Wahlkreis Ost - Der Politik-Podcast aus Leipzig

Mitteldeutscher Rundfunk

Was bewegt den Osten und was sagt das über Deutschland aus? Warum tickt er anders, warum wählt er anders? Was bedeutet es wiederum für die Menschen zwischen Rügen und Erzgebirge, was in der Hauptstadt ausgehandelt und beschlossen wird. Dieser Podcast erklärt politische und gesellschaftliche Ereignisse, ordnet Debatten ein und sucht nach den Geschichten hinter den Schlagzeilen. Mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft werden Zusammenhänge verständlich gemacht und Perspektiven eröffnet, die im täglichen Nachrichtenstrom oft zu kurz kommen. Alle 14 Tage neu, immer freitags.

  1. Sep 7

    Das AfD-Beben von Sachsen-Anhalt: Wer regiert jetzt?

    Die Wahl in Sachsen-Anhalt hat ein politisches Beben erzeugt, das Deutschland nachhaltig verändern könnte. Aber wer wird nun regieren? Das ist am Tag nach der Wahl völlig unklar. "Es wird verdammt kompliziert", sagt die MDR-Korrespondentin für Sachsen-Anhalt, Doreen Jonas. Dem Land stehe ein harter Ritt bevor. Denn noch ist völlig unklar, wie bei einer Ministerpräsidentenwahl im Landtag eine Mehrheit zustande kommen soll. Ulrich Siegmund will regieren und hat mit diesem fulminanten Ergebnis den ersten Zugriff. Er will es aber nur versuchen, wenn er eine klare Mehrheit hinter sich hat. Wie die zustande kommen soll, bleibt offen. Siegmund scheint auf Abweichler bei der CDU zu hoffen. Und auch beim BSW können sich einige eine Zusammenarbeit offenbar vorstellen. Fest steht bereits jetzt: Sachsen-Anhalt hat Geschichte geschrieben. Das Land ist politisch gespalten. Viele Menschen gibt der AfD-Sieg Hoffnung. Andere trifft das blanke Entsetzen. Und: Der tragische Held dieser Geschichte heißt Sven Schulze. Wird er zurücktreten?Im zweiten Teil des Podcasts spricht Host Malte Pieper mit dem Satiriker Ingmar Stadelmann und dem Politikwissenschaftler Christoph Meißelbach über die Wahl und die Folgen. Stadelmann sagt mit ironischem Unterton: "Die gute Nachricht ist: Die Menschen glauben an die Demokratie. 80 Prozent gehen wählen." Die Wahl sei vielleicht eine Art Brexit- oder MAGA-Moment für Deutschland. Der Ball liege nun bei Herrn Siegmund. Dessen Partei sei präsent und modern, wie keine andere. Meißelbach kann nicht nachvollziehen, wie ratlos die anderen Parteien nach der Wahl wirken. Die Situation, die nun eingetreten sei, habe sich seit Jahren abgezeichnet. Und trotzdem habe niemand ein Mittel. Das müsse sich ändern. Jeder von uns müsse seine Haltung hinterfragen. Dabei geht es in dieser Folge auch um die Frage, ob Deutschland eine Paartherapie braucht.Podcast-Tipp: 0630 - der News-Podcast*Hinweis der Redaktion: Wir hatten im zweiten Teil der Aufzeichnung technische Probleme mit der Leitung zu Ingmar Stadelmann. Wir bitten das zu entschuldigen.Wie es nach der Wahl in Sachsen-Anhalt weitergeht, das verfolgen wir weiter. Die nächste Folge von Wahlkreis Ost wird es deswegen schon am Freitag, dem 11. September, geben. Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.

  2. Aug 23

    Die Wirtschaftspläne der AfD: "Ein Luftschloss" | Mit Reint Gropp

    Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist nicht gut. Das spielt auch im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt eine Rolle. Doch welche Partei hat die richtigen Ideen, um die Wirtschaft zu stärken? Darüber spricht Host Malte Pieper in dieser Folge des Podcast "Wahlkreis Ost" mit jemandem, der es wissen muss: Zu Gast ist Reint Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle.Gropp sagt, Sachsen-Anhalt könne wirtschaftlich durchaus punkten. Es habe gute Universitäten und locke Unternehmensansiedlungen mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien. Die Stimmung sei dennoch miserabel und das habe viel mit Bundeskanzler Merz und der Lage in Berlin zu tun. Und mit einem mangelnden Selbstbewusstsein. Vom sachsen-anhaltischen Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) würde er sich eine Vision für die Zukunft wünschen. Der trete aber im Wahlkampf viel zu defensiv auf. Die AfD biete dagegen zumindest eine Zukunftsperspektive, auch wenn die wirtschaftlich wenig Sinn mache. "Ein Luftschloss", so Gropp zu den zahlreichen Maßnahmen, die die AfD plant. Die kosteten viel, brächten aber wenig. Zudem sei unter der AfD mit einem noch massiveren Fachkräftemangel zu rechnen, weil Menschen mit Migrationshintergrund wegziehen würden. Die Leidtragenden seien paradoxerweise vor allem jene Menschen, die die AfD wählten.Podcast-Tipp: "Marinics Freiheit"Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.

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