Von Zeit zu Zeit - #vzzzPodcast

Gordian Scheuermann und Jan Timm

Gordian und Jan sprechen über die Themen, die sie gerade beschäftigen.

  1. VZK42 Kindheit, Kasper, Kosmos - eine Sinnsuche

    FEB 26 · BONUS

    VZK42 Kindheit, Kasper, Kosmos - eine Sinnsuche

    Die Folge startet mit einer dichten Bockbier-Atmosphäre. Dabei zeigt sich, wie sehr Bier für die beiden mehr ist als Alkohol – es ist Ritual, Erinnerungsträger und Einstieg in größere Themen.​ Sorbisch, Preußler und die Ernsthaftigkeit des Kasper Sie landen beim Sorbischen und bei Otfried Preußler, dessen Krabat von sorbischen Mythen und Figuren geprägt ist. Und Preußlers Kasper ist eher Ermittlerfigur eingebettet in eine reduzierte Figurenwelt. Von dort aus spannen Jan und Gordian den Bogen zur Debatte, ob alte Kinderliteratur an heutige gesellschaftliche Empfindungen angepasst werden sollte. Sie sprechen über Astrid Lindgren, Michael Ende, koloniale Exotik, problematische Begriffe und die Umbenennung von Figuren wie Pippis Vater als „Südseekönig“. Beim Räuber Hotzenplotz fragen sie, wer eigentlich der Protagonist ist – Kasper und Seppel oder Hotzenplotz – und wie sich Bedrohung, Handlung und Identifikation in Kinderbüchern verschieben.​ Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi: Comic-Universen als Weltverstehmaschine Im Laufe des Gesprächs tauchen weitere Ikonen auf: Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi und die Drei Fragezeichen. Comics und Hörspiele erscheinen als zugängliche Weltmodelle, die mit klaren Typen, humorvollen Überzeichnungen und historischen oder gesellschaftlichen Anspielungen arbeiten – von Rom über den Wilden Westen bis zur heutigen Zeit. Diese Popkultur-Welten helfen, Ordnung in das Chaos der Realität zu bringen, auch wenn ihre Bilder heute kritisch befragt werden müssen.​ Darwin, Mendel und der blinde Fleck der Sinnfrage Im weiteren Verlauf wird es philosophisch und naturwissenschaftlich: Darwin, Mendel und die Evolution stehen für Erklärungsmodelle ohne „höheren Plan“. Ganz radikal: Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eigentlich sinnlos, weil ein System sich nicht aus sich selbst heraus begründen kann – eine Idee, die mit Gödel-inspirierten Gedanken über die Grenzen formaler Systeme verbindet. Sinn braucht immer einen größeren Bezugsrahmen, der außerhalb unserer eigenen Perspektive liegt – etwas wie Gott oder eine höhere Instanz, die wir aber nie wirklich fassen können.​ Douglas Adams, Gott und der Witz der Weltformel Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“ liefert den ironischen Kontrapunkt: Vielleicht sitzt irgendwo ein Gott mit Katze auf einem Planeten und weiß längst Bescheid – nur hat niemand eine gute Marketingstrategie dafür. Jan und Gordian fragen, ob die wirklich großen Denker vielleicht einfach untergegangen sind, weil sie kein „virales“ Moment hatten, während Namen wie Bach und Goethe Stars ihrer Zeit waren. Am Ende bleibt eine skeptische, aber lebensnahe Pointe: Die Sinnfrage greift alles an – inklusive Religion –, doch Menschen lieben Bejahung, Geschichten und das Weitererzählen. Dies macht diese Folge zu einer Mischung aus Kneipengespräch und philosophischem Salon.​ In dieser Episode erfährst du: - Wie Hamburger Senatsbock, tschechisches Schwarzbier und Craftbier-Kultur Gespräche über Identität und Erinnerungen anstoßen.​ - Warum Kindergeschichten, Hörspiele und Comics uns bis heute prägen, wie wir Abenteuer, Gerechtigkeit und Bedrohung erzählen.​ - Wieso Debatten um Astrid Lindgren, Michael Ende und koloniale Bilder zeigen, wie sich gesellschaftliche Normen verändern - Wie Darwin, Mendel und Gödel helfen, die Grenzen der Sinnfrage zu verstehen - Welche Rolle Douglas Adams’ Humor spielt Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder auf YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YoutTube oder auf Bluesky von den Geschichten und Figuren deiner Kindheit und wie sie dich und deine eigene Suche geprägt haben. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören. Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628 Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts

