5 Minus

Dr. Laura Dalhaus

5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel. Das Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen Versuch. https://linktr.ee/LauraDalhaus

  1. Wie finanzieren wir Gesundheit? Sparen an den falschen Ecken | Laura zum aktuellen Stand

    4 DAYS AGO

    Wie finanzieren wir Gesundheit? Sparen an den falschen Ecken | Laura zum aktuellen Stand

    Eigentlich wollte Laura eine Rückblickfolge machen. Doch der GKV-Spitzenverband hat ein 77-Seiten-Pamphlet aufgelegt und deswegen spricht Laura über die Aufgaben, welche die Bundesgesundheitsministerin und ihre Finanzkommission Gesundheit in 2026 mitnimmt. Zuerst gibt’s aber noch ein paar Neuigkeiten aus dem System: Wenn Patient:innen den Rettungsdienst alarmieren, müssen sie einen Eigenanteil zahlen, wenn sie einen Krankenwagen brauchen. Findet keiner cool, aber keiner will’s sonst zahlen. Jeder vierte junge Mensch fühlt sich psychisch belastet, das hat Quentin Gärtner auch schonmal betont. Die Pandemie hat bei vielen Kindern und Jugendlichen psychische Beeinträchtigungen hinterlassen, gleichzeitig finden sie jetzt keinen Therapieplatz. Therapeutische Wundprodukte fallen jetzt auch wieder aus der Erstattung. Auch beim Thema Impfempfehlungen herrscht die Bürokratie vor. Jede Schutzimpfungsrichtlinie muss erst durch den Gemeinsamen Bundesausschuss freigegeben werden und dann gibt es noch Verhandlungen auf Bundesebene. Die Impfung gegen Meningokokken B wird auch noch nicht von der GKV übernommen. Die Kassen haben derweil eine Digitalisierungsstrategie vorgelegt, diese wollen jetzt die Patient:innen steuern. Damit ist auch die Sicherstellung verbunden – dann gibt Laura ihre Kassenzulassung zurück. Es ist grotesk, dass der GKV-Spitzenverband sich als freundliche Versorgungshilfe inszeniert. Wenn wir langfristig die Kosten senken wollen im Gesundheitssystem, dann müssen wir auf Prävention setzen, doch die Politik unternimmt zu wenig. Ohne Mut zur Strukturreform wird’s nicht gehen. Sonst könnten Beiträge zur Krankenversicherung bald die Rente übersteigen. Kommen wir zurück zu den vorgestellten Maßnahmen des GKV-Spitzenverbands. Ein Irrsinn ist ein Fahr- und Notdienst gleichzeitig zu den Öffnungszeiten der Praxen. Auch Telemedizin soll 24h pro Tag erreichbar sein. Zunächst gab es eine Kommission Pflege, die Politik scheint zu hoffen, dass diese Kommissionen ihre Arbeit machen. Sogar die Kassen sind davon überzeugt. Die SPD will den Eigenanteil deckeln, die Union hält das nicht für finanzierbar, die CDU will eine private Zusatzversicherung, das hält die SPD für unsolidarisch. Warken hofft auf mehr Facharzttermine durch Ergebnisse der Expertenkommission, in der übrigens niemand aus der ambulanten Medizin drinsitzt. Jetzt ist auch mal aufgefallen, dass 13% der Termine im fachärztlichen Versorgungsbereich ohne Bezahlung stattfinden. Die Schuld wird sich mal wieder hin- und hergeschoben von den Parteien. Stabile Beitragssätze sind 2026 kaum zu halten laut GKV Spitzenverband. Der Vermittlungsausschuss hat aber keine Einigung erzielt. Auch der Pharmasektor bleibt ein Problem, wir geben mehr für Medikamente aus als für die gesamte ambulante, ärztliche Versorgung. Die Pharma-Industrie soll ihren Beitrag leisten, das will aber die SPD nicht – in Rheinland-Pfalz sind halt nächstes Jahr Wahlen. Es wird also heiß diskutiert, ob die Pharma-Branche mitwirken soll oder nicht. Die Krankenkassen wollen, dass Heil- und Hilfsmittel nur noch per Festbetrag erstattet werden sollen und die Verpflichtung zur hausarztzentrierten Versorgung beenden. Doch die sorgt für viel bessere Versorgung. Laura ist davon überzeugt, dass die Zukunft der Versorgung in einem Primärarztsystem liegt, dafür brauchen wir Physician Assistants und Primary Care Manager. Zum Schluss gibt es noch ein wichtiges Thema: Herr Streeck, eigentlich Drogenbeauftragter der Bundesregierung, hat sich zur Medizin am Lebensende geäußert. Das war das falsche Medium, ABER: Wir müssen uns darum kümmern. Es gibt keine Regelung über Medizin am Lebensende, gleichzeitig gibt es Menschen, die möchten ihr Leben vorzeitig beenden. Und wir werden als Solidargemeinschaft nicht mehr in der Lage sein, alle Behandlungen zu...

