und Frauen gearbeitet und dabei eng mit Psychotherapeutinnen kooperiert. Sie erklärt, warum die Trennung zwischen Ergotherapie und Psychotherapie so wichtig ist: Während die Aufarbeitung des Traumas in die Psychotherapie gehört, hat die Ergotherapie eine andere Aufgabe – Menschen wieder zu befähigen, ihren Alltag selbst zu gestalten. Wir sprechen darüber, was ein Trauma im Alltag bedeutet, wie ein sicherer therapeutischer Rahmen entsteht, welche Rolle kreatives Tun und Ressourcenarbeit spielen – und wie aus Ohnmacht wieder Handeln werden kann. Eine Folge über fachlich saubere Grenzen, über Respekt vor der Würde der Betroffenen und über die heilsame Kraft des Tuns. Hinweis: In dieser Folge geht es um das Thema Trauma. Wir sprechen nicht über konkrete belastende Ereignisse, dennoch kann das Thema berühren. Wenn du selbst betroffen bist und Unterstützung suchst, findest du in den Shownotes Anlaufstellen. Unser Gast – Anke Schreiner – Ergotherapie & Business-Coaching https://www.ankeschreiner.de/ Zum Weiterlesen von Anke Schreiner – Schreiner, A. (2011): „Das Trauma nicht zum Thema machen. Ergotherapie bei traumatisierten Frauen.“ (ergopraxis 6, Thieme) – direkter PDF-Download https://www.ankeschreiner.de/_files/ugd/9a1b3a_066488fe036040e99ae0489213238a13.pdf – Derselbe Artikel beim Thieme-Verlag (Verlagsseite, ggf. kostenpflichtig) https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0031-1280907 – Schreiner, A. (2016): „Aus der Ohnmacht zur Handlung – Heilung komplex traumatisierter Patientinnen in der Ergotherapie.“ (Ergotherapie Austria) – Download auf der Seite „Über mich“ https://www.ankeschreiner.de/ueber-mich – DVE-Presseinformation (März 2016): „Ergotherapeuten stabilisieren Menschen mit Trauma“ – ebenfalls auf der Seite „Über mich“ bei Anke Schreiner abrufbar Berufsverband & Hintergrund Ergotherapie – Deutscher Verband Ergotherapie e.V. (DVE) https://www.dve.info/ Information & Hilfe rund um Trauma – Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) https://www.degpt.de/ – DeGPT – Hilfe für Betroffene (Informationen & Therapeut:innensuche) https://www.degpt.de/hilfe-fuer-betroffene Wenn du selbst Unterstützung brauchst – TelefonSeelsorge – kostenlos & rund um die Uhr: 0800 111 0 111 · 0800 111 0 222 https://www.telefonseelsorge.de/

    Trauma und Alltag
  2. 2. Okt.