    1h 1m
  2. VZ145 Handwerk und Hierarchien: Die Klassengesellschaft in der Statistik-Falle

    FEB 12

    VZ145 Handwerk und Hierarchien: Die Klassengesellschaft in der Statistik-Falle

    Bier, Stimme & Gesundheit Die Episode beginnt charakteristisch mit einer Bierverkostung: Flensburger Winterbock in der 2-Liter-Flasche versus alkoholfreies Hazy IPA von Amundsen. Gordian leidet schon länger unter Heiserkeit. Diese gesundheitliche Unsicherheit wird zum persönlichen Anker für eine größere Diskussion über medizinische Datenerhebung. Die Nationale Kohorte: Wissenschaft trifft Statistik Ein faszinierender Zufall: Beide Moderatoren sind Teilnehmer der Nationalen Kohorte (NAKO) – einer Langzeitstudie mit 30.000 Bürger:innen in Deutschland, die körperliche Werte, kognitive Tests und sozialen Status erfasst. Gordian schildert die Tests anekdotisch: das Merken von zwölf Wörtern (fast wie bei Donald Trump's berüchtigtem Cognitive Exam), das rückwärtige Aufsagen von Zahlenkombinationen. Doch hier liegt das Kernproblem: Die Statistik erfasst zwar Schulabschluss der Eltern, nicht aber Berufsabschluss. Jans Vater war Ingenieur, starb aber früh. Sein Stiefvater hatte keinen akademischen Abschluss – doch die Statistik zählt ihn als Kind aus einem „Akademiker-Haushalt", obwohl er vielmehr in einer Arbeiterfamilie aufwuchs. Eine der Grenze der Statistiken. Handwerk vs. Akademiker: Ein Paradigmenwechsel Dies führt zu einer zentralen These: Handwerksmeister verdienen heute oft mehr als Akademiker. Nicht wegen elitärer Positionen, sondern wegen Knappheit – es gibt Millionen Studienabsolventen, aber zu wenige Meister. Ein Meister kann seinen eigenen Betrieb führen, ausbilden, verhandelt von einer Position der Stärke. Generische Akademiker prügeln sich um wenige Jobs. Die Diskussion deckt auf, wie deutsche Statistik und gesellschaftliche Wahrnehmung nach Herkunft, nicht nach Leistung unterscheiden. Anders als in Frankreich, England oder USA mit ihren Ivy League Schools, wo Dynastien transparent dominieren, fungiert deutsche Bildungsstatistik als unsichtbarer Klassifizierer. Meisterbrief wird gleichgesetzt mit handwerklicher Beschränkung, obwohl ein Meister heute oft mehr verdient und entscheidet als ein studierter Projektmanager. Philosophie & Diskursanalyse: Die Kritik an der Schwachstelle Am Ende der Episode wendet sich die Diskussion zur Diskursanalyse – einer Denkschule, die Jan bedauert. Sie ist „demokratisch" geworden (alle können mitmachen) und dadurch schwach. Jan berichtet von einem Interview des Journalisten Tilo Jung (Jung & Naiv) mit Maximilian Krah (AfD), in dem Krah die „Übernahme durch Diskursanalyse" bedauert. Hier zeigt sich eine Gefahr: Man kann mit Menschen, deren Haltung man ansonsten ablehnt, eine gemeinsame Abneigung oder Vorliebe haben. In dieser Episode erfährst du: - Der statistische Fehler: Warum die Nationale Kohorte Jans Arbeiterkind-Hintergrund als „Akademiker-Haushalt" klassifiziert – und was das über deutsche Statistik aussagt. - Handwerk schlägt Akademiker: Warum ein Meister heute oft bessere Chancen und höhere Einkommen hat als viele Universitätsabsolventen – und warum das deutsche Klassenbewusstsein das nicht sieht. - Bierverkostung mit Tiefgang: Wie der Geschmack eines Winterbocks sich mit Temperatur entwickelt und warum alkoholfreie IPAs unterschätzt sind. - Philosophische Warnung: Wie die Diskursanalyse als denkerische Mode zum Problem werden kann – wenn alles nur noch Konstruktion ist und nichts mehr evident. Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder in deiner Podcatcher-App, hinterlass uns gerne einen Like, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deinen Geschichten vom Handwerk. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören. Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628 Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts Diskutiert mit uns auf YouTube oder auf Bluesky: https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social

