Camping und Abenteuer mit Kind und Hund – Familienreisen im Oldtimer-Wohnmobil

Stephan Stratmann

Wir sind als Familie mit Hund und Oldtimer-Wohnmobil unterwegs – und seit kurzem auch zum ersten Mal mit Baby. Nach einem Jahr Vollzeit-Leben im Camper nutzen wir ihn heute für spannende Touren quer durch Europa. Unsere längste Reise dauerte 12 Monate und führte uns durch 17 Länder, von Skandinavien über das Baltikum bis nach Südosteuropa und zurück. Danach folgten eine kürzere Tour durch Niederlandeund Belgien sowie eine Hochzeitstour nach England. Im Podcast teilen wir Erlebnisse, Abenteuer und Tipps zum Reisen mit Baby, Hund und Oldtimer-Wohnmobil. 👉 Mehr auf Instagram: @lida.the.camper

  1. 7h ago

    Abenteuer Ring of Kerry: Sonnenuntergang an den Kerry Cliffs, Delphine & Slea Head Drive zum Dunquin Pier | Ep. 52

    Start in Castletownbere & Stau im Nadelöhr Unser Tag beginnt auf dem kostenlosen Stellplatz in Castletownbere (auch Castletown Berry genannt). Trotz der überschaubaren Größe von knapp 1.000 Einwohnern herrschte im Hafenort ordentlich Trubel und geschäftiges Treiben. Nach einem kurzen Stadtbummel, der Nutzung der öffentlichen Toiletten und einem Spaziergang mit Valentin ging es zurück zum Wohnmobil. Landschaftstraum R571 & Ausflugstipps Schließlich schafften wir es auf die R571 entlang der nördlichen Seite der Beara-Halbinsel. Diese Strecke entpuppte sich als absoluter Traum – atemberaubende Blicke, strahlender Sonnenschein und fantastisches Wetter! Bevor wir uns auf den Weg Richtung Kenmare machten und schließlich auf die N70 abbogen. Kulinarischer Zwischenstopp: Fish & Chips im „Hungry Knight“ Nach gut anderthalb Stunden Fahrt machte sich der Hunger bemerkbar. In Sneem legten wir einen Stopp ein und steuerten das Restaurant Hungry Knight an. Während der Fisch mit hausgemachter Tartarsauce richtig lecker und frisch war, fielen die Pommes leider durch – sie waren nicht richtig durchgebacken (was auch der Nachbartisch durch volle Teller quittierte). Vor der Weiterfahrt stöberten wir noch durch einen lokalen Laden. Dort fanden wir für 5 € (statt der ursprünglichen 12,90 £) ein wunderschönes Buch über Irlands Traditionen und Landeskunde. Zudem gab es an diesem Tag noch familiäre Anlässe zu feiern: Per WhatsApp-Videoanruf gratulierten wir den Eltern zum Hochzeitstag. Rennen gegen die Uhr: Der Weg zu den Cliffs of Kerry Weiter ging die Fahrt über den berühmten Ring of Kerry. Auf dem Weg machten wir einen kurzen Halt am Kerry Lookout mit genialem Panoramablick auf die Beara-Halbinsel und die Küste. Doch die Zeit drängte: Google Maps zeigte für unser Tagesziel – die Cliffs of Kerry – eine Ankunftszeit von 17:52 Uhr an. Da die Tore laut Online-Informationen um 18:00 Uhr schließen, hieß es: Gas geben! Mit einem alten Oldtimer-Wohnmobil auf den welligen Straßen Irlands gar nicht so einfach. Zu schnelles Fahren bringt das Fahrzeug schnell zum Schaukeln. Dazu kommt, dass Busse auf der N70 entgegen dem Uhrzeigersinn fahren und Ausweichbuchten (Lay-bys) spärlich gesät sind. Punkt 17:59 Uhr erreichten wir schließlich die Schranke – nur um festzustellen, dass im Sommer tatsächlich bis 18:30 Uhr geöffnet ist! Exklusiver Sonnenuntergang & Magische Tierbeobachtungen Die Cliffs of Kerry befinden sich in Privatbesitz. Der Eintritt kostet 5 € pro Person (Kinder frei), für die Übernachtung mit dem Wohnmobil zahlt man 20 € für 24 Stunden ohne feste Checkout-Zeit. Während die meisten Camper unten auf der Rasenfläche standen, fuhren wir den steilen Schotterweg weiter hinauf direkt an die Klippenkante. Ab 18:30 Uhr schloss das Tor und wir hatten das Areal nahezu für uns allein. Der Sonnenuntergang um 21:44 Uhr war ein absolut atemberaubendes Erlebnis: Meeresleben: Neben Robben/Seelöwen spähten wir durch das Fernglas sogar die Rückenflossen von Delphinen im spiegelglatten Atlantik! Puffin Island: Auf der vorgelagerten Insel hofften wir auf Papageientaucher (Puffins). Da die Brutsaison Ende Juli jedoch ausläuft, waren leider keine Schwärme mehr zu sehen. Valentins erster Sonnenuntergang: Für den Kleinen war es der allererste bewusst erlebte Sonnenuntergang, den er gemütlich aus der Trage heraus bewunderte. Weiterfahrt nach Dingle & Slea Head Drive zum Dunquin Pier Nach dieser unvergesslichen Nacht an den Klippen ging die Reise weiter Richtung Dingle Peninsula. Wir steuerten das charmante Küstenstädtchen Dingle an und folgten von dort aus dem spektakulären Slea Head Drive. Die Panoramastraße schlingt sich eng an den Felsen entlang und bietet fantastische Ausblicke auf die Blasket Islands. Unser Ziel: der berühmte Dunquin Pier mit seinen dramatischen, ins Meer ragenden Felsformationen und dem ikonischen Zickzack-Weg hinab zur Anlegestelle – ein krönender Abschluss dieses Etappenabschnitts!

