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Der erste Eindruck - direkt nach dem Kino - in etwa 12 Minuten und spoilerfrei, versprochen. Das ist unser Kerngeschäft. Ansonsten echte Liebe für japanische Filme, eine Schwäche für Science-Fiction und ungebrochene Entdeckungslust für bekannte und unbekannte Klassiker.

  1. Folge 1398: THEY LIVE „… and I’m all out of Bubblegum“

    25. APR.

    Folge 1398: THEY LIVE „… and I’m all out of Bubblegum“

    Auf den ersten Blick wirkt THEY LIVE heute trashig, ein Low-Budget-Film, gerade zu Beginn langsam wie ein Film der 70er, immer wieder durchsetzt mit den typischen, ruppigen und unterkomplexen Sprüchen der 80er. Mit fast vierzig Jahren Abstand wirkt er manchmal wie ein unfreiwillig komisches B-Picture, manchmal wie eine Parodie oder sogar eine Dekonstruktion des SF-Dystopie-Genres. Im Mittelpunkt steht Nada, ein einfacher Kerl, der neu in der Stadt ist und einen Job auf dem Bau sucht. Eine passende Rolle für Wrestling-Star Roddy Piper. Und Nada glaubt noch daran, dass dass jeder, der seine Arbeit ordentlich macht, in den USA eine Chance bekommt. Erst als er eine ganz besondere Sonnenbrille findet, entdeckt er, dass Ausserirdische die Kontrolle übernommen haben. Durch die Brille kann er sie mit ihren hässlichen Fratzen erkennen und er sieht auch, dass Werbung und Unterhaltung unbewusst wahrgenommene Befehle beinhalten: Konsumiere! Gehorche! Nada entscheidet sich, die Ausserirdischen um jeden Preis aufzuhalten und ihren Fake News-Sender Fox News, sorry, Cable 54 abzuschalten. I have come to chew bubble gum and kick ass, and I’m all out of bubble gum.Auf dieser Ebene ist THEY LIVE heute mindestens genauso aktuell wie 1988: Was von Carpenter als augenzwinkernde Kritik an der rücksichtslosen Wirtschaftspolitik von Ronald Reagan gedacht war, passt heute erschreckend gut zum demokratiefeindlichen Hyperkapitalismus der Techbros. Thiel, Musk und Altman sind heute die „Ausserirdischen“, die mit Hilfe einer kleinen überreichen Elite aus Wirtschaft und Politik die Kontrolle übernehmen wollen. Für sie ist der Staat nur noch eine äußere Hülle im Dienst ihrer Gewinnmaximierung. Im Podcast direkt nach dem Kino sprechen wir unter anderem über das Multitalent Carpenter und über seine Weitsicht, nicht nur den Hyperkapitalismus sondern auch Verelendung, Fake News, Drohnenangriffe und die Klimakatastrophe aufzugreifen. Wr fragen uns, ob es am Ende eine positive Botschaft gibt und sind uns sicher: THEY LIVE ist trotz seiner trashigen Elemente auf jeden Fall ein Wiedersehen wert. Am Mikrofon: Heidi, Harald und Thomas.

    12 Min.
  2. Folge 1396: TOUKI BOUKI - Nouvelle Vague Senegalese

    19. APR.

    Folge 1396: TOUKI BOUKI - Nouvelle Vague Senegalese

    TOUKI BOUKI ist der erste afrikanische Film, den wir hier bei SchönerDenken schauen und über unserer ersten Eindruck sprechen. Es war höchste Zeit. Der Film von Djibril Diop Mambéty aus dem Jahr 1973 gilt aus Meilenstein des afrikanischen Kinos. Im Mittelpunkt steht ein junges Paar: Der Viehhirte Mory, dessen Motorrad Rinderhörner schmücken und Anta, eine Studentin, die ihren ganz eigenen Weg gehen will. In ihrem Freiheitsdrang scheinen die Beiden unaufhaltsam zu sein. Die nötigsten Mittel stehlen sie, bis sie die Tickets in die große Welt in den Händen halten. Ihr Ziel: Paris. So nachvollziehbar und linear, wie es sich hier liest, erzählt Mambety seine Geschichte nicht. TOUKI BOUKI ist fragmentarisch, schneidet mutig Bilder von Rinderschlachtung dazwischen, springt wild in den lückenhaften Erzählebenen. Harter Bild- und Tonschnitt halten das Publikum wach. „Bouki“ steht in der Sprache Wolof für eine Figur wie Loki, die trickst und täuscht und so an ihr Ziel kommt, Das spiegelt sich in der sprunghaften und eigenwilligen Inszenierung wieder. Dazu dröhnt unaufhörlich das Lied „Paris, Paris, Paris“ und Maria Callas singt Mozart. Eine Avantgarde-Perle, mit nur 30.000 Dollar unabhängig produziert. Im Podcast sprechen wir über die starken Darsteller Magaye Niang (Mory) und Mareme Niang (Anta), über den Pool des Sugar Daddys, über Anta an Bord des Schiffs, über den Einfluss der Nouvelle Vague und über den Mut des Regisseurs. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna und Thomas. Die sehr gut restaurierte Fassung von TOUKI BOUKI ist auf MUBI zu sehen.

    14 Min.
4,9
von 5
27 Bewertungen

Info

Der erste Eindruck - direkt nach dem Kino - in etwa 12 Minuten und spoilerfrei, versprochen. Das ist unser Kerngeschäft. Ansonsten echte Liebe für japanische Filme, eine Schwäche für Science-Fiction und ungebrochene Entdeckungslust für bekannte und unbekannte Klassiker.

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