    1h 4m
  3. VZK41 Kindheit auf dem Land und in der Stadt - zwischen Regeln und Rebellion

    JAN 29 · BONUS

    VZK41 Kindheit auf dem Land und in der Stadt - zwischen Regeln und Rebellion

    #vzzzPodcast Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2026/01/30/vzk41-kindheit-auf-dem-land-und-in-der-stadt-zwischen-regeln-und-rebellion/ Die Geschichte an der Ausfallstraße: Gesellschaftliche Konventionen und Reflexion Eine Anekdote aus Gordians Kindergarten-Zeit macht nach der obligatorischen Bierverkostung den Auftakt: Die Kinder überquerten damals eigenständig die vierspurige B73 am Stadtrand mit ausgestreckter Hand – so wie sie es gerade im Verkehrsunterricht gelernt hatten. Die Ampel, hundert Meter weiter, wurde übersehen. Denn die Kinder hatten die Regel angewendet... Kinder lernen zuerst die gesellschaftlichen Konvention, versuchen sie anzuwenden, scheitern – und lernen dann, dass Konventionen vom Kontext abhängen. Dorf vs. Stadtrand: "It takes a village to raise a child" Gordian wuchs im Stadtrand auf, Jan in dörflicheren Verhältnissen. In Jans Dorf kannte jeder seinen Namen. Als er den Kindergarten verließ, musste er allein nach Hause – mit fünf Mark Taschengeld für den Imbis unterwegs. Nachbarn passten informell auf ihn auf. Das zitiert Hillary Clintons berühmten Satz: "It takes a village to raise a child" – eine ganz andere Erziehungsform als die heutige isolierte Kernfamilie oder die überbehütete Stadtkindheit. Schulwege, Sperrmüll und Raumschiffe Nach der Kindergarten-Zeit war eines der größten Abenteuer der Grundschulzeit der Sperrmüll. Aus Armaturen werden Raumschiffe und andere Kreationen. Diese Phase der unbeobachteten, selbstgesteuerten Kreativität war prägend – während heutige Kinder viel stärker behütet werden, weil der Verkehr so zugenommen hat. Obwohl: Laut einer Statistik verunglückten in den 1980ern zehn mal mehr Kinder im Straßenverkehr tödlich als heute. Das widerspricht einem weit verbreiteten Gefühl: dass Kinder früher freier und ungefährlicher lebten. Kulturgeschichte: Jugendmode, Cronenberg und die Beatles Weiter geht es in die Jugend. Die Jugenderinnerungen führt uns dann weiter zu Jugendmode, Existenzialismus, Beatnik, William S. Burroughs und den Beatles. Burroughs lässt uns einen Abstecher zu seinem Werk Naked Lunch und der Verfilmung David Cronenbergs machen – ein Film mit surrealistischen, schleimigen Bildwelten, Käfern, die Schreibmaschinen sind, und außerirdischen Wesen. Abschließend betrachten wir den Beatles-Song "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" und dessen kulturelle Bedeutung, einschließlich des Zusammenhangs zu den Red Baron und Flying Circus. In dieser Episode erfährst du: - Die Verkehrsregel-Anekdote: Wie Kinder gesellschaftliche Regeln lernen, anwenden und am Kontext scheitern – und wachsen - Statistik trifft Gefühl: Die unbeobachtete, selbstgesteuerte Kreativität und Freiheit in den 1980ern? Warum es damals gefährlicher für Kinder war. - Village-Erziehung: Der Unterschied zwischen Dorf-Kindheit und Stadtkindheit - Cronenbergs Filmwelten: Was "Naked Lunch" und andere seiner Filme zu so besonderen Kino-Erlebnissen macht - Kulturgeschichte: Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band, der Flying Circus des 1. Weltkriegs und die psychologische Wirkung von Kulturprodukten auf die Kindheit Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder in deiner Podcatcher-App, lass uns gerne einen Like da und teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren von deinen eigenen Abenteuern aus der Kindheit. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören. Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628 Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts Diskutier mit uns auf Bluesky: https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social

