Recht Alt - Recht Jung

Jan Stumper

Das Recht ist im stetigen Wandel - heißt es immer. Und doch ändert sich im konkreten Betrachtet oft nur wenig. Bei "Recht Alt - Recht Jung" sprechen ein juristisches Fossil und ein Jungspund über das Recht: Perspektiven zweier Juristengenerationen. rechtaltrechtjung.substack.com

Folgen

  1. Was macht der Bundespräsident?

    vor 6 Tagen

    Was macht der Bundespräsident?

    Über die Macht und Ohnmacht des Bundespräsidenten Ausgelöst durch eine Begegnung mit Altbundespräsident Joachim Gauck diskutieren Dr. Wrege und Herr Stumper, was das höchste Staatsamt der Bundesrepublik heute leisten kann. Im Zentrum steht ein Generationenstreit: Erreicht Gaucks Botschaft von Freiheit und freiheitlich-demokratischer Grundordnung noch jüngere Adressaten – oder spricht der Bundespräsident längst nur noch zu denen, die ohnehin zustimmen? Aus dieser Frage entwickeln die beiden die rechtliche Tiefenbohrung der Folge: das umstrittene materielle Prüfungsrecht des Bundespräsidenten bei der Gesetzesausfertigung (Art. 82 GG) und die Frage, ob politische Spannungen dieses Recht künftig faktisch aufwerten könnten, ohne dass sich am Verfassungstext etwas ändert. Final wird geklärt ob der Bundespräsident integrieren und trotzdem gleichzeitig materiell prüfen sollte und kann. [00:00] – Intro[00:34] – Die Begegnung mit Joachim Gauck und der „Flash Mob" von 400 Zuhörern[06:42] – Die Leitfrage: Erreicht Gaucks Freiheitsbotschaft nur noch ein älteres Milieu?[10:15] – Die Integrationsfunktion des Bundespräsidenten und Steinmeiers „Brot-Szene"[16:22] – Auseinanderdriftende Meinungsräume und der „Disconnect" zur Politik[19:42] – Die drei Funktionen: Notar, Repräsentation und das Prüfungsrecht[22:00] – Verfassungsrechtliche Einordnung: Art. 54 ff. und Art. 82 GG[22:54] – Streit um das materielle Prüfungsrecht: nur „evidente" Verfassungsverstöße?[25:06] – Bundespräsident als Amtsträger, nicht als Person – wehrhafte Demokratie[28:48] – These: Aufwertung des Amtes ohne Verfassungsänderung[31:11] – Integrationsfunktion vs. materielle Prüfung – was ist die „bessere" Rolle?[34:46] – Podcasts in der Echokammer und Schlusswort This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit rechtaltrechtjung.substack.com

    43 Min.
  2. Inhaltsleeres Recht - Fliehen wir vor den eigentlichen Fragen?

    21. Mai

    Inhaltsleeres Recht - Fliehen wir vor den eigentlichen Fragen?

