Camping und Abenteuer mit Kind und Hund – Familienreisen im Oldtimer-Wohnmobil

Stephan Stratmann

Wir sind als Familie mit Hund und Oldtimer-Wohnmobil unterwegs – und seit kurzem auch zum ersten Mal mit Baby. Nach einem Jahr Vollzeit-Leben im Camper nutzen wir ihn heute für spannende Touren quer durch Europa. Unsere längste Reise dauerte 12 Monate und führte uns durch 17 Länder, von Skandinavien über das Baltikum bis nach Südosteuropa und zurück. Danach folgten eine kürzere Tour durch Niederlandeund Belgien sowie eine Hochzeitstour nach England. Im Podcast teilen wir Erlebnisse, Abenteuer und Tipps zum Reisen mit Baby, Hund und Oldtimer-Wohnmobil. 👉 Mehr auf Instagram: @lida.the.camper

  1. 21h ago

    Park Chaos in Westerham, Sonntagsfahrt nach Canterbury & Fish and Chips bei Seafarer Canterbury | Ep. 89

    In unserer 89. Podcastfolge nehmen wir euch mit auf ein sonntägliches Abenteuer, das bereits am frühen Morgen turbulent begann. Kurz nach 5:00 Uhr morgens wurden wir auf unserem Stellplatz am Parkplatz des Westerham Town Centre (Darent For Westerham Town Centre Car Park) durch das Poltern der Müllabfuhr geweckt, die direkt hinter uns Altglas- und Müllcontainer leerte. Obwohl wir dachten, sonntags sei es ruhig, füllte sich der Parkplatz erstaunlich schnell. Nachdem wir noch eine Stunde geschlafen hatten, zahlten wir ab 8:30 Uhr vorschriftsmäßig 1,10 Pfund für zwei Stunden Parkzeit am Automaten. Bei der Morgengassirunde mit unserem Hund Mila klärte sich auch auf, warum der Platz so überfüllt war: Auf den umliegenden Sportplätzen fand ein großes Fußball-Event statt. Da viele Familien nicht in Fahrgemeinschaften oder Kleinbussen, sondern einzeln mit dem eigenen Pkw anreisten, war der Parkplatz ruckzuck komplett dicht. Ein verspäteter Parkgast stellte sich sogar so extrem dicht an unser Wohnmobil, dass wir kaum noch Platz zum Einstiegen hatten und mit dem Kinderwagen gar nicht mehr herausgekommen wären. Als ein Bekannter des Fahrers versuchte, schräg vor uns einzuparken, mussten wir eingreifen und das Fenster öffnen, da das Ausparken sonst durch den engen Winkel unmöglich geworden wäre. Glücklicherweise sah der Fahrer das ein und zog weiter. Nachdem wir uns beeilt hatten und aus Westerham aufgebrochen waren, machten wir uns auf den Weg Richtung Canterbury. Die Fahrt über die M25, die A2 und schließlich die M2 verlief trotz des leichten Sonntagsverkehrs und mancher holpriger Straßenabschnitte sehr entspannt. Das wechselhafte Wetter lieferte wunderschönen Sonnenschein, und Valentin verschlief fast die gesamte Fahrzeit im Auto. Gegen 13:30 Uhr erreichten wir schließlich den bekannten „New Dover Road Park and Ride“-Stellplatz in Canterbury. Dieser Platz ist für uns ein vertrauter Anlaufpunkt: Für 4 Pfund pro Tag (bzw. 8 Pfund für eine Übernachtung) ist nicht nur die Ver- und Entsorgung gesichert, sondern auch das Busticket für die ganze Familie in die Innenstadt enthalten. Bei schwül-warmen Temperaturen mussten wir uns erst einmal sommerlich umziehen, bevor wir den Shuttlebus in die City nahmen. In Canterbury angekommen, erkundeten wir die Einkaufsstraßen und das Einkaufszentrum Whitefriars. Während ein Teil von uns bei Marks & Spencer vorbeischaute, ging es für den anderen Teil mit Hund Mila in die altbewährte Fish-and-Chips-Bude. Da es draußen plötzlich wie aus Eimern zu regnen begann, waren wir extrem dankbar, dass Mila drinnen willkommen war. Das Team vor Ort war überaus freundlich, brachte frisches Wasser für den Hund und drückte sogar ein Auge zu, als wir uns trotz des günstigeren Take-Away-Preises (15,80 Pfund bzw. ca. 18,45 Euro) an einen Tisch setzen durften, um dem Platzregen zu entkommen. Nach dem Essen klarte der Himmel auf. Wir schlenderten durch die Palace Street, vorbei an den historischen Gebäuden wie dem bekannten Crooked House. Der Rückweg zum Bus gestaltete sich noch einmal organisatorisch herausfordernd: Valentin war quengelig, wollte nicht im Kinderwagen sitzen und verlangte nach Aufmerksamkeit. Mit der Trage auf dem Arm, Abstechern zu einem Spielzeugladen, der „Valentin Artisan Bakery“ (wo wir einen leckeren Mushroom Pie erstanden) und einem schnellen Einkauf im Tesco Express liefen wir schließlich zum Busstopp – nur um zu sehen, wie unser Bus exakt in diesem Moment davonfuhr. Zum Glück fahren die Shuttlebusse im engen 12-Minuten-Takt, sodass wir kurz darauf entspannt und müde zu unserem Wohnmobil zurückkehren konnten.