    53 min
  4. VZ144 Der Wandel der Ämter – Wenn Bürger zu Kunden werden

    JAN 15

    VZ144 Der Wandel der Ämter – Wenn Bürger zu Kunden werden

    Die Semantische Verschiebung: Von Bürger:innen und Kund:innen In dieser Folge befassen sich Gordian und Jan mit einem zunächst unscheinbaren, aber grundlegenden Problem: Der Sprachgebrauch ändert sich. Behörden sprechen nicht mehr von „Bürgern", sondern oft von „Kunden". Das klingt modern, kundenorientiert und servicefreundlich – ist aber konzeptionell eine bedeutende, vielleicht sogar gefährliche Verschiebung. Eine Bürger:in hat keine Wahlfreiheit. Man kann sich seine Verwaltung nicht aussuchen. Eine Kund:in hingegen wählt ihre Anbieter. Die Umbenennung suggeriert also etwas, das nicht so ist: dass die Bürger:in Wahlmöglichkeiten hat. Gleichzeitig entspricht das der Neoliberalisierung öffentlicher Verwaltung – der Gedanke, dass jeder Service „kundenfreundlich" sein muss, führt zu einer schleichenden Privatisierung von Verwaltungslogik. Gebündelte und proaktive Verwaltung: Das Ideal Echte Kundenfreundlichkeit müsste mehr liefern. Zum Beispiel proaktive Verwaltung: Der Staat weiß, dass eine Bürger:in nach einem Umzug ihre Adresse in mehreren Systemen ändern muss, Oder dass Eltern nach einer Anspruch auf Kindergeld, ggf. Elterngeld und ein Jahr später auf einen Kitaplatz haben. Statt die Bürger:in mehrfach zum Antrag zu zwingen, macht die Verwaltung das proaktiv Digitale Services funktionieren als Dienst, nicht als Hürde Oder Bündelung von Ressourcen: Die Stadt Hamburg zeigt seit den 1990er-Jahren, dass eine zentrale IT-Bündelung der Digitalisierung und der Digitalisierungsprojekte Koordination und Effizienz schafft. Doch im Bund lief es bis vor einem Jahr anders. Das Zentralisierungs-Dilemma: Woran der Wandel scheitert In diesem Beispiel tritt das Kernproblem des Verwaltungswandels zutage: Mehrere Ministerien waren bis vor einem Jahr für ein Thema – die Digitalisierung – zuständig. Aber keins hatte Budget und Verantwortung für die gesamte Digitalisierung. Das Verkehrsministerium, das Wirtschaftsministerium, das Innenministerium – alle hatten „ein bisschen" mit Digitalisierung zu tun. Das Ergebnis: Keine zentrale Steuerung Kompetenzen und Budgets bleiben verteilt Projekte scheitern an fehlender Koordination Der Wandel gerät ins Stocken statt zur Verbesserung Dieser Wandel umfasst also ein echtes Macht- und Verteilungsproblem. Hier sind Minister Wildberger und das neu geschaffene Digitalisierungsministerium in der Pflicht. [Disclaimer: Wir haben die Aufnahme vor der letzten Bundestagswahl gemacht. Der Hinweis zum Digitalisierungsministerium haben wir nachträglich eingesprochen und die beispielhafte Aufteilung auf die drei Ministerien als Rückblick dargestellt. Inhaltlich hat sich nichts weiter verändert.] In dieser Episode erfährst du: Der semantische Fehler: Was die Umbenennung von Bürger zu Kunde bedeutet Proaktive vs. reaktive Verwaltung: Wie ein moderner Staat seine Bürger unterstützen könnte Das Zentralisierungs-Paradoxon: Warum mehrere Ministerien oder Behörden für ein Thema zu keinem Erfolg führen können Hamburgs Erfolgsmodell: Wie eine zentrale IT-Bündelung seit den 1990ern funktioniert und nun als Vorbild für den Bund steht Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder auf YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren oder auf Bluesky von deinen Erfahrungen mit digitaler Verwaltung, Behördengängen und der Frage, ob du dich als Bürger:in oder Kund:in siehst – Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören. Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628 Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts Diskutier mit uns auf YouTube oder auf Bluesky: https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social

