Am Morgen zieht es uns noch einmal kurz zum Distillery-Park, wo Valentin auf der neu eröffneten Baby Walk Bridge stolz seine Runden dreht. Pünktlich um 10:00 Uhr startet dort die erste Tour, bei der die Besucher bereits morgens drei Whiskeys und ein weiteres Getränk an der Bar verkosten können – in dieser historischen Brennerei wurde früher der berühmte Jameson abgefüllt, heute dient sie in Midleton allerdings primär als Show-Objekt für Touristen. Vor der Abfahrt wird noch die Entleerung der Toilette direkt am Parkplatz erledigt. Ein Auffüllen des Frischwassertanks wird jedoch bewusst gecancelt: Da es vor Ort nur einen einzigen Wasserhahn gibt, liegt der Verdacht nahe, dass dieser von vielen Reisenden auch zum Ausspülen der Toilettenkassetten genutzt wird. Da im Wohnmobil noch genügend Wasser vorhanden ist und am nächsten geplanten Stellplatz eine sicherere Quelle vermutet wird, bleibt der Tank vorerst unberührt. Zu Besuch bei Sam: Gasflaschen-Auffüllung mit Hindernissen Das Hauptziel des Vormittags ist eine Gas-Raffinerie, um die leere Gasflasche aufzufüllen. Gegen 10:30 Uhr klappt es im zweiten Anlauf. Sie werden überschwänglich von Sam, dem dortigen Security-Mitarbeiter, mit offenen Armen empfangen. Er freut sich riesig über die Rückkehr, outet sich als absolut kinder- und hundelieb und plaudert über seine Heimatstadt Midleton. Der geheime Klippenweg im Militärgebiet Um die Wartezeit von einigen Minuten zu überbrücken, empfiehlt Sam der Familie einen Spaziergang auf einem nahegelegenen Klippen-Aussichtsweg direkt an der Raffinerie vorbei. Mila kommt an die Leine, Valentin wandert in die Seitentrage. Der asphaltierte Weg führt bergauf, vorbei an Warnschildern, die vor Schießübungen mit scharfer Munition bei gehisster roter Fahne warnen. Vom Aussichtspunkt bietet sich ein grandioser Blick auf das Städtchen Cobh (auch Cove genannt). Ebenfalls im Blickfeld liegt Spike Island, eine ehemals berüchtigte Gefängnisinsel, die man heute von Cobh aus per Fähre besichtigen kann. Zurück am Wohnmobil wartet eine echte Überraschung: Die gefüllte Flasche wurde von den Mitarbeitern bereits bis vor die Wohnmobiltür geliefert. Der gesamte Service bei Calor Limited kostet 41,90 € – teurer als in Deutschland, aber mangels Alternativen in Irland vollkommen fair. Zum Abschied hat Sam dem kleinen Valentin sogar noch eine Schokorolle der Marke Wispa geschenkt, die aufgrund der extremen Hitze allerdings sofort im Kühlschrank deponiert werden muss. Aufbruch nach Cork: Die Parkplatzsuche & der Marina Market Nach einer kurzen Debatte über die schwierige Parkplatzsituation für Wohnmobile in Cork fällt die Wahl gegen den weit entfernten Stadion-Parkplatz (von dem aus man 40 Minuten laufen oder den Bus nehmen müsste). Stattdessen steuern sie den Parkplatz am Marina Market an. Der offizielle Parkplatz ist zwar komplett mit PKWs überfüllt und überall herrscht Parkverbot, doch mit viel Glück ergattern sie in einer Sekunde des Wendens genau in dem Moment eine Parklücke, als ein Lieferwagen wegfährt. Das Wohnmobil steht perfekt: mit Blick auf den Markt und den Fluss direkt im Rücken. Während Valentin im Fahrzeug schläft, wird die Lage gecheckt. Der Marina Market entpuppt sich als eine riesige, alte Großmarkthalle im industriellen Stil. Entgegen der Google-Rezensionen, die besagten, man solle sich warm anziehen, steht die Hitze in der Halle standesgemäß – bedingt durch die offenen Tore und die vielen brutzelnden Food-Stalls. In der Halle gibt es neben rund 30 Streetfood-Ständen auch kleine Bekleidungsläden und einen Bioladen Schließlich wird beim Griechen ein Lamm-Kebab im Pitabrot mit Pommes, Tzatziki und Salat für 12,00 € geholt. Der dazugehörige Abhol-Buzzer signalisiert schnell, dass das Essen fertig ist. Das Gericht schmeckt zwar lecker, ist für den Preis jedoch ein absolutes Leichtgewicht.