  2. 1d ago

    Unverhoffte Gastfreundschaft in Goring, Schreck am Ofen & Weiterreise nach Westerham | Ep. 88

    In dieser 88. Folge berichten wir von einem Tag voller unerwarteter Begegnungen, schöner Spaziergänge, einem Schreckmoment am Abend und der Weiterreise am nächsten Morgen. Unser Morgen begann etwas außerhalb von Goring. Wir wurden bereits gegen 5:39 Uhr vom vorbeifahrenden Zug- und Güterverkehr geweckt. Nach dem Aufstehen schnappten wir uns unseren Sohn Valentin sowie Hund Mila und machten einen Spaziergang entlang der Themse. Auf den alten Kuhweiden entdeckten wir zwar Fladen, aber keine Kühe – dafür gab es schöne Häuser und vorbeituckernde Bötchen zu beobachten. Da das Wetter auf dem offenen Feld schnell warm wurde und Valentin die Hälfte der Strecke getragen werden wollte, zog sich der Rückweg etwas in die Länge. Zurück am Wohnmobil trafen wir noch einmal den Mann mit dem Pferdetransporter (Horse Trailer), den wir bereits am Vortag kennengelernt hatten. Obwohl er schon seit Jahren in England und Wales unterwegs ist, konnte er uns für Kent und Canterbury leider keine konkreten Tipps geben, da er sich meist weiter im Westen aufhält. Gerade als wir alles für die Weiterfahrt bereit gemacht hatten und eigentlich nur zum Einkaufen aufbrechen wollten, sprang ein Mann auf einem Fahrrad um unser Wohnmobil herum. Zunächst befürchteten wir, es handle sich um einen Park Ranger, der uns wegen des Stehens verweisen wollte. Doch es stellte sich heraus: Er sprach Deutsch! Es war Felix, der Groundskeeper (Verwalter) eines beeindruckenden, historischen Anwesens aus der viktorianischen Zeit direkt um die Ecke. Nach einem kurzen Gespräch lud er uns spontan ein, nach unserem Einkauf auf das Gelände zurückzukehren und dort kostenlos zu übernachten. Wir fuhren anschließend zum Einkaufen – unter anderem zum Sainsbury's für einen warmen Kaffee sowie weiter zu Aldi nach Didcot. Bei Aldi besorgte Valentin sogar ein kleines Cordeichhörnchen als Geschenk für Mila. Nach der Rückkehr nach Goring zeigte uns Felix das weitläufige Anwesen, das bis hinunter zur Themse reicht – inklusive Bootshaus, einem eigenen Brunnen und einem beheizten Poolgebäude, in dem regelmäßig Schwimmunterricht für die lokale Gemeinde stattfindet. Später machten wir noch einen Ausflug zum nahegelegenen Naturschutzgebiet "Hartslock". Auf dem Rückweg begegneten wir Eseln sowie Pferden und Valentin meisterte einen Großteil des Weges selbst. Am Abend wurden wir schließlich von Felix zum Essen auf dem Gelände eingeladen. Er hatte den Tisch draußen bereits liebevoll hergerichtet – mit selbstgemachtem Apfelsaft von eigenen Bäumen, Rotwein und einem wärmenden Außenofen. Wir holten Essen vom örtlichen Thai-Lotos-Takeaway. Mila durfte sich auch zu Felix' Hund Willow gesellen, was draußen am Tisch überraschend gut funktionierte. Leider nahm der gemütliche Abend eine abrupte Wende: Valentin, der den ganzen Tag über vor Energie wie ein "Duracell-Hase" herumgeflitzt war, stützte sich beim Herumlaufen versehentlich seitlich an dem über 200 Grad heißen Außenofen ab. Das Gebrüll war riesig. Wir kühlten die verbrannte Hand sofort mit Wasser aus der Karaffe, liefen nach drinnen an das Spülbecken und nutzten schließlich ein Eispack von Felix. Da Valentin sich durch die Kombination aus Müdigkeit, Schmerzen und Überreizung gar nicht mehr beruhigen ließ und in eine echte "Frenzy" geriet, brachten wir ihn ins Bett und gaben ihm schließlich Paracetamol-Saft zur Schmerzlinderung. Am darauffolgenden Folgetag starteten wir nach den Ereignissen des Vorabends mit einer ausgiebigen Dusche am Morgen in den Tag. Nach einer herzlichen Verabschiedung von Felix ging es für uns zur nächsten Etappe: Wir traten die Fahrt zum Parkplatz in Westerham an. Trotz des schrecklichen Endes am Ofen bleiben wir extrem dankbar für die unglaubliche Gastfreundschaft, die wir in Goring erleben durften.

