Camping und Abenteuer mit Kind und Hund – Familienreisen im Oldtimer-Wohnmobil

Stephan Stratmann

Wir sind als Familie mit Hund und Oldtimer-Wohnmobil unterwegs – und seit kurzem auch zum ersten Mal mit Baby. Nach einem Jahr Vollzeit-Leben im Camper nutzen wir ihn heute für spannende Touren quer durch Europa. Unsere längste Reise dauerte 12 Monate und führte uns durch 17 Länder, von Skandinavien über das Baltikum bis nach Südosteuropa und zurück. Danach folgten eine kürzere Tour durch Niederlandeund Belgien sowie eine Hochzeitstour nach England. Im Podcast teilen wir Erlebnisse, Abenteuer und Tipps zum Reisen mit Baby, Hund und Oldtimer-Wohnmobil. 👉 Mehr auf Instagram: @lida.the.camper

  1. Sep 20

    7 Stunden Fahrt, Stau & Familienbesuch – Mit dem Wohnmobil von Pforzheim über Fürstenberg nach Paderborn | Ep. 96

    In unserer 96. Podcastfolge nehmen wir euch mit auf unsere bisher längste Etappenfahrt mit dem Wohnmobil! Nach rund sieben Stunden und etwa 425 Kilometern auf den Straßen sind wir schließlich an unserem Ziel angekommen. So eine lange zeitliche Fahrt hatten wir vermutlich das letzte Mal bei unserer Ausreise aus der Türkei – damals war das ein ganz ähnliches Highlight. Unser Tag begann am Sonntagmorgen in Pforzheim. Wir sind etwas entspannter aufgewacht, da unser Sohn Valentin nach all den vielen Eindrücken und den Tieren vom gestrigen Besuch im Wildpark noch etwas länger geschlafen hat. Das Wetter war morgens noch leicht bewölkt. Bevor wir uns auf den Weg machten, wurden wir von Onkel und Tante noch zu einem köstlichen Sonntagsfrühstück eingeladen – inklusive Rührei, das sich Valentin tüchtig schmecken ließ. Beim Frühstück konnten wir noch einmal den wunderschönen Ausblick über die Stadt und die Wälder genießen. Ein ganz besonderes Highlight gab es vor der Abreise für Valentin: Er hat zwei alte Handpuppen von Steiff (Hase und Igel) geschenkt bekommen, die sogar noch D-Mark-Preise hatten. Er hat sie direkt ins Herz geschlossen und stolz mit ins Wohnmobil genommen. Gegen 11:00 Uhr ging es dann schließlich los. Das Wetter war ab nachmittags eher als regnerisch vorhergesagt. Valentin ist direkt zu Beginn um 11:11 Uhr eingeschlafen. Von Pforzheim aus – einer Stadt, die in drei Tälern gebaut ist – mussten wir zuerst den „Kurzen Steig“ im ersten Gang hochzuckeln, bevor es über die A8 und A5 weiter in Richtung Norden ging. Ganz ohne Zwischenfälle verlief die Fahrt allerdings nicht: Erster Stau: Kurz vor Frankfurt standen wir gut 20 Minuten im Stau – eine echte Geduldsprobe, wenn das Kind gerade schläft und man eigentlich Meter machen möchte. Zweiter Stau & Pause: Ein weiterer kurzer Stau führte uns zur Raststätte Reinardshain. Da diese sehr klein und völlig überfüllt war, mussten wir längs der Straße parken. Dort gab es eine kurze Pause für alle: Wickeln, Beine vertreten mit Hündin Mila, Pipipause und etwas trinken. Anschließend ging es weiter über die A49, eine teilweise recht neue Autobahn mit Brücken und Tunnels. Hier hat es zeitweise so extrem geschüttet, dass bei höherem Tempo fast Aquaplaning-Gefahr bestanden hätte. Doch trotz des Regens gab es schöne Landschaftsmomente, die uns wieder daran erinnert haben, wie viel schönes Deutschland zu bieten hat. Von der A49 wechselten wir auf die A44 und bogen bei Lichtenau Richtung Fürstenberg ab. Über enge, einspurige Feldwege – vorbei an unzähligen Windrädern – steuerten wir das Anwesen von meinem Onkel an. Dort gab es eine kleine Kaffeepause, ein kurzes Wiedersehen und Mitbringsel aus England (Shortbread). Nach dem Besuch machten wir uns auf das letzte Teilstück über Haaren auf die A33 Richtung Paderborn. Auf der Autobahn war erstaunlich viel Verkehr für einen Sonntagabend – wie sich herausstellte, lag das am Heimspiel des SCP gegen Hoffenheim (das Paderborn übrigens mit 3:1 gewonnen hat!). In Paderborn angekommen, gestaltete sich die Parkplatzsuche etwas knifflig, da vieles gesperrt war. Schließlich fanden wir einen Platz an einer Siedlungsverbindungsstraße. Der Abend klang entspannt bei der Familie aus: Die Kinder spielten wild miteinander, wir haben Pizza und Zimtschnecken gegessen und sogar eine Runde Cluedo gespielt. Sowohl unsere Hündin Mila als auch unser Sohn Valentin und unser Wohnmobil „Lida“ haben diese lange Reise hervorragend gemeistert. Valentin ist am Abend nach dem Zähneputzen ohne Murren blitzschnell im Bett eingeschlafen. Mit knapp 5.300 bzw. 4.300 Schritten auf der Uhr war es zwar körperlich ein eher bewegungsarmer, aber insgesamt sehr intensiver und schöner Tag. Wir sind glücklich angekommen und senden euch ganz liebe Grüße!

