stadtvisionen – jung gedacht

Aline Fraikin, Anica Latzer-Schulte, Jürgen Brecht

In der Podcastreihe „stadtvisionen – jung gedacht“ werden spezifische Themen rund um die Umsetzung der Kinderrechte auf lokaler Ebene behandelt. Dafür führen wir Interviews mit einer Bandbreite an Akteur:innen durch, die ihre eigenen Perspektiven zu konkreten Handlungsfeldern von Städten und Landkreisen im Bereich der Kinderrechte aufzeigen.

Folgen

  1. 1. Sept.

    U16-Wahlen: Berliner Jugend wählt

    In der zehnten Folge werfen wir anlässlich anstehender Wahlen einen besonderen Blick auf die Rechte und die politische Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft. Moderatorin Renata Kutinka begrüßt dazu Scarlett Strehlow von der Berliner Landeskoordinierung der U16-Wahlen beim Landeskompetenzzentrum für Beteiligung und Demokratiebildung. Gemeinsam beleuchten sie ein faszinierendes Projekt, das vor 30 Jahren als kleine, symbolische Aktion in einem einzigen Berliner Jugendclub in Berlin-Mitte seinen Anfang nahm. Aus dieser Initiative ist inzwischen eine bundesweite Bewegung gewachsen, die allein im Land Berlin über 240 Wahllokale für junge Menschen ohne offizielles Wahlrecht bereitstellt. Die U16-Wahl ist dabei weit mehr als nur ein symbolisches Kreuz auf dem Zettel, sondern versteht sich als ein niedrigschwelliges politisches Beteiligungs- und Bildungsprojekt. Kinder und Jugendliche lernen in diesem Rahmen, sich mit ihrer eigenen Meinung auseinanderzusetzen, verschiedene Standpunkte in der Gruppe zu diskutieren, eigene Parteien zu gründen und ihre Positionen mit den echten Parteiprogrammen zu vergleichen. Dabei bringt die junge Generation Themen ein, die ihre direkte Lebenswelt betreffen und von Erwachsenen oft übersehen werden: Die Palette reicht von konkreten Zukunftsängsten und der Wehrpflicht über Social Media und Handyverbote an Schulen bis hin zum dringenden Bedarf an kostenfreien, sicheren Orten für Jugendliche im Stadtteil. Die Ergebnisse dieser Wahlen landen nach der Auszählung keineswegs ungesehen in einer Schublade, sondern werden eine Woche vor der offiziellen Wahl mit großer Medienpräsenz veröffentlicht, um das politische Meinungsbild der Jugend sichtbar zu machen. Für die Zukunft fordert Scarlett Strehlow ein echtes Recht auf Mitbestimmung. Politik und Verwaltung sollten Kinder und Jugendliche bei Entscheidungen nicht nur formell befragen, sondern die von ihnen geäußerten Themen auch tatsächlich in die Praxis umsetzen, während Erwachsene ihre Macht gezielt nutzen sollten, um junge Stimmen aktiv zu stärken

    U16-Wahlen: Berliner Jugend wählt
  2. 05.12.2025

    Kernkurrikulum oder Herzenssache?

    Diese Folge beleuchtet die Kinderrechte in der Ausbildung von Verwaltungsfachkräften mit Prof. Jürgen Kegelmann, Experte für Verwaltungswissenschaften an der Hochschule Kehl. Prof. Kegelmann betont, dass Kinder die verletzlichste Gruppe sind, die aber gleichzeitig ein wichtiges Kreativitäts- und Innovationspotenzial in die Stadt und Verwaltung bringt. Da Verwaltungen stark rechtsorientiert sind, ist die gesetzliche Fixierung von Kinderrechten essenziell, um das Handeln der Verwaltung auszulösen,. Um Kinderrechte nachhaltig zu verankern, sind kulturelle und strukturelle Veränderungen notwendig: Es braucht Vision und Strategie, da Kinderrechte nahezu alle kommunalen Handlungsfelder betreffen. Wichtig ist die Schaffung klarer Zuständigkeiten und Rollen, wie z.B. Kinderbeauftragte,. Das häufig thematisierte Spannungsfeld zwischen knappen Kassen und Kinderrechten hält Kegelmann oft für einen Scheinkonflikt. Er fordert, dass Kommunen die langfristige Perspektive einnehmen und Kinder als Zielgruppe sehen, da Sparen an ihnen die Zukunft der Stadt verbaut. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist die Beteiligung von Kindern unerlässlich. Am Beispiel von Meckenbeuren zeigte sich, wie Kinder, die symbolhaft im Gemeinderatssaal gehört wurden, Verantwortungsgefühl für die Gemeinde entwickeln konnten. Abschließend empfiehlt der Experte Verwaltungsmitarbeitern, die „Kinderbrille“ aufzusetzen und eine Servicehaltung einzunehmen, um Kinder und Jugendliche als Ressource (Coproduktion) zu nutzen. Zudem sollten digitale Partizipationsmöglichkeiten für sogenannte Digital Natives stärker genutzt werden.

    Kernkurrikulum oder Herzenssache?

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In der Podcastreihe „stadtvisionen – jung gedacht“ werden spezifische Themen rund um die Umsetzung der Kinderrechte auf lokaler Ebene behandelt. Dafür führen wir Interviews mit einer Bandbreite an Akteur:innen durch, die ihre eigenen Perspektiven zu konkreten Handlungsfeldern von Städten und Landkreisen im Bereich der Kinderrechte aufzeigen.

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