    „Zwischen den Extremen“ - Leben mit einer bipolaren Störung

    „Ich bin froh, dass ich Betroffene bin und nicht meine Eltern." Mit diesem Satz bringt unser heutiger Gast Laura Thole auf den Punkt, was diese Folge von Psychiatrie im Alltag so besonders macht. Laura ist 34 Jahre alt, arbeitet seit vier Jahren als Genesungsbegleiterin – und lebt selbst mit einer bipolaren Störung. Offen und mit bemerkenswerter Klarheit erzählt sie, wie sich Manie wirklich anfühlt: erst euphorisch, mitreißend, grenzenlos – und dann außer Kontrolle. Sie berichtet von vier Zwangseinweisungen, einer abgebrochenen Masterarbeit im Lehramt, psychotischem Wahnerleben und davon, wie sie nach der manischen Phase immer wieder in tiefe, manchmal suizidale Depressionen fiel. Besonders eindrücklich beschreibt Laura ihre Frühwarnzeichen – ihr Bild von der „Dampflok", die schon Gas gibt, obwohl vorne noch ein Hindernis liegt – und wie sie es schafft, rechtzeitig gegenzusteuern, bevor die Erkrankung wieder „das Steuer übernimmt". Auch das Thema Medikamente kommt unbeschönigt zur Sprache: Lithiumvergiftung, Gewichtszunahme, der lange Weg zur richtigen Einstellung – und warum ein offener, reflektierter Umgang mit Wirkung und Nebenwirkungen so wichtig ist. Diese Folge zeigt eindrücklich: Eine bipolare Störung bedeutet nicht das Ende eines normalen Lebens. Sie zeigt, dass Stabilität möglich ist – mit Selbstfürsorge, guter Behandlung und dem Mut, offen darüber zu sprechen. Genau das wollen wir mit Psychiatrie im Alltag erreichen: psychische Erkrankungen entstigmatisieren, ihre Alltäglichkeit zeigen – und die Hoffnung, dass sie behandelbar sind. Eine Folge für Angehörige, Betroffene, Fachkräfte und alle, die verstehen wollen, was hinter der Diagnose „bipolare Störung" wirklich steckt. Bipolare Störung Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e. V. (DGBS) – https://dgbs.de/ Universitätsklinikums Bonn (UKB) https://www.ukbonn.de/psychiatrie-und-psychotherapie/klinisches-spektrum/bipolare-stoerungen/ Thema EX-IN & Genesungsbegleitung EX-IN Deutschland – Genesungsbegleitung – https://ex-in.de/ex-in-kurse/ex-in-genesungsbegleitung/ Folgen unseres Podcasts zu verwandten Themen: Empowerment: Folge 71 Psychosen: Folge 58 Recovery: Folge 7 und 52 Schizophrenie: Folgen 39 und 41 Genesungsbegleitung: Folge 9 Hilfsangebote Telefonseelsorge (kostenlos, anonym, 24/7) – https://www.telefonseelsorge.de

    „Zwischen den Extremen“ - Leben mit einer bipolaren Störung
  3. 4. Sept.

    „Was macht einen guten Tag aus?“ – Zufriedenheit im Alltag bei psychischen Erkrankungen

    Wie zufrieden bin ich mit dem, was ich Tag für Tag tue? Diese Frage taucht in kaum einem psychiatrischen Befund auf – und ist für das Wohlbefinden von Menschen mit psychischen Erkrankungen doch entscheidend. In dieser Folge sprechen Werner Höhl und Andreas Pfeiffer mit dem Ergotherapeuten Julius Reckert, der in einer Duisburger Praxis im Fachbereich Psychiatrie und Psychosomatik arbeitet. Es geht darum, wie ein Alltag kippt – leere Tage, verschobene Rhythmen, verlorene Rollen – und was Menschen hilft, wieder zu einem Tag zu finden, der sich für sie gut anfühlt. Ein wiederkehrender Gedanke dabei: Zufriedenheit ist keine Frage der Menge. Manche Menschen tun sehr viel und sind unzufrieden, andere tun wenig und leben gut damit. Genau diese Lücke macht ein Instrument sichtbar, das Julius in seiner Praxis erprobt hat: das SDO – Satisfaction with Daily Occupations, entwickelt von Mona Eklund an der Universität Lund und seit 2026 auch auf Deutsch erhältlich. Ein Gespräch über kleine Schritte, realistische Ziele, den Umgang mit Rückschlägen – und darüber, wem der Maßstab für ein gelungenes Leben eigentlich gehört. Transparenzhinweis: Werner Höhl und Andreas Pfeiffer sind selbst an der deutschsprachigen Fassung des SDO beteiligt. Diese Folge ist keine Werbung, sondern ein Gespräch über Praxiserfahrungen. Zum Gast Praxis für Ergotherapie und Handrehabilitation Ina Beyer, Duisburg, Team http://ergotherapie-duisburg.com/Team/ Das SDO auf Deutsch Satisfaction with Daily Occupations (SDO) – Interviewbasiertes Screening zur Zufriedenheit mit täglichen Betätigungen. Mona Eklund, deutsche Übersetzung und Adaption von Leonie Esenwein und Caroline Züger, 1. Auflage 2026 https://www.skvshop.de/ergotherapie/satisfaction-with-daily-occupations-sdo-978-3-8248-1379-7.html Kostenlose Leseprobe inkl. Inhaltsverzeichnis: https://www.skvshop.de/shop/images/files/editor/file/Leseproben/Leseprobe_SDO.pdf Forschung zum SDO (international) Vidaña-Moya, L. et al. (2020): Cross-Cultural Adaptation, Validation and Reliability of the Spanish SDO-OB. International Journal of Environmental Research and Public Health, 17(23), 8906 (Open Access): https://www.mdpi.com/1660-4601/17/23/8906/pdf Test-Retest-Reliabilität und Konstruktvalidität einer japanischen Version des SDO-OB für Menschen mit psychischen Erkrankungen (2025): https://www.researchgate.net/publication/393334561_Test-retest_reliability_and_construct_validity_of_a_Japanese_version_of_the_Satisfaction_with_Daily_Occupations_and_Occupational_Balance_for_people_with_mental_illness Eklund, M. (2004): Satisfaction with Daily Occupations – A Tool for Client Evaluation in Mental Health Care (die Originalpublikation, Abstract): https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/11038120410020700