  2. 2d ago

    Wohnmobil-Missgeschicke, malerische Küstenstraßen am Wild Atlantic Way & Entdeckungen in Castletownbere | Irland-Roadtrip | Ep. 51

    Ein vertrauter Nachbar & morgendlicher Stress Ein bekannter Wohnmobil-Nachbar taucht erneut auf und versperrt den beiden wieder die Sicht – ein altbekanntes Szenario vom Vorabend. Obwohl er sehr nett ist, sorgt die Situation für Schmunzeln. Eigentlich war ein sehr früher Aufbruch geplant, um den schmalen Zufahrtsstraßen und dem entgegenkommenden Verkehr zum Besucherzentrum zuvorzukommen. Dieser Plan scheitert jedoch: Valentin schläft unerwartet lange (fast 14 Stunden!), und als er wach wird, ist der Parkplatz bereits gut gefüllt. Nach Telefonaten, Datensicherung und Kaffee zeigt Valentin wenig Lust auf den Spielplatz. Stattdessen erkundet er das Restaurant und das Besucherzentrum, wo eine alte Boje und Drohnenvideos auf Großleinwand zu sehen sind. Kleine Wohnmobil-Missgeschicke & die Fahrt entlang der Küste Im Wohnmobil richtet Valentin außerdem eine kleine Unordnung an: Er reißt ein kleines Anbauregal ab, das er als Kletterhilfe zum Winken aus dem Fenster genutzt hat. Gegen 11:30 Uhr geht es schließlich nach einem kurzen Snack los. Die Befürchtungen bezüglich des Verkehrs bewahrheiten sich kaum: Dank Ausweichbuchten und fantastischem Wetter verläuft die Fahrt über die schmalen Straßen reibungslos. Zwischenstopp am Barleycove Beach & malerische Nebenrouten Unterwegs geht es vorbei am beeindruckenden, riesigen Barleycove Beach. Auf der anderen Seite der Bucht entdecken die beiden einen Hügel-Parkplatz mit anderen Wohnmobilen und beschließen, dort spontan für ein Frühstück mit Haferflocken zu halten. Die Drohne wird gestartet, was sogar das Interesse eines einheimischen Opas weckt, der fasziniert zuschaut und mit ihnen plaudert. Statt umzukehren, führt die Route auf einer malerischen, ruhigen Nebenstrecke um den Hügel herum am Lackavaun / Leacanabuaile / Leacanaglinka-Bereich vorbei. Ziel der weiteren Etappe ist Bantry. Bei einem kurzen Halt in Durrus steht die Entscheidung an, ob auch die Sheep’s Head-Halbinsel angefahren wird. Sie entscheiden sich jedoch dagegen, um Zeit für den weiteren Norden zu sparen. In Bantry folgt ein kurzer Öl-Check, bevor es weitergeht. Ankunft in Castletownbere & Fazit des Tages Die Fahrt führt über die teilweise recht holprige N71 und schließlich weiter über gut ausgebaute Regionalstraßen auf der Beara-Halbinsel. Unterwegs beobachten die beiden noch die Trümmer eines Alleinunfalls in einer Kurve. Schließlich erreichen sie Castletownbere. Auf dem von der Gemeinde angelegten, kostenlosen Stellplatz (für bis zu 6 Wohnmobile und max. 48 Stunden Aufenthalt) ergattern sie glücklich einen der Plätze. Nach einer kurzen Pause, einem Tee und einem Besuch auf dem örtlichen Spielplatz – wo Valentin schnell Anschluss an andere Kinder findet – geht es mit Hund Mila durch den bunten, idyllischen Küstenort. Castletownbere begeistert sie mit seinen farbenfrohen Häusern, Wimpeln in den Straßen, gemütlichen Pubs und echtem Fischerdorf-Charme. Insgesamte Fahrzeit des Tages: knapp zwei Stunden für rund 100 Kilometer.