    Shownotes In Folge 9 diskutieren Jan Stumper und Dr. Wrege die These einer „Flucht ins Uneigentliche”: Rechtsprechung und Gesellschaft weichen vor inhaltlichen Streitfragen zunehmend in formale Verfahrensfragen aus. Anhand von drei Beispielen – dem Triage-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts, beamtenrechtlichen Konkurrentenklagen nach Art. 33 Abs. 2 GG und der Causa Brosius-Gersdorf – wird gefragt, ob das Recht damit seine Leitfunktion für den gesellschaftlichen Diskurs verliert. Die beiden sind sich heute ungewöhnlich einig – mit einer Ausnahme. Timestamps [00:00] Intro & Begrüßung [00:36] Die Leitfrage: Wird unsere Gesellschaft zunehmend „uneigentlich"? [01:57] Beispiel 1 – Triage-Beschluss des BVerfG: Ausweichen in die Zulässigkeit [04:00] Pluralisierung der Richterbänke und die Schwierigkeit des Konsenses [06:15] Recht als gesellschaftliche Ligatur – die heilende Wirkung [07:55] Beispiel 2 – Art. 33 Abs. 2 GG und die Bestenauslese [09:30] Verfahrensfragen statt Inhalt: „Wie muss ich den Raum beheizen?" [11:25] Diskriminierungsangst als Treiber der Flucht ins Uneigentliche? [12:00] Reaktivität der Rechtsprechung – Einzelfall statt Rechtsfortbildung [14:00] Signalwirkung in die Gesellschaft: Verlust der Akzeptanz [15:50] Ausweichen auf das Ausweichen – die Meta-Ebene [17:30] Beispiel 3 – Die Causa Brosius-Gersdorf [22:30] Kontroverse: Politischer Prozess oder Flucht ins Uneigentliche? [26:00] Versöhnung: Verfahrensflucht auch eine Frage gerichtlicher Überlastung? [27:30] Ausblick: Entscheidungssoziologie als Forschungsfeld [28:45] Appell: „Werde eigentlich!" [29:15] Verabschiedung Erwähnte Entscheidungen, Normen und Bezüge * BVerfG, Beschl. v. 16.12.2021 – 1 BvR 1541/20 (Triage / Schutzpflicht aus Art. 3 Abs. 3 S. 2 GG) – diskutiert in einer früheren Folge des Podcasts * Art. 33 Abs. 2 GG – Bestenauslese (Eignung, Befähigung, fachliche Leistung) * Causa Brosius-Gersdorf (Rückzug der Kandidatur zur BVerfG-Richterin, Sommer 2025) – politischer Vorgang, keine Gerichtsentscheidung This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit rechtaltrechtjung.substack.com

    30 Min.
  3. Erosion des Grundkonsenses? Maß und Mitte vs. radikaler Meinungskampf

    19. Apr.

    Erosion des Grundkonsenses? Maß und Mitte vs. radikaler Meinungskampf

    Wie viel „Begleitmusik“ verträgt ein sachlicher Diskurs? In dieser Episode von „Recht Alt – Recht Jung“ untersuchen wir die Grenzen der Meinungsfreiheit. Ausgehend von einem (inszenierten) persönlichen Angriff diskutieren Dr. Wrege und Herr Stumper über die Schere im Kopf, die Macht der sozialen Medien und die Frage, ob unser gesellschaftlicher Grundkonsens gerade erodiert. Eine Folge über die juristische Präzision des Ehrschutzes und die soziologische Realität der digitalen Arena. Timestamps * [00:00] Intro: Provokation als Experiment – Der Angriff auf die Ehre. * [01:50] Dogmatische Basis: Tatsachenbehauptung vs. Werturteil. * [05:00] Hate Speech & Medienaufsicht: Wer zieht die Grenze? * [08:00] Das US-Modell vs. deutscher Ehrschutz: Unterschiedliche Kulturen des Streits. * [12:30] Die „Chaos-Theorie“ des Meinungskampfes: Impulse aus dem Extrem. * [17:45] Digitaler Jugendschutz: Zwischen Fürsorge und Grundrechtsbeschränkung. * [22:00] Die großen Linien: Das Böckenförde-Diktum und der Verfassungspatriotismus. * [28:40] Kritik am System: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk unter der Lupe. * [36:15] Autoritätsverlust & Eigenverantwortung: Der mündige Bürger in der Filterblase. * [41:00] Fazit: Die Kraft der Entschuldigung und der Wert der Wehrhaftigkeit. Erwähnte Konzepte & Urteile * Lüth-Urteil (BVerfGE 7, 198) zur Drittwirkung der Grundrechte. * Böckenförde-Diktum: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ * §§ 185, 188 StGB: Beleidigung und die besondere Stellung von Amtsträgern. This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit rechtaltrechtjung.substack.com

