📲 Verpasse keine neue Folge: Folge jetzt dem WhatsApp-Kanal „Serienmord & Wahnsinn“ für neue Fälle und Hintergründe: https://whatsapp.com/channel/0029Vb9G9ML8qIzzWkxjVe1c David Parker Ray wurde 1999 enttarnt, als eine gefesselte Frau aus seinem Haus floh. Was die Ermittler danach fanden, führte zu einem der verstörendsten Kriminalfälle in der Geschichte New Mexicos – und zu einer Frage, die bis heute nicht vollständig beantwortet ist: Wie viele Frauen waren in Rays Gewalt? Der Moment, in dem alles aufflog Am 22. März 1999 ging bei der Notrufzentrale im US-Bundesstaat New Mexico ein ungewöhnlicher Anruf ein. Von einem Wohnhaus in Elephant Butte war ein Anruf eingegangen, doch am anderen Ende war zunächst kaum etwas zu hören. Die Verbindung brach ab. Wenig später wurde erneut angerufen. Die Person am Telefon erklärte, alles sei in Ordnung. Für die Einsatzkräfte war es das nicht. Als ein Beamter zu dem Grundstück fuhr, war das Haus verlassen. Hinter dem Wohnhaus stand ein unscheinbarer, fensterloser Anhänger. Von außen deutete kaum etwas darauf hin, was sich darin befand. Die Polizei sollte ihn erst nach Erhalt eines Durchsuchungsbeschlusses öffnen können. Während die Beamten noch versuchten, die Situation zu verstehen, war eine Frau bereits auf der Flucht. Cynthia Vigil war drei Tage zuvor entführt worden. Sie war nach Elephant Butte gebracht und in einem Anhänger gefangen gehalten worden. Sie trug eine Metallmanschette und war angekettet. Als sich am 22. März eine Gelegenheit ergab, griff sie nach einem Schlüssel und versuchte, sich zu befreien. Cindy Hendy, die damalige Lebensgefährtin von David Parker Ray, bemerkte den Fluchtversuch. Es kam zu einem Kampf. Vigil konnte sich schließlich lösen und aus dem Haus fliehen. Sie rannte auf die Straße und suchte Hilfe. Die Frau, die schließlich bei einem nahe gelegenen Haus Hilfe fand, trug kaum mehr als eine Metallmanschette und Ketten. Die Polizei erhielt damit nicht nur einen Hinweis auf ein Gewaltverbrechen. Sie bekam den Zugang zu einer Welt, die David Parker Ray über Jahre verborgen gehalten hatte. Ein Mann, der nach außen ein gewöhnliches Leben führte David Parker Ray wurde am 6. November 1939 in Belen, New Mexico, geboren. Seine Kindheit verbrachte er zeitweise bei den Großeltern mütterlicherseits. Sein Vater galt als gewalttätig und alkoholabhängig und besuchte die Familie nur unregelmäßig. Über Rays Jugend existieren später zahlreiche Angaben, die auf seine eigenen Aussagen oder Berichte aus seinem Umfeld zurückgingen. Schon als Teenager soll er sich mit sadomasochistischen Fantasien beschäftigt haben. Seine Schwester soll entsprechende Zeichnungen und pornografische Bilder entdeckt haben. Nach der Highschool diente Ray in der US Army und wurde ehrenhaft entlassen. Später arbeitete er unter anderem im Bereich Wartung und für das New Mexico Parks Department. Über Jahre lebte er in der Gegend um Truth or Consequences und Elephant Butte. Gerade diese bürgerliche Fassade machte den späteren Fall so schwer begreifbar. Ray war kein Mann, der sich dauerhaft außerhalb der Gesellschaft bewegte. Er arbeitete, lebte in einer Gemeinde und verfügte über Beziehungen und Kontakte. Hinter dieser Normalität entwickelte er jedoch eine Gewaltwelt, die er immer weiter ausbaute. Die „Toy Box“ Im Mittelpunkt des Falls stand ein Anhänger auf Rays Grundstück. Ray bezeichnete ihn als „Toy Box“. Der Name war makaber, doch das eigentliche Geheimnis lag nicht in der Bezeichnung. Der Anhänger war für die Gefangenschaft und Misshandlung von Frauen eingerichtet worden. Er war schallgedämmt und enthielt zahlreiche Vorrichtungen, mit denen Menschen fixiert und kontrolliert werden konnten. Als die Ermittler das Innere untersuchten, fanden sie Gegenstände, die auf die systematische Vorbereitung sexueller Gewalt hindeuteten. Hinzu kamen Aufzeichnungen, Videomaterial und weitere Gegenstände, die später Teil der Ermittlungen wurden. Die Dimension des Fundes veränderte den Fall innerhalb weniger Tage. Zunächst war Ray wegen der Entführung und Misshandlung einer einzelnen Frau festgenommen worden. Nun mussten die Ermittler davon ausgehen, dass die Gewalt nicht spontan entstanden war. Der Anhänger wirkte vielmehr wie ein speziell eingerichteter Ort, an dem Ray seine Fantasien in die Realität umgesetzt hatte. Die Stimme auf dem Tonband Besonders verstörend für die Ermittler waren Tonaufnahmen. Ray hatte eine Aufzeichnung angefertigt, in der er einer gefangenen Frau erklärte, was sie erwartete. Die Aufnahme beschrieb seine Vorgehensweise und sollte offenbar dazu dienen, die Opfer einzuschüchtern und ihnen jede Hoffnung auf Kontrolle über ihre Situation zu nehmen. Für die Ermittler war das Material von großer Bedeutung. Es zeigte, dass die Gewalt nicht allein auf spontane Impulse zurückging. Ray hatte sich mit der Gefangenschaft, Kontrolle und Einschüchterung