    „Was macht einen guten Tag aus?“ – Zufriedenheit im Alltag bei psychischen Erkrankungen
  4. 7. Aug.

    Wann gilt Magersucht als geheilt? – Therapie, Genesung und 35 Jahre eigene Geschichte

    Wann gilt eine an Magersucht erkrankte Person eigentlich als geheilt? Diese Frage beschäftigt unseren Gast Maren Pruss seit vielen Jahren – als Psychologin, systemische Therapeutin und Inhaberin einer Praxis mit Schwerpunkt Essstörungen in Düsseldorf. Die häufigste Antwort, die sie in Vorträgen für Eltern hört, lautet: „wenn sie wieder normal isst“. Genau daran zeigt sich, wie wenig über diese Erkrankung oft bekannt ist. Wir sprechen darüber, was bei einer Anorexia nervosa psychisch geschieht, was systemische Therapie dabei leisten kann und was Angehörige wissen sollten – zwischen Sorge, Unsicherheit und gut gemeinten, aber nicht immer hilfreichen Reaktionen. Und diese Folge hat eine besondere Seite: Maren Pruss spricht zum ersten Mal öffentlich über ihre eigene, über 35 Jahre zurückreichende Erfahrung mit Magersucht. Eine Perspektive, die im öffentlichen Gespräch – das oft von jüngeren Betroffenen geprägt ist – selten zu hören ist. Aufgenommen haben wir diese Folge vor Ort in Düsseldorf. Nach Folge 27 mit Maja Schelewsky ist das unsere zweite Folge zum Thema Magersucht – diesmal aus der therapeutischen Perspektive. Und diese folge ich auch ein schönes Beispiel für persönliches Recovery. Wichtiger Nachtrag von Maren Pruss: Im Podcast habe ich mich missverständlich ausgedrückt: Kinder unter 14 Jahren haben grundsätzlich eine ebenso gute Heilungsprognose wie ältere Jugendliche. Meine Aussage bezog sich ausschließlich auf die Prävention, da jüngere Kinder durch soziale Medien besonders beeinflussbar sein können. Für die Heilungsprognose sind vor allem eine frühe Diagnose und ein rascher Therapiebeginn entscheidend. Shownotes Unser Gast Praxis Pruss, Düsseldorf – Website (dort auch alle Kontaktdaten): https://www.praxis-pruss.de/ Schwerpunkt „Special Ess-Störung“: https://www.praxis-pruss.de/specialessstörungen Hilfe und Beratung Infotelefon zu Essstörungen des BIÖG (früher BZgA) – anonym und kostenlos, Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr, Tel. 0221 892031: https://essstoerungen.bioeg.de/hilfe-finden/welche-beratung-gibt-es/telefonberatung/ Beratungsstellen-Suche des BIÖG – Angebote in Wohnortnähe finden: https://essstoerungen.bioeg.de/hilfe-finden/wie-finde-ich-beratung/datenbank-essstoerungen/ Weiterführende fachliche Informationen Deutsche Gesellschaft für Essstörungen (DGESS) – Informationen für Betroffene und Angehörige, mit Selbsttest und Adressen: https://www.dgess.de/hilfe/fuer-betroffene-und-angehoerige S3-Leitlinie und Patientenleitlinie „Diagnostik und Therapie der Essstörungen“ (AWMF-Register 051-026): https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/051-026 Passend dazu aus unserem Podcast Unsere Folge 27 „Anorexie“ – mit Maja Schelewsky, aus der Betroffenenperspektive: https://open.spotify.com/episode/6QE768gi5kxcUWk4tgUPpN https://podcasts.apple.com/de/podcast/anorexie/id1507379225?i=1000586713869

