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«International» befasst sich wöchentlich mit internationaler Politik und Gesellschaft. Seit 1978 am Radio und von Anbeginn auch online.


Reportagen, Analysen und Geschichten zur internationalen Aktualität, meist erzählt von Auslandskorrespondenten und -korrespondentinnen von Radio SRF.

International Schweizer Radio und Fernsehen

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«International» befasst sich wöchentlich mit internationaler Politik und Gesellschaft. Seit 1978 am Radio und von Anbeginn auch online.


Reportagen, Analysen und Geschichten zur internationalen Aktualität, meist erzählt von Auslandskorrespondenten und -korrespondentinnen von Radio SRF.

    Osttimor: Unabhängigkeit ist noch nicht Freiheit

    Osttimor: Unabhängigkeit ist noch nicht Freiheit

    Osttimor ist ein junger Staat: Erst 2002 wurde er in die internationale Staatengemeinschaft aufgenommen: nach mehreren 100 Jahren Kolonialzeit Portugals und 24 weiteren Jahren indonesischer Besatzung. Der Weg in die Eigenständigkeit war schwierig. Und noch schwieriger ist der Weg aus der Armut. Seit der Unabhängigkeit Osttimors sind fast 20 Jahre vergangen. Das Land kennt nun Frieden, aber noch immer keinen Wohlstand. Das Bildungs-, und das Gesundheitssystem funktionieren nicht. Es fehlt an Geld und an Wissen. Mit den indonesischen Soldaten verliessen auch Tausende Fachkräfte das Land. Die Hauptstadt Dili hatte damals noch 19 Ärzte für fast eine Million Einwohnerinnen und Einwohner. Das Geld in den Staatskassen kommt zu einem grossen Teil von den Einnahmen eines grossen Gasfeldes. Aber dessen Reserven sind bald erschöpft. Nun setzt die Regierung alle ihre Hoffnungen auf ein neues Gasfeld, das aber noch nicht erschlossen ist und entwirft grosse Zukunftsutopien. Die Bevölkerung jedoch ist desillusioniert. Die Unabhängigkeits-Dividenden sind bisher weitgehend ausgeblieben.

    • 31 min
    Tunesiens Justiz leidet unter dem Erbe der Diktatur

    Tunesiens Justiz leidet unter dem Erbe der Diktatur

    Polizei und Justiz waren in Tunesien jahrzehntelang willfährige Stützen der Diktatur. Folter war Methode in Gefängnissen, die politische Macht kommandierte auch die Justiz. Dieses Erbe der Diktatur belastet die junge Demokratie. Aber es gibt auch Versuche, zum Aufbruch in die Zukunft. Tunesien hat sich nach dem Sturz der Diktatur vorgenommen, mit der Vergangenheit zu brechen. Eine Wahrheitskommission, die «Instanz für Wahrheit und Würde» sollte die Menschenrechtsverletzungen in den Gefängnissen aufarbeiten und den Opfern Gerechtigkeit verschaffen.

    Doch dies erweist sich als schwierig: Richter klagen über Polizisten, die bei der Aufklärung nicht mitarbeiten, weil Kollegen aus dem Polizeikorps mutmassliche Täter sind. Auch die Praktiken der Diktatur haben überlebt: Folter war damals Methode – heute ist Folter die einzige Straftat, das nach Verfassung nicht verjährt. Trotzdem gehöre Gewalt gegen Häftlinge weiterhin zum Alltag in tunesischen Gefängnissen, sagen Menschenrechtsorganisationen. Die Täter könnten damit rechnen, dass sie straflos bleiben.

    Auch die Justiz ist weiterhin am Gängelband der Politik. Denn der Justizminister hat weiterhin ein Weisungsrecht gegenüber den Justizbehörden. Er kann so Strafuntersuchungen in Auftrag geben oder sie blockieren.

    Aber es gibt auch Hoffnungen: Eine neue Strafprozessordnung könnte mehr Transparenz schaffen und so einen Kulturwandel im tunesischen Justizsystem einleiten.

    • 28 min
    Tansania: Schulverbot für schwangere Mädchen

    Tansania: Schulverbot für schwangere Mädchen

    Das Bildungsgesetz in Tansania ist äusserst rigoros. Wer schwanger wird, darf nicht mehr zur Schule. Präsident John Magufuli persönlich setzt sich dafür ein, dass diese Regel auch befolgt wird. Und er lässt sich von Kritik nicht beirren. Für die betroffenen Teenager aber hat das gravierende Folgen. Im ostafrikanischen Tansania wächst die Zahl der Teenager, die schwanger werden, seit einiger Zeit. 2016 lag sie bei 27 Prozent aller Mädchen – das sind vier Prozentpunkte mehr, als noch sechs Jahre davor. Armut, überholte Traditionen und der Mangel an Aufklärung sind nur einige der Ursachen dafür. Mit den Konsequenzen bleiben die meist noch minderjährigen Mädchen oft alleine.

    «Ich wollte Ärztin werden», sagt Maidas, die kurz vor der Matura schwanger geworden ist. «Seit ich aus der Schule ausgeschlossen wurde, sind die Hoffnungen, die ich für mein Leben hatte, zerstört.»