  3. 3d ago

    Cotswolds Abenteuer: Diddly Squat Farm Shop, Treffen in Abingdon & Weiterfahrt nach Goring | Ep. 87

    In unserer 87. Podcastfolge berichten wir von aufregenden Tagen in den Cotswolds und einem ganz besonderen Treffen. Nach einer entspannten Nacht auf dem privaten Campingplatz am Lyneham Lake Fishery, wo wir das Wohnmobil versorgten, geduscht haben und mit Valentin gefrühstückt haben, machten wir uns gegen 11 Uhr auf den Weg. Unser erstes Ziel war die berühmte Diddly Squat Farm Shop aus der bekannten Serie 'Clarkson's Farm'. Trotz der ruhigeren Nachsaison Anfang September war der Andrang groß. Wir standen etwa eine Stunde in der Schlange, während Valentin und der Rest von uns die Umgebung erkundeten. Im Außenbereich gab es Stände mit lokalen Produkten wie Lavendel, eine Bar für Hawkstone Lager und einen Foodtruck. Dort sicherten wir uns für 9 Pfund ein leckeres Frühstücksbrötchen mit Ei und Würstchen, das Valentin begeistert mit uns teilte. Obwohl der Shop klein ist und die Preise gehoben sind, war der Besuch ein tolles Erlebnis. Anschließend fuhren wir über das malerische Burford weiter nach Abingdon, wo wir uns mit meinem Bruder und seiner Freundin trafen. Die beiden reisen in einem neu erworbenen Ford Transit Sprinter durch England. Auf dem Parkplatz vor Ort wurden wir direkt von einer Aufseherin erinnert, dass Camping und Übernachten strikt untersagt sind – für ein paar Stunden Parken war jedoch alles in Ordnung. Die Wiedersehensfreude war groß, besonders als Valentin einen süßen Teddy von Mr. Bean geschenkt bekam. Gemeinsam schlenderten wir durch die Stadt, stöberten in Second-Hand-Läden und holten eine prall gefüllte Too Good To Go-Tüte bei Costa für nur 3,50 Pfund ab (mit vier Stücken Kuchen und vielen Snacks im Wert von rund 30 Pfund!). Danach genossen wir ein entspanntes Abendessen im Restaurant Ask Italian mit fantastischen Pizzascheren und einem tollen 2-für-1-Angebot. Für die Nacht steuerten wir den ruhigen Parkplatz am Neptune Wood bei Long Wittenham an. Die Anfahrt war wegen der tief hängenden Äste und Schlaglöcher ein kleines Abenteuer, aber am Ende fanden wir perfekte Stellplätze nebeneinander. Nach einem gemütlichen Abend im Wohnmobil und einer erholsamen Nacht starteten wir mit einem sonnigen Spaziergang durch den Wald in den neuen Tag. Danach ging die Reise weiter nach Goring. Während unseres Aufenthalts dort genossen wir die idyllische Atmosphäre am Ufer der Themse und machten einen Abstecher in das stilvolle Hotel-Restaurant The Swan at Streatley, wo wir den Tag wunderbar ausklingen lassen konnten.