  5. 10. Juli

    Aus der Praxis in die Forschung

    Forschung in der Psychiatrie – das klingt nach Medikamentenstudien und Hirnscans. Doch was ist mit den Berufen, die im Alltag psychisch erkrankter Menschen oft am nächsten dran sind: Pflege, Soziale Arbeit, Ergotherapie und die vielen psychosozialen Therapien? Sie leisten enorm viel – haben aber, anders als Medizin und Psychotherapie, keine lange Forschungstradition. Und genau das wird zum Problem: Was nicht erforscht ist, verliert mit der Zeit an Anerkennung und an Finanzierung. In dieser Folge sprechen Andreas und Werner mit Dr. Sebastian Voigt-Radloff – gelernter Ergotherapeut und heute Forscher am Universitätsklinikum Freiburg. Als langjähriger Mitarbeiter von Cochrane und heutiger Versorgungsforscher ist er ein Pionier für wissenschaftliches Arbeiten in den Therapieberufen. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, warum Forschung gerade in diesen Bereichen so wichtig ist, was es heißt, die eigene Arbeit an Evidenz auszurichten, welche Rolle Leitlinien und die Evidenz-Datenbank des Deutschen Verbandes Ergotherapie spielen – und warum sich die psychosozialen Berufe unbedingt aktiv in die Leitlinienarbeit einbringen sollten. Ein Gespräch über Erfahrung und Evidenz, über Legitimation und Finanzierung – und über die Zukunft einer ganzen Berufsgruppe. Unser Gast Forschungsprofil Dr. Sebastian Voigt-Radloff (ResearchGate): https://www.researchgate.net/profile/Sebastian-Voigt-Radloff Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung (SEVERA), Uniklinik Freiburg: https://www.uniklinik-freiburg.de/imbi/severa.html E-Mail:sebastian.voigt@uniklinik-freiburg.de Erwähnte Projekte PrioPEG – Projektseite: https://priopeg.de/ PrioPEG bei der Uniklinik Freiburg: https://www.uniklinik-freiburg.de/imbi/severa/priopeg.html Evidenz & Forschung in den Gesundheitsfachberufen Cochrane Deutschland: https://www.cochrane.de/ Cochrane Deutschland – Seite speziell zu den Gesundheitsfachberufen (mit Forschungsleitfaden): https://www.cochrane.de/gesundheitsfachberufe Cochrane Kompakt – verständliche Evidenz für alle: https://www.cochrane.org/de/evidence Deutscher Verband Ergotherapie (DVE) DVE – Startseite: https://www.dve.info/ DVE – Datenbank für evidenzbasierte Praxis (EBP-Datenbank): https://ebp.dve.info/ Leitlinien AWMF – Portal der medizinisch-wissenschaftlichen Leitlinien in Deutschland: https://www.awmf.org/

