14 episodes

Was verraten Netflix-Kochshows über unsere Gesellschaft? Ist woke das neue narzisstisch? Und warum trinken jetzt eigentlich alle Ingwershots? Wir sprechen über Phänomene, die unsere Gegenwart ausmachen – die ZEIT-Feuilleton-Redakteure Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod und Apples Sprachassistentin Siri begleiten die Hörerinnen und Hörer durch die Jetztzeit.

Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.

Die sogenannte Gegenwart ZEIT ONLINE

    • Society & Culture

Was verraten Netflix-Kochshows über unsere Gesellschaft? Ist woke das neue narzisstisch? Und warum trinken jetzt eigentlich alle Ingwershots? Wir sprechen über Phänomene, die unsere Gegenwart ausmachen – die ZEIT-Feuilleton-Redakteure Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod und Apples Sprachassistentin Siri begleiten die Hörerinnen und Hörer durch die Jetztzeit.

Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.

    Wir weinen dem Verbrenner eine Träne nach

    Wir weinen dem Verbrenner eine Träne nach

    Das Auto macht’s nicht mehr lange. Bald kommt die Mobilitätswende, und dann gehört die Zukunft den Fahrrädern und Fußgängern. Und selbst wenn hier und da noch ein Personenkraftwagen herumfahren wird – sicher wird es kein Verbrenner in Privatbesitz sein, sondern ein leise surrendes E-Auto, das ganz in das Mobilitätskonzept einer Carsharing-Plattform integriert ist.

    So oder so ähnlich stellen sich das die Verkehrsvisionäre vor, und in der neuen Folge des Feuilleton-Podcasts "Die sogenannte Gegenwart" fragen Ijoma Mangold und Lars Weisbrod: Was erzählen uns unsere Autos noch über unsere Welt, jetzt wo ihre Zeit fast abgelaufen zu sein scheint? Und welche neuen soziologischen Metaphern und ästhetischen Inszenierungen wird das Elektroauto hervorbringen?

    Es geht um den Image-Wandel des Volvo-Fahrers vom Sozialdemokraten hin zum Urban-Country-Individualisten und um das ewige Streitthema SUV: Wie konnte ausgerechnet der Geländewagen zum Statussymbol werden und zur meistverkauften Wagenklasse überhaupt? Warum sieht man eigentlich keine flinken kleinen Roadster mehr? Und was bedeutet es, dass Elektroautos im Straßenverkehr seltsam künstliche Geräusche von sich geben müssen, die an Walgesang erinnern? Das alles und noch mehr diskutieren die beiden ZEIT-Redakteure und Podcast-Hosts. Ein melancholischer Abschiedsgruß aus dem Feuilleton an die Welt der Verbrennermotoren – und ein hoffnungsvoller Blick ins neue Zeitalter der supercoolen Elektro-Autos.

    Weitere Informationen:
    Die Philosophin Amia Srinivasan über Tintenfische
    https://www.lrb.co.uk/the-paper/v39/n17/amia-srinivasan/the-sucker-the-sucker

    Dan Alberts Buch “Are We There Yet? The American Automobile Past, Present, and Driverless”
    https://www.genialokal.de/Produkt/Dan-Albert/Are-We-There-Yet-The-American-Automobile-Past-Present-and-Driverless_lid_42408930.html?storeID=giesing

    Elektroauto, Diesel oder Wasserstoff - Womit stoppen wir die Klimakrise?
    https://www.youtube.com/watch?v=WBqNS0nQzPY

    • 58 min
    Der ultimative Christencheck

    Der ultimative Christencheck

    Kurz vor Weihnachten widmen sich Ijoma Mangold und Lars Weisbrod noch mal den ganz großen Fragen: Wie sieht’s heute eigentlich aus mit der christlichen Religion? Spielt die in der Gegenwart noch eine Rolle? Wie hat sich das Reden über katholische Amtskirche, Jesus und Theologie verändert? Und ist christlicher Glaube heute ein Distinktionsmerkmal für Dandys, die sonst alles schon ausprobiert haben?