  4. 5d ago

    Von Ironbridge nach Stratford-upon-Avon: Kleinstadt-Charme, Shopping & Trubel mit Valentin | Ep. 86

    In der 86. Episode unseres Podcasts nehmen wir euch mit auf unseren ereignisreichen Tag von Ironbridge bis nach Stratford-upon-Avon. Der Morgen startet bei uns mit einer Notlösung: Da unser Gas leer ist, gibt es statt des gewohnten frisch gekochten Kaffees erst einmal einen schnell angerührten Instant-Eiskaffee. Nach einer sehr ruhigen Nacht im ruhigen Ironbridge verlängern wir unser Parkticket mit Münzen bis 12:00 Uhr, da die lokalen Geschäfte erst am späten Vormittag öffnen. Über die berühmte Brücke geht es für uns in den Ort, um die kleinen, unabhängigen Läden zu erkunden. Im Spielzeugladen wird Valentin schnell fündig und kommt aus dem Staunen über Bagger und Trecker gar nicht mehr heraus. Weiter geht es in ein Kuscheltiergeschäft mit großer Steiff-Kollektion, wo wir uns ein Puffin-Kuscheltier und ein Schaf von der Keel Toys Kollektion sichern – nur die erhoffte Kuh fehlt noch. Ein besonderes Highlight ist der Buchladen „Ironbridge Bookshop & Book Nook“ mit seinen faszinierenden alten Werken und Sammlungen. Während wir stöbern, sorgt Valentin im Laden für ordentlich Action und hält uns auf Trab. Vor der Weiterfahrt holen wir uns bei „Eley’s Pork Pies“ noch warme Sausage Rolls und ein Scotch Egg mit Balti-Curry-Geschmack. Nach einem kurzen Stopp bei „Darling’s of Ironbridge“, wo wir Postkarten erstehen, geht es durch die historischen Gässchen hoch zur St. Luke’s Church. Valentin lässt sich nach vorne gerichtet tragen und wir geniessen die Kulisse. In der Kirche entpuppt sich unser Kleiner als wahrer Wirbelwind: Zwischen Mikrofonständern und Rosenkränzen müssen wir in hechtgleichen Sprüngen Schlimmeres verhindern! Um 12:00 Uhr brechen wir schließlich Richtung Stratford-upon-Avon auf, dem Geburtsort von William Shakespeare. Auf der Route vorbei an Birmingham entscheidet sich das Navi glücklicherweise gegen die staugefährdete Strecke, sodass wir entspannt vorankommen. Valentin nutzt die anderthalbstündige Fahrt für ein ausgiebiges Nickerchen. Die Autobahnen entpuppen sich allerdings als ziemliche Materialprüfung: Der holprige Plattenbelag und das lebhafte Spurwechseln der Lkw verlangen vollste Konzentration. Ein Schmunzler am Rande: Ein riesiger Fendt-Trecker versteckt sich so geschickt im toten Winkel, dass wir ihn erst im letzten Moment entdecken. In Stratford-upon-Avon parken wir auf dem Parkplatz „Stratford Greenway“ (gebucht über die RingGo-App) und schlendern am Fluss Avon entlang Richtung Innenstadt. Wir besichtigen die Holy Trinity Church, in der William Shakespeare sowie seine Frau Anne Hathaway begraben liegen. Anschließend schlendern wir durch die bildschöne Sheep Street und die Fußgängerzone bis zum Geburtshaus von Shakespeare. Valentin ist nun im absoluten „Turbo-Modus“: Er büchst in Geschäfte aus, greift nach Batterien und möchte am liebsten stetig auf eigene Faust die Welt erkunden. Die Versuche, ihn im Kinderwagen unterzubringen, enden in lautstarkem Protest, sodass die Städtetour für uns zu einem echten Fangen-Spiel wird. Nach dem Trubel in der Stadt legen wir noch einen Zwischenstopp bei Daylesford Organic ein, wo wir entspannt einkaufen und die hochwertigen biologischen Produkte genießen. Schließlich machen wir uns auf die Weiterfahrt zum wunderschönen Campingplatz Lyneham Lake Fishery, wo wir bei traumhaftem Sonnenschein und blauem Himmel den Tag am Wasser ausklingen lassen und reflektieren, wie sich das Reisen mit einem mobilen Kleinkind verändert.

