Der 9. August 1896 ist ein Sonntag. Otto Lilienthal ist nach Stölln im Havelland gefahren, vom Gollenberg will er hinabgleiten: Fliegen wie ein Vogel, wie er es schon so oft getan hat. Er schlüpft in seinen Normalsegelapparat, ein Gestell aus Weidenruten mit sieben Meter Spannweite, das mit Baumwollgewebe bespannt ist. Mehr als 2.000 Sprünge hat Lilienthal schon absolviert, als er an diesem Tag zum Flug ansetzt. Vielleicht fühlt er sich einfach zu sicher. Es ist kühl und windig an diesem Tag. Lilienthal segelt schon in etwa 15 Metern Höhe, als eine Sonnenböe – ein unerwarteter Aufwind - sein Fluggerät ergreift und es in einer halben Drehung über den rechten Flügel abstürzen lässt. Lilienthal scheint noch kurz in der Luft zu stehen, dann fällt er vom Himmel. Er verletzt sich schwer und wird nach Berlin gebracht. Am nächsten Tag ist Otto Lilienthal tot. Für Lilienthals Kritiker scheint der Beweis erbracht: Mit einem Apparat fliegen zu wollen, der schwerer ist als Luft, wie ein Vogel also – das ist Unsinn. Das Prinzip »leichter als Luft« habe gewonnen, meinen sie: In der Ballonfahrt liege die Zukunft des Fliegens. In der neuen Folge von Wie war das noch mal? erzählen wir vom Weg des Flugpioniers Otto Lilienthal, der schon von früher Jugend seinen Traum vom Fliegen verfolgt. Gemeinsam mit seinem Bruder Gustav erforscht er die Besonderheiten des Vogelflugs. Immer neue Apparate bauen sie zusammen, um zu verstehen, warum Vögel fliegen können – und was es bräuchte, damit Menschen es auch können. Wir sprechen mit Peter Busse, dem Leiter des Otto-Lilienthal-Museums in Anklam, der Geburtsstadt Lilienthals, und lassen uns erklären, wie Lilienthal vorgegangen ist. Markus Raffel vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt erzählt uns von seiner Reise an die Pazifikküste Kaliforniens, wo er mit einem nachgebauten Lilienthal-Hängegleiter selbst geflogen ist. Und wir fragen uns: Ist Lilienthal gescheitert, weil er abgestürzt ist? Oder zeigt sein Absturz genau das Gegenteil: Dass nur abstürzen kann, wer zuvor geflogen ist? Das aktuelle ZEIT Geschichte-Heft Wie Technik die Welt verändert. Mensch oder Maschine: Wer hat die Macht? Von der Dampfkraft bis zur KI bekommen Sie online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie ein Abo abschließen und eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen. Alle Folgen des Podcasts hören Sie hier. Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter zeitgeschichte@zeit.de. Unsere weiteren Empfehlungen: - Manuela Runge und Bernd Lukasch: Erfinderleben. Die Brüder Otto und Gustav Lilienthal, Berlin Verlag 2005 - Die Aufnahme von Reinhard Meys Lied »Lilienthals Traum« ist hier in voller Länge nachzuhören. - Das Online-Archiv mit der Bilddatenbank des Otto Lilienthal Museums in Anklam ist hier zu erreichen. Hier können Sie eine aktuelle Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen. Sie bekommen das Heft zum Bauernkrieg, aber auch viele andere, im Handel oder online im ZEIT Shop. Vergünstigtes Podcast-Abo für ZEIT GESCHICHTE-Leser zeit.de/abo-geschichte. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.