seiner Opfer beschäftigt und entsprechende Abläufe vorbereitet. Die Ermittlungen förderten außerdem Videokassetten und zahlreiche weitere Gegenstände zutage. Das FBI veröffentlichte Jahre später Hunderte Fotos von Gegenständen, die während der Ermittlungen sichergestellt worden waren. Darunter befanden sich Schmuckstücke und Kleidungsstücke, bei denen die Ermittler vermuteten, dass sie früher Opfern gehört haben könnten. Cynthia Vigil überlebte Für Cynthia Vigil war der 22. März 1999 der Tag, an dem sie ihre Gefangenschaft beendete. Ihre Aussage wurde zum entscheidenden Ausgangspunkt der Ermittlungen. Sie schilderte, wie sie entführt und anschließend in Rays Anwesen festgehalten worden war. Dass sie entkommen konnte, war für die Ermittler von entscheidender Bedeutung. Ohne ihre Flucht wäre der Anhänger möglicherweise weiterhin verborgen geblieben. Die Ermittler begannen daraufhin, Rays Vergangenheit und sein Umfeld zu untersuchen. Dabei stießen sie auf weitere Frauen, die von Ray misshandelt worden sein sollen. Eine von ihnen war Angelica Montano. Eine weitere war Kelli Garrett. Ihre Fälle sollten später eine zentrale Rolle im juristischen Verfahren gegen Ray spielen. Ein Netz aus Helfern Ray handelte nicht immer allein. Cindy Hendy, seine Lebensgefährtin, war an der Entführung und Misshandlung von Frauen beteiligt. Nach Rays Festnahme sagte sie gegen ihn aus. Später erhielt sie eine Haftstrafe von 36 Jahren wegen ihrer Rolle in den Verbrechen. Auch Rays Tochter Glenda Jean „Jesse“ Ray geriet in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Sie wurde ebenfalls wegen ihrer Beteiligung an den Straftaten angeklagt und erhielt eine Gefängnisstrafe sowie eine anschließende Bewährungszeit. Damit wurde deutlich, dass Rays Gewalt nicht ausschließlich innerhalb seiner eigenen Person geblieben war. Menschen aus seinem unmittelbaren Umfeld waren zumindest in Teilen in das Geschehen eingebunden. Die Spur führte weiter zurück Während die Polizei den Anhänger untersuchte, tauchten immer mehr Hinweise auf mögliche weitere Opfer auf. Ray selbst hatte gegenüber Ermittlern Angaben gemacht, die darauf hindeuteten, dass er wesentlich mehr Frauen entführt haben könnte als die Frauen, deren Fälle schließlich vor Gericht landeten. Das FBI erklärte später, Ray habe behauptet, etwa 40 Opfer entführt zu haben. Andere Aussagen und Ermittlungsansätze führten zu wesentlich höheren Zahlen. Doch genau hier begann die Grenze zwischen gesichertem Wissen und ungeklärtem Verdacht. Denn so erschütternd die Hinweise waren: Für einen Mord brauchten die Ermittler belastbare Beweise dafür, dass ein bestimmtes Opfer tatsächlich getötet worden war. Diese Beweise konnten in den meisten vermuteten Fällen nicht gefunden werden. Leichen wurden nicht entdeckt. Damit blieb eine der zentralen Fragen des Falles unbeantwortet. Die Suche nach den Vermissten Das FBI und die Behörden von New Mexico weiteten die Ermittlungen aus. Grundstücke wurden durchsucht, Hinweise überprüft und mögliche Verbindungen zu vermissten Personen untersucht. Die Ermittler untersuchten auch Gegenstände, die in Rays Besitz gefunden worden waren. Schmuck und Kleidung wurden fotografiert und später öffentlich gezeigt, in der Hoffnung, Angehörige oder Bekannte könnten Gegenstände wiedererkennen. Das Ziel war klar: Wenn Ray tatsächlich weitere Frauen getötet hatte, mussten sich Spuren finden lassen. Doch die Suche brachte nicht die eindeutige Antwort, auf die die Ermittler gehofft hatten. Das FBI erklärte noch Jahre später, dass keine menschlichen Überreste gefunden worden seien. Die Behörde suchte weiterhin nach Hinweisen auf mögliche Opfer. Der Fall wurde komplizierter, als er zunächst erschien Die juristische Aufarbeitung war nicht einfacher als die Ermittlungen. Die Fälle der Frauen wurden getrennt voneinander behandelt. Das bedeutete, dass die Staatsanwaltschaft die jeweiligen Taten jeweils eigenständig beweisen musste. Das erschwerte die Verfahren. Denn das gesamte Material aus dem Anhänger konnte nicht automatisch in jedem einzelnen Prozess verwendet werden. Auch die Aussagen verschiedener Frauen konnten nicht einfach zu einem einzigen Gesamtbild zusammengeführt werden. Im ersten Verfahren kam es zunächst zu einem Fehlprozess. Danach wurde der Fall erneut verhandelt. Bei der erneuten Verhandlung wurde Ray in allen zwölf Anklagepunkten schuldig gesprochen. Was vor Gericht bewiesen werden konnte Der entscheidende Unterschied dieses Falles lag zwischen dem, was Ermittler vermuteten, und dem, was vor Gericht bewiesen werden konnte. Ray wurde wegen Entführung, sexueller Gewalt und weiterer schwerer Straftaten verurteilt. Für die zahlreichen vermuteten Morde gab es dagegen keine entsprechende Verurteilung. Das bedeutete nicht, dass die Ermittler die Mordvorwürfe für bedeutungslos hielten. Im Gegenteil: Noch Jahre nach Rays Verurt