  5. 6d ago

    Gassorgen, Wrexham-Erkundung & Pontcysyllte-Aquädukt: Unterwegs zur Ironbridge | Ep. 85

    Willkommen zur 85. Folge unseres Podcasts! Unser Morgen begann direkt mit einem unerwarteten Schrecken – auch wenn es kein gigantischer Schock war, so war es doch ein kleiner Aufreger: Als wir gegen 8:00 Uhr Kaffee kochen wollten, stellten wir fest, dass das Gas aus war. Sogar der Kühlschrank war bereits abgesprungen. Wir hatten eigentlich fest damit gerechnet, dass unser Restgas noch bis nach Hause reichen würde, doch nun standen wir zwei Wochen zu früh ohne Gas da. Wir starteten unseren Tag am Erddig Parkland Car Park des National Trust in der Nähe von Wrexham. Nach einer sehr ruhigen Nacht, in der wir hervorragend und lange geschlafen hatten (mit einem Sleep Score von 86!), machten wir uns an die Recherche. Neben uns hatte noch ein britischer VW-Oldtimer-Bulli geparkt, in dem ebenfalls ein Pärchen übernachtete. Unsere Suche nach Flüssiggas (LPG) führte uns nach einigen Telefonaten zu zwei Tankstellen in Wrexham. Bei einer unabhängigen Tankstelle versuchten wir unser Glück. Der hilfsbereite Chef kam sogar nach draußen, um sich unsere Flaschen anzusehen. Doch ohne den passenden Adapter und da wir keinen automatischen Füllstopp hatten, klappte das Befüllen leider nicht. Ein Neukauf von Flaschen für rund 90 Pfund war uns schlichtweg zu teuer und unpraktisch. Nach Zwischenstopps bei Asda und Home Bargains nutzten wir die Gelegenheit für einen Abstecher in die Innenstadt von Wrexham. Während Valentin auf dem Rücken mit dabei war, erkundeten wir die charmante Stadt mit ihren wunderschönen Fachwerkhäusern im Tudor-Stil. In einem kleinen Concept Store stöberten wir und fanden sogar einen kleinen walisischen Stoffdrachen als Maskottchen. Auch die lokalen Secondhand-Laden ließen wir uns nicht entgehen. Nach unserem Stadtbummel machten wir uns auf den Weg zum spektakulären Pontcysyllte-Aquädukt. Nach einer kurzen Wartezeit, bis Valentin aufgewacht war, spazierten wir zum Kanal. Es ist faszinierend zu sehen, wie die schmalen Hausboote und Kanus über diese schwindelerregende Brücke geleitet werden – direkt neben dem Wasser geht es 40 Meter steil in die Tiefe! Während wir das Bauwerk bewunderten und sogar mit einem der Bootskapitäne sprachen, genoss Valentin die Bewegung und lief die neu angelegten Treppenstufen zum River Dee hinunter. Eigentlich wollten wir weiter Richtung Cotswolds fahren, doch aufgrund der Müdigkeit und der langen Strecke entschieden wir uns für einen Zwischenstopp auf der Hälfte der Route vor Birmingham. Nach einem Abstecher zum Tanken in Shrewsbury (wo wir für günstige 1,77 Pfund pro Liter vollmachen konnten) ging es über malerische Landstraßen weiter nach Ironbridge. Dort angekommen stellten wir erfreut fest, dass wir an einer weiteren UNESCO-Welterbestätte gelandet waren! Wir nutzten den kostenlosen Parkplatz ab 17:00 Uhr und machten am Abend noch einen Spaziergang zur historischen Iron Bridge – der ersten aus Gusseisen erbauten Brücke der Welt (erbaut 1779, eröffnet 1781). In der abendlichen Ruhe erkundeten wir das idyllische Örtchen von allen Seiten und schlossen diesen ereignisreichen Tag entspannt ab. Viel Spaß beim Reinhören!