  2. Sep 19

    Wildpark Pforzheim, Highland Cows & Reibekuchen-Mahlzeit | Ep. 95

    In der 95. Folge lassen wir unseren entspannten und erlebnisreichen Tag mitten im Pforzheimer Wohngebiet Revue passieren. Wir haben direkt vor dem Haus von Tante Ulrike und Onkel Rüdiger übernachtet. Nach einer sehr ruhigen Nacht erwachten wir gegen 7:30 Uhr. Ulrike brachte uns nach ihrem Einkauf am Morgen den Schlüssel, sodass wir gemütlich ins Haus gehen und mit einem köstlichen, reichhaltigen Brunch-Paket verwöhnt wurden – inklusive gekochten Eiern, frischem Brot, Joghurt mit Himbeeren für Valentin und Latte Macchiato bei sonnigem Kaiserwetter. Nach dem Duschen und Verfeinern unserer Pläne machten wir uns auf den Weg zu einem ausgiebigen Spaziergang mit Mila. Valentin schlief währenddessen schnell in der Trage ein, während wir durch die ruhige Nachbarschaft und einen nahen Park spazierten. Zurück am Haus wartete bereits selbstgemachter Pflaumenkuchen mit Sahne und frisch aufgebrühter Kaffee auf uns. Am Nachmittag stand ein Besuch im Wildpark Pforzheim auf dem Programm. Der Park ist zwar im Eintritt kostenlos, jedoch erwies sich die Parkplatzsuche an diesem traumhaften Samstagnachmittag als echte Geduldsprobe. Nachdem bereits ein Abbruch im Raum stand, fand der Onkel in einer Seitenstraße glücklicherweise noch einen freien Stellplatz. Der neu gestaltete Eingangsbereich aus Holz, die Picknickbänke und der kleine Giftshop haben uns direkt begeistert. Ein absolutes Highlight für Valentin war das Füttern der Tiere. Für 2 Euro besorgten wir Futterbecher, und Valentin zeigte keinerlei Berührungsängste: Er fütterte sanftmütige Ziegen aus der Hand und streichelte sie. Besonders fasziniert waren wir von den Highland Cows (Schottischen Hochlandrindern), die ihr Maul weit öffneten und ihre Zunge herausstreckten, um das Futter direkt gierig aufzufangen. Im begehbaren Gehege gefiel uns besonders gut, dass die Tiere eigene Rückzugszonen haben, um sich den Besuchern jederzeit entziehen zu können. Neben Wisenten, Elchen, Rehwild, Gamsen, Steinböcken, Waldrappen und Uhus erfuhren wir auch von den Schaufütterungen bei den Luchsen. Zudem entdeckten wir außerhalb des Parks ein Taubenschwänzchen – einen faszinierenden Schmetterling, der wie ein Kolibri in der Luft steht. Zurück am Stellplatz wurden wir mit komplett selbstgemachten Reibekuchen, Lachs, Schnittlauch, Creme Fraiche sowie frischem Apfel- und Birnenkompott verwöhnt. Valentin probierte versehentlich etwas scharfe Sahne-Meerrettich-Soße, die wir aber rasch mit einem Löffel Apfelkompott neutralisieren konnten. Zum Tagesabschluss funktionierte das Laden unserer Wohnmobil-Batterie über Nacht tadellos (14,5 Volt), sodass wir wieder vollgeladen und bestens gerüstet für die Weiterreise sind. Ein rundum gelungener, erholsamer Familientag geht zu Ende!

