32 episodios

Was verraten Netflix-Kochshows über unsere Gesellschaft? Ist woke das neue narzisstisch? Und warum trinken jetzt eigentlich alle Ingwershots? Wir sprechen über Phänomene, die unsere Gegenwart ausmachen – die ZEIT-Feuilleton-Redakteure Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod und Apples Sprachassistentin Siri begleiten die Hörerinnen und Hörer durch die Jetztzeit.

Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.

Die sogenannte Gegenwart ZEIT ONLINE

    • Cultura y sociedad

Was verraten Netflix-Kochshows über unsere Gesellschaft? Ist woke das neue narzisstisch? Und warum trinken jetzt eigentlich alle Ingwershots? Wir sprechen über Phänomene, die unsere Gegenwart ausmachen – die ZEIT-Feuilleton-Redakteure Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod und Apples Sprachassistentin Siri begleiten die Hörerinnen und Hörer durch die Jetztzeit.

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    Die digitale DDR

    Die digitale DDR

    Jeder darf alles über dich wissen, du trägst eine Kamera um den Hals und Privatsphäre ist Frevel. Als Dave Eggers 2013 mit seiner Silicon-Valley-Dystopie "Der Circle" für Aufregung sorgte, lautete die Ideologie der digitalen Vordenker noch: Wir brauchen die geheimnislose Transparenz! In seinem Buch entwarf Eggers damals eine satirisch-düstere Zukunftsvision, in der ein kalifornisches Unternehmen die Gesellschaft in ein Kontrollregime umbaute.

    Jetzt hat Eggers eine Fortsetzung geschrieben – "Every" – und diesmal gehen die Machthaber im Silicon Valley sogar noch einen Schritt weiter. Wird – angesichts der Katastrophen, die uns bedrohen, von Klimakrise bis Pandemie – nicht die Freiheit selbst zur Sünde? Der Every-Konzern will seine Monopolstellung ausnutzen und den freien Markt abwickeln, dieses egoistisches Auslaufmodell, das sich überlebt hat. Wenn es in Zukunft statt zweihundert Sorten Senf nur noch eine Sorte gibt, argumentieren sie, ist dem Menschen ebenso geholfen wie der Umwelt.

    Eggers entwirft eine spekulative politische Ökonomie und lässt unsere wichtigsten Gegenwartsdiskurse aufeinanderprallen: Sind Silicon-Valley-Unternehmen böse oder woke? Wenn ein kalifornischer Monopolist die zentralisierte Planwirtschaft einführt, die unsere Sprache und das Reisen kontrolliert, was ist dann noch der Unterschied zur DDR? Und warum tragen die jungen Every-Mitarbeiter eigentlich hautenge Spandex-Anzüge?

    Über Dave Eggers aufregenden Thesenroman "Every" sprechen Ijoma Mangold und Lars Weisbrod in der neuen Folge des Feuilleton-Podcasts "Die sogenannte Gegenwart".

    • 1h 5 min
    Ist Schönheit sexistisch?

    Ist Schönheit sexistisch?

    Die Schönheit hat ihre Unschuld verloren. Wer für den Körper anderer schwärmt, steht heute sofort im Verdacht, einer patriarchal-kapitalistischen Norm zu folgen. Gibt es wirklich keinen Weg, um Schönheit moralisch einwandfrei zu beschreiben?

    Body Shaming, Body Positivity, Body Neutrality – so lauten die zentralen Begriffe einer Bewegung, die sich gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Aussehens richtet. Denn eines lässt sich nicht bestreiten: Wenn wir absolute Gleichheit anstreben, dann ist die Ungleichverteilung von Schönheit ein schreiender Skandal. Schöne Menschen sind beliebter, verdienen besser und haben den schnelleren Zugang zu Sex. Lässt sich diese Ungerechtigkeit aus der Welt schaffen? Anhänger der Body Positivity-Bewegung würden sagen: Ja, denn die Schönheitsideale sind bloß soziale Konstrukte. Eigentlich sind alle Körper schön! Wir müssen bloß unsere durch Werbung, Social Media und den "männlichen Blick" vergiftete Wahrnehmung ändern. Aber ist das so einfach?

    Und radikal weitergefragt: Wäre ein Leben, in dem wir es uns alle anerzogen haben, nur noch auf die inneren Werte zu achten, überhaupt erstrebenswert? Ist die Schönheit nicht auch deshalb eine solche Macht, weil sie so völlig unverdient und ungerecht über die Menschen kommt? Und was sind eigentlich "dickfette" Menschen?

    Nina Pauer und Ijoma Mangold schlagen sich in dieser Folge des Feuilleton-Podcasts Die sogenannte Gegenwart durch den Dschungel neuer woker Begriffs- und Denkkonzepte und merken schnell, dass Utopie und Dystopie am Ende recht nah beieinander liegen. Dabei besprechen und empfehlen sie:

    - Den Nachruf auf Jean-Paul Belmondo
    (https://www.zeit.de/2021/37/jean-paul-belmondo-film-schauspieler-bebel-tod)

    - Den Film "Embrace – Du bist schön" mit Nora Tschirner
    (https://www.youtube.com/watch?v=Oojpv2ma0ZA)

    - Das Buch "Body Politics" von Melodie Michelberger (https://www.melodiemichelberger.com), sowie ihren Instagramaccount (https://www.instagram.com/melodie_michelberger/)

    - Den Podcast "Fette Gedanken" von Charlotte Kuhrt
    (https://www.fettegedanken.de)

    - Den Aufsatz "Does anyone have the right to sex?" von Amia Srinivasan
    (https://www.lrb.co.uk/the-paper/v40/n06/amia-srinivasan/does-anyone-have-the-right-to-sex)

    • 1h 2 min
    Boomer, ich will deine Unschuld

    Boomer, ich will deine Unschuld

    Sichere Rente, Erholung auf den Kanaren, rotes Fleisch zum Grillen, und gendern wollen sie auch nicht: Die Boomer sind mal wieder los!

