Zeitreise. Der Podcast

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Geschichte, die vermeintlich jenseits des Spektakulären liegt. Drei Historikerinnen reisen durchs 20. Jahrhundert und blicken insbesondere auf Unerzähltes und  Stimmen, die sonst oft überhört werden. Gerade in diesen Geschichten steckt das Potenzial, unser Verständnis der Gegenwart zu verändern und neue Sichtweisen zu eröffnen. 

  1. 22. Okt.

    ds Fraueturne: Perfekte Performanz

    Vom Turnverein bis zum Spitzensport: Wer bestimmte, wie Frauen sich bewegen durften – und wie ihre Körper auszusehen hatten? Mit der Historikerin Yvonne Schüpbach erkunden wir die Geschichte des Frauenturnens und des Frauenkunstturnens in der Schweiz. Wir fragen, weshalb Bewegung Frauen auf die Mutterschaft vorbereiten sollte und wie Vorstellungen von «Weiblichkeit» die Regeln des Wettkampfsports prägten. Im Kalten Krieg rückten zunehmend junge, leichte Turnerinnen ins Zentrum – mit weitreichenden Folgen für die Mädchen und ihre heranwachsenden Körper. Wir sprechen auch über Machtverhältnisse und Strukturen, die Gewalt ermöglichten, sowie über die Handlungsspielräume der Athletinnen. Dabei zeigt sich ein grundlegender Widerspruch: Die Bevormundung von Frauen wurde mit ihrem Schutz begründet, während wirksamer Schutz vor Gewalt ausblieb. Eine Folge über Körper, Geschlecht und Verantwortung – und darüber, was die Geschichte des Turnens über die Gesellschaft erzählt. Hier findet ihr das Buch von Yvonne Schüpbach, frisch von der Druckerpresse. Und wer noch mehr eintauchen möchte in die Geschichte des Sports: Im Stadtmuseum Aarau läuft noch bis im März die Ausstellung "Sport - was uns bewegt" mit einem spannenden Rahmenprogramm, unter anderem mit Yvonne Schüpbach. Wenn ihr "Zeitreise" gerne unterstützen möchtet, findet ihr uns auch auf Steady - wir freuen uns über jeden Beitrag, der uns hilft, weiterhin unabhängig durch die Zeit zu reisen.

    ds Fraueturne: Perfekte Performanz
  2. 1. Okt.

    Ostdeutschland: Wende, Enttäuschung und rechte Mobilisierung

    Der Fall der Mauer gilt als Moment der Freiheit, die deutsche Wiedervereinigung als historische Erfolgsgeschichte. Doch was geschah nach den jubelnden Bildern vom November 1989? In dieser Folge blicken wir auf die tiefgreifende Transformation Ostdeutschlands: auf die schnelle politische Einheit, die Arbeit der Treuhand, den Verlust von Millionen Arbeitsplätzen, den Austausch gesellschaftlicher Eliten und Erfahrungen von Abwertung und fehlender Mitgestaltung. Wir fragen, wie diese Umbrüche bis heute nachwirken – und welche Rolle sie beim Erstarken der extremen Rechten spielen. Dabei geht es auch um Rassismus in der DDR, rechtsextreme Netzwerke in Ost und West, die Gewalt der 1990er-Jahre und stereotype Erzählungen über «den Osten». Denn wirtschaftlicher Abstieg, biografische Brüche und mangelnde Anerkennung können politische Frustration verstärken. Sie erklären aber nicht automatisch, warum Menschen rechtsextreme Angebote unterstützen. Eine Folge über Einheit und Ungleichheit, Erklärung und Verantwortung – und darüber, warum die Geschichte nach 1990 keine einfachen Antworten liefert. Wenn euch «Zeitreise» gefällt, abonniert den Kanal! 🎧⏳ Und für weitere Unterstützung findet ihr uns auch auf Steady – wir freuen uns über jeden Beitrag, der uns hilft, weiterhin unabhängig durch die Zeit zu reisen! 🚀 Hier geht's zum Kurzfilm „Deine Strasse“ oder „Your Street“ von Güzin Kar.

    Ostdeutschland: Wende, Enttäuschung und rechte Mobilisierung
  3. 17. Sept.

    d'Weltkarte: Zwischen Orientierung und Macht

    Die Weltkarte bildet nicht einfach Raum ab, sondern verleiht ihm Bedeutung. Die berühmte Mercator-Projektion, die wir seit der Schule kennen, prägt seit Jahrhunderten, wie Menschen die Erde sehen. Ursprünglich für die Navigation auf See entwickelt, verzerrt sie jedoch die Grössenverhältnisse massiv: Grönland wirkt zum Beispiel beinahe so gross wie Afrika – obwohl Afrika rund 14-mal grösser ist. Und Europa, Russland und Nordamerika erhalten dadurch visuell mehr Gewicht. Eine von Togo und der Afrikanischen Union angestossene UNO-Resolution fordert nun, flächentreue Alternativen wie Equal Earth stärker zu nutzen. 164 Staaten stimmten dafür. Die Debatte führt weit über die Frage nach der passenden Projektion hinaus. Warum liegt Europa häufig im Zentrum? Wie wurden Karten zu Werkzeugen kolonialer Expansion und territorialer Kontrolle? Was verraten Grenzen, Namen und weisse Flecken darüber, wessen Wissen sichtbar gemacht wurde – und wessen nicht? Die Spur führt von Mercator und dem Nullmeridian von Greenwich über die koloniale Vermessung Afrikas bis zu Google Maps, OpenStreetMap und dekolonialen Gegenentwürfen. Denn Karten sind unverzichtbar, aber niemals neutral. Sie bilden die Welt nicht einfach ab: Sie wählen aus, ordnen, vergrössern und verschweigen – und prägen damit, was wir für selbstverständlich halten. Wenn euch «Zeitreise» gefällt, abonniert den Kanal! 🎧⏳ Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, findet uns auch auf Steady – wir freuen uns über jeden Beitrag, der uns hilft, weiterhin unabhängig durch die Zeit zu reisen! 🚀 Hier geht es zur "Colonial Frontier Massacres Map": https://c21ch.newcastle.edu.au/colonialmassacres/map.php Oder schaut auch gerne mal in die spannenden Projekte des “Decolonial Atlas” rein: https://decolonialatlas.wordpress.com

    d'Weltkarte: Zwischen Orientierung und Macht

Info

Geschichte, die vermeintlich jenseits des Spektakulären liegt. Drei Historikerinnen reisen durchs 20. Jahrhundert und blicken insbesondere auf Unerzähltes und  Stimmen, die sonst oft überhört werden. Gerade in diesen Geschichten steckt das Potenzial, unser Verständnis der Gegenwart zu verändern und neue Sichtweisen zu eröffnen. 

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