  5. VZK40 Die neuen Journalisten: Wenn Klicks wichtiger als die Wahrheit werden

    JAN 2 · BONUS

    VZK40 Die neuen Journalisten: Wenn Klicks wichtiger als die Wahrheit werden

    Wir starten entspannt in diese Klassikfolge mit einem Blick in den Kühlschrank: Lohnt sich der Bier-Versandhandel oder geht dabei das Einkaufserlebnis verloren? Bei der Verkostung eines überraschend fruchtig-herben Craft Beers stellen wir fest, dass manche Genussmomente – genau wie gute Geschichten – Zeit und Muße brauchen. Die neuen Journalisten: Showmaster oder Aufklärer? Im Hauptteil der Folge dreht es sich um den tiefgreifenden Umbruch in der Medienwelt. Am Beispiel der Bundespressekonferenz – jenem Ort, an dem Regierung und Journalisten aufeinandertreffen – analysieren wir den Unterschied zwischen alter und neuer Schule. Wir sprechen über Akteure wie Tilo Jung („Jung & Naiv“) und Boris Reitschuster, die das klassische Frage-Antwort-Spiel aufbrechen. Doch geht es dabei noch um echte Antworten oder längst um die perfekte Inszenierung für den eigenen YouTube-Kanal? Wir diskutieren, wie Provokation und „Triggerwörter“ genutzt werden, um Reaktionen zu erzwingen, und ob die Kamera im Raum das Verhalten aller Beteiligten verändert. Zwischen Klickzahlen und Wahrheit Es geht um die Ökonomie der Aufmerksamkeit: Wenn Zeitungsauflagen sinken und Social Media die Währung bestimmt, gerät der Journalismus unter Druck. Wir debattieren über die Gefahren des modernen „Storytellings“, bei dem die gute Geschichte manchmal wichtiger wird als die nackten Fakten – ein Phänomen, das im Fall Relotius einen traurigen Höhepunkt fand. Brauchen wir wieder mehr Nüchternheit und Respekt vor dem Fakten-Handwerk? Diese Folge ist eine Einladung, über die Qualität unserer Informationen nachzudenken. In dieser Episode erfährst du: Wie „neue Journalisten“ wie Tilo Jung die politische Berichterstattung durch Inszenierung verändern. Warum die Digitalisierung den Druck erhöht, Nachrichten emotionaler und klickstärker zu verpacken. Weshalb das „Storytelling“ im Journalismus ein zweischneidiges Schwert ist (Stichwort: Relotius). Ob der Trend zur Social Media-Performance die sachliche politische Debatte gefährdet. Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube! Teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deiner Meinung: Bevorzugst du nüchterne Fakten oder darf Journalismus auch mal unterhalten?