    42 Min.
  4. Die Wehrpflicht als Generationenkonflikt

    10. März

    Die Wehrpflicht als Generationenkonflikt

    Zwischen vaterländischer Tradition und verfassungsrechtlicher Skepsis: In dieser Folge diskutieren wir die geplante Reaktivierung der Wehrpflichtstrukturen durch das Wehrpflichtmodernisierungsgesetz (Stand 2026 geprüft). Während die "alte Schule" (Dr. Wrege) die Wehrpflicht als notwendiges Instrument der kollektiven Sicherheit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts sieht, hinterfragt die "junge Generation" (Jan Stumper) die Verfassungsmäßigkeit in einer modernen, individualisierten Gesellschaft. Wir beleuchten das Spannungsfeld zwischen Verpflichtung zum Wehrdienst und der Menschenwürde (Art. 1 GG). Ist die bloße Erfassung der Wehrfähigkeit bereits ein unzulässiger Eingriff? Und wie steht es um die Geschlechtergerechtigkeit im Jahr 2026? Tauchen Sie mit uns ein in eine dogmatisch tiefgehende und rechts-politisch sowie -philosophisch interessante Debatte.Timestamps: 00:00 Intro & Persönliches: 15 Monate Dienst – Ein Generationen-Check. 3:45 Das Wehrpflichtmodernisierungsgesetz: Die wichtigsten Eckpunkte der Reform (Stand 2026). 8:12 Dogmatik: Wehrpflicht vs. Art. 1 GG (Menschenwürde). 14:50 Das "Lagebild der Wehrfähigkeit": Administrativer Selbstzweck oder notwendige Verteidigung? 21:16 Die Geschlechterfrage: Ist eine reine Männer-Wehrpflicht 2026 noch haltbar? (Verweis auf Art. 3 Abs. 2 GG). 27:30 Verhältnismäßigkeit: Erforderlichkeit von Zwang in Zeiten von High-Tech-Kriegsführung. 34:05 Fazit & Versöhnung: Freiwilligkeit vs. Verpflichtung. Quellen & Fundstellen: Wehrpflichtgesetz (WPflG) in der Fassung des WPMoG (Entwurf 2026), https://dserver.bundestag.de/btd/21/018/2101853.pdf. BVerfG, Beschluss vom 20.12.1960 - 1 BvL 21/60, https://openjur.de/u/222562.html BVerfG, Urteil vom 07.12.1977 - 2 BvF 201/77,  https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=07.12.1977&Aktenzeichen=2%20BvF%201/77 This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit rechtaltrechtjung.substack.com

    40 Min.
  5. BVerfG zwischen Judicial Self-Restraint oder politischem Kalkül?

    10. Feb.

    BVerfG zwischen Judicial Self-Restraint oder politischem Kalkül?

    In der aktuellen Episode von „Recht Alt Recht Jung“ erörtern Dr. Wrege und Jan Stumper die verfassungstheoretische Verortung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) innerhalb der bundesrepublikanischen Ordnung. Den Ausgangspunkt der Diskussion bildet die jüngste Entscheidung zur Triage-Regelung, die das Gericht auf Ebene der Gesetzgebungskompetenz löste, ohne eine materielle Prüfung der Grundrechtsrelevanz vorzunehmen. Anknüpfungspunkt bildet auch ein FAZ-Artikel, der unter unten stehendem Link abrufbar ist. Die Folge widmet sich der Frage, ob das BVerfG als rein rechtlicher Wächter der Verfassung agiert oder ob ihm faktisch eine politisch-gestaltende Funktion zukommt. Dabei werden Parallelen zur Entwicklung des U.S. Supreme Court gezogen und die Bedeutung der gesellschaftlichen Akzeptanz als Geltungsgrundlage richterlicher Autorität reflektiert. Thematische Schwerpunkte dieser Folge: * Die Entscheidung des BVerfG zur Triage: Kritik an der Vermeidung materiell-rechtlicher Aussagen durch den Rückzug auf Kompetenzfragen. * Judicial Self-Restraint versus politische Übergriffigkeit: Die Grenzen der verfassungsgerichtlichen Kontrolle gegenüber dem demokratisch legitimierten Gesetzgeber. * „Verfassungsrecht vergeht, Verwaltungsrecht besteht“: Eine Analyse des politischen Charakters des Verfassungsrechts im Sinne der Münsteraner Schule. * Das Senatsprinzip als Mechanismus der Entpolitisierung und die Rolle der richterlichen Persönlichkeit im Entscheidungsprozess. * Die Gefährdung der institutionellen Autorität durch zunehmende Politisierung nach US-amerikanischem Vorbild. — Link zum genannten FAZ-Artikel: Volkmann, Wie Karlsruhe begründet - Die unpolitische Gewalt https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-unpolitischen-begruendungen-des-bundesverfassungsgerichts-110809929.html, zuletzt abgerufen 11.02.2026. — Timestamps: 00:00 Begrüßung und Einführung in die Thematik 01:00 Das Bundesverfassungsgericht als politisches Gericht? Eine Bestandsaufnahme 01:42 Analyse der Triage-Entscheidung: Die Priorisierung der Zuständigkeitsprüfung vor der materiellen Begründung 05:51 Diskussion über die „Vermeidungsstrategie“ des Gerichts und die Kritik von Prof. Volkmann 08:47 Richterliche Entscheidungstechnik: Die Suche nach dem „breitesten Grund“ für Urteilssprüche 13:10 Demokratische Legitimation und das Verhältnis zum Gesetzgeber: Ein Vergleich mit dem U.S. Supreme Court 16:40 Die Münsteraner Schule: Zur inhärenten politischen Dimension des Verfassungsrechts 19:42 Die Autorität des BVerfG: Staatsräson, soziale Akzeptanz und kelsensche Grundnormen 24:10 Der Mensch als Richter: Subjektive Meinungsbildung und deren Einhegung durch das Senatsprinzip 30:50 Die Außendarstellung der Neutralität (Andreas Voßkuhle) versus die Realität der Entscheidungsfindung 35:00 Zusammenfassung: Das Erfordernis rechtlich fundierter Entscheidungen im Namen des Volkes This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit rechtaltrechtjung.substack.com

