Was macht ein junger, hochbegeisterter Diakon, wenn ihn seine ersten Wege an die Sterbebetten und Gräber junger Menschen führen? Andi Weiss startet als Bayerns jüngster Diakon in der evangelischen Landeskirche – mit einem brennenden Herzen und dem Wunsch, Menschen eine gute Botschaft zu bringen. Dann kommt das echte Leben. Und sein Vertrauen bekommt Risse. Ein echter Mann zweifelt nicht? Andi erlebt früh, wie schnell Gemeindealltag zwischen Sonntagsfeier und Sterbebett kippt. Wer auf der Kanzel steht, trägt Verantwortung, davon ist Andi überzeugt. Die eigenen Zweifel will er nicht auf dem Rücken der Gemeinde austragen. Sie brauchen einen anderen Ort – „neben der Kanzel", wie Andi es nennt. Doch was trägt, wenn die vertrauten Antworten selbst ins Wanken geraten? Zwei ungewöhnliche Wegbegleiter Mitten im Sturm laufen Andi zwei Männer über den Weg, die zu geistigen Freunden werden: Dietrich Bonhoeffer und Viktor Frankl. Beide leben zur gleichen Zeit, beide suchen einen Weg, der trotz Zerbruch trägt – der eine aus theologischer, der andere aus psychologischer Perspektive. Frankls Gedanken zur Sinnfindung werden im Angesicht von Verfolgung, Leid und Tod auf radikale Weise auf die Probe gestellt. Was, wenn nicht die Frage „Warum lässt Gott das zu?" die entscheidende ist, sondern eine ganz andere? Vom Diakon zum Logotherapeuten Aus diesen Begegnungen wächst bei Andi etwas Neues: die Logotherapie, sinnzentrierte Psychotherapie nach Frankl. Parallel zu seiner Gemeindearbeit wächst ein Weg, der Theologie, Musik und Psychotherapie immer stärker verbindet. Auch das Schreiben wird für ihn zur Verarbeitung – in seinen Liedern finden die Fragen und Sehnsüchte Ausdruck, die ihn selbst bewegen, und werden so zum Sprachrohr für das, was auch andere erleben. Was zunächst nebeneinander beginnt, fügt sich mehr und mehr zusammen – bis Andi sich schließlich von der Landeskirche beurlauben lässt, um ganz dem Raum zu geben, was über die Jahre gewachsen ist. Woran erkennt man, dass ein Bruch nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas ist? Was bleibt Heute begleitet Andi Menschen therapeutisch und schreibt Bücher. In seinem aktuellen Projekt „Jesus, der liebevolle Therapeut" führt er zusammen, was ihn seit Jahren bewegt: seine therapeutische Erfahrung, seinen Glauben und die Frage, wie die Begegnungen Jesu auch heute heilsame Perspektiven eröffnen können. Es geht ihm um einen Gedanken, der das Gespräch trägt: dass jeder Mensch einen gesunden, heilen Kern in sich hat, den Leben und Schmerz überdecken, aber nicht zerstören können. Und dass Nachfolge bedeutet, das eigene Kreuz auf sich zu nehmen und mit dem eigenen Leben – mit seinen Schätzen und Scherben – eine Antwort zu geben. Mein Gast: Andi Weiss Andi Weiss ist Logotherapeut, Songpoet, Autor und evangelischer Diakon. In seiner Praxis „Sinnvoll leben" in München begleitet er Einzelpersonen, Unternehmen und Institutionen. Sein Buch „Jesus, der liebevolle Therapeut" verbindet zwanzig Jahre therapeutische Erfahrung mit den heilenden Begegnungen Jesu. Mehr zu Andi: https://www.andi-weiss.de sowie https://www.jesus-derliebevolletherapeut.de Zum Weiterdenken Jesus, der liebevolle Therapeut – Andi Weiss, das im Gespräch erwähnte Buch: https://www.andi-weiss.de/produkt/jesus_impulsbuch/ Trotzdem Ja zum Leben sagen – Viktor Frankl: Erfahrungen aus dem KZ, Grundlage der Logotherapie. Nachfolge – Dietrich Bonhoeffer: Quelle des Gedankens der „billigen Gnade". Der Host Mirko Sander war in den 90ern Teil der Jesus Freaks Hamburg, leitete später Jesus Freaks Deutschland und gehörte zum Team, das das Freakstock-Festival aufbaute. Heute lebt er mit seiner Familie bei Marburg. Mit „Schiffbruch mit Jesus" schafft er einen Raum für ehrliche Gespräche über Krisen, Zweifel und einen Glauben, der auch dann trägt, wenn das Leben anders verläuft als geplant. Mehr über den Podcast: https://linktr.ee/schiffbruch.mit.jesus