    49 min
  2. Die Herausforderungen der ambulanten Pflege | Christian Matzka

    24/12/2025

    Die Herausforderungen der ambulanten Pflege | Christian Matzka

    Immer mehr Menschen sind auf Pflege angewiesen und die meisten wollen dabei in der Häuslichkeit bleiben. Doch wie ist das umsetzbar? Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Christian Matzka, der einen ambulanten Pflegedienst und ein ambulant betreutes Wohnen führt. Er schaut eher pessimistisch auf das Gesundheitssystem, so wirklich will sich die Politik da ja nicht rantrauen. Sein eigener Antrieb ist, dass er sich an die Gegebenheiten anpasst, wenn er die Rahmenbedingungen schon nicht anpassen kann. Die Leistung in der Pflege wird in einen Minutenwert gepresst, gleichzeitig sind die Pflegedienste völlig ausgelastet. Nicht alle finden einen Pflegedienst, wenn sie ihn brauchen. Viele können sich Pflege auch nicht leisten, weil der Pflegegrad die notwendige Unterstützung nicht abdeckt. Christian sieht zudem das Problem, dass wir insgesamt unter einer schärferen Kostensituation leiden. Er selbst versucht an allen Ecken Kosten einzusparen, um die Patient:innen nicht zu stark zu belasten. Ein Problem in der Versorgung sind auch die Wege: Pflegekräfte sitzen viel im Auto und können in der Zeit nicht versorgen. Laura und Christian befürchten beide, dass Pflege bald ein Luxusgut wird. Christian möchte auch gerne Investitionen machen, beispielsweise in KI, um eine Arbeitserleichterung für Mitarbeitende zu schaffen. Investitionen sind jedoch nicht so einfach, weil die Refinanzierung über die Kassen schwieriger wird – obwohl Christian ein Unternehmer ist und so handeln muss, hat er nicht die gleichen Rechte wie in der freien Wirtschaft. Dazu gehört auch das Marketing, um neue Mitarbeitende zu generieren. Öffentliche Aufklärung ist dringend notwendig. Immer mehr Menschen sind allein im Alter, dadurch wird ambulante Pflege natürlich umso wichtiger. Auch aus Kostengründen sollten wir als Gesellschaft alles dafür tun, dass Menschen möglichst lange zuhause versorgt werden können. Die beiden sprechen auch über die Aus-, Fort- und Weiterbildungssituation in Pflege und Medizin. Christian ist überzeugt: Pflege ist ein cooler Job! Man muss als Pflegedienstleitung aber auch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen: Gute Einarbeitung, gutes Arbeitsklima. Auch ein gutes Gehalt ist natürlich wichtig. Die Politik braucht jetzt den Mut, Dinge umzusetzen. Denn genug Geld ist im System, da ist Laura von überzeugt. Sie erzählt, dass beispielsweise Frankreich die Inlandsflüge verboten hat, um das Klima zu schützen. So eine Umsetzungspragmatik bräuchte unser Gesundheitssystem auch! Doch was ist die Lösung? Laura findet es wichtig, Öffentlichkeitsarbeit zu machen und aufzuklären. Vorsorge innerhalb der Familie ist wichtig. Es kommt für fast alle irgendwann der Punkt, an dem wir Pflege benötigen und wenn wir dann nicht vorbereitet sind, dann entsteht erstmal große Überforderung. Sprecht darüber. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: a href="mailto:https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus" rel="noopener noreferrer"...