    Die beiden ZEIT-Redakteure diskutieren im Feuilletonpodcast über ihre Lieblingsstellen aus der Bibel und ihre Kindheitserinnerungen an Krippenspiel und Erstkommunion. Sie unterziehen sich dem Christencheck: Wie ging noch mal das Vaterunser? Und das Ave Maria? Oder gar das Glaubensbekenntnis? Und sie sprechen im Feuilletonpodcast unter anderem über Emmanuel Carrères faszinierendes Buch "Das Reich Gottes", in dem der französische Schriftsteller seine eigene religiöse Phase reflektiert.

    Weitere Informationen:
    Auf Weihnachten zu verzichten ist ein Privileg
    https://www.zeit.de/campus/2020-12/familienbesuch-lockdown-corona-weihnachten-alter-pflege-einsamkeit

    Wie kommen wir zur Besinnung?
    https://www.zeit.de/2020/53/weihnachtszeit-corona-lockdown-stress-stille-besinnung

    Lügner, Mörder, Satan
    https://www.zeit.de/2018/48/der-widersacher-roman-emmanuel-carrere-moerder-monsieur-romand

    • 1 hr
    Intervallfasten und Pilze

    Intervallfasten und Pilze

    Hübsche Menschen, die im Kreis sitzen, lächeln, in Tränen ausbrechen und danach überwältigt in die Kamera stammeln: "Ich verschmolz mit dem Mond!" oder "Ich fühle mich wie neugeboren!" – so kann man in der Netflix-Serie "The Goop Lab" von und mit Hollywood-Schauspielerin Gwyneth Paltrow dabei zusehen, wie sie und ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen extreme Therapieformen an sich selbst ausprobieren.

    Auf Jamaika werfen sie unter Therapeutenaufsicht Pilze ein, im Lake Tahoe geht es mit einem Trainer für Kältetherapie zum Eisbaden bei 7 Grad Celsius, es werden krasse Diäten befolgt, Energiemassagen durchgeführt und eine Orgasmus-Expertin lehrt, wie Frauen den eigenen Körper lieben lernen können.Das Tolle dabei: Ganz egal, welche Heilungsmethode hier ausprobiert wird, sie funktioniert und ist als einmaliges überwältigendes Erweckungserlebnis mehr wert als jahrelanges, konventionelles und vor allem mühsames Abarbeiten an der eigenen Psyche in einer klassischen Gesprächstherapie oder Psychoanalyse.

    Ijoma Mangold und Nina Pauer widmen sich in der zwölften Episode des Feuilleton-Podcasts der Frage danach, was das jeweils aktuelle Sprechen über Heilungsmethoden in Gesellschaften über die Gegenwart aussagt. Wann ist Yoga eigentlich so gähnend alltäglich geworden? Warum sind heute alle hypersensibel? Was erzählen Moden wie Astrologie oder die Amazonas-Droge Ayahuasca über unseren kollektiven Seelenzustand? Passt Intervallfasten zu Sternenkunde? Und worauf hoffen wir eigentlich, wenn wir permanent die ganz große Heilung suchen, aber gleichzeitig immer schön die Kontrolle behalten wollen?

    Mehr zum Thema auf ZEIT ONLINE:

    Gottlos glücklich
    https://www.zeit.de/2020/29/yoga-glaube-kirche-tradition-ersatz-spiritualitaet

    Wer glaubt denn so was?
    https://www.zeit.de/2020/37/astrologie-sternzeichen-bedeutung-sterne-wissenschaft-esoterik

    Vom Feuer und vom Fieber
    https://www.zeit.de/kultur/2019-09/amazonas-regenwald-waldbraende-indigene-bevoelkerung-natur

    "Ich hatte Spiritualität völlig missverstanden"
    https://www.zeit.de/zeit-wissen/2019/06/psychedelischer-rausch-drogen-spiritualitaet-ich-aufloesung

    Kolonialisierte Praxis
    https://www.zeit.de/kultur/2019-09/yoga-geschichte-historie-sport-achtsamkeit-spiritualitaet

    Selbstoptimierung in Pastell
    https://www.zeit.de/kultur/film/2020-01/the-goop-lab-gwyneth-paltrow-netflix

    Warum muss Gwyneth immer "Wow" sagen?
    https://www.zeit.de/2020/07/the-goop-lab-gwyneth-paltrow-kritik

    • 59 min
    Schluss mit lustig

    Schluss mit lustig

    Das Land ist gespalten, die Polarisierung ist das Problem – wenn über Amerika gesprochen oder geschrieben wird, ist diese Diagnose schnell gestellt. Gleichzeitig stiegen in den letzten Jahren amerikanische Komiker zu den neuen "Public Intellectuals" auf, linksliberale politische Satire-Shows wie "Last Week Tonight" mit John Oliver oder die "Daily Show" wurden als Goldstandard der Comedy gefeiert – auch in Deutschland, wo das Publikum amerikanische Politik vermittelt bekam von Late-Night-Moderatoren und Comedians.

