Einmischen! Politik Podcast

Jenny

In der aktuellen Polykrise, ist es wichtig den politischen Prozess zu verfolgen und zu beeinflussen, wie immer man kann. Die Frage ist wohin steuert Deutschland jetzt? Was treibt die CDU eigentlich? Wie gehen Medien mit Regierung und deren Kritik um? Wie umgehen mit der AfD? Wird das Parlament demnächst durch die Abgeordneten in einer Minderheitsregierung stärker? Alles fragen mit denen sich dieser Podcast beschäftigt!

  1. 1d ago

    Welt in Trümmern und die Geschichte von Widerstand in den USA

    Woop! Woop! Heute eine lange Doppelfolge: zwei Bücher, die sich fragen, was passiert, wenn Gewalt zur Antwort auf Gewalt wird, und wie Menschen sich dagegen wehren. Ich spreche mit dem Historiker Tad Stoermer über sein Buch „A Resistance History of the United States" (Steerforth Press). Stoermer ist Public Historian mit Stationen an der University of Virginia, in Johns Hopkins und Harvard. Er war Mitarbeiter im US-Kongress und Redenschreiber, diente als Aufklärer in der US-Armee und lebt heute in Dänemark. Seine These: Die USA wurden von Widerstand geprägt, nur anders, als wir es gelernt haben. Er erzählt von Bacon's Rebellion und Metacomets Krieg, den Black Loyalists und der Underground Railroad. Amerikanische Geschichte ist für ihn keine beruhigende Fortschrittserzählung mit weisen Gründervätern, sondern die Geschichte von Menschen, die Veränderung gegen Institutionen erzwangen, die sie verhindern sollten. Am Ende steht ein „Resistance History Toolkit" mit neun Prinzipien. Was können wir daraus für die USA von heute lernen? Dann kommt der Islam- und Politikwissenschaftler Ronald Ofteringer mit seinem Buch „Die Welt in Trümmern. Über das Scheitern der Antiterrorkriege und ihre Folgen" (Quadriga). Ofteringer hat für medico international Nothilfe- und Menschenrechtsprojekte in der Türkei, im Irak, in Israel-Palästina und im Libanon betreut und später für das Rote Kreuz gearbeitet. Er kennt das Leid also aus erster Hand. Er beschreibt den „Krieg gegen den Terror" als Spirale aus Gewalt und Vergeltung, in deren Trümmern des zerschlagenen irakischen Staates der „Islamische Staat" entstand. Auch Gaza steht für ihn dafür, welche Auswüchse der Kampf gegen Terroristen hervorbringt und wie die Zivilbevölkerung leidet. Er fragt, wie man diese Spirale durchbrechen kann und welche Prävention es braucht. Zwei Bücher, ein roter Faden: Wer Gewalt mit Gewalt beantwortet, produziert neue Gewalt. Und was bleibt dann an Handlungsspielraum, wenn Institutionen versagen? Enjoy!^^

    Welt in Trümmern und die Geschichte von Widerstand in den USA
  2. Oct 19

    Midterms are coming...