    Auch bei der Bundestagswahl wird es wohl die Generation 55+ sein, die am Ende darüber entscheidet, wo es in Zukunft lang gehen soll. Dabei werfen angesichts der Klimakrise und anderen tiefgreifenden politischen Herausforderungen viele Junge den sogenannten Babyboomern schon lange vor: Ihr seid von gestern und müsst endlich Macht an uns abgeben!

    Ist diese Wut gerechtfertigt? Woher kommt das Feindbild Boomer? Und sind die Jüngeren am Ende vielleicht doch bloß neidisch?

    Darüber diskutieren die beiden Power-Millennials Nina Pauer und Lars Weisbrod in der neuen Folge des Feuilleton-Podcasts Die sogenannte Gegenwart.

    • 58 min
    Wo sind eigentlich Nina, Lars und Ijoma?

    Wo sind eigentlich Nina, Lars und Ijoma?

    Wir mussten die Sommerpause nochmal ein wenig verlängern. Aber am 20.9. geht's weiter, versprochen!

    • 1 min
    Warum duzt die SPD?

    Warum duzt die SPD?

    Zu den wiederkehrenden Ritualen der Demokratie gehört der Wahlkampf. Er verlangt allen Beteiligten ein Höchstmaß an Selbstverleugnung und Absenkung der Schmerzgrenze ab: Die Parteien müssen den double bind vollbringen, ihr Profil zu schärfen, also den Kampfesmut ihrer Anhänger zu stärken, dürfen aber gleichzeitig keine unentschiedenen Wechselwähler verschrecken. Denn man möchte ja neue Wähler gewinnen. Man muss Entschlossenheit und Tatkraft zeigen, ja, immer auch etwas Wut über den Status quo, sollte aber gleichzeitig niemanden ausgrenzen, sondern das Gemeinsame und das gemeinsam Machbare beschwören. Und wo es Zielkonflikte gibt, muss man sich gnadenlos für Komplexitätsreduktion entscheiden, damit klar ist: Alles muss sich ändern, aber keiner muss den Gürtel enger schnallen. Es muss an die Unzufriedenheit appelliert werden (wer ist schon zufrieden?), aber es muss auch klar sein, dass Abhilfe möglich ist.

    Und weil die nächste Bundestagswahl bevorsteht, hat sich der Feuilleton-Podcast Die sogenannte Gegenwart den aktuellen Wahlkampf mal genauer angeschaut. Denn Wahlkampf – das sind Slogans, Bilder und Narrative, also genau das, was ein phänomenologisch informierter Podcast wie Die sogenannte Gegenwart zu leisten vermag. Was ist so schlimm am Lastenfahrrad, in das die Grünen die traditionelle Kernfamilie setzen? Warum spielen CDU-Mitarbieter auf ihren Plakaten "normale Menschen"? Hat die FDP das Testosteron-Level und das Virilitätsprofil in ihrer Selbstdarstellung gesenkt? Und warum duzt mich die SPD? Nina Pauer und Ijoma Mangold haben versucht, den Parteien Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

    • 1h 12 min
    Von Außengastro bis Neo-Barock

    Von Außengastro bis Neo-Barock

    Umarmen oder doch nicht? Wie soll man sich in der aktuellen Corona-Spätphase bloß begrüßen? Was steckt hinter dem Buzzword "Reverse Mentoring"? Und wann ist der Megatrend Minimalismus endlich mal vorbei? Um solche Fragen dreht sich das Spiel "Gegenwartscheck", das Nina Pauer, Ijoma Mangold und Lars Weisbrod alle zwei Wochen in ihrem Podcast Die sogenannte Gegenwart spielen.

    In der neuen Folge des Feuilletonpodcasts läuft aber alles ein bisschen anders: Die Hörerinnen und Hörer reden ein Wörtchen mit! Denn aufgezeichnet wurde diesmal vor digitalem Livepublikum, beim Podcastfestival der ZEIT. Zusammen mit über 500 Zuschauerinnen und Zuschauern kämpfen die drei Hosts gegeneinander, im XXL-Gegenwartscheck: Wer fühlt den Puls der Zeit am deutlichsten? Wer hat die Gegenwart schon verstanden vor allen anderen? Und welche Beobachtungen der Hosts fallen beim Publikum gnadenlos durch?

    Schauen Sie sich die Aufzeichnung des Podcasts hier an: https://www.zeit.de/video/2021-06/6260326024001/die-sogenannte-gegenwart-in-der-videoaufzeichnung-beim-zeit-online-podcastfestival

    • 1h 16 min

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