HiKoPod – der Wissenschaftspodcast der Historischen Kommission zu Berlin

Historische Kommission zu Berlin e.V.

HiKoPod – der Wissenschaftspodcast der Historischen Kommission zu Berlin – Geschichte aus erster Hand! Ausgewiesene Expert*innen geben Ihnen historische Informationen zu Berlin, Brandenburg und Preußen – von A wie Alexanderplatz bis Z wie Zisterzienser. Wollen Sie zum Beispiel wissen, welche Bedeutung die historische Mitte für die Entwicklung Berlins hat, was Sie aus dem politischen Testament Friedrichs des Großen erfahren können oder wie sich der 9. November als besonderes Datum in der Deutschen Geschichte in Berlin auswirkte? Dann hören Sie rein.

  1. vor 1 Tag

    46 I HiKoPod I Der Flughafen Tempelhof und das KZ Columbia

    Mitten in Berlin liegt das Tempelhofer Feld mit dem ehemaligen Flughafen Tempelhof, über den viele Menschen bis zu seiner Stilllegung 2008 die deutsche Hauptstadt erreichten oder verließen. Heute stehen die markanten Gebäude als Denkmal für die bewegte und vielseitige Geschichte des Ortes. Hier wurde deutsche Luftfahrtgeschichte geschrieben, der Flughafen war lange Zeit Berlins Tor zur Welt und spielte für unterschiedliche deutsche Staaten und Regierungen eine wichtige Rolle. Nun ist er gleichzeitig als Bildungs- und Veranstaltungsort für die Öffentlichkeit zugänglich. Aber abseits vom ‚Ort der Freiheit‘ und der Luftbrücke weist besonders die Anfangsphase dieses Berliner Wahrzeichens viele interessante Aspekte auf, die heute oftmals in Vergessenheit geraten sind. So befanden sich hier sowohl der erste Heimatflughafen der deutschen Lufthansa als auch das einzige eigenständige Konzentrationslager auf Berliner Boden, das KZ Columbia. Im Podcast sprechen Karoline Georg, Expertin für das Columbia-Haus, sowie Thomas Wernecke von der Tempelhof Projekt GmbH mit Jannes Bergmann über die wechselvolle Geschichte dieses Ortes. Von den ersten Versuchen der Luftfahrt auf dem ehemaligen preußischen Exerzierfeld bis zum monumentalen Neubau im Nationalsozialismus geben sie einen Einblick in die Frühphase des Tempelhofer Flughafens. Dabei wird die enge Verknüpfung von Luftfahrt, Militär und Staat deutlich. Am Ende steht die Frage, wie die bis heute kaum bekannten dunklen Seiten Tempelhofs, wie der Einsatz von Zwangsarbeit durch die deutsche Lufthansa und das 1936 abgerissene KZ Columbia, in der Erinnerungskultur und Bildungsarbeit ihren Platz finden. Bilder: KZ Columbia und Baustelle des Neubaus des Flughafens Tempelhof (Archiv Flughafen Tempelhof / Klinke & Co)

