Kreuz und Flagge

Annika Brockschmidt

Am 6. Januar 2021 stürmte ein wütender Mob das Kapitol. Sie trugen Kreuze, “Jesus Saves”-Flaggen und beteten, während sie Mitgliedern des Kongresses nach dem Leben trachteten. Was ist dieser Christliche Nationalismus, der an diesem Tag das Herzstück der amerikanischen Demokratie einnahm? Was glauben diese Leute und weshalb? Wie denken sie? Und wie mächtig ist die Religiöse Rechte in den USA? Diesen Fragen gehe ich in “Kreuz und Flagge” auf den Grund, mithilfe zahlreicher Expert*innen aus den Gebieten der Religionswissenschaft, Geschichte, Soziologie, Jura und Politikwissenschaft.

  1. 02/12/2025

    Verfassungskrise - oder ausgehebelte Verfassungsordnung? mit Thomas Zimmer

    In der ersten Kreuz & Flagge Episode nach der Wahl ist Thomas Zimmer Special Guest - wir sprechen darüber, ob man in den USA noch von einer Verfassungskrise sprechen kann, oder ob wir schon einen Schritt weiter sind, und die Verfassungsordnung bereits ausgehoben ist.Wir analysieren den administrativen Staatsstreich, die rechts- und verfassungswidrige Übernahme von Bundesbehörden, eine entfesselte Exekutive, wer eigentlich am Ruder sitzt (Spoiler: alle Fraktionen der amerikanischen Rechten scheinen parallel das "Go" für ihren Angriff auf den administrativen Staat bekommen zu haben), welche (sich teils widersprechenden) Visionen die einzelnen Gruppen verfolgen - von den Project 2025 Leuten, über die Tech-Bro-Feudalisten-Riege bis zu den "America First" Nativisten um Stephen Miller. In dieser neuen Episode geht es auf der Basis dieses Textes für “Blätter für deutsche und internationale Politik” von Annika darum, ob es sich hier wirklich um eine reale Neupositionierung der Republikaner handelt. Inwiefern setzen sich alte Positionen unter neuem Label fort, was von diesem Re-Branding der GOP als “wahrer” Arbeiterinnenpartei ist nur PR-Beiwerk, was ist wirklich dran? Verändert sich gerade das Verhältnis der Republikaner zu Gewerkschaften - oder ist diese scheinbare neue “Solidarität” mit Arbeiter*innen doch an sehr enge Konditionen geknüpft? (Spoiler: Letzteres). Wer sind die “National Conservatives” wie Vance, die jetzt diese vermeintliche “Wende” einläuten und was wollen sie? Wie passt diese neue Inszenierung zu Vance’ rechtsextremen und traditionalistischen Verständnis von Heimat, Tradition und Familie - und wie funktioniert diese Politik mit seinem Bündnis mit Peter Thiel und anderen rechten Milliardären des Silicon Valley?