    36 Min.
  6. Juristische Staatsexamen gehören reformiert ! ? Recht Alt - Recht Jung #4

    13. Jan.

    Juristische Staatsexamen gehören reformiert ! ? Recht Alt - Recht Jung #4

    Das Jahr startet Kontrovers: In der vierten Ausgabe von “Recht Alt - Recht Jung” diskutieren wir, ob die deutsche Juristenausbildung noch zeitgemäß oder ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert ist? Die Generationen prallen diesmal beim „Heiligen Gral“ der Juristerei aufeinander: dem Staatsexamen. Während Herr Stumper frisch aus der Prüfungssituation kommt und eine Lanze für die psychische Gesundheit und moderne Inhalte bricht, verteidigt Herr Dr. Wrege die Härte des Systems. In dieser Folge diskutieren die beiden unter anderem: * Marathon vs. Sprint: Warum das Examen psychisch und physisch an die Grenzen führt und ob dieser „Leistungssport“ wirklich notwendig ist. * KI & Digitalisierung: Gehört der Umgang mit Legal Tech ins Referendariat oder lenkt Technik nur vom eigentlichen juristischen Handwerk ab? * Haltung vs. Hard Skills: Dr. Wrege argumentiert, dass der Staat unabhängige Persönlichkeiten braucht, die auch unter extremem Druck funktionieren – Stumper hält dagegen, dass „Akkordarbeit“ keine echte Kompetenz ist. * Die Relationstechnik: Warum diese alte Methode vom Aussterben bedroht ist, im Examen kaum noch abgebildet werden kann, aber für die Praxis essenziell bleibt. Eine hitzige Debatte über Reformbedarf, die Zukunft der dritten Gewalt und die Frage, warum Juristen eigentlich so leiden müssen. Timestamps Hier sind die Sprungmarken zu den Kernpunkten der Diskussion: * (00:00) Intro & Begrüßung: Vorstellung des Themas: Ist das juristische Staatsexamen reformbedürftig? * (00:48) Theorie vs. Praxis: Dr. Wrege betont die Notwendigkeit, das System am Laufen zu halten, statt nur zu theoretisieren. * (03:02) Die Kritik der Jungen: Herr Stumper über seinen viralen LinkedIn-Post, psychische Belastung und veraltete Inhalte. * (05:15) Rechtsstaat & Haltung: Warum für Dr. Wrege Unabhängigkeit und Entscheidungsstärke wichtiger sind als „Digital Skills“. * (09:30) Das Kompetenz-Problem: Wenn Anwälte KI nicht bedienen können – leidet das Vertrauen in den Rechtsstaat? * (11:35) Handwerk vor Technik: Dr. Wrege erklärt, warum KI ihm beim Urteilsschreiben (noch) nicht hilft. * (14:14) Exkurs: Relationstechnik: Ein Streit darüber, ob komplexe juristische Methoden im 5-Stunden-Klausurformat überhaupt noch anwendbar sind. * (17:00) Jura als Leistungssport: Der Vergleich des Examens mit einem Marathon und die Notwendigkeit des „Trainings“. * (19:25) Gesundheitliche Folgen: Burnout und Dropout-Quoten – Ist das System noch gesund? * (23:00) Stofffülle & Komplexität: Über den Trend, dass Klausuren immer mehr Detailprobleme enthalten und den Verlust des Generalisten-Blicks. * (26:10) Keine Kompromisse: Dr. Wreges These, dass der Staat keine Rücksicht auf die Prüfungsangst nehmen darf. * (28:20) Die Gretchenfrage: Herr Stumper will wissen: Welchen rechtsstaatlichen Mehrwert hat es, Juristen an den Rand des Zusammenbruchs zu treiben? Thanks for reading Recht Alt - Recht Jung! Subscribe for free to receive new posts and support my work. This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit rechtaltrechtjung.substack.com