    57 min
  3. Ohne OTAs keine OPs – und trotzdem stimmen die Arbeitsbedingungen nicht | Eli Inhester

    17/12/2025

    Ohne OTAs keine OPs – und trotzdem stimmen die Arbeitsbedingungen nicht | Eli Inhester

    Wie ist es, jeden Tag in einem OP zu arbeiten? Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Elisabeth Inhester, kurz Eli. Sie ist OTA, das ist kurz für operativtechnische Assistentin, früher wurde das OP-Schwester genannt. Als OTA arbeitet man ausschließlich im OP. Früher hat man hierfür zunächst eine Krankenpflegeausbildung gemacht, mittlerweile gibt es direkt eine Ausbildung, die sich auf den OP bezieht. Ganz wichtig: OTA ist kein Pflegeberuf! Im OP ist man sowohl die Person, die den sterilen Part übernimmt (kennt man aus Greys Anatomy, diejenigen, die Schere und Tupfer angeben), als auch die Person, die den Instrumentierenden versorgt und die Dokumentation macht. In jedem OP gibt es somit zwei OTAs – ohne sie ist keine OP möglich. Mittlerweile ist Eli OP-Leitung und koordiniert somit auch die OP-Säle und die Mitarbeitenden. Schon vor 12 Jahren, während ihrer Ausbildung, waren die Bedingungen schlecht. Mittlerweile sind sie noch schlimmer geworden: Es gibt kaum Fachpersonal, Stellen werden gestrichen und Berufsgruppen werden bunt durcheinander eingesetzt. Das Problem: Gesundheitsversorgung lohnt sich finanziell nicht. Die Arbeit im OP funktioniert im Zweischichtsystem und im Bereitschaftsdienst. OP-Zeit ist tagsüber, der Bereitschaftsdienst übernimmt dann Notfälle wie Notfall-Kaiserschnitte. Das Problem: Für die Bereitschaftszeit wird nur eine gewisse Zeit angerechnet. Eigentlich gibt es ein EU-Gesetz dazu, dass Bereitschaftszeit immer Arbeitszeit ist, doch wenn man Vollzeit arbeitet (und einen Teil im Bereitschaftsdienst) macht man automatisch ein Minus in den Stunden. Die Leidensfähigkeit der Healthcare Professionals ist sehr hoch, sie wird von der Politik aber auch genauso erwartet. Ausgebildet wird im laufenden Betrieb. Doch im OP gilt: Zeit ist Geld! Eli erzählt, dass Ausbildung kaum möglich ist, weil sie sonst zu dritt im OP stehen müssten – da gibt es einfach nicht genug Ressourcen für. Eine gute Einarbeitung braucht ein halbes Jahr, das ist in der Realität kaum möglich. Die Erwartungen und der Druck sind hoch, alles muss schnell gehen – da fällt Empathie öfter mal hinten runter. Im Gesundheitssektor gibt es eigentlich ein großes Druckmittel: Wir könnten auf Arbeitsgesetze plädieren, haben aber die Mentalität in uns, leiden zu müssen. Im OP merkt man fast militärische Hierarchiestrukturen immer noch. Auf der einen Seite ist das sinnvoll, damit nichts schiefgeht, modern ist es allerdings nicht. Laura möchte von Eli wissen, wie sie ein Krankenhaus organisieren würde, wenn man sie lassen würde. Eli würde den Fokus darauflegen, wie sinnvoll eine OP ist, nicht wie lukrativ. Bei Laura würde der Notfallbetrieb wie bei der Feuerwehr laufen: Tagsüber die geplanten Sachen und dann gibt es einen Saal nur für Notfälle. In großen Häusern ist es selbstverständlich, dass das Regulärprogramm bis abends um 22 Uhr läuft. Der Stress der Teams sollte definitiv reduziert werden, um die Qualität auch zu gewährleisten. Die Arbeitsbedingungen im Krankenhaus und OP sind schlecht, bei den KVen oder Krankenkassen sind sie viel besser, dass viele auch einfach in die Teppich-Etagen oder an die Schreibtische wechseln – ein Verlust an Ressourcen da, wo sie so dringend benötigt werden! Trotz all der schwierigen Seiten liebt Eli ihren Job und findet ihn erfüllend. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch...

