Schuler! Fragen, was ist

Ralf Schuler

Als langjähriger Leiter der Parlamentsredaktion von BILD reiste er mit Kanzlerin a.D. Angela Merkel um die Welt, kennt den Berliner Politik-Betrieb von innen, ohne Teil der „Berliner Blase“ zu sein. „Schuler! Fragen, was ist“ ist die neue YouTube- und Podcast-Show mit DEM Berlin-Insider schlechthin. Ralf Schuler trifft die wichtigsten Entscheider der Republik zum Gespräch. Ausgeruht und auf Augenhöhe.

  1. 7. Sept.

    Ulrich Siegmund: „Jeder Tag mit einem Bundeskanzler ohne Selbstreflexion ist einer zu viel“

    AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erhebt nach dem historischen Wahlsieg in Sachsen-Anhalt klaren Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten. Noch in der Wahlnacht habe seine Partei erste Gespräche aufgenommen: „Wir liefern sofort.“ Eine Minderheitsregierung oder bloße Duldung lehnt Siegmund ab – kandidieren werde er nur, wenn eine stabile Mehrheit für seine Politik steht. Sein Versprechen: „Wir werden uns niemals selbst verbiegen.“Im großen Interview mit Ralf Schuler spricht Siegmund über mögliche Partner, Neuwahlen und seine unverhandelbaren Themen: Migration, innere Sicherheit, Bildung, Wirtschaft, Genderpolitik und die Kündigung des Medienstaatsvertrags. Der CDU und den anderen im Landtag vertretenen Parteien kündigt er konkrete Gesprächsangebote an: „Wir reichen jedem die Hand.“ Zugleich stellt er klar: Kompromisse seien möglich – aber nicht bei den Kernthemen der AfD.Sachsen-Anhalt sei dabei nur der Anfang: Das Wahlergebnis müsse zum ersten Schritt auf dem Weg zu einer AfD-geführten Bundesregierung werden. „Es hat sich gelohnt, AfD zu wählen“, sollen die Menschen nach Siegmunds Worten schon bald erkennen. Sollte eine stabile Regierungsbildung scheitern, würde sich die AfD auch vor Neuwahlen nicht scheuen.Bundeskanzler Friedrich Merz wirft Siegmund vor, die Botschaft der Wähler noch immer nicht verstanden zu haben: „Jeder Tag mit diesem Bundeskanzler, mit einer offenbar völlig fehlenden Selbstreflexion, ist einer zu viel.“ Außerdem äußert er sich zu möglichen Unregelmäßigkeiten bei der Briefwahl – und erklärt, unter welchen Bedingungen er tatsächlich Ministerpräsident werden will.

    Ulrich Siegmund: „Jeder Tag mit einem Bundeskanzler ohne Selbstreflexion ist einer zu viel“
  2. 14. Aug.

    FDP-Chef Wolfgang Kubicki: „Was Klingbeil und Merz gerade machen, ist eine Sünde an der Demokratie“