  3. 3d ago

    Wild Atlantic Way & Mizen Head: Abenteuer am Altar Beach, spektakuläre Klippen und die historische Brücke | Ep. 50

    Unrufiger Morgen in Baltimore & Stopp in Skibbereen Der Tag beginnt in Baltimore schon kurz vor 8:00 Uhr unruhig: Ein kleiner Bagger und ein Trecker mit laufenden Motoren direkt neben dem Wohnmobil verhindern das Ausschlafen. Sie warten auf die kleine Fähre zu einer der vorgelagerten Inseln. Trotz des frühen Lärms schläft Valentin endlich einmal wieder länger durch – fast 12 Stunden am Stück. Nach dem üblichen Morgenritual aus Abspülen und Kaffeekochen geht es gegen 10:00 Uhr los. Der erste Zwischenstopp führt die Familie über den Wild Atlantic Way nach Skibbereen zu Aldi, um frische Vorräte und Wasser aufzufüllen. Anschließend orientieren sie sich an der N71. Der „Altar Beach“ & unwegsame Straßen Über die N71 geht es weiter Richtung Altar Beach – ein Zwischenstopp von etwa 35 bis 40 Minuten. Die Anfahrt gestaltet sich holprig: Die Straßen sind in einem denkbar schlechten Zustand, voller Buckel und Unebenheiten. Geduld auf den engen Wegen ist gefragt, auch wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht immer viel Nachsicht zeigen. Der Parkplatz am Altar Beach bietet nur Platz für etwa zehn Fahrzeuge, ist bei der Ankunft aber noch recht leer. Während die Drohne trotz aufziehender Bewölkung für erste Luftaufnahmen steigt, wird der Ort erkundet: Historischer Hintergrund: Der Name geht auf eine historische Formation zurück – Steine in Form eines mittelalterlichen Altars („Kirche der Armen“). Der Strand: Kein klassischer Feinsandstrand, sondern eine faszinierende Mischung aus Muschel- und Steinabrieb, die dem Wasser eine türkisene Farbe verleiht. Begegnungen: Neben Picknickbänken und einer traumhaften Kulisse gibt es ein kurzes Wiedersehen mit Bekannten aus Recklinghausen. Anfahrt nach Mizen Head & Herausforderungen unterwegs Weiter geht die Fahrt entlang der schmalen Single-Lane-Straßen Richtung Mizen Head. Valentin, der die erste Strecke verschlafen hatte, wacht auf und zahnt spürbar. Die Kombination aus Müdigkeit, Schmerzen und den engen, holprigen Straßen ohne Ausweichmöglichkeiten führt zu einer anstrengenden Viertelstunde für die Familie. Am großen Parkplatz von Mizen Head angekommen, entspannt sich die Lage sofort. Spektakuläre Eindrücke an der Südwestspitze Irlands Vor dem Aufbruch wird sich mit getoastetem Reste-Brot gestärkt. Eintritt und Informationen auf einen Blick: Eintritt & Ausstattung: 7,50 € pro Person (Kinder unter 5 Jahren frei). Hunde sind erlaubt, und am Besucherzentrum gibt es kostenfreies Gäste-WLAN sowie ein Café. Erster Streckenabschnitt: Da ein Teilabschnitt wegen der Gezeiten/Sicherheit bereits um 17:00 Uhr schließt (das Gesamtgut schließt um 18:00 Uhr), führt der Weg zuerst steil nach unten. Valentin lernt aktuell das Treppensteigen am Geländer und möchte auf dem Rücken der Trage das Geländer nicht loslassen – eine sportliche Challenge auf den engen Stufen. Natur & Tierwelt: Der Ausblick auf die Klippen ist atemberaubend. Neben mysteriösen Geräuschen aus den Felsen (vermutlich von einer Robbe) werden weiter draußen Seehunde gesichtet. Sogar Wal- und Delfinbeobachtungen sind an diesem Ort regelmäßig möglich. Die berühmte Brücke von Mizen Head & das Museum Ein absolutes Highlight ist die historische Brücke, die eine tief abfallende Schlucht überspannt. Geschichte: Ursprünglich 1909 erbaut (in Anlehnung an das Gründungsjahr des BVB leicht zu merken), wurde sie 2009/2010 komplett demontiert und originalgetreu neu aufgebaut. Der Blick von der Brücke hinab in die Brandung ist schlicht spektakulär. Das Leuchtturmwärter-Museum: Auf der anderen Felsformation bieten die historischen Gebäude Einblicke in das frühere Leben und die harte Arbeit der Leuchtturmwärter. Herzliche Begegnungen: Auf dem Rundweg kommt es zu netten Gesprächen mit anderen Reisenden – unter anderem mit den „O’Brians“, einer US-amerikanischen Familie mit irischen Wurzeln. Der 80-jährige Urgroßvater beeindruckt alle mit seiner erstaunlichen Fitness. Ein erlebnisreicher Tag an einem der imposantesten Zipfel Irlands geht zu Ende!