    Woop! Woop! Heute komme ich mit drei Gesprächen zu drei Büchern — und alle drei Bücher schauen auf dasselbe Land: die USA. Aus drei völlig verschiedenen Winkeln. Zuerst spreche ich mit dem Journalisten Jörg Wimalasena, früherer US-Korrespondent von Zeit Online, über sein Buch „Die Undemokraten. Wie die Demokratische Partei Trump großmachte" (Brumaire). Wimalasena sucht die Antwort auf Trumps Wiederwahl vor allem bei seinen Gegnern. Er zeigt, wie sich in den USA die einstige Partei der kleinen Leute dem großen Geld verschrieb und alle bekämpft, die es wagen, auch nur ein wenig Umverteilung zu fordern. Kein Betriebsunfall, sondern das Ergebnis eines jahrzehntelangen Verrats an der eigenen Basis — und ein Buch, das erklärt, warum Symbolpolitik keine Wahlen gewinnt. Dann kommt der amerikanische Politologe und Friedensaktivist Stephen Eric Bronner, emeritierter Professor für Politik- und Literaturwissenschaft, mit seinem Buch „Trumps Welt. Nachrichten aus dem neuen Amerika" (Dietz). In 16 kleinen, glänzend geschriebenen Texten zeichnet Bronner das Bild einer trudelnden, verunsicherten, zunehmend in sich verfeindeten Gesellschaft. Die USA sind eine „gefährdete Republik" — es herrscht ein neues, starres und explosives Gefühl von „wir" und „sie". Die bürgerlichen Freiheiten und das Wahlrecht sind in Gefahr. Ein Insider-Blick von jemandem, der sein Land liebt — und deshalb so schonungslos urteilt. Zuletzt spreche ich mit dem Historiker Philipp Gassert, Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte an der Universität Mannheim, über sein Buch „Die bipolare Nation. Was Amerika der Welt gegeben hat. Im Guten wie im Schlechten" (dtv). Gassert zeichnet nach, wie tief die Widersprüche in der Gründung und der Geschichte des Landes verwurzelt sind: Imperialismus und Antiimperialismus, Sklaverei und ihre Überwindung, Demokratie und Unterdrückung, Armut und Verschwendung. Ein Buch, das weder verklärt noch verdammt — sondern erklärt. Enjoy!^^

    Midterms are coming...
  3. Sep 28

    Vergessene Soldatinnen und Blackbox Bundeswehr

    Woop! Woop! Zuerst spreche ich mit der Historikerin Karen Hagemann, James G. Kenan Distinguished Professor an der University of North Carolina at Chapel Hill, über ihr monumentales Werk „Vergessene Soldatinnen. Frauen im Militär und in den Kriegen Europas seit 1600" (Suhrkamp, 2026). Kriege werden meist von Männern angezettelt — aber ohne Frauen können sie nicht geführt werden. Das war schon immer so. Trosserinnen, Krankenpflegerinnen, Flakhelferinnen, Kämpferinnen — Frauen waren über Jahrhunderte aktiv am Kriegsgeschehen beteiligt, und doch erinnert sie kaum jemand. Hagemann schließt mit diesem Opus Magnum eine riesige Gedächtnislücke: Anhand unzähliger Selbst- und Fremdzeugnisse macht sie die weiblichen Kriegserfahrungen lebendig — und fragt, warum es über alle Länder- und Systemgrenzen hinweg nie gelungen ist, ihre aktive Rolle angemessen zu erinnern. Ein Standardwerk. Dann kommt Achim Wohlgethan, Ex-Fallschirmjäger, Afghanistan-Veteran und Insider des Deutschen Bundeswehrverbandes, mit seinem Buch „Blackbox Bundeswehr. Die 100-Milliarden-Illusion — Was unsere Truppe jetzt wirklich braucht" (Econ, 2023). Die Zeitenwende ist ausgerufen — aber in der Truppe angekommen ist sie nicht. Wohlgethan kennt die Sorgen der Soldatinnen und Soldaten aus erster Hand: kaputte Ausrüstung, dysfunktionale Beschaffung, Versagen bei der Nachwuchsgewinnung, katastrophaler Umgang mit Veteranen. 100 Milliarden sind ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn das System dahinter nicht funktioniert. Ein schonungsloser Insiderbericht — und eine konstruktive To-do-Liste für die Politik. Zwei Bücher, ein roter Faden: Was schuldet eine Gesellschaft denen, die für sie kämpfen — gestern und heute? Enjoy!^^