  3. Sep 18

    100 Schlafplätze, steile Hänge in Pirmasens & Wallberg-Panorama in Pforzheim | Ep. 94

    In der 94. Folge unseres Podcasts nehmen wir euch mit auf einen ganz besonderen Meilenstein unseres Roadtrips: Wir haben tatsächlich unser 100. Übernachtungsziel erreicht! Nach rund 120 Tagen unterwegs und fast 10.000 gefahrenen Kilometern haben wir mal nachgerechnet und festgestellt, dass wir im Schnitt etwa 83 bis 84 Kilometer pro Tag zurücklegen. Eine beachtliche Strecke, bei der wir unglaublich viel gesehen haben. Unser Tag begann in Pirmasens, wo wir im Wald übernachteten. Bei leichtem Regen und nach einer eher kurzen Nacht standen die Zeichen am Morgen auf Aufbruch. Wir verbrachten die Nacht auf dem Eisweiher-Parkplatz zusammen mit drei anderen Wohnmobilen. Die Gegend war angenehm ruhig, und morgens trafen wir auf die ersten Hundebesitzer, woraufhin unsere Hündin Mila ab und zu neugierig knurrte. Positiv überrascht waren wir vom örtlichen Hundekotbeutel-Spender, der sogar tatsächlich befüllt war – für uns aus der Großstadt immer wieder ein kleines „Aha-Erlebnis“. Ganz in der Nähe wurde am Weiher fleißig gebaut, vermutlich entsteht dort eine neue Grillhütte. Nach einem gemütlichen Bagel-Frühstück wollten wir uns eigentlich nur ein wenig an der frischen Luft bewegen. Aus dem geplanten entspannten Spaziergang rund um den See wurde jedoch schnell ein kleines Abenteuer. Wir landeten auf dem „Pirmasenser Felsenwald“, einem beeindruckenden Premium-Wanderweg. Wer mit Kleinkind wandert, weiß: Schon die ersten 100 Meter können zur Herausforderung werden, wenn jeder Stock und jedes Blatt ausgiebig inspiziert werden muss! Unterwegs fielen uns die massiv umgegrabenen Wiesen auf – eindeutige Spuren von Wildschweinen, die hier vor kurzem gewühlt haben mussten. Auf dem Weg trafen wir eine sympathische Hundebesitzerin. Wie sich herausstellte, war sie nicht nur BVB-Fan, sondern hatte früher selbst in Glasgow und Oxford gelebt und gearbeitet. So kamen wir ins Schwärmen über vergangene Schottland-Reisen, während Valentin begeistert mit ihrem Hund Stöckchen spielte. Weiter ging die Route über immer schmalere Pfade. Ohne echte Wanderschuhe, nur in Turnschuhen unterwegs, wurde das Gelände am Kugelfelsen – einem Teil des Felsenwaldes – stellenweise extrem rutschig. Der Abstieg über tiefes Laub, Nadelgehölz und lose Erde auf steilem Hang fühlte sich an wie eine kleine Lawine unter den Füßen. Mit Valentin auf dem Arm war echtes Teamwork gefragt, um alle sicher nach unten zu manövrieren. Zurück am Wohnmobil überprüften wir die Starterbatterie, die trotz etwas niedriger Spannung glücklicherweise brav anspringen wollte. Unsere Weiterfahrt führte uns über die B10 in Richtung Landau. Die malerische Strecke verzauberte uns mit abwechslungsreichen Brücken und über einen Kilometer langen Tunneln. Valentin verschlief die komplette Fahrt innerhalb von einer Minute! Über die A8 bei Pforzheim ging es schließlich bergauf. Da uns verlangsamte LKW ausbremsten und wir Schwung verloren, mussten wir uns im zweiten Gang mit dem Turbodiesel den Hang hochschleichen. Am Ziel angekommen, steuerten wir den Wallberg in Pforzheim an. Der 378 Meter hohe Berg birgt eine beklemmende Geschichte: Er wurde nach dem verheerenden Bombenangriff vom 23. Februar 1945, bei dem innerhalb von nur 20 Minuten 80 % der Innenstadt zerstört wurden und 18.000 Menschen starben, mit den Trümmern der Stadt künstlich aufgeschüttet. Der Aufstieg belohnte uns mit einem fantastischen 360-Grad-Panoramablick über die gesamte Region. Den Abend ließen wir schließlich bei Tante und Onkel aus klingen. Wir konnten das Wohnmobil direkt vor der Garage parken und Strom laden, um die Batterie über Nacht wieder aufzufrischen. Valentin taute rasch auf, erkundete das Haus, las Bücher und genoss den Abend in vollen Zügen. Den krönenden Abschluss bildete ein fantastisches, selbstgemachtes Abendessen: erstklassige Käsespätzle und frische Pizza. Ein rundum gelungener Tag voller Eindrücke, Geschichte und kulinarischem Highlight!