    Wolfgang Kubicki ist seit Jahrzehnten das bekannteste Gesicht der FDP in Schleswig-Holstein, war Vizepräsident des Deutschen Bundestages und führt die Freien Demokraten nun als neu gewählter Parteivorsitzender zurück in Richtung Parlament. Für „Schuler! Fragen, was ist?" hat Ralf Schuler ihn zu Hause in Strande an der Ostsee besucht. Wolfgang Kubicki ist seit Jahrzehnten das bekannteste Gesicht der FDP in Schleswig-Holstein, war Vizepräsident des Deutschen Bundestages und führt die Freien Demokraten nun als neu gewählter Parteivorsitzender zurück in Richtung Parlament. Ralf Schuler ihn in Strande an der Ostsee getroffen. Mit der Bundesregierung geht Kubicki hart ins Gericht. Die als Entlastung verkaufte Einkommensteuerreform sei in Wahrheit das Gegenteil: „Es ist ja keine Reform, sondern es ist nichts weiter als eine weitere Abzocke der Menschen." Die Problemlösungskompetenz der etablierten Parteien schwinde immer weiter, und daraus werde ein Demokratieproblem: „Was Klingbeil und Merz gerade machen, ist eine Sünde an der Demokratie." Über Friedrich Merz sagt Kubicki, er habe sich in ihm getäuscht. Der Kanzler leide an einem Merkel-Komplex, wolle vor allem auf der Weltbühne glänzen und nehme hin, dass Deutschland jeden Monat zwischen 10.000 und 15.000 hochbezahlte Industriearbeitsplätze verliere.  Mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September rechnet Kubicki mit einem historisch starken Abschneiden der AfD und großem Katzenjammer in den Parteizentralen von Union und SPD. Zur Brandmauer-Debatte, die zuletzt Arbeitgeber-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter befeuert hat, bezieht er klar Stellung: „Ich spiele auch mit den Schmuddelkindern, wenn das Spiel mir Spaß macht." Weitere Themen: die Fehler der Ampel-Jahre, die Rücktrittsszenarien rund um Merz und Klingbeil, Katherina Reiche als letztes Bollwerk gegen sozialistische Experimente in der Regierung, der Kampf gegen Chatkontrolle, Trusted Flagger und übergriffige Landesmedienanstalten, der Auftritt von Dieter Hallervorden im Wahlkampf von Sven Schulze sowie die Frage, warum die Grünen vom Dürre-Sommer nicht profitieren.

    FDP-Chef Wolfgang Kubicki: „Was Klingbeil und Merz gerade machen, ist eine Sünde an der Demokratie“
  3. 19. Juni

    Lyrik-Rocker Wandermaler: „Musik geht heute mit einem Glaubensbekenntnis einher“

    Wandermaler sind ein junges deutsches Lyrik-Rock-Duo, das seinen Namen aus dem russischen Kunstraum bezieht. Um 1870 schlossen sich im Zarenreich vierzehn Künstler zusammen, die sich gegen ihre eigene Akademie wandten. Statt wie vorgesehen jahrzehntelang im Dienst des Zaren zu malen und als Abschlussprüfung eine vorgegebene Kopie abzuliefern, verweigerten sie sich. Sie wurden von der Akademie ausgeschlossen und zogen mit eigenen, wandernden Ausstellungen durchs Land. Auf Russisch nannte man sie „Peredwischniki“. In dieser Tradition versteht sich die Band: Sie will eine Kunst schaffen, die nicht einer politischen Struktur oder einer Ideologie dient, sondern der Musik selbst.Genau diese Unabhängigkeit sehen Liza Katáeva und Dino Bet im heutigen Kulturbetrieb bedroht. „Musik geht heute auch mit einem Glaubensbekenntnis einher“, sagt Dino Bet im Gespräch mit Ralf Schuler. Die Kunst bewege sich in Milieus, in denen vor den Auftritten nicht mehr ausgetauscht, sondern abgefragt werde, wer politisch dazugehöre. Wer zu widersprechen wage, riskiere seinen Platz.Im Gespräch erläutern die Wandermaler zudem ihr künstlerisches Selbstverständnis. Sie erklären, warum sie auf Deutsch singen und was sie unter Lyrik-Rock verstehen, bei dem die Sprache den Puls der Musik vorgibt. Sie sprechen über ihre an Jugendstil und Renaissance orientierte Ästhetik und über ihren „Widerstand gegen den Kitsch“. Sie schildern, warum ihnen die Tiefe wichtig ist in einer Zeit, in der über den Wert eines Liedes oft in drei Sekunden entschieden wird. Auch biblische Motive spielen eine Rolle, mit denen sich in wenigen Worten ganze Geschichten erzählen lassen.

    Lyrik-Rocker Wandermaler: „Musik geht heute mit einem Glaubensbekenntnis einher“
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