    47 Min.
  7. Das schriftliche Examen aus Sicht eines Prüfers - Recht Alt - Recht Jung #3

    11.12.2025

    Das schriftliche Examen aus Sicht eines Prüfers - Recht Alt - Recht Jung #3

    Willkommen zurück bei „Recht Alt – Recht Jung“! In dieser dritten Episode wechseln wir die Perspektive: Nachdem es zuletzt um die mündliche Prüfung ging, steht heute das schriftliche Examen im Fokus. Ein erfahrener Prüfer steckt mitten in der Korrektur von 50 Examensklausuren und teilt brandaktuelle und teils ernüchternde Einblicke aus der Praxis eines Prüfers. Warum scheitern viele Prüflinge an einem scheinbar einfachen Sachverhalt? Und wie entscheidet die Psychologie des Prüfers in den ersten fünf Seiten über Sieg oder Niederlage? Diese Folge ist ein Plädoyer für das juristische Handwerk. Erfahrt, warum “Mut zur Lücke” keine Option ist, aber “Mut zur Basis” oft die Rettung sein kann, wenn die Panik in der dritten Stunde hochkriecht. Themen dieser Folge: * Einblicke ins Prüferzimmer: Wie Korrektoren bei 50 Klausuren (”Massenware”) arbeiten und ticken. * Der erste Eindruck zählt: Warum der Einstieg in die Klausur überproportional wichtig für die Endnote ist (Confirmation Bias). * Strategien gegen die Panik: Wie man durch methodische Grundlagen und saubere Begriffsarbeit Ruhe in die Klausur bringt. * Qualität vor Quantität: Warum das “Niederschreiben des Mandantengesprächs” keine Punkte bringt. Timestamps (00:00) – Intro & Rückblick Begrüßung und Übergang von der mündlichen zur schriftlichen Prüfung. (01:40) – Der Korrektur-Marathon Bericht über die Belastung, 50 Klausuren am Stück zu korrigieren. (02:30) – Tiere im Examen Der Klassiker § 90a BGB: Warum Tiere zwar keine Sachen sind, aber wie solche behandelt werden. (04:00) – Der Fehler im „Welpen-Fall“ Ein konkretes Beispiel aus dem aktuellen Durchgang (08:20) – Prüfer-Psychologie: Massenware Klausur Wie Prüfer unter Zeitdruck arbeiten und warum Entscheidungen oft intuitiv und früh fallen. (10:15) – Der Anfang muss sitzen Warum die ersten fünf Seiten den „Mitleidseffekt“ triggern können und Fehler später verzeihlicher machen. (12:40) – Strategie: Grundlagen statt Panik Wie man sich rettet, wenn man den Fall nicht sofort durchdringt: Atmen, Struktur finden, Basis-Handwerk nutzen. (16:00) – Das „Zwischenergebnis“ als Anker Die Taktik, durch saubere Definitionen Selbstsicherheit zurückzugewinnen. (18:30) – Schreibstil: Prägnanz vs. Labern Der Unterschied zwischen einer knackigen juristischen Lösung und einem narrativen Aufsatz. (20:45) – Mut zur Methode Warum man nicht auf den „Glückstreffer“ beim Sachverhalt hoffen sollte, sondern auf methodische Festigkeit („Rechnen mit Begriffen“). (22:00) – Kritik an der Ausbildung Warum methodische Grundlagen an der Uni oft zu kurz kommen und wie man sie sich selbst aneignet. (25:35) – Fazit zur Klausurtaktik Zusammenfassung: Wie man die Weichen richtig stellt, um nicht nach drei Stunden einzubrechen. (28:00) – Ausblick & Verabschiedung (Geschätzter Teil) Was uns in der nächsten Folge erwartet This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit rechtaltrechtjung.substack.com