  4. Sep 17

    Schwimmbad Réidener Schwämm, Tankstopp in Schengen, Rückkehr nach Deutschland & Gas-Tausch in Pirmasens | Ep. 93

    In unserer 93. Podcastfolge berichten wir von unserem morgendlichen Start und den Ereignissen des Tages. Nachdem wir die Nacht ungeplant, aber problemlos neben dem alten Kaktus-Supermarkt verbracht haben, startete der Morgen bei frischen 7 Grad Außentemperatur und rund 12 Grad im Wohnmobil. Wir mussten uns erst einmal warm anziehen und abwarten, bis die Sonne herauskam. Am Morgen beobachteten wir ein kleines Ordnungstruppen-Aufgebot, das eine französische Dame auf dem Parkplatz wegen des Camping-Verbots ansprach. Uns betraf dies jedoch nicht, da wir vermutlich auf Privatgelände standen. Nach dem Frühstück ging es mit Valentin zum Supermarkt, was zu einer wahren Navigations-Herausforderung wurde: Valentin wollte den rollenden Einkaufskorb unbedingt selbst schieben, verbot jedes Anfassen und steuerte zielstrebig gegen die Regale. Ab 12 Uhr öffnete das Schwimmbad, nachdem der Schulschwimmunterricht beendet war. Wir buchten ein Zeitfenster von 2,5 Stunden. Valentin war zu Beginn im warmen Babybecken noch sehr anhänglich, da ihn die letzten Erfahrungen im kälteren Wasser verunsichert hatten. Nach und nach taute er jedoch auf, erkundete das Wasser, plätscherte vergnügt und hatte schließlich riesigen Spaß. Auch die Rutschen haben wir ausgetestet – insbesondere die steile Röhre für schnellen Speed. Im Café des Schwimmbads sahen wir den netten Belgier vom Vortag, der uns freundlich grüßte. Zurück am Wohnmobil bereiteten wir alles für die Weiterfahrt vor. Der Motor sprang trotz der gestrigen Batterieprobleme problemlos an. Wir nutzten noch die Entsorgungsstation und machten uns auf den Weg Richtung Schengen, um vor der deutschen Grenze noch einmal zu tanken. Überraschenderweise lag der Dieselpreis in Luxemburg mittlerweile bei 2,16 € statt der vorherigen 2,12 €. Nach dem Tankstopp und etwas Stau um Luxemburg-Stadt setzten wir schließlich unsere Reise fort. Nach über vier Monaten kehrten wir damit wieder zurück nach Deutschland. Unser erstes Ziel galt der Gasversorgung: Beim Hornbach in Pirmasens konnten wir endlich problemlos unsere leeren Alugasflaschen tauschen.