  4. 4d ago

    Von Cork nach Cobh und weiter nach Baltimore: Titanic-Spuren, der große Waschtag & das Finale am Baltimore Beacon | Ep. 49

    Nach einer zweitägigen Podcast-Pause – geschuldet der Erschöpfung, dem Familienalltag und dem EM-Finale (Spanien schlägt Argentinien 1:0) – melden sich die beiden mit geballter Reise-Energie zurück! Ruhige Nacht am Stadion & ein stilvolles Kompliment Die Reise führte zunächst nach Cork, wo die kleine Familie eine wunderbar ruhige Nacht auf dem Stellplatz direkt hinter dem SuperValue Park Stadium verbrachte. Am Morgen gab es im angrenzenden Park direkt ein charmantes Kompliment von einer Passantin: Valentin und sein Vater waren modisch so perfekt aufeinander abgestimmt, dass die Dame das Outfit als „aesthetically pleasing“ adelte und prompt ein Foto der beiden schoss. Historischer Charme & Pub-Besuch in Cobh Weiter ging nach Cobh (gesprochen wie „Cove“). Auf dem perfekt ausgestatteten Wohnmobilstellplatz (10 € / 24 Std. inkl. Ver- und Entsorgung) ergatterten sie am frühen Nachmittag einen der begehrten Plätze, bevor alles ausgebucht war. Zu Fuß ging es auf historische Erkundungstour durch die bunten Gassen der Hafenstadt, die einst der letzte Anlaufpunkt der Titanic war: St. Colman’s Cathedral: Die gewaltige Kathedrale thront über der Stadt und beeindruckte im Inneren mit wunderschönem Buntglas. Deck of Cards & Spy Hill: Vom berühmten Aussichtspunkt „Spy Hill“ bot sich der ikonische Blick auf die bunt gestaffelten Häuserreihen mit dem alten Titanic-Pier im Hintergrund. Ein findiger Nachbar öffnete hier sogar seinen Garten gegen eine 2-Euro-Spende („für einen Ferrari“) für das perfekte Foto. Pub-Besuch mit Hindernissen: Im Biergarten des urigen Pubs The Roaring Donkey gab es lokales Beamish-Stout für faire 5,30 €, während das alkoholfreie Cider stolze 6,40 € kostete. Weil Valentin aufwachte, es im rauchigen Biergarten recht eng wurde und die Hitze drückte, ging es nach dem schnellen Pint direkt zurück zum Camper. Der große Waschtag Nach den Erlebnissen in Cobh stand am nächsten Tag ein absoluter Vanlife-Klassiker auf dem Programm: Großer Waschtag! Während die Maschinen liefen, wurde die Zeit intensiv genutzt, um Vorräte aufzustocken (inklusive des großen WLAN-Checks bei Aldi und Lidl), Fotos zu sichern, das digitale Archiv aufzuräumen und die nächsten Routenabschnitte zu planen. Am Abend haben wir uns mit einem Stellplatz oberhalb des Long Beachs an den Klippen belohnt. Der krönende Abschluss: Der Baltimore Beacon Frisch gewaschen zog es die Crew weiter an die Küste zum spektakulären Baltimore Beacon. Der markante, weiß getünchte Steinturm – auch liebevoll „Lot’s Wife“ genannt – wacht hoch oben auf den Klippen über die Einfahrt zum Hafen von Baltimore. Der Fußweg hinauf forderte zwar etwas Puste, belohnte aber mit einem atemberaubenden Panorama über den rauen Atlantik und die vorgelagerten Inseln. Ein absolut würdiger und bildgewaltiger Abschluss für diesen vollgepackten Roadtrip-Abschnitt!