    Lässt sich aus der neuen Rolle der Comedians etwas lernen über die Polarisierung des Landes? In der neuen Ausgabe des Feuilleton-Podcasts "Die sogenannte Gegenwart" blicken Ijoma Mangold und Lars Weisbrod zurück und versuchen anhand von Stand-Up-Auftritten und Fernseh-Gags zu rekonstruieren, wie Amerika dort hingekommen ist, wo es jetzt steht. Die beiden ZEIT-Redakteure sprechen über das tragische Vermächtnis des Komikers Jon Stewart, der als Vater der zeitgenössischen Aufklärungssatire gilt; sie diskutieren darüber, ob Obama der beste Stand-Up-Komiker von allen war und sie fragen sich: Wer steht diesen Unterhaltungshelden auf der rechten Seite gegenüber? Sind Fox-News-Kommentatoren die Komiker für die andere Hälfte Amerikas? Oder kann die Stand-Up-Comedy noch Brücken schlagen zwischen den Lagern? Und wie geht es jetzt weiter für die US-Satiriker? Oder könnte in Zukunft eine andere Berufsgruppe die Rolle als Public Intellectuals übernehmen?

    Links und Quellen:

    - Der Komiker Jon Stewart als Gast in der CNN-Show “Crossfire” 2004: https://youtu.be/aFQFB5YpDZE?t=366

    - Der Komiker Stephen Colbert beim “White House Correspondents' Dinner” 2006: https://youtu.be/IJ-a2KeyCAY?t=52

    - Barack Obama beim “White House Correspondents' Dinner” 2011: https://www.youtube.com/watch?v=n9mzJhvC-8E

    - Jerry Seinfeld besucht Barack Obama im Weißen Haus in “Comedians in Car getting Coffee”: https://www.youtube.com/watch?v=t2waK7x8yWY

    - Louis CK “Of course, but maybe”: https://www.youtube.com/watch?v=XLGzFQg_1xc

    - Dave Chappelle äußert sich kritisch zur MeToo-Bewegung unter anderem in seinem Programm “Sticks & Stones”, abrufbar bei Netflix

    - Real Time with Bill Maher: https://de.wikipedia.org/wiki/Real_Time_with_Bill_Maher

    • 1 hr 9 min
    Sind wir Geschichte?

    Sind wir Geschichte?

    “I’m tired of being part of a major historical event” – Ich will bitte nicht mehr dabei sein, wenn Geschichte passiert. Diesen Satz kann man im Jahr 2020 immer wieder auf Twitter lesen. Die Überforderung, die sich vor allem in den vergangenen Tagen angesichts der verdichteten dramatischen Weltlage bei vielen zeigt, ist ein Symptom unserer Gegenwart.
    Die politischen Verwerfungen in den USA, Trumps angsteinflößender Auftritt in der Wahlnacht, die Rekordinfektionszahlen mit Covid-19, die jüngsten Terroranschläge in Europa und die stetigen Mahnungen, bei alledem die sich zuspitzende Klimakatastrophe ja nicht zu vergessen, wirken nach: Es fühlt sich für viele zum ersten Mal so an, als würde in ihrer Anwesenheit gerade Geschichte passieren. Was ist das für ein Gefühl? Und was bedeutet es, dass vor allem Millennials damit so fremdeln?

    In der neuen Folge von “Die sogenannte Gegenwart” sprechen Nina Pauer und Lars Weisbrod über die schwindelerregende Verwunderung darüber, dass wir in solch geschichtsträchtigen Zeiten leben – und über das merkwürdige Gefühl, davon überrascht worden zu sein. Hatten wir das “Ende der Geschichte”, das nach 1989 ausgerufen wurde, nicht längst hinter uns? War Geschichte und Zeitzeugenschaft nicht etwas, das ins 20. Jahrhundert zu unseren Großeltern und Eltern gehörte? Woher kommt der Wunsch, heute jede politische Wendung als neue Staffel einer Serie zu beschreiben? Und was meinen wir eigentlich, wenn wir “Geschichte” sagen?