    47 min
  4. Versorgung kollabiert immer weiter - Laura zum aktuellen Stand

    10/12/2025

    Versorgung kollabiert immer weiter - Laura zum aktuellen Stand

    Laura Dalhaus muss mal wieder was zum aktuellen Stand sagen und schaut sich dafür die Presse der letzten Wochen an. Der Start sind mal wieder Finanzen und Finanzierung. Es gibt nämlich immer noch keine Versorgungspauschale für unkomplizierte Chroniker. Ein Vorschlag ist tatsächlich 1 Cent. Das Gesundheitssystem sei laut Tino Sorge verantwortlich für den Wirtschaftsstandort Pharma. Kinder-Operationen werden weiterhin nicht in den Hybrid-DRGs aufgenommen. Kinderchirurgie steht damit weiterhin unter einem unfassbaren Druck, weil sie durch Erwachsenenmedizin querfinanziert werden soll. Dazu kommen unsinnige Hilfsmittelprüfungen. Laura als Hausärztin wird nämlich gefragt, ob ein Kind wirklich einen Rollstuhl bräuchte – welche Familie will einen Rollstuhl, wenn das Kind ihn nicht braucht? Kinder werden oft nachrangig behandelt, soweit, dass in OWL viele Augenärzt:innen keine Kinder mehr behandeln. Optiker:innen dürfen erst diagnostisch tätig werden ab dem 14. Lebensjahr. Laura findet es unsinnig, dass ein funktionierender und gut aufgestellter Bereich das nicht darf. Offiziell gibt es keinen Mangel an Kinderärzt:innen, im Gegenteil. In der Praxis aber schon. Dieser Zustand ist ein Indikator dafür, wie weit unter Gesundheitssystem schon kollabiert ist. Der Deutsche Psychotherapeutentag fordert eine gezielte und separate Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche. Auch unsere Gesundheitsministerin Nina Warken befürwortet das. Na dann hoffen wir mal, dass da was passiert! Der Dringlichkeitscode verspricht einen Facharzttermin in nur 4 Wochen. Wenn nicht, dürfen Patient:innen sich in einem Krankenhaus behandeln lassen. Für die Behandlung mit dem Code dürfen höhere Pauschalen abgerechnet werden. In Laura’s Augen funktioniert das alles nur mit einem echten Primärarztsytem, wenn ihre Überweisung auch etwas wert ist. Die KBV hat gesagt, es gäbe nicht genug Privatversicherte, sodass sie die Termine für gesetzlich Versicherte blockieren. Das sieht Laura als Eigentor. Die erste Telemedizin-Praxis hat im Supermarkt eröffnet. Für neue Patient:innen gibt es aber keine Blutdruckmedikamente oder Antibiotika. Was machen sie denn dann? Die Wettbewerbszentrale klagt schonmal gegen das dm-Augenscreening, aufgrund des Heilpraktikergesetzes sind die Mitarbeiter:innen vor Ort nicht zur Ausübung von Heilkunde befugt. Die Frage ist, ob diese Dinge das Gesundheitssystem wirklich entlasten. Eine Kollegin hat Laura kontaktiert. Sie hat einen Regressfall bekommen, sie wird nun dafür bestraft, dass sie zu viele Langzeit-EKGs und 24-Stunden-Blutdruckmessungen durchführt. Sanktionen basieren auf dem Vergleich mit einer Vergleichsgruppe – das ist aber kein verlässlicher Indikator für medizinische Notwendigkeit. Impfregresse für Hausärzt:innen gibt es unablässig. Jetzt impfen aber auch die Apotheken – da gibt’s keine Regresse! Es gibt hier nicht die gleichen Kontroll-Mechanismen. Der ärztliche Nachrichtendienst hat eine Umfrage zur Online-Bewertung gemacht. Wenn man eine unsachliche oder unfaire Bewertung bekommen hat, dann bricht man die Behandlung meistens ab. Die KV hat in einem Fall dann geschrieben, ob die Praxis nicht noch ein Auge zudrücken könnte. Auch Laura hat schonmal Post von einem Ehrenvorsitzenden bekommen, weil sie die Behandlung wegen eines zerrütteten Arzt-Patienten-Verhältnis abgebrochen hat. Das Hebammen-Hilfegesetz sollte dafür sorgen, dass Schwangere besser versorgt und Hebammen besser vergütet werden. Das Gegenteil ist der Fall. In der Forensik müssen immer mehr Pfleger:innen den Transport von Straftäter:innen übernehmen. Das gehört nicht in den Verantwortungsbereich. Die Zahl der Investoren-getriebenen-MVZs steigt. In der Radiologie- und Labormedizin liegt der Anteil bei über 50%. Auch der Marburger Bund warnt vor einer Kommerzialisierung der...