  5. Jul 17

    Wohnmobil-Tour durch Cork: Gasflaschen-Service, Marina Market, steile Hügel & Stadion-Stellplatz | Ep. 48

    Am Morgen zieht es uns noch einmal kurz zum Distillery-Park, wo Valentin auf der neu eröffneten Baby Walk Bridge stolz seine Runden dreht. Pünktlich um 10:00 Uhr startet dort die erste Tour, bei der die Besucher bereits morgens drei Whiskeys und ein weiteres Getränk an der Bar verkosten können – in dieser historischen Brennerei wurde früher der berühmte Jameson abgefüllt, heute dient sie in Midleton allerdings primär als Show-Objekt für Touristen. Vor der Abfahrt wird noch die Entleerung der Toilette direkt am Parkplatz erledigt. Ein Auffüllen des Frischwassertanks wird jedoch bewusst gecancelt: Da es vor Ort nur einen einzigen Wasserhahn gibt, liegt der Verdacht nahe, dass dieser von vielen Reisenden auch zum Ausspülen der Toilettenkassetten genutzt wird. Da im Wohnmobil noch genügend Wasser vorhanden ist und am nächsten geplanten Stellplatz eine sicherere Quelle vermutet wird, bleibt der Tank vorerst unberührt. Zu Besuch bei Sam: Gasflaschen-Auffüllung mit Hindernissen Das Hauptziel des Vormittags ist eine Gas-Raffinerie, um die leere Gasflasche aufzufüllen. Gegen 10:30 Uhr klappt es im zweiten Anlauf. Sie werden überschwänglich von Sam, dem dortigen Security-Mitarbeiter, mit offenen Armen empfangen. Er freut sich riesig über die Rückkehr, outet sich als absolut kinder- und hundelieb und plaudert über seine Heimatstadt Midleton. Der geheime Klippenweg im Militärgebiet Um die Wartezeit von einigen Minuten zu überbrücken, empfiehlt Sam der Familie einen Spaziergang auf einem nahegelegenen Klippen-Aussichtsweg direkt an der Raffinerie vorbei. Mila kommt an die Leine, Valentin wandert in die Seitentrage. Der asphaltierte Weg führt bergauf, vorbei an Warnschildern, die vor Schießübungen mit scharfer Munition bei gehisster roter Fahne warnen. Vom Aussichtspunkt bietet sich ein grandioser Blick auf das Städtchen Cobh (auch Cove genannt). Ebenfalls im Blickfeld liegt Spike Island, eine ehemals berüchtigte Gefängnisinsel, die man heute von Cobh aus per Fähre besichtigen kann. Zurück am Wohnmobil wartet eine echte Überraschung: Die gefüllte Flasche wurde von den Mitarbeitern bereits bis vor die Wohnmobiltür geliefert. Der gesamte Service bei Calor Limited kostet 41,90 € – teurer als in Deutschland, aber mangels Alternativen in Irland vollkommen fair. Zum Abschied hat Sam dem kleinen Valentin sogar noch eine Schokorolle der Marke Wispa geschenkt, die aufgrund der extremen Hitze allerdings sofort im Kühlschrank deponiert werden muss. Aufbruch nach Cork: Die Parkplatzsuche & der Marina Market Nach einer kurzen Debatte über die schwierige Parkplatzsituation für Wohnmobile in Cork fällt die Wahl gegen den weit entfernten Stadion-Parkplatz (von dem aus man 40 Minuten laufen oder den Bus nehmen müsste). Stattdessen steuern sie den Parkplatz am Marina Market an. Der offizielle Parkplatz ist zwar komplett mit PKWs überfüllt und überall herrscht Parkverbot, doch mit viel Glück ergattern sie in einer Sekunde des Wendens genau in dem Moment eine Parklücke, als ein Lieferwagen wegfährt. Das Wohnmobil steht perfekt: mit Blick auf den Markt und den Fluss direkt im Rücken. Während Valentin im Fahrzeug schläft, wird die Lage gecheckt. Der Marina Market entpuppt sich als eine riesige, alte Großmarkthalle im industriellen Stil. Entgegen der Google-Rezensionen, die besagten, man solle sich warm anziehen, steht die Hitze in der Halle standesgemäß – bedingt durch die offenen Tore und die vielen brutzelnden Food-Stalls. In der Halle gibt es neben rund 30 Streetfood-Ständen auch kleine Bekleidungsläden und einen Bioladen Schließlich wird beim Griechen ein Lamm-Kebab im Pitabrot mit Pommes, Tzatziki und Salat für 12,00 € geholt. Der dazugehörige Abhol-Buzzer signalisiert schnell, dass das Essen fertig ist. Das Gericht schmeckt zwar lecker, ist für den Preis jedoch ein absolutes Leichtgewicht.

