Unerhörtes Mittelalter: Vormoderne Erzählungen und warum man sie unbedingt kennen sollte

Mediävistische Lehrstühle der Universität Potsdam und der Goethe-Universität Frankfurt/Main

War das Mittelalter wirklich prüde? War die Kritik an Obrigkeit und Kirche tatsächlich tabu? Wie stand es um die Rolle der Frau in Literatur und Gesellschaft? Diese und viele weitere Fragen werden Natalie Mlynarski-Jung und Hans Levin als Hosts anhand spannender Kurzerzählungen aus dem Mittelalter mit verschiedenen Expert*innen der Germanistischen Mediävistik erörtern. Für einzelne dieser Erzählungen ist auch zu diskutieren, aus welcher (kritischen) Haltung heraus eine Auseinandersetzung mit ihnen erfolgen sollte: Wie und wozu muten wir uns (mutmaßlich) misogyne, obszöne und brutale Erzählungen zu? Welchen Gewinn können wir aus einer Auseinandersetzung mit ihnen ziehen? Wie weit kann und sollte unser Entgegenkommen ihnen gegenüber und eine historische Kontextualisierung reichen?

  1. 25. Sept.

    "Die Königin von Frankreich" kurz und bündig

    Mit der Geschichte, die wir euch heute vorstellen, begeben wir uns an den französischen Königshof. Dort machen wir Bekanntschaft mit einem Marschall, einem Hofbeamten, der die schöne, junge Königin begehrt und heftig bedrängt. Als sie damit droht, dem König alles zu erzählen, schmiedet der hinterhältige Marschall einen bösen Plan gegen sie und verleumdet sie bei ihrem Mann. Obwohl diese Geschichte, in der ein Zwerg, ein Köhler und ein treuer, mutiger Hund auftreten, recht märchenhaft daherkommt, berührt sie doch ernste Themen, die uns auch heute beschäftigen: Stalking, Fake news, Machtmissbrauch und sogar Femizid. Zugänge zur (im Mittelalter ausgesprochen beliebten) Erzählung von der ›Königin von Frankreich‹ erschließen uns Prof. Dr. Julia Zimmermann (Graz) und Prof. Dr. Holger Runow (Frankfurt a. M.), die zu uns ins Podcaststudio gekommen sind. Über Kommentare oder Feedback an unerhoertes.mittelalter@gmail.com oder auf Instagram (unerhoertes_mittelalter) freuen wir uns natürlich auch! Credits: Hosts: Daniela Vukadin, Hans Levin Gast: Prof. Dr. Julia Zimmermann, Prof. Dr. Holger Runow Erzähler: Prof. i. R. Dr. Harald Haferland Jingle: Karl Wenzel Schnitt: Max Asmus Bildrechte zum Cover: Wien; Österr. Nationalbibliothek; Cod. 2675, 2v. Ein besonderer Dank gilt außerdem der Universität Potsdam für die Bereitstellung von Mitteln, technischer Unterstützung und vor allem unserem Tonstudio.

    "Die Königin von Frankreich" kurz und bündig
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War das Mittelalter wirklich prüde? War die Kritik an Obrigkeit und Kirche tatsächlich tabu? Wie stand es um die Rolle der Frau in Literatur und Gesellschaft? Diese und viele weitere Fragen werden Natalie Mlynarski-Jung und Hans Levin als Hosts anhand spannender Kurzerzählungen aus dem Mittelalter mit verschiedenen Expert*innen der Germanistischen Mediävistik erörtern. Für einzelne dieser Erzählungen ist auch zu diskutieren, aus welcher (kritischen) Haltung heraus eine Auseinandersetzung mit ihnen erfolgen sollte: Wie und wozu muten wir uns (mutmaßlich) misogyne, obszöne und brutale Erzählungen zu? Welchen Gewinn können wir aus einer Auseinandersetzung mit ihnen ziehen? Wie weit kann und sollte unser Entgegenkommen ihnen gegenüber und eine historische Kontextualisierung reichen?

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