  6. Sep 6

    Zurück in Wales: Chester mit Eastgate Clock, Wrexham AFC & The Turf Pub sowie Erddig Parkland | Ep. 84

    Hier ist unsere 84. Podcastfolge! Nach unserer Zeit in England sind wir wieder zurück in Wales. In dieser Episode nehmen wir euch mit auf unseren abwechslungsreichen Tag von der historischen Stadt Chester bis nach Wrexham. Unser Tag begann auf dem „Little Rodee Car Park“ in Chester, wo es die ganze Nacht und den Morgen über immer wieder geregnet hat. Nachdem wir die Regenradar-App gründlich studiert hatten, wagten wir uns trotz des Schmuddelwetters mit unserer Hündin Mila nach draußen. Direkt am Parkplatz liegt der Chester Racecourse – laut dem Guinness-Buch der Rekorde die älteste noch aktive Pferderennbahn der Welt. Um dem stärksten Regen zu entgehen, flüchteten wir vorübergehend unter die imposante Grosvenor Bridge. Als der Regen nachließ, machten wir uns auf den Weg in das Stadtzentrum von Chester. Den Kinderwagen ließen wir wegen des Kopfsteinpflasters und der zweistöckigen, überdachten Arkaden-Passagen (den berühmten „Rows“) bewusst im Wohnmobil und stiegen stattdessen auf die Trage für Valentin um. In der Stadt nutzten wir die Gelegenheit für einen kleinen Schaufensterbummel und besuchten unter anderem den Laden Oliver Bonas. Dort erlebten wir zufällig die „Quiet Hour“ – die erste Stunde am Sonntag, in der keine Musik gespielt wird, um eine besonders entspannte Atmosphäre zu schaffen. Ein absolutes Highlight unseres Spaziergangs war die weltberühmte Eastgate Clock. Sie gilt nach dem Elizabeth Tower (Big Ben) in London als die zweitmeistfotografierte Uhr ganz Großbritanniens. Bei strahlendem Sonnenschein und regem Sonntagsbetrieb konnten wir vor der Kulisse der Uhr sogar eine Hochzeitsgesellschaft mit einem eleganten Oldtimer-Rolls-Royce beobachten. Anschließend ging es für uns auf die historischen City Walls. Die über 3 Kilometer lange Stadtmauer umschließt das Zentrum fast vollständig. Während unseres Rundgangs kamen wir an Baustellen vorbei, wo kollabierte Teile der alten Mauer aufwendig saniert werden. An einem gut abgesicherten Abschnitt durfte Valentin ein Stück selbst laufen, doch wegen des vielen Herbstlaubs kam er vor lauter Entdecken kaum vorwärts – so wanderten wir schließlich mit ihm in der Trage weiter. Von der Mauer aus boten sich uns tolle Ausblicke auf Chester Castle, den River Dee mit der Old Dee Bridge, den Water Tower und den King Charles' Tower. Auch unser Wohnmobil konnten wir von oben auf dem mittlerweile voll besetzten Parkplatz sehen. Zum Abschluss in Chester erkundeten wir die beeindruckende Chester Cathedral. Da sie innerhalb der Stadtmauern liegt, ist sie historisch bestens erhalten geblieben. Sehr positiv überrascht waren wir von der Hundefreundlichkeit der Kirche: Mila durfte uns problemlos hineinbegleiten! Während Valentin in der Trage schlief, nutzten wir das kostenlose WLAN für Updates und sahen uns die weitläufige Kathedrale mit ihren Kapellen, dem Bischofssitz und dem hübschen Innenhof an. Valentin erwachte schließlich, als die Münzen aus den Kerzenständern recht lautstark eingesammelt wurden. Hungrig machten wir uns auf die Suche nach einer Stärkung. Nach einer kleinen internen Debatte darüber, was eigentlich „gleich um die Ecke“ bedeutet, landeten wir im etwas versteckten Innenhof-Restaurant Bread & Butter. Bei einem BLT-Sandwich und einem mediterranen Kartoffelsalat ließen wir den ersten Tagesabschnitt gemütlich ausklingen und reflektierten über die britischen Gastronomiepreise. Danach ging die Reise für uns weiter nach Wrexham! Dort machten wir direkt Halt am weltberühmten Racecourse Ground, der Heimat des Wrexham AFC. Natürlich durfte auch ein Abstecher in den legendären The Turf Pub direkt am Stadion nicht fehlen, der durch den Club und die TV-Dokumentation weltbekannt ist. Schließlich fuhren wir weiter zum Parkplatz am National Trust - Erddig Parkland, wo wir den Tag in wunderschöner Natur ausklingen ließen. Viel Spaß beim Reinhören in unsere neue Folge!

