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Der erste Eindruck - direkt nach dem Kino - in etwa 12 Minuten und spoilerfrei, versprochen. Das ist unser Kerngeschäft. Ansonsten echte Liebe für japanische Filme, eine Schwäche für Science-Fiction und ungebrochene Entdeckungslust für bekannte und unbekannte Klassiker.

  1. Folge 1392: THE BOSTON STRANGLER - Interpretation eines Frauenmörders

    VOR 3 TAGEN

    Folge 1392: THE BOSTON STRANGLER - Interpretation eines Frauenmörders

    Richard Fleischer ist ein Regisseur, der nie wirklich berühmt wurde – im Gegensatz zu einigen seiner Filme wie zum Beispiel 20.000 MEILEN UNTER DEM MEER oder SOYLENT GREEN. Thomas und Gast Patrick Torma von journalistenfilme.de haben sich THE BOSTON STRANGLER ausgesucht. Die Verfilmung einer wahren Kriminalgeschichte. 13 Frauen wurden im Raum Boston in den 1960er Jahren vom „Boston Strangler“ ermordet. Bereits 1966 erschien ein Buch von Gerold Frank und schon 1968 der darauf basierende Film von Fleischer. Ein kurzer zeitlicher Abstand – mit Folgen. Der Mörder schien gefunden, aber vieles war noch nicht geklärt. Und so ist THE BOSTON STRANGLER mehr eine Interpretation als eine möglichst akkurate Wiedergabe eines echten Falls (wie zum Beispiel Finchers ZODIAC). Albert DeSalvo (Tony Curtis) wird gezeigt als ein Mörder mit Persönlichkeitsstörung, der erst in den Vernehmungen der Polizei ahnt, dass in ihm der Mörder steckt. Erst einmal nimmt sich der Film die Zeit, die mühsame und wenig erfolgreiche Ermittlungsarbeit zu zeigen – gerade hier wird sichtbar, dass der Film aus einer Zwischenzeit stammt: Die 1950er mit ihrem klaren Weltbild sind vorbei, es ist zu spüren, dass die Welt sich ändern wird, aber die „Revolutionen“ kommen erst noch. Die Polizisten (stark: Henry Fonda und George Kennedy) sind die Soldatengeneration des Zweiten Weltkriegs. Jetzt ist der Feind viel schwerer zu erkennen und zu finden. Im Podcast diskutieren wir die Stärken und Schwächen des Films, besprechen die Aufteilung des Films in zwei doch sehr unterschiedliche Hälften und Patrick erklärt en detail die beeindruckenden Split Screens.Über den Regisseur: Richard Fleischer gehört zu den Regisseuren, deren Filme berühmter sind als sie selbst. Vier Jahrzehnte hat er in Hollywood gearbeitet und dabei sehr verschiedene Genres bedient. Zu seinen Werken gehören unter anderem DIE WIKINGER mit Kirk Douglas, CONAN DER ZERSTÖRER und RED SONJA, der aufwändige Abenteuerfilm 20.000 MEILEN UNTER DEM MEER, DOCTOR DOLITTLE, der Kriegsfilm TORA! TORA! TORA! und der dystopische und erschreckend aktuelle Science-Fiction-Film SOYLENT GREEN. Unter dem Titel „Soylent Screen“ widmen wir uns in unregelmäßigem Abständen diesem SF-Meilenstein. Richard Fleischer starb im Alter von 89 Jahren vor 20 Jahren – am 25. März 2006 – in Los Angeles.