    32 Min.
  8. Weitere Insights aus mündlichen Prüfungen im Examen: Recht Alt - Recht Jung #2

    27.11.2025

    Weitere Insights aus mündlichen Prüfungen im Examen: Recht Alt - Recht Jung #2

    Willkommen zurück zu „Recht Alt - Recht Jung“! In dieser Episode knüpfen wir nahtlos an die letzte Folge an und tauchen gemeinsam noch tiefer in die “Mysterien” der mündlichen Prüfung des zweiten Staatsexamens ein. Während in der ersten Folge die Basics geklärt wurden, geht es heute ans Eingemachte: Wie viel Einfluss haben Eloquenz und Rhetorik wirklich auf die Note? Werden Kandidaten mit hohen Vorpunkten bevorzugt? Und ist die Prüfung am Ende doch nur ein „qualifiziertes Lottospiel“? Wir diskutieren offen über die Gruppendynamik innerhalb der Prüfungskommission, warum der Fachprüfer oft den geringsten Einfluss auf die eigene Note hat und was Prüfer eigentlich denken, wenn sie die über sie verfassten Prüfungsprotokolle lesen. Zudem beleuchten wir die Frage, ob wir uns Fairness durch den Einsatz von KI wünschen sollten oder ob der „Faktor Mensch“ – mit all seinen Ecken und Kanten – nicht doch unverzichtbar für die Ausbildung zum Volljuristen ist. Eine Folge voller Insights, persönlicher Anekdoten aus der Prüfungspraxis und einer überraschenden Einigkeit am Schluss. In dieser Folge erfahrt ihr: * Ob eloquente Kandidaten gegenüber stilleren Prüflingen bevorzugt werden. * Wie man in der mündlichen Prüfung nicht nur besteht, sondern glänzt. * Warum die Zusammensetzung der Kommission entscheidend sein kann. * Spannende Einblicke: Was Prüfer aus den Prüfungsprotokollen lernen. * Warum “gut labern können” am Ende doch ein legitimer Skill für Juristen sein könnte. Viel Spaß beim Zuhören!Danke für ein Abo und eine Bewertung. Wenn euch die Folge gefallen hat, freuen wir uns über Weiterempfehlungen. Timestamps: * (00:00) – Begrüßung & Intro: * (00:45) – Fairness-Check: * (02:17) – Chancengleichheit: * (03:51) – Wie man brilliert: * (05:25) – Die Macht der Kommission: * (07:10) – Inside Protokolle: * (09:23) – Menschlichkeit vs. Objektivität: * (11:38) – Klüngel & Zufall: * (13:18) – Fazit: * (15:42) – Abschluss: This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit rechtaltrechtjung.substack.com