  5. Sep 16

    Von Bruyelle nach Redingen: Leere Batterie, belgische Fritten-Träume und der perfekte Stellplatz | Ep. 92

    Wir starten etwas geschlaucht in den Tag, denn die Nacht war lang und die Schlafphasen dank Valentin und ein paar hartnäckigen Mücken recht überschaubar. Trotz des müden Starts genießen wir den Morgen in Bruyelle an der Schelde. Nach einem kurzen Spaziergang am Hafenbecken, einem ersten Kaffee und frischen Kräften machen wir uns wieder auf den Weg. Unser Ziel für heute: das Schwimmbad „Rédener Schwamm“ im luxemburgischen Redingen. Die über 260 Kilometer lange Fahrt verläuft weitgehend entspannt. Wir ziehen an Namur vorbei, während Valentin seinen gewohnten Schläfchen nachgeht. Das Wetter meint es gut mit uns – strahlender Sonnenschein und angenehm warme Temperaturen begleiten uns durch die malerische Landschaft. Unterwegs keimt zwar kurz die Sehnsucht nach echten belgischen Fritten mit Frikandel Spezial auf, doch die Öffnungszeiten der Frituuren machen uns einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen decken wir uns bei einem Zwischenstopp im Lidl mit den nötigsten Lebensmitteln für den Tag ein. In Arlon stoßen wir bei der Recherche zufällig auf einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz, entscheiden uns jedoch dazu, direkt zum Schwimmbad weiterzufahren. Am Ziel in Redingen angekommen, erwartet uns allerdings eine Überraschung: Der offizielle Stellplatz am Schwimmbad ist komplett belegt. Selbst der reguläre Parkplatz wird bereits von einigen anderen Campern genutzt. Wir versuchen unser Glück auf einem nahegelegenen Ausweichplatz. Doch genau in dem Moment, als wir das Wohnmobil noch einmal umparken wollen, passiert es: Der Motor gibt keinen Mucks mehr von sich – die Starterbatterie ist komplett leer. Zum Glück stehen wir unmittelbar neben einer funktionierenden Stromsäule. Wir schließen unser Ladegerät an und beginnen mit der Rettungsaktion. Es dauert nicht lange, bis das geöffnete Motorhaus die Aufmerksamkeit anderer Camper auf sich zieht. Ein hilfsbereiter Belgier gesellt sich direkt mit einer Zigarette zu uns, gefolgt von einem ehemaligen Elektriker, der fachmännisch mit einem deutschen Multimeter die Spannung unserer Batterie durchmisst. Er gibt uns wertvolle Tipps, misst geduldig nach und beruhigt uns. Selbst ein niederländischer Nachbar bietet uns spontan seinen Ladebooster zur Unterstützung an. Während das Wohnmobil an der Strippe hängt und langsam wieder zu Kräften kommt, nutzen wir die Wartezeit. Ein kleiner Ausflug zum nahegelegenen Cactus-Supermarkt sorgt für die nötige Ablenkung. Valentin ist in absoluter Entdeckerlaune und erkundet begeistert die Spielgeräte im Eingangsbereich. Am Ende blicken wir auf einen chaotischen, aber unheimlich herzlichen Tag voller hilfsbereiter Begegnungen zurück. Wir sind dankbar für die Unterstützung auf dem Platz und freuen uns trotz der Panne auf die wohlverdiente Abkühlung im Schwimmbad.