  6. Jul 16

    Chaos-Frühstück in Waterford, die wilde Copper Coast & Gas-Suche: Unser Roadtrip-Abenteuer bis Midleton! | Ep. 47

    Nach einer zweitägigen Podcast-Pause melden wir uns endlich wieder zurück. Wir nehmen euch mit nach Waterford, wo unser Tag mit einem echten Abenteuer begann. Auf der Suche nach einem deftigen „Irish Breakfast“ hat uns die Reise in eine ziemlich skurrile, etwas abgerockte und „schmockige“ Hafenhalle hinter einer Tankstelle verschlagen. Trotz des gewöhnungsbedürftigen Ambientes und eines nicht ganz sauberen Kinderhochstuhls für Valentin, war das Personal super nett. Valentin hat das Essen geliebt, auch wenn das Ei für unseren Geschmack etwas zu trocken und die Saucenflaschen klebrig waren – für insgesamt 21 € inklusive Tee war es zumindest ein Erlebnis! Gut gesättigt ging es weiter in die Innenstadt von Waterford, die uns mit fantastischer Street Art an jeder Ecke, dem Wikinger-Viertel und dem kulturellen Viertel absolut begeistert hat. Ein echtes Highlight war ein von außen unscheinbarer Buchladen: Drinnen offenbarte sich uns ein wunderschönes, riesiges Geschäft mit hohen Decken und einem integrierten Café im Obergeschoss, in dem wir uns stundenlang hätten aufhalten können. Hier haben wir auch das Buch The Names gekauft. Direkt nebenan stießen wir auf das preisgekrönte Olive Café. Beim Blick auf die Karte ärgerten wir uns ein bisschen: Für fast denselben Preis hätten wir hier ein viel schöneres, gesünderes und auch für Vegetarier besseres Frühstück im gemütlichen Schatten auf dem Marktplatz bekommen. Nach dem Stadtbummel ging es für Valentin zum Austoben in den People's Park hinter dem Wohnmobil. Der dortige Fontänenbrunnen war sein absolutes Highlight. Am Nachmittag fuhren wir zur SETU Arena (South Eastern Technology University) außerhalb der Stadt. Dort fanden die gälischen Weltspiele (World Games) mit über 2.000 Athleten aus 100 Nationen statt. Auf dem Parkplatz konnten wir das Wohnmobil glücklicherweise im Schatten abstellen. Wir wollten unbedingt die deutschen Damen im „Gaelic Football“ unterstützen. Bei dieser rasanten Sportart darf der Ball mit der Hand gespielt werden, muss aber zwischendurch immer wieder mit dem Fuß angetippt werden. Tore zählen unterschiedlich, je nachdem, ob man ins Netz oder über die Querlatte trifft. Nach einer verletzungsbedingten Spielverlegung auf ein anderes Feld ohne Schatten und Verzögerungen im Zeitplan wurde es uns mit Valentin in der prallen Sonne jedoch zu heiß, sodass wir das Spiel vorzeitig verließen. Auch in die schnellste Mannschaftssportart der Welt, das Hurling, haben wir kurz reingeschnuppert. Zum Abschluss des Tages wollten wir unsere Hündin Mila im Maxi Zoo (dem irischen Fressnapf-Äquivalent) wiegen, um zu sehen, ob sie auf der Reise abgenommen hat – leider gab es dort jedoch keine Waage. Unser letzter Weg führte uns zu Harvey Norman, um unsere leere CO2-Flasche für den Soda-Stream zu tauschen. Während der Tausch in Deutschland fast an jedem Kiosk für 5 bis 7 € klappt, mussten wir hier erst die preislichen Grenzen ausloten. Atemberaubende Küstenstraße & die Suche nach Gas Nach den ereignisreichen Stunden in Waterford hieß es für uns wieder "On the Road". Wir fuhren zur traumhaften Copper Coast. Unseren Stellplatz für die Nacht steuerten wir im historischen Küstenort Youghal an. Nach einer ruhigen und erholsamen Übernachtung stand am nächsten Morgen eine wichtige Erledigung auf dem Zettel: Unser Gasvorrat neigte sich dem Ende zu. Da man in Irland nicht mal eben so deutsche Gasflaschen tauschen kann, machten wir uns auf den Weg zu einer speziellen Calor Gasabfüllung. Nun sind wir in Midleton angekommen – bekannt für seine berühmte Whiskey-Destillerie und den charmanten irischen Kleinstadt-Flair. Wie es uns hier ergeht und was wir als Nächstes planen, erfahrt ihr in der nächsten Folge! Eine vollgepackte Episode mit ehrlicher Food-Kritik, spannenden Sport-Einblicken, nützlichen Camper-Tipps und der unberührten Schönheit der irischen Südküste. Hört rein!