    17 Min.
  9. Insights aus mündlichen Prüfungen im Examen: Recht Alt - Recht Jung #1

    19.11.2025

    Insights aus mündlichen Prüfungen im Examen: Recht Alt - Recht Jung #1

    Recht Alt - Recht Jung In dieser ersten Folge gibt Herr Dr. Wrege - Direktor des Amtsgerichts Norderstedt - Einblicke und Erfahrungen aus seiner langen Praxis als Prüfer im zweiten Staatsexamen. Herr Stumper ergänzt durch seine jüngsten Erfahrungen aus der eigenen mündlichen Prüfung im zweiten Examen.Timestamps - ungefähre Angabe 00:00 - Intro und Begrüßung 02:30 - Unterscheidung: Wiederholer vs. Verbesserer 08:15 - Motivation und Ausgangslage von Notenverbesserern 22:30 - Positive Bewertung von Verbesserern in mündlichen Prüfungen 28:00 - Anerkennung bereits erbrachter Leistungen im Vorgespräch 34:20 - Erfolgsaussichten bei guten Klausurleistungen 38:45 - Ermutigungen und Abbau von Ängsten 41:30 - Ankündigung der Folgefolge mit weiteren Insights 42:45 - Outro und Verabschiedung INHALT - Unterscheidung zwischen Wiederholern (nicht bestanden) und Verbesserern im Staatsexamen - Motivation von Notenverbesserern: Ausgangspunkt und Verbesserungsziel - Positive Bewertung von Verbesserern in mündlichen Prüfungen - Anerkennung bereits erbrachter Leistungen im Vorgespräch - Erfolgsaussichten bei guten Klausurleistungen - Abbau von Ängsten vor der mündlichen Prüfung als Verbesserer - Ankündigung einer Fortsetzungsfolge mit weiteren Insights Vielen Dank für eine Bewertung und ein Abo über Substack, Spotify oder Apple Podcast. Hier streiten zwei Juristen unterschiedlicher Generationen über Recht. Von Fragen der Rechtstheorie und -philosophie bis hin zu aktuellen Problemen wie der Reform der Ausbildung und aktuellen Gesetzesvorhaben wird alles aus den Perspektiven des Alten und des Jungen diskutiert. Gemeinsamkeiten und Differenzen werden heraugearbeitet. Wo es sich zu streiten lohnt, wird gestritten; wo es Gemeinsamkeiten gibt, wird Einverständnis erklärt. This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit rechtaltrechtjung.substack.com

    43 Min.
  10. Staffel 1 – Trailer

    "Recht Alt - Recht Jung" Intro

    Willkommen bei „Recht Alt Recht Jung” – dem Podcast, in dem zwei Juristen aus unterschiedlichen Generationen genau das tun, was Juristen am besten können: streiten. Aber nicht einfach nur streiten. Hier diskutieren Dr. Wrege (Direktor des AG Norderstedt und Prüfer im Examen) und Jan Stumper – ebenfalls Volljuristen – rechtliche Fragen aus den unterschiedlichen Perspektiven unserer Generationen – mit der Erfahrung jahrzehntelanger Praxis auf der einen Seite und dem frischen Blick der neuen Juristengeneration auf der anderen. Kontroverse. Diskurs. Und manchmal auch Einverständnis. Bei uns geht es um die großen und kleinen Fragen von Grundlagen des Rechts, der juristischen Ausbildung und Praxis zu aktuellen Themen der Jurawelt. Wie bereitet man sich wirklich auf die mündliche Prüfung vor? Ist das System veraltet oder bewährt? Welche Taktiken funktionieren im Examen? Und vor allem: Brauchen wir endlich eine Reform des juristischen Staatsexamens – oder gefährden wir damit ein funktionierendes System? In unseren ersten Folgen nehmen wir uns genau diese heiß diskutierten Themen vor: Insights zur mündlichen Prüfung – aus beiden Perspektiven. Grundlagen und Taktik im Examen – was wirklich zählt. Und natürlich: Die Reform des Staatsexamens – eine Streitfrage zwischen den Generationen. Dabei suchen wir nicht nur nach Lösungen, sondern zeigen auch, wo Positionen zwischen unseren Generationen unvereinbar sind. Wo alte Weisheit auf neue Realitäten trifft. Und wo das Recht selbst zur Streitfrage wird. Das Besondere an diesem Podcast: Wir bringen beide Seiten an einen Tisch. Wir streiten nicht um des Streitens willen, sondern suchen den echten juristischen Diskurs. Manchmal finden wir Einverständnis, manchmal bleiben Unvereinbarkeiten – an der Oberfläche mit hoffentlich Humor und Engagement, im Kern geht es aber immer um die Sache. Ob du gerade im Studium steckst, dich aufs Examen vorbereitest, bereits in der Praxis arbeitest oder einfach wissen willst, wie zwei Juristengenerationen die gleichen Fragen völlig unterschiedlich beantworten – „Recht Alt Recht Jung” ist dein Podcast für rechtliche Diskussionen ohne Filter, aber mit Substanz. Abonniere jetzt und verpasse keine Folge. Denn eins ist sicher: Wir werden uns nicht immer einig. Aber genau das macht es spannend. Danke fürs Teilen und Abonnieren! Recht Alt Recht Jung – hier diskutieren Generationen über Recht! Thanks for reading Recht Alt - Recht Jung! Subscribe for free to receive new posts and support the podcast. This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit rechtaltrechtjung.substack.com

    3 Min.

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