    1h 3m
  6. VZ143 Helden, Social Media und Jugend – Kultur im Wandel

    12/19/2025

    VZ143 Helden, Social Media und Jugend – Kultur im Wandel

    #vzzzPodcast-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2025/12/19/vz143-helden-social-media-jugend-kultur-im-wandel/ In Folge 143 des Podcasts „Von Zeit zu Zeit" nehmen euch Gordian und Jan mit auf eine Reise durch antike Heldenbilder, moderne Social-Media-Kulturen und gesellschaftliche Veränderungen – von altgriechische Helden über Spider-Man bis hin zu TikTok und Bluesky - und der Frage, was Heldentum heute noch bedeutet. Helden gestern und heute Wir starten das Gespräch mit der berühmten Laokon-Gruppe aus der griechischen Mythologie und es entwickelt sich schnell zur Frage: Was macht einen Helden aus? Während antike Helden wie Theseus besondere Fähigkeiten hatten und sich gefährlichen Herausforderungen stellten, die oft tragisch endeten, funktionieren moderne Helden anders. Superhelden wie Spider-Man, Batman oder Superman tragen zwar noch tragische Elemente in sich, doch aktuelle Serienhelden setzen eher auf Inselbegabungen – fotografisches Gedächtnis, besondere Kombinationsgabe oder übernatürliche Kräfte – ohne die existenziellen Entscheidungen klassischer Heldenfiguren. Wir diskutieren, wie Heldenbilder gesellschaftliche Zustände spiegeln: In den 1980ern stand der mühsame Aufstieg oder hartes Training im Vordergrund (Rocky), heute dominieren Charaktere, die ohne große Anstrengung anerkannt werden (wollen) – ein Spiegel unserer Kultur.​ Social Media, Bluesky und die Medienlandschaft Ein zentraler Teil dieser Folge widmet sich der aktuellen Social-Media-Landschaft, insbesondere dem Aufstieg von Bluesky als Alternative zu Twitter/X und Facebook. Gordian reflektiert über die Verschmelzung seiner bisher getrennten Online-Communities und die Herausforderungen, die entstehen, wenn man plötzlich Bekannte aus verschiedenen Lebensbereichen auf einer Plattform trifft. Wir beleuchten auch kritisch, wie Social Media funktioniert: Plattformen wie TikTok, Instagram oder Facebook kuratieren Inhalte algorithmisch, um Nutzer:innen möglichst lange zu binden – nicht um zu informieren. Die Frage nach Pressefreiheit, demokratischen Strukturen und der Rolle von Medien in einer zunehmend von Algorithmen gesteuerten Informationslandschaft zieht sich durch die Diskussion.​ Kulturelle Reflexion und gesellschaftlicher Wandel Wir beginnen erst zum Ende hin mit unserer obligatorischen Bier-Verkostung und werfen anschließend noch einen Blick auf kulturelle Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, von der Reichseinigung Deutschlands 1871 und ihren Auswirkungen auf Frankreich bis hin zur Frage, ob wir in einer Phase des demokratischen Wachstums oder Rückschritts leben. Besonders spannend: die Diskussion darüber, wie Kunst und Medien gesellschaftliche Bedürfnisse widerspiegeln und wie unterschiedlich Demokratien weltweit funktionieren.​ Die Folge verbindet dabei große gesellschaftliche Fragen mit persönlichen Reflexionen – ein Format, das zeigt, wie Popkultur, Geschichte und Alltagsmomente zusammenhängen. In dieser Episode erfährst du: - Warum antike und moderne Helden so unterschiedlich sind und was das über unsere Gesellschaft aussagt - Wie Social-Media-Plattformen wie Bluesky, TikTok und Co. unsere Informationskultur prägen - Welche Rolle Algorithmen bei der Kuratierung von Inhalten spielen und warum „Social Media" nicht gleich „Medien" ist - Warum Pressefreiheit und demokratische Strukturen in Zeiten von KI und Algorithmen neu gedacht werden müssen Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder Youtube, teile diese Folge mit Freund:innen. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören. Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628 Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts Diskutiert mit uns auf YouTube oder auf Bluesky: https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social