  6. 12. Juni

    Wieder selbst am Steuer – Empowerment im Alltag mit Schizophrenie

    Andreas und Werner sprechen zum dritten Mal mit Jens Jüttner – und das aus gutem Grund: Seine beiden bisherigen Folgen (39 und 41) gehören zu den meistgehörten des Podcasts. Nach Krankheitsbeginn, akuten Phasen und Genesung geht es diesmal um eine entscheidende Frage: Wie übernimmt man nach einer schweren psychischen Erkrankung wieder selbst das Steuer? Jens ist bei diesem Thema Fachmann in mehrfacher Hinsicht: Er ist selbst betroffen gewesen und kennt die Erkrankung aus eigener Erfahrung. Gleichzeitig ist er Jurist, Betriebswirt, Autor und heute als EX-IN-Genesungsbegleiter – als Experte aus Erfahrung – in der Psychiatrie tätig. So erlebt er Empowerment aus einer doppelten Perspektive: in der Begleitung von Klientinnen und Klienten und immer wieder bei sich selbst. Gemeinsam füllen die drei den oft abstrakten Begriff „Empowerment“ mit konkretem Leben: vom Weg aus dem Kontrollverlust zurück zur Selbstbestimmung, über das Verstehen der eigenen Frühwarnzeichen und das Mitentscheiden bei der Behandlung bis hin zum Umgang mit Stigma und Selbststigma. Es geht um Selbstwirksamkeit, Hoffnung und Sinn – aber auch ehrlich um die Grenzen von Empowerment, das niemals zum neuen Druck werden darf. Und um einen befreienden Gedanken von Jens: dass Recovery ein nie abgeschlossener Prozess sein darf – und das vollkommen in Ordnung ist. Eine Mut machende Folge für Betroffene, Angehörige und Fachleute. Unser Gast Jens Jüttner (Autor & Referent): https://www.jensjuettner.com/ Buch: „Als ich aus der Zeit fiel – Mein Weg durch die paranoide Schizophrenie“ (pinguletta Verlag, ISBN 978-3-948063-11-5). pinguletta Verlag: https://www.pinguletta-verlag.de/ Empowerment, Recovery & Peer-Arbeit EX-IN Deutschland (Genesungsbegleitung / Experten aus Erfahrung): https://ex-in.de/ Andreas Knuf: „Empowerment und Recovery“ (Psychiatrie Verlag): https://psychiatrie-verlag.de/product/recovery-und-empowerment/ Hintergrund zum Krankheitsbild psychenet.de – Was ist eine Psychose?: https://www.psychenet.de/de/entscheidungshilfen/entscheidungshilfe-psychose/was-ist-eine-psychose/was-ist-eine-psychose-2.html Unsere früheren Folgen mit Jens Jüttner Folge 39 – Schizophrenie Teil 1: Krankheitsbeginn und akute Phasen Folge 41 – Schizophrenie Teil 2: Krankheitsbewältigung, Genesung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft

    Wieder selbst am Steuer – Empowerment im Alltag mit Schizophrenie
  7. 15. Mai

    Wenn jemand, den du liebst, erkrankt – Angehörige zwischen Sorge, Erschöpfung und Stärke

    Psychische Erkrankungen betreffen nie nur eine Person – sie verändern das Leben aller, die nah dabei sind. In dieser Folge sprechen Werner und Andreas mit Andrea, die als Angehörige hautnah erlebt hat, was es bedeutet, wenn ein geliebter Mensch psychisch erkrankt. Andrea erzählt offen über Sorge, Erschöpfung, Schuldgefühle und die Suche nach Hilfe – aber auch darüber, was Kraft gegeben hat. Eine Folge, die zeigt: Angehörige brauchen nicht nur starke Nerven, sondern auch starke Unterstützung. Angebote für Angehörige EX-IN Hamburg: Die von Andrea gemachte Aus-/Fortbildung🔗 https://ex-in-hamburg.net/angehoerigenbegleitung und Angehörigenbegleitung in der Praxis EX-IN Hamburg: 🔗 https://ex-in-hamburg.net/angehoerigenbegleitung-2 Fragen direkt an Andrea: Andrea.Roosch@web.de BApK – Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V. Der wichtigste Bundesverband für Angehörige – mit Beratung, Selbsthilfe-Vermittlung und der telefonischen Beratungshotline „SeeleFon". 🔗 https://www.bapk.de  📞 SeeleFon: 0228 71002424 NAKOS – Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Bundesweite Vermittlung lokaler Selbsthilfegruppen und -kontaktstellen. 🔗 https://www.nakos.de psychenet – Selbsthilfe, Trialog und Hilfe für Angehörige 🔗 https://psychenet.de/de/hilfe-finden/hilfesystem-im-ueberblick/selbsthilfe-und-trialog.html Telefonseelsorge (kostenlos, 24/7, anonym) 📞 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 Hintergrund: MUT-TOUR (über die wir Andrea kennengelernt haben) 🔗 https://www.mut-tour.de Unsere frühere Folge zur MUT-TOUR: https://open.spotify.com/episode/41fKbLTGE2tcPaMUj8DSUx Podcast „Psychiatrie im Alltag"🔗 https://andreas-pfeiffer.de/?page_id=1033

    Wenn jemand, den du liebst, erkrankt – Angehörige zwischen Sorge, Erschöpfung und Stärke
  8. 17. Apr.