    1h 6m
  5. Wie steht die SPD zur Gesundheitspolitik? | Matthias Mieves, SPD

    03/12/2025

    Wie steht die SPD zur Gesundheitspolitik? | Matthias Mieves, SPD

    Wie steht die SPD zu unseren gesundheitspolitischen Herausforderungen? Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in ihrer neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Matthias Mieves, dem gesundheitspolitischen Sprecher der SPD. Er kämpft sehr engagiert für Digitalisierungsprojekte in der Medizin. Laura erzählt, dass sie gerade im Landtag als Sachverständige zu Gast war und auf einen Antrag der SPD zur wohnortnahen Versorgung reagiert hat. In Laura’s Wahrnehmung haben wir kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem. Matthias sieht, dass es viele Interessen von den vielen Beteiligten im System gibt. Das Thema ist emotional und es gibt viele Zuständigkeiten. Doch ist das System reformunfähig? Müssen wir raus aus der Systematik, dass Krankheit einen Marktwert hat? Matthias sieht das alles nicht so negativ. Besonders im Vergleich zu anderen Ländern findet er, dass wir ein gutes Gesundheitssystem haben. Er hebt hervor, dass wir alle in Deutschland krankenversichert sind. Matthias hofft auf die Krankenhausreform und dass dadurch sowohl die Qualität gesteigert und Personal besser verteilt wird. Dies soll eine bessere Zusammenarbeit gewährleisten. Laura hinterfragt das stark! Sie erzählt, dass das Pflegebudget aktuell dafür genutzt wird, dass Pflegepersonal Aufgaben übernehmen muss, die vorher nicht als Pflegeaufgaben deklariert wurden. Schauen wir uns den Gesundheitsfond an: Laura ist sich sicher, dass wir genug Geld im System haben. Viele Krankenkassenbeiträge werden jedoch ausgegeben für versicherungsfremde Leistungen. Matthias findet es wichtig, dass natürlich auch Bürgergeldempfänger:innen und Kinder versichert sind. Jedoch findet er, dass wir alle in einem solidarischen System hierfür einzahlen müssen, nicht nur die gesetzlich Versicherten. Laura hinterfragt, dass Medikamente in Deutschland viel schneller zugelassen werden als in anderen Ländern. So sind wir als Land besonders attraktiv für Pharmafirmen. Matthias findet das allerdings gut, denn er sagt, dass wir so schnell an neue Medikamente kommen. Die letzten Tage und Wochen in unserem Leben sind die teuersten. Laura wünscht sich eine gesamtgesellschaftliche Diskussion darüber, wie wir mit steigenden Medikamentenpreisen umgehen wollen und auch, ob es okay ist, dass die letzten 3 Monate 130.000€ kosten könnten. Matthias möchte diese Diskussion nicht offen führen, sondern schiebt sie auf die Familien. In der neuen Kommission zur Gesundheit sitzt niemand aus der ambulanten Versorgung. Ist die Politik auf dem ambulanten Auge blind? Auch Matthias findet es nicht gut, wie die Kommission besetzt ist und wünscht sich mehr praxisnahe Unterstützung in den Kommissionen. Laura findet es wichtig, nicht den Mut zu verlieren. Menschen sind verzweifelt und Laura sieht es als einen wichtigen, demokratiestabilisierenden Faktor, dass die Gesundheitsversorgung funktioniert. Matthias möchte nicht, dass Menschen sich abgehängt fühlen, ob durch fehlende Versorgung oder zu wenig Apotheken. Eine wohnortnahe Versorgung benötigt niedergelassene Ärzt:innen! Die sektorübergreifende Zusammenarbeit funktioniert noch nicht so gut. Viele Player wollen ihren Teil des Kuchens. Für Laura wäre es auch völlig okay, wenn die Krankenhäuser Hausarztmedizin machen, aber dann müssen die Bedingungen gleich sein: Dann müssten diese auch Hausbesuche machen. Wir müssen die Zusammenarbeit verbessern! Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: a href="https://www.instagram.com/lauradalhaus/" rel="noopener noreferrer"...