  7. Jul 13

    Vollzählig! Die irische Kennzeichen-Jagd, Nervenkitzel am Sally Gap, die Wahrheit über Kilkenny-Bier & die Weiterfahrt nach Waterford | Ep. 46

    In der 46. Episode unseres Travel-Podcasts ist es endlich so weit: Wir haben das Ziel erreicht und alle 30 irischen Kennzeichen erfolgreich in unserer Sammler-App vereint! Das letzte und gleichzeitig eines der schwierigsten Puzzelteile war das Kennzeichen "TS". Warum sich die Suche in Großbritannien so viel komplizierter gestaltet als in Deutschland oder Irland, erklären wir euch in dieser Folge ganz genau. Doch der Reihe nach: Nach einer unruhigen Nacht, in der unsere Camping-Nachbarn bis spät in die Nacht den Motor ihres Vans laufen ließen, starten wir am nächsten Morgen gemütlich in den Tag. Trotz des ziemlich kräftigen Windes wagen wir noch einen Drohnenflug über die Heidelandschaft. Bevor wir die Reise fortsetzen, wandern wir zu zwei spektakulären Aussichtspunkten. Von dort aus genießen wir den Blick auf den berühmten „Guinness-See“ (Lough Tay) mit seinem markanten hellen Sandstrand, der optisch stark an eine Schaumkrone erinnert – auch wenn sich der Himmel durch den starken Wind innerhalb von Minuten zuzieht. Am zweiten Aussichtspunkt ignorieren wir (zusammen mit allen anderen Besuchern) die eindringlichen Warnschilder vor Klippen-Abbrüchen, um die Aussicht auf ein verstecktes Anwesen am See zu erhaschen. Die anschließende Abfahrt hält echten Nervenkitzel bereit: Auf dem engen, zugeparkten Parkplatz müssen wir unseren Hymer-Wohnwagen dank seines fantastischen Wendekreises erst einmal auf der Stelle drehen, um uns dann an parkenden Camping-Tischen und rangierenden Vans vorbeizumanövrieren. Richtig spannend wird es auf dem Weg zum Sally Gap: Single-Lane-Herausforderung: Eine extrem schmale, unübersichtliche Straße führt uns bergab entlang des Sees. Entgegenkommender Verkehr hätte hier echtes Chaos bedeutet, doch wir haben Glück! Historische Kulisse: Wir durchqueren die atemberaubende, weite Berglandschaft, in der einst Szenen für den Blockbuster Braveheart gedreht wurden. Radfahrer & Schafe: Während uns auf der Passstraße zahlreiche sportliche Radfahrer begegnen, lassen sich die Schafe diesmal leider erst wieder viel später im Tal blicken. Unser Tagesziel ist die wunderschöne, mittelalterliche Stadt Kilkenny. Dort steuern wir einen zentrumsnahen Stellplatz an. Die Bezahlung der 10 Euro pro Nacht läuft hier noch wunderbar unkompliziert und auf Vertrauensbasis über einen Briefumschlag in einer Postbox. Ein netter Wohnwagen-Nachbar hilft uns nicht nur mit passenden Umschlägen aus, sondern erklärt uns auch geduldig das gesamte Prozedere. In Kilkenny tauchen wir tief in die lokale Brauereigeschichte ein. Wir lüften das Geheimnis, warum das weltbekannte "Kilkenny"-Bier eigentlich eine reine Erfindung der Guinness-Brauerei für den Exportmarkt ist, während das ursprüngliche Bier vor Ort den Namen "Smithwicks" trägt. Wir erzählen euch die Geschichte der ältesten Brauerei Irlands, die heute leider geschlossen ist, und wo man die berühmten Tastings und Touren stattdessen noch erleben kann. Auf nach Waterford: Nachdem wir die historische Atmosphäre in Kilkenny genossen haben, zieht es uns weiter. Wir packen zusammen und machen uns auf den Weg Richtung Süden in die älteste Stadt Irlands: Waterford. Was uns auf der Fahrt dorthin erwartet, wie sich die Landschaft verändert und welche ersten Eindrücke wir von der berühmten Wikinger-Stadt gewinnen, erfahrt ihr am Ende dieser vollgepackten Episode. Schnappt euch ein kaltes Getränk und reist mit uns durch die grüne Insel!