    Weniger Bürokratie, mehr Menschlichkeit – Wie KI die psychiatrische Arbeit verändert

    In unserer ersten KI-Folge im Januar 2026 haben wir mit ChatGPT selbst über die Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz in der Psychiatrie gesprochen. Die positive Resonanz und der Wunsch vieler Hörerinnen und Hörer nach mehr Praxisbezug haben uns motiviert, das Thema zu vertiefen. Diesmal haben wir Theodor Schöwitz zu Gast – Sozialarbeiter, Masterstudent im Bereich „Digitalisierung in der Sozialen Arbeit" und Mitgründer des Start-ups Sozial KI. Gemeinsam mit seinen Kollegen Philipp Engelsberg und Niclas Höhl hat er SoKI entwickelt: ein KI-basiertes Assistenzsystem, das speziell für die Sozialwirtschaft und psychiatrische Einrichtungen konzipiert wurde. Im Gespräch erfahren wir, was SoKI konkret leisten kann – von der automatisierten Dokumentation über Schreibassistenz bei Sozialberichten bis hin zur Sprachtranskription von Klientengesprächen mit CaseVoice. Theo erklärt, warum ein europäischer Serverstandort allein nicht ausreicht, um Datenschutz wirklich zu gewährleisten, was der US Cloud Act für psychiatrische Einrichtungen bedeutet und wie SoKI mit Open-Source-Technologie und rein europäischen Partnern echte Datensouveränität sicherstellt. Besonders spannend: die Erfahrungen aus der Praxis – wie Fachkräfte auf KI reagieren, wo die größten Vorbehalte liegen und wo KI tatsächlich mehr Zeit für die direkte Arbeit mit Menschen schafft. Theo macht dabei deutlich, wo die Grenzen liegen und warum KI die menschliche Beziehungsarbeit unterstützen, aber niemals ersetzen kann. Eine praxisnahe Folge für alle, die wissen möchten, wie KI schon heute sicher und sinnvoll in der psychiatrischen Versorgung eingesetzt werden kann – und was dabei zu beachten ist. Gast dieser Folge: Theodor Schöwitz – B.A. Soziale Arbeit, Student im M.A. Digitalisierung in der Sozialen Arbeit (DHBW CAS), Mitgründer und technischer Leiter von Sozial KI Sozial KI – KI für die Soziale Arbeit: https://www.sozial-ki.de/ SoKI – KI-basiertes Assistenzsystem für Schreiben und Dokumentieren in der Sozialwirtschaft, DSGVO- und KI-VO-konform SoKI CaseVoice – Audiotranskription für das Sozialwesen: https://www.sozial-ki.de/casevoice Sichere Sprach- und Audiotranskription für Klientengespräche, Teamsitzungen und Fallbesprechungen EU-KI-Verordnung (AI Act) – Überblick: https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/regulatory-framework-ai Informationen der EU-Kommission zum regulatorischen Rahmen für Künstliche Intelligenz Bundesbeauftragte für den Datenschutz – KI und Datenschutz: https://www.bfdi.bund.de/ Informationen zum Datenschutz beim Einsatz von KI-Systemen in Deutschland DHBW CAS – Master Digitalisierung in der Sozialen Arbeit: https://www.cas.dhbw.de/sozialwesen/ Informationen zum Masterstudiengang, in dem die Gründer von Sozial KI studieren Unsere erste KI-Folge: Im Januar 2026, Folge 65, haben wir ChatGPT als Gesprächspartnerin in unseren Podcast eingeladen – ein Experiment, das den Anstoß für die heutige Folge gab.

    Weniger Bürokratie, mehr Menschlichkeit – Wie KI die psychiatrische Arbeit verändert
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Psychiatrische Krisen sind alltäglich… über ein Drittel aller EU Bürger sind im Laufe des Lebens von einer behandlungsbedürftigen psychiatrischen Erkrankung betroffen. Andersherum wirken sich seelische Erkrankungen stark auf den Alltag der Menschen aus, die davon betroffenen sind. Andreas Pfeiffer (Ergotherapeut) und Werner Höhl (Psychologe) wollen durch Gespräche mit Experten über die Auswirkungen auf den Alltag, Herausforderungen und Chancen informieren.

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