  2. 05/01/2024

    Campus-Proteste - mit Adrian Daub

    Wir sind, nach langer Pause, wieder da! Und auch diesmal dürfen wir den wunderbaren Adrian Daub als Special Guest dieser Episode begrüßen - wir sprechen mit ihm über die Demonstrationen an US-Universitäten gegen den Krieg in Gaza nach dem Hamas-Attentat am 7. Oktober, wie sich die Proteste entwickelt haben, wer daran teilnimmt und was gefordert wird. Adrian berichtet von der Situation am Campus in Stanford, Lukas von seinen Eindrücken des Protest-Camps an der Columbia. Wir thematisieren die Massen-Verhaftungen, Polizeigewalt gegen Studierende und Fakultätsmitglieder, antisemitische Vorfälle, Reaktionen darauf von Studierenden und von außerhalb des Campus - von der “Pundit Class” bis zu National-Guard-Fans Tom Cotton und Josh Hawley, sowie die bisherige Berichterstattung, und die sehr unterschiedlichen Formen verschiedener Universitäts-Leitungen, mit den Protesten umzugehen. Adrian liefert den historischen Kontext vom Einsatz von Staatsgewalt in Form von Polizei oder gar Militär an Universitäten der USA, und erklärt, weshalb die Eskalation der Columbia (und an anderen Unis) auch bei Fakultätsmitgliedern, die die Forderungen der Demonstrierenden nicht teilen, für Empörung gesorgt hat. Er berichtet von seinen Erfahrungen in den letzten Wochen und analysiert deutsche (aber auch US-amerikanische) Projektionen, die “den Campus” als Fläche benutzen - und was eigentlich dahinter steckt. (Hier findet ihr den erwähnten Essay aus dem Parapraxis Magazine zur politischen Konstruktion des “Campus” - und weshalb er in der Form, in der er im öffentlichen Diskurs oft erwähnt wird, gar nicht existiert.) Adrian schildert eine komplizierte Situation, und wie Stimmen von außerhalb der Universitäten versuchen, sowohl die US-Uni-Landschaft, als auch jüdische Studierende als Monolith darzustellen, und so die Analyse des Geschehens verzerren. Da es sich um eine current news Situation handelt: Wir haben die Episode am 29. April aufgenommen, daher ist sie auf dementsprechenden Nachrichtenstand. Hier findet ihr den erwähnten Twitter-Post von Prof. Dov Waxman. Hier der erwähnte Atlantic-Artikel von Michael Powell. Hier der Zeit-Campus Artikel von Lukas.

  3. 07/19/2023

    Die Republikanisierung der deutschen Politik?

    Annika und Lukas begrüßen den wunderbaren Adrian Daub als Special Guest dieser Episode - mit ihm sprechen sie darüber, ob wir eine Trumpisierung - oder eher Republikanisierung der deutschen Politik erleben, weshalb wir auch die amerikanische Rechte als Teil einer globalen rechten Bewegung verstehen müssen, über Cancel Culture als Moralische Panik, Abgrenzung zu Zensur und weshalb auch das “Cancel Culture” Narrativ im deutschen Konservatismus eigentlich nichts Neues ist. Es geht darum, wem das Schauermärchen von der Meinungsdiktatur eigentlich nützt, und wer es verbreitet - und wie sich die Akteur*innen, die es verbreiten von Land zu Land unterscheiden - während die Cancel Culture Stories in den USA vor allem auf die Op Ed Pages der New York Times und des Atlantics, aber vor allem auf riesigen Substacks angeblich “gecancelter” Pundits zu finden sind, ist die Erzählung in Deutschland in die großen Zeitungsressorts der etablierter Medien eingesickert. Wovon hängt es eigentlich ab, ob die “Cancel Culture” Panik außerhalb der USA Fuß fassen kann, und welche Rolle spielt die Beziehung des jeweiligen Landes mit den Vereinigten Staaten? Erleben wir gerade eine Enthemmung im deutschen Konservatismus? Was ist daran wirklich neu, und was haben wir über die Merkel-Jahre einfach vergessen? Und wie sollten Linke und Progressive auf die Erzählung von der “Cancel Culture” am besten reagieren? Außerdem: Grüße (ha!) an Ulf, Barmherzigkeit und weshalb Deutsche Amerika-Erklärer lieben (und die oft neue Daten nicht so gern mögen).

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Am 6. Januar 2021 stürmte ein wütender Mob das Kapitol. Sie trugen Kreuze, “Jesus Saves”-Flaggen und beteten, während sie Mitgliedern des Kongresses nach dem Leben trachteten. Was ist dieser Christliche Nationalismus, der an diesem Tag das Herzstück der amerikanischen Demokratie einnahm? Was glauben diese Leute und weshalb? Wie denken sie? Und wie mächtig ist die Religiöse Rechte in den USA? Diesen Fragen gehe ich in “Kreuz und Flagge” auf den Grund, mithilfe zahlreicher Expert*innen aus den Gebieten der Religionswissenschaft, Geschichte, Soziologie, Jura und Politikwissenschaft.

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