Rechtsmedizin - Dichtung und Wahrheit

Marcel Verhoff, Vanessa Nischik

In Rechtsmedizin - Dichtung und Wahrheit klären Prof. Marcel Verhoff vom Universitätsklinikum Frankfurt und Vanessa Nischik zum einen die Klischees auf, die der Rechtsmedizin als solche und dem Beruf Rechtsmediziner anhaften und geben zum anderen einen realen Einblick in den Alltag eines Rechtsmediziners. Sie sprechen über Erfahrungen, Emotionen, Gerichtsprozesse und natürlich über wahre Fälle.

  1. Vom Blutzspritzer zum Täter - Blutspurenmuster-Verteilungsanalyse mit Mattias Kettner

    02/18/2022

    Vom Blutzspritzer zum Täter - Blutspurenmuster-Verteilungsanalyse mit Mattias Kettner

    Blut - Für einige ist der Anblick von nur wenigen Tropfen gar so schlimm, dass sie ohnmächtig werden. Andere wiederum schauen genauestens hin und interpretieren Spurenmuster an Tatorten. Ob als Tropfen, Spritzer, Backspatter, Schuhabdruck oder in Form von Schmier- oder Wischspuren - Blutspuren gelten als wichtige Puzzlestücke bei der Rekonstruktion einer Tat und spielen häufig vor Gericht eine entscheidende Rolle. Mit Hilfe der Blutspurenmuster-Verteilungsanalyse kann ein Tathergang oftmals besser rekonstruiert werden als durch manch einen Zeugen. In welcher Position hat sich das Opfer bei der Tat befunden? Was könnte die Tatwaffe oder das Tatwerkzeug sein? Handelt es sich bei dem Kopfschuss um einen Suizid oder doch um eine Tötung? Das und vieles mehr kann anhand der Interpretation von Blutspurenmustern herausgefunden werden. Ein Spezialist auf diesem Gebiet ist Mattias Kettner. Er ist Stellvertretender Direktor des rechtsmedizinischen Instituts in Frankfurt und beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Blutspurenmuster-Verteilungsanalyse. Mit ihm sprechen wir über Blutuntersuchungen in der Rechtsmedizin, was Blutspuren etwas über einen Tathergang, den Täter selbst und sein Tatwerkzeug verraten, und wie sogar unsichtbare Spuren wieder sichtbar gemacht werden können. Wir schauen uns Blutspurenmuster bei stumpfer und scharfer Gewalt an, und inwiefern Blutspuren zur Beantwortung der häufig relevanten Frage, ob es sich um einen Suizid oder Fremdverschulden handelt, beitragen können.

    1h 25m
  2. Auf Identitätssuche - Die Identifizierung der Tsunami-Opfer

    12/31/2021

    Auf Identitätssuche - Die Identifizierung der Tsunami-Opfer

    Weihnachten unter Palmen - Ein Traum, der vielen Touristen im Jahr 2004 zum Verhängnis wurde: Ein außergewöhnlich starkes Beben vor Indonesien löste im Indischen Ozean bis zu zehn Meter hohe Wellen aus. Rund 230 000 Menschen riss der Tsunami in den Tod, darunter 543 Deutsche. Die Zahl der Vermissten bleibt bis heute ungeklärt. Inzwischen sind 17 Jahre vergangen. In unserer (aus technischen Gründen verspäteten) Weihnachtsfolge geht es um die Identifikation Verstorbener bei großen Schadensereignissen bzw. Naturkatastrophen wie der des Tsunamis und grundsätzliche Identifikationsmethoden.  Damals reisten 630 Spezialisten des BKA im Rahmen der Identifizierungskommission in die vom Tsunami verwüsteten Gebiete. Bei ihrem Einsatz dort ging es jedoch weniger darum, die individuellen Todesursachen herauszufinden, sondern die große Anzahl Verstorbener zu identifizieren. Wir sprechen darüber, wie die interdisziplinären Teams der IDKO zusammengestellt sind, bei welchen Ereignissen die IDKO ausrückt, und welches Katastrophenszenarium die größte Herausforderung in Bezug auf die Identifikation darstellt. Wir klären, ob Ertrinken tatsächlich todesursächlich bei Opfern einer Flutkatastrophe ist, wie man stark fäulnisveränderten oder mumifizierten Leichen Fingerabdrücke abnehmen kann, und welche die wirklich sicherste Identifikationsmethode ist.  Zudem beschäftigen wir uns mit der Situation der Rechtsmedizin in Thailand, ob es ein Leichtes ist, dort den „perfekten Mord“ zu begehen und wie Obduktionen in einem Land durchgeführt können, an dem für gewöhnlich gar keine solchen vorgesehen sind.

