FINN-CTO und Mitgründer Andreas Stryz erklärt, wie sein Team seit Tag eins radikal automatisiert, warum er Scrum am liebsten abschaffen würde und wie ein elfköpfiges Business-Automation-&-AI-Team dezentral mehr bewirkt als jeder Chief AI Officer. Bevor "AI-first" zum Buzzword wurde, war FINN schon "automation native" – seit der Gründung 2019. In dieser Folge spricht Elisabeth L'Orange mit Andreas Stryz, CTO und Mitgründer des Auto-Abo-Unicorns FINN, darüber, wie das Unternehmen zwischen 2022 und 2024 den Umsatz von 3,2 auf 444 Millionen Euro katapultiert hat, größtenteils durch Automatisierung statt durch klassisches Personalwachstum. Andreas erzählt, warum er ein dediziertes "Business Automation & AI Manager"-Team (BAAM) in jeder Abteilung verankert hat, wieso 98% aller Code-Reviews bei FINN inzwischen von KI gemacht werden, warum er Scrum am liebsten abschaffen würde und wie seine Agenten Edgar, Mr. Meeseeks, Cora, Hasso und Sally im Alltag arbeiten. Themen & Timestamps: 01:01 – Wer ist Andreas Stryz: Physiker, Informatiker, FINN-Mitgründer seit 2019 01:23 – FINNs Geschäftsmodell und warum operative Komplexität zur "Automation Native"-DNA führte 02:22 – Das Mantra "Engineering for Efficiency" statt Engineering um des Engineerings willen 03:14 – Unicorn-Status, 140 Mio. € Series D, Umsatzsprung von 3,2 auf 444 Mio. € (2022–2024) 05:11 – Das BAM-Team: Business Automation (& AI) Manager – Entstehung, Rolle, warum jede Abteilung eine/n braucht 07:08 – Warum Andreas den klassischen "Chief AI Officer"-Ansatz für einen Fehler hält 08:21 – Die Faustregel für AI vs. deterministische Automatisierung: "Braucht es einen Menschen für die Aufgabe?" 10:55 – Der "Singularitäts-Moment" im Oktober/November 2025: Coding-LLMs drehen durch 12:47 – Kompletter Reorg des Tech-Departments, das Ende von Scrum als Ziel 15:32 – Career-Development-Framework, neue Rollenbilder, "Identitätskrisen" im Team 18:11 – Die Tool-Reise: OpenAI, Claude, Relevance AI, Lindy, Gemini – und was übrig blieb 19:27 – 98 % aller Pull Requests werden von KI reviewt; die neue Rolle des Platform Engineers 22:02 – SaaS-Spend-Governance: die 500-Euro-Schwelle und das CTO-Office als Kontrollinstanz 23:04 – Die drei größten KI-Hotspots: Engineering, Customer Care, Marketing 23:37 – FINNs Agenten im Detail: Edgar (Daten/BI), Mr. Meeseeks (Second-Level Support), Cora (Recruiting), Hasso (Finance/SAP), Sally (Customer Care, bald mit Voice) 26:14 – Warum Voice-AI auf Deutsch lange nicht gut genug war 27:28 – Die "Corporate-Falle": warum große Konzerne bei Tool-Entscheidungen strukturell zu langsam sind 30:41 – FINNs Flotte: 80.000 Fahrzeuge insgesamt, 50.000+ aktuell aktiv, eigene Leasingbank plus ABS-Finanzierung 32:00 – Marktanteil (~2 % der deutschen Neuzulassungen) und warum FINN auf Deutschland statt internationale Expansion setzt 33:12 – Die große Vision: Personalkosten in Nicht-Personalkosten umwandeln, um resilienter gegenüber externen Schocks zu sein 34:58 – KI-Hype, Bubble-Sorgen und menschliche Arroganz gegenüber Maschinen 37:45 – Exkurs: Care by Volvo verlässt den Abo-Markt – und warum FINN bei der Endabrechnung bewusst auf Marge verzichtet (NPS über 30) 40:11 – Buchempfehlung: die Carlsen "Baby Pixi"-Bücher Gast: Andreas Stryz ist CTO und Mitgründer von FINN, Deutschlands führender Auto-Abo-Plattform (Unicorn seit 2025). Er ist theoretischer Physiker und Informatiker und verantwortet bei FINN Softwareentwicklung, Produktmanagement, Data sowie Business Automation & AI.