    43 min
  6. Steht die Politik uns im Weg? Die Grünen im Check | Janosch Dahmen

    26/11/2025

    Steht die Politik uns im Weg? Die Grünen im Check | Janosch Dahmen

    Wie stehen die Grünen zur Gesundheitsversorgung? Was muss sich ändern, um gute Versorgung noch weiter zu ermöglichen? Für diese Diskussion hat Laura Dalhaus diesmal Janosch Dahmen in ihren Podcast „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ eingeladen. Janosch ist nicht nur Notfallmediziner, sondern auch gesundheitspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, sitzt dort im Gesundheitsausschuss und ist damit politisch besonders für die Themen Gesundheit und Pflege zuständig. Die Situation in der Notfallversorgung hat sich sowohl für Patient:innen als auch das Personal verschlechtert. Die bestehenden Strukturen funktionieren teilweise nicht mehr. Gleichzeitig wollen wir ambulantisieren und die Versorgung eigentlich verbessern. Nach Dahmen ist das Gesundheitswesen reformbedürftig. Die Ausgabenentwicklung ist erschreckend, gleichzeitig steigen die Beiträge und die Versorgungsqualität sinkt. Die politische Kultur ist gleichzeitig von Mutlosigkeit geprägt. Es gibt kein Erkenntnisproblem – deswegen brauchen wir auch keine weiteren Kommissionen, sondern Handlungen. Dahmen erklärt einfache Möglichkeiten, wie z.B, in der Zusammenarbeit von Pflege und Notfallmedizin Prozesse verbessert werden können. Ein weiteres Thema ist die Zwei-Klassen-Medizin. Dahmen nennt diese eine Fehlsteuerung im System. Sein Fokus ist es, die Versorgung der gesetzlichen Krankenkassen zu verbessern. Denn aktuell gibt es viele Fehlanreize durch die schlechte Vergütung von wichtigen Leistungen. Zudem ist er davon überzeugt, dass nicht alle Patient:innen unbedingt einen Arztkontakt benötigen. Praxen können vielmehr in Teams agieren. Auch Laura ist davon überzeugt, dass der Einsatz von VERAHs, Physician Assistants und Primary Care Managern die Versorgung verbessern und ein Primärversorgungsmodell möglich macht. Gleichzeitig haben die Kassen daran wenig Interesse. Dahmen präferiert zudem ein Einschreibemodell mit einer Vorhaltefinanzierung, um unnötige Behandlungsanlässe zu verringern. Ein weiteres Thema sind steigende Arzneimittelpreise. Unsere Behandlungen werden immer spezialisierter und individueller. Die letzten Patientenjahre sind zudem die teuersten. Müssen wir uns gesamtgesellschaftlich die Frage stellen, wie viel ein Lebensjahr wert ist? Laura findet es auch gar nicht gut, dass es Geheimabsprachen bei Medikamentenpreise gibt und sie damit mögliche Regresse eingeht, ohne zu wissen, wie hoch diese sein könnten. Zum Schluss stellt sie noch folgende Fragen: Haben wir ein Einnahmen- oder Ausgabenproblem bei den gesetzlichen Krankenkassen? Höhere Kosten für einen ungesunden Lebensstil und eine Zuckersteuer – ja oder nein? Wie viel Private Equity tut unserem Gesundheitssystem gut? Steht der Datenschutz einer guten Versorgung im Weg? Können wir Bürokratie abbauen, um schneller zu werden? Darf Verwaltung fast so viel kosten wie die hausärztliche Versorgung? Warum sollte Laura Mitglied bei den Grünen werden? Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: a href="https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus" rel="noopener noreferrer"...