    1h 27m
  3. Tatort Radiologie - Die forensische Bildgebung

    11/19/2021

    Tatort Radiologie - Die forensische Bildgebung

    In Episode 41 sprechen wir über postmortale Bildgebung, deren Bedeutung für die Rechtsmedizin bzw. die Leichendiagnostik, und wie die moderne Zusammenarbeit von Radiologen und Rechtsmedizinern in der Schweiz und Deutschland aussieht.  Am Uniklinikum in Frankfurt am Main besteht seit einigen Jahren eine Kooperation der forensischen radiologischen Bildgebung zwischen dem Institut für Interventionelle und Diagnostische Radiologie (Direktor Prof. Dr. T. Vogl) und dem Institut der Rechtsmedizin.  Die forensische radiologische Bildgebung kann einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung komplexer Sachverhalte leisten und dient der rechtsmedizinischen Aufarbeitung. Dieses moderne Verfahren findet sowohl postmortal als auch an lebenden Patienten forensische Anwendung. In der klinischen Rechtsmedizin können bereits vorliegende, notfallmäßig entstandene Bilder für die Rekonstruktion der Verletzungen verwendet werden. Eine weitere Rolle spielt die Radiologie im Rahmen der forensischen Altersdiagnostik an Lebenden. Schon etwa ein Jahr nach Entdeckung der Röntgenstrahlung durch Wilhelm Conrad Röntgen, wurden die nach ihm benannten Strahlen bereits für forensische Fragestellungen eingesetzt. In den vergangenen Jahren wurden auf diesem Gebiet enorme wissenschaftliche und technische Fortschritte erreicht. Insbesondere die postmortale Computertomografie ergänzt seit einiger Zeit die klassische Obduktion bei bestimmten Fragestellungen, wie bei der Suche nach Fremdkörpern (z.B. Projektile, abgebrochene Messerspitzen oder Spritzen), (bereits abgeheilten) Frakturen oder auch von Gasen, vor allem bei der Frage nach dem Vorliegen eines Pneumothorax oder einer Luftembolie. Gerade bei Delikten, bei denen es erst Jahre später zu neuen Erkenntnissen kommt, dient eine postmortale CT der Rekonstruktion - So können z.B. Verletzungen, wie feinste Knochenbrüche, mit dem neu gefundenen vermeintlichen Tatwerkzeug abgeglichen werden. In unserer neuen Folge befassen uns mit Fragen, wie: Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Röntgen, CT, MRT und PMCTA? Worin besteht der Vorteil einer postmortalen CT gegenüber konventionellem Röntgen? Gibt es bei den „Generationen der Staatsanwaltschaft“ unterschiedliche Ansichten bezüglich der Anordnung einer postmortalen CT? Lässt man das Herz eines Leichnams bei einer postmortalen CT-Angiographie für kurze Zeit wieder schlagen?

    1h 2m

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In Rechtsmedizin - Dichtung und Wahrheit klären Prof. Marcel Verhoff vom Universitätsklinikum Frankfurt und Vanessa Nischik zum einen die Klischees auf, die der Rechtsmedizin als solche und dem Beruf Rechtsmediziner anhaften und geben zum anderen einen realen Einblick in den Alltag eines Rechtsmediziners. Sie sprechen über Erfahrungen, Emotionen, Gerichtsprozesse und natürlich über wahre Fälle.