    Vergessene Soldatinnen und Blackbox Bundeswehr
  4. Sep 21

    Mutti komma ans Fenster und es braucht nicht viel

    Woop! Woop! Zuerst spreche ich heute gemeinsam mit Helena Steinhaus und Claudia Cornelsen über ihr Buch „Es braucht nicht viel. Wie wir unseren Sozialstaat demokratisch, fair & armutsfest machen" (S. Fischer, 2023). Die beiden Vorständinnen des Vereins Sanktionsfrei rechnen ab — mit Hartz IV, mit dem Bürgergeld, das kaum besser ist, und mit den populistischen Erzählungen über Armut, die fern jeder Evidenz liegen. Jedes fünfte Kind wächst in Armut auf. Jede dritte Alleinerziehende ist auf Transferleistungen angewiesen. Millionen Aufstocker brauchen trotz Vollzeitjob staatliche Hilfe. Steinhaus und Cornelsen zeigen: Das ist kein Naturgesetz. Es wäre gar nicht so schwer, das zu ändern — wenn man nur wollte. Dann spreche ich mit Ulrich Schneider über sein neues Buch „Mutti, komma ans Fenster! Eine Arbeiterkindheit im Ruhrgebiet" (Westend, 2026). Schneider, 25 Jahre lang Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und bekanntester Soziallobbyist Deutschlands, erzählt diesmal keine Statistiken — sondern seine eigene Geschichte. Aufgewachsen in Oberhausen, Sohn eines Mannesmann-Maschinisten, der Schlamm schaufelte und erschöpft mit 61 Jahren starb. Ein Buch über Mütter, die alles zusammenhielten, über Väter, die früh verschlissen wurden, über Stolz, Solidarität und gebrochene Aufstiegsversprechen. Und über die Frage, was es mit einem Land macht, wenn es seine Arbeiterklasse vergisst. Drei Gäste, ein roter Faden: Wer zahlt in diesem Land den Preis — und wer schaut weg? Enjoy!^^

    Mutti komma ans Fenster und es braucht nicht viel
  5. Sep 15

    Glanz und Elend der Konservativen und Spaltlinien

    Woop! Woop! Heute spreche ich zuerst mit dem Publizisten und früheren Zeit-Chefredakteur Roger de Weck über sein Buch „Glanz und Elend der Konservativen" (Suhrkamp, 2025). De Wecks Provokation: Nicht die Linke, sondern die Konservativen könnten den Rechtspopulismus am wirksamsten bekämpfen — wenn sie sich nur neu erfinden würden. Stattdessen kippen sie nach rechts, verlieren ihr Profil und räumen der AfD das Feld. De Weck, der als Gastprofessor am College of Europe in Brügge lehrt und das Archiv des EU-Gründers Jean Monnet betreut, skizziert, was ein glaubwürdiger Konservatismus heute bedeuten könnte — und warum genau das so selten gelingt. Dann kommt der Politikwissenschaftler Philip Manow, Professor an der Universität Siegen und einer der schärfsten Analytiker der europäischen Demokratiekrise, mit seinem neuen Buch „Spaltungslinien. Europas Parteiensysteme und die Dekonsolidierung des Nationalstaats" (C.H. Beck, 2026). Manow zeigt, dass unsere alten Ordnungsbegriffe — links, rechts, Mitte — längst nicht mehr tragen: Heute steht ein linkes Bürgertum gegen eine rechte Arbeiterschaft, und populistische Parteien werden kulturell rechter, aber verteilungspolitisch linker. Die eigentliche Ursache dieser Verschiebung: die Infragestellung des Nationalstaats als politische Gestaltungsebene. Ein Essay, der zwingt, neu zu denken. Zwei Bücher, ein roter Faden: Die alten Lager lösen sich auf — wer baut die neuen? Enjoy!^^

    Glanz und Elend der Konservativen und Spaltlinien

Ratings & Reviews

About

In der aktuellen Polykrise, ist es wichtig den politischen Prozess zu verfolgen und zu beeinflussen, wie immer man kann. Die Frage ist wohin steuert Deutschland jetzt? Was treibt die CDU eigentlich? Wie gehen Medien mit Regierung und deren Kritik um? Wie umgehen mit der AfD? Wird das Parlament demnächst durch die Abgeordneten in einer Minderheitsregierung stärker? Alles fragen mit denen sich dieser Podcast beschäftigt!

You Might Also Like