    1h 1m
  7. Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssystem – Fluch oder Segen? | Jürgen Windeler

    19/11/2025

    Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssystem – Fluch oder Segen? | Jürgen Windeler

    Wieso haben wir überhaupt Wettbewerb im Gesundheitssystem? Und welche Lösungen brauchen wir, um gut versorgen zu können? Darüber spricht Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Professor Jürgen Windeler, ehemaliger Leiter des IQWiG, dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Die beiden haben sich bei der Eröffnung des Westdeutschen Zentrums für Allgemeinmedizin kennengelernt, bei dem Professor Windeler eine Rede gehalten hat. In dieser sprach er über den Prozess der Zulassung von Medikamenten. Denn hier gibt es eine Besonderheit in Deutschland: Der Zeitraum von der Zulassung der Europäischen Zulassungsbehörde bis zur Verfügbarkeit auf dem Markt liegt hier bei durchschnittlich nur 40 Tagen, in anderen Ländern Europas bei durchschnittlich 440 Tagen. Der deutsche Markt ist somit ganz schön attraktiv für Pharma Firmen. Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland wenig Bewertung dafür, ob Medikamente gebraucht werden und bezahlt werden können. Für Laura stellt sich wieder die ökonomische und ethische Frage, wie viel Medikamentenkosten wir als Gesellschaft tragen können. Das Gesundheitssystem ist ein Wirtschaftsfaktor, in dem viele Akteure eine Möglichkeit sehen, um viel Geld zu verdienen. Doch eigentlich ist dieses System nicht dafür da, um die Gesundheitswirtschaft zu unterhalten. Kann es sein, dass wir hier zu viel Marktwirtschaft ermöglichen? Das ist besonders bei Krankenhäusern der Fall. Man ist davon ausgegangen, dass ein Wettbewerb hier gut tun würde, mittlerweile sterben mit den Krankenhäusern aber auch Menschen, Windeler möchte insgesamt in Frage stellen, ob Krankenhäuser überhaupt im Wettbewerb stehen sollten. Wäre eine Verstaatlichung des Systems eine Lösung? Doch auch hier entstehen viele Fragen: Würde das System dann über Steuern finanziert werden? Was passiert mit den Privatpraxen? Im Voraus hierzu steht die Frage, was genau die Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Laura erklärt das anhand des Beispiels von Spanien, bei dem es ein staatliches System für Notfälle gibt und ein System, das über dringende Fälle hinausgeht. Obwohl wir ein so teures Gesundheitssystem haben, werden wir im Schnitt nicht älter als andere Europäer: innen. Das Geld scheint kein Qualitätskriterium zu sein. Das liegt aber auch daran, dass unser System ineffizient aufgebaut ist. Die beiden diskutieren auch noch über das Primärarztsystem, das in Professor Windelers Augen eher Primärversorgungssystem heißen sollte. Auch Laura ist der Meinung, dass Berufsgruppen wie Physician Assistants und Primary Care Manager viel mehr Aufgaben übernehmen könnten, die aktuell Ärzt:innen vorenthalten sind. Windeler und Dalhaus sind sich einig: Wir haben keine Zeit mehr, um ewig zu warten! Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder a href="https://buymeacoffee.com/lauradalhaus" rel="noopener noreferrer"...