    1h 2m
  7. VZK39 Fairytale of New York: Irlands berühmteste Weihnachtstragödie analysiert

    12/05/2025 · BONUS

    VZK39 Fairytale of New York: Irlands berühmteste Weihnachtstragödie analysiert

    vzzzPodcast-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2025/12/05/vzk39-fairytale-of-new-york/ Fairytale of New York von den Pogues wurde im November 1987 veröffentlicht und mixt Irish Folk mit Weihnachtslied-Sound. Es ist ein etwas anderes Weihnachtslied. Neben der rauen Stimme von Sänger MacGowan singt Kirsty MacColl den weiblichen Part eher melodisch. Das heißt aber nicht, dass sie nicht austeilen kann: Musikgeschichte und Weihnachtskult Diese #vzzzPodcast-Folge analysiert das berühmte Musikstück „Fairytale of New York“ von den Pogues und Shane MacGowan – einem Song, der in Irland und England als Inbegriff von Weihnachten gilt, aber weit mehr erzählt als festliche Stimmung. Wir beginnen mit persönlichen Anekdoten über die Pogues und die Verbindung des Songtextes mit typisch irischen Traditionen: rauen Kneipennächten, der Rolle von Alkohol in der Selbstinszenierung von Songwritern und der Melancholie irischer Geschichten.​ Das Setting: New York, Polizei und Weihnachten Im Song geht es um ein Paar, das aus Irland stammt, das Weihnachten getrennt verbringt. Der männliche Protagonist landet nach einer durchzechten Nacht im „Drunk Tank“ – der Ausnüchterungszelle in New York. Die „Boys of the NYPD Choir“ im Refrain symbolisieren die kulturelle Verflechtung zwischen Irland und der US-Ostküste; viele Polizisten stammen von irischen Einwanderern ab. Die toxische Beziehung und die Sprache des Liedes Die Dynamik von Fairytale of New York ist von einer toxischen Beziehung geprägt: beide Liebenden streiten sich heftig, beschimpfen sich mit harten Worten – und dennoch bleibt zwischen ihnen eine tiefe Verbundenheit. Die Komplexität der Beziehung wird musikalisch und textlich durch einen Wechsel von aggressiven Duetten und versöhnlichen Rückblenden ausgedrückt. Besonders auffällig ist die Mischung aus derben Schimpfwörtern, Melancholie und dem Wunsch nach Versöhnung im Weihnachtsrahmen. Weihnachtskultur im Vergleich In dieser #vzzzPodcast-Folge wird das Lied auch kulturgeschichtlich eingeordnet und mit deutschen und amerikanischen Weihnachtsbräuchen verglichen: Während „Fairytale of New York“ in Irland für ausgelassenes Feiern und ironische Distanz steht, dominiert in Deutschland oft Schwermut und Ritualisierung. Die Folge illustriert, wie Musik und Gemeinschaft Rituale neu definieren können. In dieser Episode erfährst du: - Wie Irland den Weihnachtskult international geprägt hat - Was „Fairytale of New York“ über Liebe, Streit und Sehnsucht erzählt - Welche Rolle Alkohol und Polizei im Song und seiner Geschichte spielen - Warum das Lied eine einzigartige Brücke zwischen Irland, New York und Weihnachten baut - Wie Weihnachtsmusik Identität und gesellschaftliche Dynamik beeinflusst Abonniere unseren Podcast auf Spotify, YouTube, Apple oder überall wo es Podcasts gibt. Lass uns gern in den YouTube-Kommentaren oder bei Bluesky wissen, welches Weihnachtslied für dich dazugehört. Teile diese Episode gerne mit anderen – denn gute Gespräche beginnen beim Zuhören. https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628 https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social

    36 min
  8. VZ142 Mach es nicht selbst – Warum Verwaltung Leistung besser einkauft