  6. Sep 15

    Abschied vom Meer & Schranken-Chaos in Frankreich: Unsere Reise nach Belgien | Ep. 91

    Von einem Land ins nächste! In der 91. Podcastfolge nehmen wir euch mit auf unsere Weiterreise von der französischen Küste bis nach Belgien. Nach einer entspannten Nacht zwischen Calais und Dunkelheit erwachen wir bei strahlendem Sonnenschein und bewundern die glitzernden Spinnennetze am Wohnmobil. Bevor es losgeht, gibt es noch eine Überraschung: Eine Spinne hat ihr Netz bis zu unserem Fahrzeug gespannt, und im Wohnmobil haben uns zwei Mücken auf Trab gehalten. Während eines morgendlichen Spaziergangs vorbei an der geheimnisvollen, wie der Schiefe Turm von Pisa geneigten Bunker-Kirche („Strong Point“), machen wir uns startklar. Unser Weg führt uns zum Naturreservat bei Oye-Plage, wo wir nicht nur die Natur genießen, sondern völlig unerwartet auf Highland-Cows und Schottische Hochland-Ponys treffen. Bei einer kleinen Toilettenpause stolpern wir aus Versehen in einen Beobachtungsbunker – zum Erstaunen des dort sitzenden Vogelliebhabers! Auch die lokale Gendarmerie in voller Tarnmontur und schussicheren Westen wirft ein Auge auf die Lage. Über Holzstege geht es geschützt vor dem Wind weiter an den Strand. Wir nutzen die Ebbe für einen letzten, sentimentalen Abschied vom Meer, schlendern an den historischen Bunkern („Blockhouse d’Escalles“) entlang und lassen die Füße im Sand versinken. Da wir Frankreich nun verlassen, steht noch ein großer Einkauf im „Auchan Hyperarché“ bei Lille an. Doch der Einkauf wird zur echten Geduldsprobe: Höhenbegrenzungen von 2,10 Metern, enge Schranken-Konstruktionen, die wie gestapelte Torten aussehen, und Breiten von gerade einmal 2,30 Metern machen das Navigieren mit dem Wohnmobil zum Nervenkitzel. Nach Rückwärtssetzen und Hupen hinter uns und der Suche nach dem richtigen Klingelknopf öffnen sich die Tore endlich und wir decken uns mit unseren Lieblings-Käse-Chips („Brets“), Baguette und Wassereis als Kühlakkualternative ein. Nachdem wir auch die verstrickte Ausfahrt des Parkplatzes erfolgreich gemeistert haben, lassen wir Frankreich hinter uns. Nach der erlebnisreichen Fahrt durch Frankreich sind wir schließlich an unserem nächsten Stopp angekommen: Wir stehen nun in Bruyelle direkt an der Schelde und lassen den Tag entspannt am Wasser ausklingen.

  7. Sep 14

    Abschied von England, Fähre nach Calais & zurück im Rechtsverkehr | Camping-Podcast | Ep. 90