    57 min
  8. Gesundheitspolitik: Ein Pflaster für eine offene Wunde - Laura Dalhaus zum aktuellen Stand

    12/11/2025

    Gesundheitspolitik: Ein Pflaster für eine offene Wunde - Laura Dalhaus zum aktuellen Stand

    Laura möchte mal wieder zum aktuellen Stand etwas sagen. Denn wir Deutsche verlieren das Vertrauen in das Gesundheitssystem. 72% sind der Meinung, dass das System überlastet, überfordert, zu bürokratisch und schlecht vorbereitet für die Zukunft sei. Das Handelsblatt hat auch mehrere Artikel zu den gesetzlichen Krankenkassen veröffentlicht. Schon 20 dieser haben die Beiträge erhöht, trotzdem droht eine dauerhafte, strukturelle Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben. Dabei schlucken Arzneimittel und Krankenhausbehandlungen den größten Teil. Positiv hervorzuheben sind dabei aber Betriebskrankenkassen und kleine Krankenkassen wie die TUI BKK, die HKK und die BKK Firmus. Ein Aufreger ist, dass Tino Sorge und Gesundheitsministerin Nina Warken gerade das Gesundheitssystem als Verantwortliche für die Pharmabranche sehen. Das sieht Laura wirklich gar nicht so! Wir können nicht überall sparen, um die Pharmaindustrie zu retten. Warken’s Sparmaßnahmen sind sowieso nur ein Pflaster, nötig wäre eine Operation. Auch an Innovationen soll gespart werden und das ist für unsere Gesellschaft ein großes Problem. Übrigens ist der viertgrößte Batzen unserer Ausgaben im System die Krankengeldkosten. Allerdings gibt es viele Menschen, die nicht arbeiten können, weil indizierte Therapie und Diagnostik nicht angeboten werden. Der Druck im System ist so groß, dass ein privates MVZ nun die pädiatrische Versorgung einstellt: 400 Kinder müssen sich nun neue Kinderärzt:innen suchen. Gleichzeitig sieht die Politik die Lösung der Versorgung in solchen MVZs. Laura regt sich auch darüber auf, dass die Kosten für Long-Covid etwa 63 Milliarden Euro jährlich sind. Gleichzeitig sollen Innovationen gestoppt werden. Ein weiteres Ziel sollte sein, dass die Telematik-Infrastruktur einwandfrei läuft. Ab Januar wird nun etwas im System umgestellt und zehntausende Praxen werden dann weder E-Rezepte, noch elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Arztbriefe mehr ausstellen können. Auch Patient:innen verzweifeln an der ePA, für dessen Benutzung man 3 Apps benötigt. Woran die Regierung auch spart, ist an Frauengesundheit. Es gibt einen Gender Health Gap, Frauen werden in Forschung einfach weniger einbezogen. Dafür sind nun 17.750€ vorgesehen – ein Schlag ins Gesicht! Immer wieder wird auch über das Primärarztsystem diskutiert, das nur umsetzbar ist, wenn wir auf Teampraxen, Physician Assistants, Primary Care Manager und das HÄPPI-Konzept setzen. Gleichzeitig will der Staat das nicht finanzieren. Auch die Krankenhausreform hinterlässt ihre Spuren: Durch die Strukturveränderungen wird die Weiterbildung vergessen. Überall wird ein Facharztstandard gefordert, allerdings wird sich nicht um die Ausbildung gekümmert. Handlungsbedarf besteht auch bei der psychischen Gesundheit junger Menschen, was Bundes-Schülerkonferenz-Generalsekretär Quentin Gärtner fordert. Und dann steigen auch noch die Behandlungsfehler – was bei 24-Stunden-Schichten auch kein Wunder mehr ist. Zu den Quellen: https://docs.google.com/spreadsheets/d/16eEqLBahzJVzX01jFtUK6jU-Lc0ZPs97u9__XYgGl68/edit?usp=sharing Zur TUI BKK: https://www.tui-bkk.de/home Zur HKK: https://www.hkk.de/ Zur BKK Firmus: https://www.bkk-firmus.de/ Folg Laura auch hier: LinkedIn: a href="https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/" rel="noopener noreferrer"...

    1h 5m

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5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel. Das Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen Versuch. https://linktr.ee/LauraDalhaus

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