    Ob Geschichte bloß der Gegensatz zu einer kuscheligen Normalität ohne Trump und Corona ist, in die wir uns zurücksehnen, oder ob auch diese Normalität in Wirklichkeit nur eine Übergangsphase ist, in der sich zusammenbraut, was morgen als Geschichte über uns hineinbrechen wird, darum dreht sich die zehnte Episode des Feuilleton-Podcasts.

    Links und Infos:

    Die Doku über Fridays For Futures aus der Reihe “Arte Re” heißt “Streiken fürs Klima”.

    Wolfgang Streeck: "The Post-Capitalist Interregnum. The Old System Is Dying, But a New Social Order Cannot Yet Be Born". Appeared in Juncture, Vol. 23 (2016), No. 2, 68-77.

    Reinhard Mohr: "Zaungäste. Die Generation, die nach der Revolte kam". S. Fischer, 1992.

    Nora Krug: "Heimat: Ein deutsches Familienalbum". Penguin, 2018.

    Mark Fisher: "Kapitalistischer Realismus ohne Alternative? Eine Flugschrift". VSA-Verlag, 2013.

    • 55 min
    Investiert euch!

    Investiert euch!

    Eigentlich schaut die deutsche Gesellschaft mit großem Misstrauen auf den Kapitalismus, auf Investments und Unternehmen, nur in der Vox-Show “Höhle der Löwen” ist das anders. Hier pitchen Gründerinnen und Gründer am laufenden Band neue Geschäftsideen: Apps für den "digital detox", Milch aus Erbsen, Anti-Matsch-Säcke, in denen man die eigenen Kinder verstauen kann oder die sich selbst reinigende Klobürste, die den Markt revolutionieren könnte. Ein Team nach dem anderen tritt mit seinen Ideen an, um die Löwen, also die Investorinnen und Investoren mit ihren gefüllten Kriegskassen, für sich und ihr Produkt gewinnen zu können.

    Damit werden in dieser Castingshow, in der die Löwen ihr echtes, eigenes Kapital einsetzen, all jene Tugenden, die sonst als Gier und egoistisches Freiheitsstreben abgelehnt werden, gefeiert. Die Jury besteht auch nicht aus Heuschrecken, sondern aus Löwen, um deren Kraft und Unterstützung die Entrepreneure buhlen. Wird ein Deal geschlossen, fallen sich alle stürmisch in die Arme.

    Was sagt uns dieses Fernsehformat? Wird der Gründergeist endlich sexy? Oder warum hat die Sendung ein solches Suchtpotenzial?
    Für den Feuilleton-Podcast “Die sogenannte Gegenwart” ist sie in jedem Fall das perfekte Thema, denn gewissermaßen präsentiert die Show einen einzigen großen Gegenwartscheck. Bei jeder Investment-Entscheidung geht es schließlich um die Frage: Gibt es einen Markt für dieses Produkt oder ist dieser schon gesättigt? Braucht man wirklich noch mehr vegane Fertigkost im Einwegglas? Haben sich Fitnesstools für noch mehr Muskelaufbau nicht doch lang schon erledigt? Und was würde eigentlich die Aufräumkönigin Marie Kondo zu all den neuen Produkten wie der mobilen Po-Dusche sagen, die vielleicht schon nach einer Woche wieder unbenutzt in der Ecke liegt?
    Für das Feuilleton hat die Sendung einen hohen soziologischen Wert, nicht zuletzt, weil sie Geschichten über soziale Mobilität erzählt: Wer hat den Wagemut, Esprit, die Leidenschaft und den Optimismus, ein eigenes Business aufzustellen?

    Kurz: Nina Pauer und Ijoma Mangold reden diesmal über ein Genre, das für Feuilletonverhältnisse ungewöhnlich viel Zukunftszuversicht ausstrahlt. Wäre da nicht die Tiefkühlkost. Denn auch das lehrt “Die Höhle der Löwen”: Die größte Herausforderung ist und bleibt das Segment gekühlter Food-Innovationen. Deshalb: Finger weg von der Kühlkette!

    • 57 min

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