    11/21/2025

    VZ142 Mach es nicht selbst – Warum Verwaltung Leistung besser einkauft

    #vzzzPodcast-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2025/11/21/vz142-mach-es-nicht-selbst-warum-verwaltung-leistung-besser-einkauft/ Make or buy? In dieser Folge diskutieren Gordian – hier als erfahrener Verwaltungmitarbeiter – und Jan – hier als kritischer Bürger – praxisnah die Frage, ob Kommunen und Städte grundlegende Infrastruktur wie Softwarelösungen und andere Dienstleistungen besser selbst entwickeln oder besser einkaufen sollten. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele öffentliche Dienstleistungen – von der Baumgenehmigung bis zur Unternehmensgründung – auf relativ standardisierten Lösungen basieren. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob eigens angestellte Softwareentwickler bei Städten eine nachhaltigere Lösung wären oder ob die Auslagerung an spezialisierte Unternehmen wirtschaftlich und organisatorisch geboten ist. Beispiel Hamburg Die Sprecher erörtern die Herausforderungen bei Ausschreibungen und Vergaben, die Risiken und Flexibilitätsprobleme beim Einkauf von Software und Dienstleistungen sowie die Notwendigkeit, Spezialistentum zu bündeln – etwa so, wie es Immobilienmanagement-Unternehmen für Städte tun. Eine Parallele zur Hamburger Elbphilharmonie illustriert anschaulich die Fallstricke von Großprojekten in der öffentlichen Hand. Spezialisierung als Schlüssel für Zukunftsfähigkeit Das Gespräch reflektiert, wie Outsourcing in Verwaltung ein modernes Prinzip ist, das die Effizienz steigert und Fehlerquellen minimiert. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen, wie viel Vertrauen erforderlich ist, um Spezialisten einzukaufen. Arbeitswelt Verwaltung Zusätzlich wird auf Motivation, Arbeitskultur und Gehalt in der Verwaltung eingegangen: Warum zieht es Top-Entwickler und -Juristen oft nicht in Jobs der Verwaltung – und wie schlägt sich das auf die Wahl zwischen Eigenentwicklung und Zukauf nieder? Die Diskussion bleibt dabei stets nah am Arbeitsalltag städtischer Verwaltungen und vermittelt durch persönliche Anekdoten und den einleitenden lockeren Craftbier-Talk ein authentisches Bild öffentlicher Entscheidungsprozesse. Kernfragen Wann lohnt sich Eigenentwicklung in der Verwaltung, wann ist externes Zukaufen sinnvoll? Welche Rolle spielen Spezialisierung und Marktmechanismen bei Software und Immobilien? Was bedeutet „kritische Infrastruktur“ für Kommunen heute? Wie könnten Ausschreibungen und Verträge Risiken ausgleichen? Welche kulturellen Unterschiede gibt es im öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft? Warum ist Motivation und Haltung im Arbeitsleben entscheidend? Gesellschaftspolitische Einordnung Gordian und Jan verknüpfen die Verwaltungserfahrung mit aktuellen gesellschaftlichen Themen wie Digitalisierung, Urbanität und demokratische Teilhabe. Die Episode bietet kritische Medienreflexion und humorvolle Alltagsbeispiele, um komplexe Fragen greifbar zu machen und verschiedene Perspektiven zu beleuchten. In dieser Episode erfährst du Warum Outsourcing für Städte und Verwaltungen oft sinnvoller als Eigenleistung ist Wie Vertragsverhältnisse die Softwarewahl beeinflussen Welche Alltagsprobleme durch fehlende digitale Expertise entstehen Warum Mietmodelle bei Immobilien für Städte attraktiv sind Wie die Elbphilharmonie zum Sinnbild für Behördenprojekte wurde Wie politische Kultur Entscheidungsprozesse in der Digitalisierung beeinflusst Wenn dich gesellschaftliche Themen mit Haltung, Witz und Tiefgang interessieren, abonniere unseren Podcast auf Spotify, Apple Podcasts, YouTube oder deiner Lieblings-App! Teile diese Episode gerne mit Freund:innen – denn gute Gespräche beginnen beim Zuhören.

    1h 8m

About

Gordian und Jan sprechen über die Themen, die sie gerade beschäftigen.