    In der 90. Folge unseres Podcasts nehmen wir euch mit auf einen ereignisreichen Tag des Aufbruchs und des Umdenkens: Wir haben England verlassen, die Fähre über den Ärmelkanal genommen und sind schließlich im französischen Calais gelandet. Unser Tag begann nach einer verhältnismäßig unruhigen Nacht auf dem Park-and-Ride-Parkplatz New Dover Road in Canterbury. Auf dem Stellplatz war am Vorabend noch einiges los – ein recht lautes Happening mit Musik hielt uns eine Weile wach, bevor wir in den frühen Morgenstunden zwischen 4 und 6 Uhr erneut munter im Wohnmobil saßen. Draußen herrschte bereits Aufbruchsstimmung bei anderen Campern, die vermutlich eine der sehr frühen oder nächtlichen Fähren genommen hatten. Nachdem wir morgens feststellen mussten, dass die Fährpreise spontan um etwa 50 bis 60 Euro angezogen hatten – bei DFDS von Dover nach Dunkerque sprang der Preis plötzlich auf stolze 209 Euro –, haben wir flexibel umgeplant. Letztlich buchten wir für 184 Euro inklusive Wohnmobil und Hundegebühr für unsere Hündin Mila eine Überfahrt mit P&O Cruises von Dover nach Calais um 15:05 Uhr. Bevor es zum Hafen ging, erledigten wir noch die Ver- und Entsorgung (Abwasser ablassen, Toilette leeren) direkt auf dem Parkplatz in Canterbury. Für den Stellplatz zahlten wir für knapp 24 Stunden günstige 8 Pfund. Anschließend fuhren wir zum Sainsbury’s in Canterbury, wo uns ein wildes Getümmel erwartete: Eine deutsche Schülergruppe hatte den Supermarkt quasi belagert und sorgte mit unkoordinierten Einkäufen (unter anderem Schokoladen-Weintrauben und Energy-Drinks) für ordentlich Trubel. Das schwüle, bewölkte und warme Wetter drückte etwas auf den Kopf, weshalb ein Iced Coffee bei Starbucks die Lebensgeister wieder wecken musste. Während unser Sohn Valentin auf der Weiterfahrt einschlief, steuerten wir den riesigen Tesco Extra in Whitfield an, wo ein dreiviertelstündiger Einkauf für ordentlich Schritte auf dem Schrittzähler sorgte. Nach dem anschließenden Volltanken unseres Wohnmobils für 1,91 Pfund pro Liter (umgerechnet ca. 2,23 Euro) machten wir noch einen kurzen Stopp beim Lidl, um Wasservorräte und Backwaren aufzustocken. Mila bekam auf einer nahegelegenen Wiese ihre verdiente Gassirunde, bevor wir uns auf die steile Abfahrt zum Hafen von Dover machten. Die Hafenkontrollen in Dover verliefen reibungslos: Nach dem französischen Passcheck ging es durch die Sicherheitskontrolle mit Blick unter die Motorhaube und Fahrgestellspiegel. Obwohl wir um 13:50 Uhr rechtzeitig vor Ort waren, reihten sich bis zum Boarding noch unzählige Fahrzeuge hinter uns ein. Auf dem Schiff bekamen wir dank unseres Hunde-Aufklebers einen Platz in den mittleren Spuren auf den oberen Decks zugewiesen. Die Überfahrt nach Calais verlief ruhig und stimmungsvoll. Valentin vergnügte sich prächtig im freundlich und modern gestalteten Kinderbereich der Fähre sowie im verglasten Außenbereich, wo er mit älteren Passagieren winkend Späße trieb. Ein bisschen Wehmut war beim Blick zurück auf die englische Küste dennoch dabei: Vier intensive, anstrengende, aber unglaublich schöne Monate in Irland und Großbritannien liegen hinter uns, an die wir uns immer gerne zurückerinnern werden – besonders an die herzliche und kinderfreundliche Art der Menschen vor Ort. Nach der Ankunft in Frankreich mussten wir uns sofort wieder umstellen: Das Fahren auf der rechten Seite und die Zeitverschiebung von einer Stunde forderten nach vier Monaten Linkslenken höchste Konzentration. Schließlich haben wir einen offiziellen Wohnmobilstellplatz zwischen Calais und Dunkerque in Oye-Plage bezogen, der fußläufig zum Strand liegt. Valentin ist trotz der Zeitumstellung gut eingeschlafen, und wir lassen den Tag entspannt ausklingen.