    46 I HiKoPod I Der Flughafen Tempelhof und das KZ Columbia
  2. 29. Juli

    45 I HiKoPod I Die preußische Seehandlung und Preußens globale Wirtschaftspolitik

    Denkt man an die Wirtschaftsgeschichte Preußens um 1800, bleibt der Blick meist auf das eigene Staatsgebiet auf dem europäischen Festland gerichtet. Dabei wird übersehen, dass eine Einbindung in die weltweiten Handelsnetzwerke nicht erst im Deutschen Kaiserreich mit seinem Streben nach einem ‚Platz an der Sonne‘ erfolgte, sondern bereits das frühmoderne Preußen an der globalen Wirtschaft partizipierte. Schon 1772 gründete König Friedrich II. die Preußische Seehandlungsgesellschaft, die als staatliches Unternehmen in der Folge eine wichtige Rolle in der preußischen Handelsstrategie und den Bemühungen um eine größere Beteiligung an den Absatzmärkten in Übersee spielte. Felix Töppel hat die Geschichte und Bedeutung der Seehandlung für die preußische Wirtschaftsgeschichte erforscht. Im Gespräch mit Jannes Bergmann zeichnet er die Entwicklung dieser Institution und ihre enge Verknüpfung mit dem preußischen Staat nach und stellt dar, wie die großen politischen Ereignisse der Zeit ihre Tätigkeiten beeinflussten. Dabei müssen besonders die Teilung Polen-Litauens zur Schaffung neuer Absatzmärkte, insbesondere für den Salzhandel, ebenso wie die Eroberung der Provinz Schlesien mit ihrer weltweit gefragten Leinenproduktion von den Habsburgern als wesentliche Schlüssel für den anschließenden Aufbau der preußischen Staatswirtschaft angesehen werden. Nicht zuletzt werden auch die Etablierung preußischer Konsuln im Ausland und ihre ambivalenten Aktivitäten im internationalen Wirtschaftsnetz thematisiert. Für sein Dissertationsprojekt, das einen wichtigen Beitrag zur preußischen Wirtschaftsgeschichte leistet, wurde Felix Töppel mit dem HiKo_21 − Nachwuchspreis 2026 ausgezeichnet. Bilder: Preußisches Seehandelsschiff Mentor, ca. 1906/1943 (Bundesarchiv, Bild 134-B1111) / Standort der Historischen Seehandlung in Berlin am Gendarmenmarkt, 1904 (GStA-PK VII 2556112)

    45 I HiKoPod I Die preußische Seehandlung und Preußens globale Wirtschaftspolitik
  3. 15.12.2025

    39 I HiKoPod I 1945. Kriegsende und Neubeginn 4 I Gewalt und Mobilität

    In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs führten die militärische Lage und die Pläne des NS-Regimes zu einer besonderen Form erhöhter Mobilität und extremer Gewalt – zu den Todesmärschen. Janine Fubel beschreibt im Gespräch mit Jannes Bergmann das Schicksal der vielen Menschen, die 1945 in Brandenburg und darüber hinaus aus den Konzentrations- und Arbeitslagern in Bewegung gesetzt wurden. Sie beleuchtet insbesondere die Vorgänge im Konzentrationslager Sachsenhausen. Dabei geht sie auf die Häftlinge ebenso ein wie auf das Wachpersonal, die ansässige Zivilbevölkerung sowie die Flüchtlinge aus anderen Teilen des Deutschen Reichs. Letztgenannte waren als Zeugen, Mitwirkende oder Helfer an diesen Verbrechen beteiligt. In einem Fazit wird der historiografische sowie erinnerungskulturelle Umgang mit diesem letzten Abschnitt des Holocausts erörtert, wobei der Bogen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart geschlagen wird. Vor 80 Jahren endete in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg, den Nazideutschland entfesselt hatte. Der 8. Mai 1945 war aber nicht nur ein Endpunkt, sondern gleichzeitig ein Neubeginn. Um die Zäsuren und Kontinuitäten geschichtswissenschaftlich einzuordnen, widmet sich die Sonderreihe ausgewählten Ereignissen, wie sie die Menschen in Berlin und Brandenburg im Jahr 1945 unmittelbar durchlebten. Titelbild: Lager im Freien bei Wittstock, April 1945; Foto: Willy Pfister. © ICRC Genf, V-P-HIST-01548-08.

    39 I HiKoPod I 1945. Kriegsende und Neubeginn 4 I Gewalt und Mobilität

Bewertungen und Rezensionen

5
von 5
2 Bewertungen

Info

HiKoPod – der Wissenschaftspodcast der Historischen Kommission zu Berlin – Geschichte aus erster Hand! Ausgewiesene Expert*innen geben Ihnen historische Informationen zu Berlin, Brandenburg und Preußen – von A wie Alexanderplatz bis Z wie Zisterzienser. Wollen Sie zum Beispiel wissen, welche Bedeutung die historische Mitte für die Entwicklung Berlins hat, was Sie aus dem politischen Testament Friedrichs des Großen erfahren können oder wie sich der 9. November als besonderes Datum in der Deutschen Geschichte in Berlin auswirkte? Dann hören Sie rein.

Das gefällt dir vielleicht auch