Liebe Maria, lieber Tobias,
nachdem ich gestern versucht habe, eine Rezension über mein Handy zu schreiben und nach
einer gefühlten Stunde (da ich auf dem Handy nur langsam tippen kann) anstatt auf Absenden
auf Abbrechen getippt hatte, habe ich nun mein Laptop auf dem Schoß und denke mir, dass ihr
mir heute nicht so leicht entkommen könnt.
Nach dieser "Drohung", die hoffentlich keine strafrechtlichen Konsequenzen mit sich ziehen
wird, will ich es nun versuchen und ich schreibe absichtllich "versuchen", denn ich weiß nicht,
wie ich euch für eure MÜhe danken soll und kann.
Ich bin knapp 45 Jahre alt und seitdem ich ein kleiner Junge war, war ich eine Leseratte.
Ich weiß noch, dass es mit Büchern von Karl May begann und dass ich dann in der Pubertät
nicht genug von Stephen King bekam. Mein Geschmack veränderte sich mit den Jahren und ich
las Umberto Eco, Thomas Mann, Hermann Hesse, Jules Verne, Günter Grass, Tolstoi,
Dostojewski, Goethe, Schiller, Peter Handtke, ab der Abiturzeit dann noch Franz Kafka und
viele andere mehr, so dass ich mir schon damals eine kleine, aber ansehliche Bibliothek
zusammengekleistert hatte.
Zu meiner Schande, muss ich aber zugeben, dass ich bis zu meinem 20. Lebensjahr nichts von
Tolkien gelesen hatte. Ich kaufte mir den Herrn der Ringe im Jahr 2000, als ich erfuhr, dass bald
der Film (ich wusste damals noch nicht, dass es eine Trilogie sein würde) bald in die Kinos
kommen würde. Die Übersetzung war von Krege und ich weiß noch, dass mich die Geschichte
zwar fesselte, mir jedoch der Erzählstil oft nicht wirklich gefiel. Ich las das Buch und begnügte
mich die nächsten 20 Jahre damit, die Filme wieder und wieder zu sehen.
Im Jahr 2020 kaufte ich mir dann den Hobbit, doch innerhalb von zwei oder drei Tagen hatte ich
das Buch gelesen. Ich recherchierte und bestellte mir die Lederausgabe vom Herrn der Ringe in
der Übersetzung von Margaret Carroux. Ob es die Übersetzung war, oder einfach die
verstrichenen 20 Jahre, ich kann es nicht sagen, aber diesmal verschlang ich das Buch. Noch
bevor ich es zu Ende las, bestellte ich mir die Lederausgabe des Silmarillions, welches ich auch
las. Dann kaufte und las ich die Nachrichten aus Mittelerde. Weiter ging es dann mit Luthien
und Beren, den Kindern Hurins, den Fall Gondolins und dem Untergang Numenors. Schließlich
las ich auch die Verschollenen Geschichten, das Gefährliche Königreich, König Arthurs
Untergang und eine Biografie Tolkiens, während ich im Bücherregal noch Natur und Wesen von
Mittelerde stehen habe, in dem ich manchmal etwas nachschlage und den Historischen Atlas
von Mittelerde, den ich selten in die Hand genommen und aufgeschlagen habe. Diese Bücher
habe ich nun zwei Mal gelesen. Den Hobbit sogar drei Mal und ich lese gerade zum dritten Mal
den Herrn der Ringe. Nach meinem ganzen Geschwafel komme ich nun zu euch, denn auch mit
den Podcasts habe ich erst vor kurzem begonnen.
Ich weiß gar nicht mehr, wie ich euch gefunden habe, durch Zufall oder durch einen Link. Auf
jeden Fall fing ich an euren Podcast zu hören, doch war für mich das Hören von einem Podcast
gleichbedeutend damit, dass es eine Vorbereitung zum Schlafen war. Am Anfang hörte ich euch
also täglich für ein paar Minuten, bis ich einschlief. Mit der Zeit kamt ihr mir immer näher. Ich
begann damit, euch auch während des Tages zu hören, meistens wenn ich Hausarbeiten usw.
erledigte. Ich hörte immer konzentrierter zu, lachte, wenn ihr über etwas lachen musstet, und
regte mich über negatives Feedback auf. Ihr habt es also nicht nur geschafft, Wissen zu
vermitteln, sondern es so zu vermitteln, dass es richtig Spaß macht, euch zuzuhören. Als
Deutschlehrer kann ich euch versichern, dass es zwei verschiedene Paar Schuhe sind, etwas
zu wissen und dieses Wissen vermitteln zu können und ihr beiden habt es einfach drauf.
Sobald ich also wieder bei den Anhängen bin, fange ich mit eurem Podcast noch einmal an,
beginne die Folgen über die Anhänge zu hören und mache dann mit dem Silmarillion und später
mit den Verschollenen Geschichten weiter.
Wäre ich reich, würde ich euch ein paar Millionen abgeben, so dass ihr nie wieder arbeiten
bräuchtet und acht Stunden lang täglich Podcasts über Tolkiens Bücher aufnehmen könntet ha
ha ha.
Ich möchte euch noch einmal von Herzen für eure Mühe danken und an euch appellieren:
macht weiter! Es gibt Menschen, die ihr wirklich glücklich macht.
Andreas P