    2 Std. 3 Min.
  2. Folge 1391: GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE - Wir Social-Media-Zombies

    VOR 5 TAGEN

    Folge 1391: GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE - Wir Social-Media-Zombies

    Immer wieder taucht ein Zeitreisender in einem Diner in Los Angeles auf und versucht aus einigen der Gäste DAS Team zu formen, das die Welt rettet. Denn in der düsteren Zukunft hat eine KI die Kontrolle: Während die wirkliche Welt in Trümmern liegt, betäubt eine allmächtige KI die Überlebenden mit der Illusion einer perfekten Welt. Eine Gruppe aus ganz normalen Menschen soll die KI in der Gegenwart aufhalten, bevor sie die Macht ergreift. Da ist ein Lehrerehepaar, das erlebt wie die KI auf Social Media die Schüler hypnotisiert und wie Zombies steuert. Da ist eine junge Frau, die sich als Kindergeburtstagsprinzessin durchschlägt und allergisch auf digitale Geräte reagiert. Und da ist eine Mutter, deren Sohn nach einem Schulmassaker geklont wird. Trost findet sie nur beim KI-Avatar ihres Sohnes, der ihr bei der Rettung der Welt helfen will. Die Geschichte verknüpft eine ganze Reihe dringender Probleme unserer digitalen Gegenwart mit einer absurd-komischen Action-Handlung. Wie in einem Computerspiel werden Level für Level die unterschiedlichsten Gegner besiegt und Herausforderungen gemeistert. Dass die Gratwanderung zwischen amüsant und grotesk, klug und albern gelingt, liegt auch am starken Cast, allen voran Sam Rockwell. Aber das Schwierigste am Fliegen ist die Landung: Während der Aufbau dieser dystopischen Science-Fiction-Komödie wunderbar gelungen ist, fällt der Film im Finale auseinander, hält sich nicht mehr an seine eigenen Regeln. Schade, GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE hätte ein überzeugenderes Ende verdient. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna, Heidi, Hendrik, Harald, Tom und Thomas.

    11 Min.
  3. Folge 1386: 28 YEARS LATER THE BONE TEMPLE – Der Mensch ist des Menschen Wolf

    1. FEB.

    Folge 1386: 28 YEARS LATER THE BONE TEMPLE – Der Mensch ist des Menschen Wolf

    Die wahren Monster sind die Menschen – nicht die Infizierten, die Zombies. Im Mittelpunkt steht eine Gang, als satanische Sekte geführt vom sadistischen Sir Lord Jimmy Crystal, der nicht zufällig seine Initialien mit Jesus Christus teilt. Spike, der jugendliche Protagonist des Vorgängerfilms gerät in ihre Fänge und weiß nicht, wie er lebend dort heraus kommen soll. Die Gang zieht umher und foltert und mordet andere Überlebende. Dr. Kelso hat derweil eine besondere Begegnung mit einem Alphazombie. Unter anderem ist THE BONE TEMPLE eine Auseinandersetzung mit religiösem Wahn und Religion als Theater. Nachdem der Vorgängerfilm das Verlassen des Paradieses beschreibt, ist BONE TEMPLE der Abstieg in die Hölle, vielleicht ist der nächste Film die Eroberung des Himmels. THE BONE TEMPLE ist geradlinig und folgt nur wenigen Handlungssträngen. Der gelegentliche Humor ist schwarz, die Gewalt ist blutig und explizit, belastend aber nur, wenn Menschen grausam (hier sehr grausam) zu anderen Menschen sind. Besonders Ralph Fiennes hinterlässt einen bleibenden Eindruck: Sein Dr. Kelson steht als fast einzige Figur für die Bewahrung von Menschlichkeit in einer völlig zusammengebrochenen Zivilisation. Er steht auch für die kleine Hoffnung, dass die Zukunft mehr bieten könnte als sadistische Menschen, ständige Flucht und die Schreie der Zombies, die immer näher kommen. Sehenswert. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Marc, Tom und Thomas.

    10 Min.
4,9
von 5
27 Bewertungen

Info

Der erste Eindruck - direkt nach dem Kino - in etwa 12 Minuten und spoilerfrei, versprochen. Das ist unser Kerngeschäft. Ansonsten echte Liebe für japanische Filme, eine Schwäche für Science-Fiction und ungebrochene Entdeckungslust für bekannte und unbekannte Klassiker.

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