  8. Jul 11

    Vom Bettsturz-Dilemma zum Guinness-See: Unser abenteuerlicher Roadtrip-Morgen in den Wicklow Mountains | Ep. 45

    Ein ereignisreicher Morgen liegt hinter uns! In dieser Folge berichten wir direkt aus den atemberaubenden Wicklow Mountains und blicken auf eine Nacht und einen Vormittag voller Adrenalin, unvorhergesehener Wendungen und wunderschöner Landschaften zurück. Der "Superwoman"-Move in der Nacht Die Nacht in Dublin war dank neuer Wachsohrstöpsel aus der Apotheke eigentlich angenehm ruhig – bis zu einem Schreckmoment gegen 2:00 oder 3:00 Uhr morgens. Valentin, der im Schlaf extrem aktiv ist, rollte sich im Wohnmobil über die Beine und war kurz davor, kopfüber aus dem oberen Bett zu stürzen. Wie in einer Social-Media-Compilation reagierte die "Superwoman" des Hauses instinktiv aus dem Schlaf heraus: Ohne richtig zu sehen, packte sie ihn am Knöchel und rettete ihn vor dem anderthalb Meter tiefen Sturz auf die Plastikkanten im Wohnbereich. Ein echter Mutterinstinkt-Move! Früher Aufbruch und Dublin im Zeitraffer Nachdem Valentin um 7:00 Uhr endgültig wach war, ging alles ganz schnell. Schon am Vorabend hatte uns ein netter Mitarbeiter (oder der Chef) der dortigen Bad-Anlage im Range Rover angesprochen und nach unseren Plänen gefragt. Um 8:00 Uhr morgens machten wir uns – ohne Kaffee und ohne Zähneputzen, um den Platz schnell freizumachen – auf den Weg. Der Weg führte uns am Samstagmorgen quer durch Dublin. Trotz der frühen Stunde war aufgrund der Ampelschaltungen an eine grüne Welle nicht zu denken. Interessant waren auch die Dieselpreise: Im Stadtkern lag der Liter noch bei 1,59 €, stieg jedoch weiter außerhalb rapide an (bis auf 1,71 € oder gar 1,76 €). Servicestopp bei Circle K & die Wäsche-Währung Wir steuerten eine Circle K Tankstelle an, die wir über Park4Night ausfindig gemacht hatten. Dort gab es einiges zu tun: Wasser & Abwasser: Wir ließen das Grauwasser im Gulli auf der Tankstelle ab. Frischwasser füllten wir nur minimal (ca. 15 Liter) nach, da der Druck schwach war und wir für die anstehende Bergfahrt Gewicht sparen wollten. Ankunft am "Guinness-See" (Lough Tay) Die Fahrt in die Berge zog sich über steile, enge Straßen. Der Motor kam gut beansprucht an die 90-Grad-Grenze, hielt aber im zweiten Gang tapfer durch. Belohnt wurden wir mit einem Stellplatz am berühmten Lough Tay (auch bekannt als Guinness-See). Der See verdankt seinen Spitznamen nicht nur der Tatsache, dass er einst der Guinness-Familie gehörte (und dort auch Familienmitglieder bestattet sind), sondern auch seiner Optik: Er hat die Form eines Guinness-Glases, und der künstlich angelegte Sandstrand wirkt wie die perfekte Schaumkrone. Heute gehört das private Areal einem Schweizer Unternehmer, der im Zuge der Panama Papers bekannt wurde. Baden ist dort unten leider verboten, weshalb der Strand trotz des schönen Wetters leer war. Die Region ist zudem eine absolute Film-Kultstätte: In der Serie Vikings diente der See als Kulisse für das Dorf Kattegat. Auch Szenen für Braveheart, PS: Ich liebe dich (inklusive der bekannten Brücke) und die Serie Wednesday (im nahegelegenen Wald) wurden hier gedreht. Wanderung mit "Wasser-Geiz" Nachdem Valentin im Wohnmobil endlich seinen einstündigen Mittagsschlaf gefunden hatte, zog es uns hoch hinaus. Es ging steil bergauf durch eine atemberaubende Bergpanorama-Landschaft. Aus reiner "sozialer Fürsorge" (und um das Jammern der anderen zu verhindern, falls das Wasser knapp wird) rationierte Stephan sein Trinken so sehr, dass er auf dem gesamten Hinweg fast gar nichts trank und mit einem völlig trockenen Hals oben ankam. Valentin und unser Hund waren logischerweise bestens versorgt. Oben angekommen bot sich uns ein gigantischer Ausblick über die Wicklow Mountains. Trotz der Befürchtung, dass es am Wochenende voll wird, war es ein absolut gelungener Ausflug. Den Hundekotbeutel haben wir übrigens pflichtbewusst wieder mit zurück zum Wohnmobil genommen! Schaltet auch das nächste Mal wieder ein, wenn es im Wohnmobil weiter durch Irland geht!

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