Was passiert, wenn Nachhaltigkeit nicht länger als Add-on oder Berichtspflicht verstanden wird, sondern als Teil von Strategie, Steuerung und organisationaler Transformation? Darüber sprechen sprechen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich in dieser Folge mit Prof. Dr. Laura Marie Edinger-Schons, Professorin für nachhaltiges Wirtschaften und Chief Sustainability Officer der Universität Hamburg. Ausgangspunkt ist die These: Gehört die Zukunft eher den CFOs als den CSOs? Laura Marie Edinger-Schons zeigt, warum Unternehmen und Organisationen heute nicht weniger, sondern mehr Steuerungsfähigkeit brauchen – und weshalb Nachhaltigkeit gerade dann relevant wird, wenn Unsicherheit, Kostendruck und Komplexität zunehmen. Es geht um doppelte Wesentlichkeit als Strategietool, um den sinnvollen Umgang mit Komplexität, um die Aktivierung von Mitarbeitenden und um die Frage, wie Transformation trotz Backlash, Widerstand und politischer Polarisierung gelingen kann. Die wichtigsten Takeaways ✅ Nachhaltigkeit wird in Zukunft weniger eine isolierte CSO-Funktion sein, sondern stärker in Finanzen, Strategie, Controlling, Einkauf und Risikomanagement integriert. Die eigentliche Bewegung geht also Richtung Hybridkompetenz – nicht weg von Nachhaltigkeit. ✅ Die spannende Frage ist nicht nur, was Nachhaltigkeit kostet, sondern was es Organisationen kostet, Nachhaltigkeit zu ignorieren. ✅ Doppelte Wesentlichkeit ist kein bloßes Reportingwerkzeug. Richtig eingesetzt, ist sie Strategiearbeit, weil sie Impacts, Risks und Opportunities sichtbar macht und mit Stakeholder-Perspektiven verbindet. ✅ Transformation scheitert selten nur an Zielen. Häufig scheitert sie daran, dass Organisationen Mitarbeitende nicht wirklich einbeziehen, Komplexität zu stark vereinfachen oder Nachhaltigkeit vom Kerngeschäft abtrennen. ✅ Wer Wandel gestalten will, darf nicht im Problembewundern stecken bleiben. Entscheidend ist, Handlungsspielräume zu identifizieren, Blockaden aufzulösen und auch in konflikthaften Situationen den Dialog zu suchen. ✅ Angemessene Komplexität ist ein Schlüsselbegriff dieser Folge: Eine Zahl allein reicht selten, um Transformation sinnvoll zu steuern. Es braucht ein Maß an Vereinfachung, das Orientierung schafft, ohne Realitäten zu verzerren. Kapitel 00:00 – Begrüßung, Vorstellung & These03:21 – Warum die Zukunft eher in Hybridrollen zwischen Finanzen, Strategie und Nachhaltigkeit liegt04:45 – Forschung und Umsetzung zugleich: Lauras Doppelrolle an der Universität Hamburg11:08 – Backlash, Purpose und Widerstand: der schwierige Start als CSO in Hamburg17:48 – Business Case statt Symbolik: Was Unternehmen aus Nachhaltigkeit strategisch gewinnen können23:13 – „You cannot manage what you cannot measure“ – und warum eine Zahl allein trotzdem nicht reicht26:32 – Doppelte Wesentlichkeit als Strategietool statt bloßes Reportinginstrument32:30 – Das neue Berufsfeld Nachhaltigkeit: Welche Kompetenzen künftig wirklich zählen38:37 – Triple Transformation: Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Organisationsentwicklung zusammendenken42:16 – Motivation, Wirksamkeit und Resilienz in schwierigen Zeiten46:15 – Vom Problem zur Lösung: Photovoltaik, Handlungsspielräume und produktiver Dialog48:47 – „Fall in Love with a Problem“: Warum komplexe Probleme auch Chancenräume sind53:32 – Dialog statt Abwertung: Was Bildung, KI und Social Media mit Transformation zu tun haben Shownotes & Links Lesenswert: Bertelsmann Stiftung (2026). Sustainability Transformation Monitor 2026. DOI 10.11586/2026025 Laura Marie Edinger-Schons auf LinkedIn Laura Marie Edinger-Schons Forschung Universität Hamburg Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn Hannah Trittin-Ulbrich Forschung Leuphana Martin Bethke auf LinkedIn Martins Unternehmensberatung Butterfly Effect Consulting GmbH Dieser Beitrag nimmt am Fast Forward Science Wettbewerb 2026 teil! https://www.fastforwardscience.de #FFS #AudioAward #BestesDebutAudio