  8. Sep 13

    Park Chaos in Westerham, Sonntagsfahrt nach Canterbury & Fish and Chips bei Seafarer Canterbury | Ep. 89

    In unserer 89. Podcastfolge nehmen wir euch mit auf ein sonntägliches Abenteuer, das bereits am frühen Morgen turbulent begann. Kurz nach 5:00 Uhr morgens wurden wir auf unserem Stellplatz am Parkplatz des Westerham Town Centre (Darent For Westerham Town Centre Car Park) durch das Poltern der Müllabfuhr geweckt, die direkt hinter uns Altglas- und Müllcontainer leerte. Obwohl wir dachten, sonntags sei es ruhig, füllte sich der Parkplatz erstaunlich schnell. Nachdem wir noch eine Stunde geschlafen hatten, zahlten wir ab 8:30 Uhr vorschriftsmäßig 1,10 Pfund für zwei Stunden Parkzeit am Automaten. Bei der Morgengassirunde mit unserem Hund Mila klärte sich auch auf, warum der Platz so überfüllt war: Auf den umliegenden Sportplätzen fand ein großes Fußball-Event statt. Da viele Familien nicht in Fahrgemeinschaften oder Kleinbussen, sondern einzeln mit dem eigenen Pkw anreisten, war der Parkplatz ruckzuck komplett dicht. Ein verspäteter Parkgast stellte sich sogar so extrem dicht an unser Wohnmobil, dass wir kaum noch Platz zum Einstiegen hatten und mit dem Kinderwagen gar nicht mehr herausgekommen wären. Als ein Bekannter des Fahrers versuchte, schräg vor uns einzuparken, mussten wir eingreifen und das Fenster öffnen, da das Ausparken sonst durch den engen Winkel unmöglich geworden wäre. Glücklicherweise sah der Fahrer das ein und zog weiter. Nachdem wir uns beeilt hatten und aus Westerham aufgebrochen waren, machten wir uns auf den Weg Richtung Canterbury. Die Fahrt über die M25, die A2 und schließlich die M2 verlief trotz des leichten Sonntagsverkehrs und mancher holpriger Straßenabschnitte sehr entspannt. Das wechselhafte Wetter lieferte wunderschönen Sonnenschein, und Valentin verschlief fast die gesamte Fahrzeit im Auto. Gegen 13:30 Uhr erreichten wir schließlich den bekannten „New Dover Road Park and Ride“-Stellplatz in Canterbury. Dieser Platz ist für uns ein vertrauter Anlaufpunkt: Für 4 Pfund pro Tag (bzw. 8 Pfund für eine Übernachtung) ist nicht nur die Ver- und Entsorgung gesichert, sondern auch das Busticket für die ganze Familie in die Innenstadt enthalten. Bei schwül-warmen Temperaturen mussten wir uns erst einmal sommerlich umziehen, bevor wir den Shuttlebus in die City nahmen. In Canterbury angekommen, erkundeten wir die Einkaufsstraßen und das Einkaufszentrum Whitefriars. Während ein Teil von uns bei Marks & Spencer vorbeischaute, ging es für den anderen Teil mit Hund Mila in die altbewährte Fish-and-Chips-Bude. Da es draußen plötzlich wie aus Eimern zu regnen begann, waren wir extrem dankbar, dass Mila drinnen willkommen war. Das Team vor Ort war überaus freundlich, brachte frisches Wasser für den Hund und drückte sogar ein Auge zu, als wir uns trotz des günstigeren Take-Away-Preises (15,80 Pfund bzw. ca. 18,45 Euro) an einen Tisch setzen durften, um dem Platzregen zu entkommen. Nach dem Essen klarte der Himmel auf. Wir schlenderten durch die Palace Street, vorbei an den historischen Gebäuden wie dem bekannten Crooked House. Der Rückweg zum Bus gestaltete sich noch einmal organisatorisch herausfordernd: Valentin war quengelig, wollte nicht im Kinderwagen sitzen und verlangte nach Aufmerksamkeit. Mit der Trage auf dem Arm, Abstechern zu einem Spielzeugladen, der „Valentin Artisan Bakery“ (wo wir einen leckeren Mushroom Pie erstanden) und einem schnellen Einkauf im Tesco Express liefen wir schließlich zum Busstopp – nur um zu sehen, wie unser Bus exakt in diesem Moment davonfuhr. Zum Glück fahren die Shuttlebusse im engen 12-Minuten-Takt, sodass wir kurz darauf entspannt und müde zu unserem Wohnmobil zurückkehren konnten.

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