    Die Praxis, schwangere Mädchen aus der Schule auszuschließen, gibt es in Tansania bereits seit den 60er-Jahren. Eine «Moral-Klausel» im Bildungsgesetz von 2002 hat sie noch einmal bestätigt. Und Präsident Magufuli persönlich hat Teenager, die ein Kind erwarten, quasi zu Staatsfeinden erklärt. Sie würden Tansania zugrunde richten, wenn sie als junge Mütter wieder zur Schule gingen, sagte er in einer Rede.

    Dass Schwangere ihre Schulbildung aufgeben müssen, hält eine Mehrheit der Tansanier für falsch. Darunter auch die grossen Kirchen des Landes. Beim Präsidenten allerdings stösst ihre Kritik auf taube Ohren.

    • 25 min
    Best of International: «Wir leben in einer toten Stadt»

    Best of International: «Wir leben in einer toten Stadt»

    Leere Ladenlokale, verarmte Innenstädte. Viele mittelgrosse Städte in Frankreich stecken in ernsthaften Schwierigkeiten. Einst traditionsreiche, dynamische Innenstädte sind zu blutleeren Zentren geworden. Mit spürbaren Folgen. Was tun? Augenschein in Vierzon, südlich von Paris. Zu vermieten, zu verkaufen. Die Schilder in der Innenstadt von Vierzon sind unübersehbar. Viele Ladenlokale stehen leer, viele Bistros haben dichtgemacht. Die einst blühende Industriestadt Vierzon hat in den letzten 40 Jahren fast 9000 Einwohner verloren und gleicht heute einer Stadt, die den Atem angehalten hat. Die junge Generation will nur noch weg, viele Alteingesessene trauern den alten Zeiten nach. Und immer wieder hört man Sätze wie: «Diese Stadt ist tot.» «Diese Stadt leidet». Vierzon ist in Frankreich keine Ausnahme. Viele der mittelgrossen Städte in Frankreich kämpfen mit Abwanderung, sozialer Armut und der Verödung ihrer Stadtzentren. Fachleute sprechen von einer ernsthaften Krise, einer Krise, die erst vor wenigen Jahren wirklich wahrgenommen wurde. Zu spät?

    Die Zentralregierung in Paris versucht nun, Gegensteuer zu geben. Im Rahmen des Programms «Action Coeur de ville» sollen 222 mittelgrosse Städte, darunter auch Vierzon, mit insgesamt fünf Milliarden Euro unterstützt werden. Doch wie effizient ist das?

    In Vierzon jedenfalls versuchen die Stadtverantwortlichen alles, den Optimismus nicht zu verlieren, obwohl die Probleme gross und die Finanzen knapp sind.

    (Erstausstrahlung: 7. September 2019)

    • 27 min
    Best of .... «Schliesslich geschieht jeden Tag etwas Wichtiges…»

    Best of .... «Schliesslich geschieht jeden Tag etwas Wichtiges…»

    Die Schweiz ignorierte den Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 mit spektakulärer Nonchalance. Dafür schrieben deutsche Medien schon bald von einer «Schweizer Mauer». Die Schweiz und der Mauerfall. Das ist nicht bloss eine spannende, unterhaltsame Geschichte von früher. Sondern: Wir erfahren viel über uns selbst, die Schweiz.

    (Erstausstrahlung der Sendung: 9. November 2019)

    • 27 min
    Best of...: Fertig Hygge? Dänemarks Wohlfahrtsstaat unter Druck

    Best of...: Fertig Hygge? Dänemarks Wohlfahrtsstaat unter Druck

    Dänemark gilt als Vorbild, wenn es um faire Löhne, soziale Wohlfahrt und glückliche Menschen geht, die dem Staat vertrauen. Doch der Druck auf den Sozialstaat nimmt zu: wegen der Überalterung und weil Zugewanderte in Dänemark oft keinen Job finden. Gelassen dank sozialer Sicherheit - das ist der dänischen Gesellschaft wichtig. Alle zahlen bereitwillig hohe Steuern, wenn der Staat ihnen dafür Gesundheitsversorgung, Arbeitslosenunterstützung, Ausbildung und subventioniert Kinder-Krippen bietet.
    Das gute sichere Lebensgefühl gehört in Dänemark auch zur «Hygge: ein Begriff, den die meisten Dänen mit Gemütlichkeit, gemeinsam, Gemeinschaft übersetzen. Hygge ist deshalb auch ein politisicher Begriff, der eng mit dem dänischen Wohlfahrtsstaat verknüpft ist.
    Doch in den letzten Jahren ist dieser Wohlfahrtsstaat unter Druck gekommen. Immer weniger Menschen arbeiten in Dänemark: weil die Gesellschaft altert und jeder vierte Däne pensioniert ist. Das belastet den steuerfinanzierten Wohlfahrtsstaat - ebenso die Tatsache, dass viele ImmigrantInnen in Dänemark schlecht integriert sind, kein Dänisch sprechen und deshalb keine Arbeit finden. Alle grossen Parteien haben in den letzten Jahren die Migrationspolitik verschärft, zum Teil mit fremdenfeindlichen Vorschlägen. Vor allem für muslimische MigrantInnen ist das Leben in Dänemark nicht mehr wirklich hyggelig.

    • 28 min

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