  7. Sep 5

    Vom Lake Windermere über Liverpool nach Chester – Fußball, Kultur & City-Vibes | Ep. 83

    In dieser 83. Podcastfolge nehmen wir euch mit auf unsere Weiterreise vom malerischen Lake District über das pulsierende Liverpool bis nach Chester. Wir starten unseren Morgen im sonnenverwöhnten, aber stürmischen Bowness-on-Windermere, wo wir in der Nähe eines Golfplatzes übernachtet haben. Bei typisch britischem Wind und Regen lauschen wir Taylor Swifts Passagen über die Windermere Peaks, die perfekt zur stimmungsvollen Kulisse des Nationalparks passen. Nach einer ruhigen Nacht nutzen wir das kostenfreie Parkfenster im Ort, um gemütlich am Seeufer entlangzuschlängeln und die lebendige Kulisse an den Ticket-Offices für die Bootstouren zu beobachten. Bei Taylors of Bowness stärken wir uns mit einer leckeren Frühstücksrolle für den Tag. Während das Getümmel um die Ausflugsbusse zunimmt, stöbern wir durch die örtlichen Second-Hand-Läden. Im Charity-Shop von Age UK South Cumbria machen wir richtige Buch-Schnäppchen: Neben Werken aus der Reihe Little People, BIG DREAMS entdecken wir ein ungelesenes Buch über die Geschichte der Welt in 500 Wanderungen. Auch das Visitor Center besuchen wir, um eine niedliche, aus recycelten Plastikflaschen hergestellte Highland-Kuh als Souvenir zu ergattern. Über den örtlichen Golfplatz – auf dem trotz des Sturms erstaunlich viele Anwohner ihre Hunde ausführen – machen wir uns schließlich auf den Rückweg zum Wohnmobil. Unsere anschließende Etappe führt uns zunächst in Richtung Carnforth. Anstatt der Navigationsroute über die Hügel zu folgen, entscheiden wir uns für den Weg am Lake Windermere entlang – dem größten Süßwassersee Englands. Die Strecke erweist sich jedoch als stramme Herausforderung: Kurvig, hügelig und dicht befahren fordert sie vollste Konzentration am Steuer. Nach einem kurzen Einkaufsstopp bei Aldi und einer Abwägung, ob wir noch den Forest of Bowland oder den Tolkien Trail ansteuern sollen, entscheiden wir uns direkt für die Weiterfahrt Richtung Merseyside. Die darauffolgende Stunde auf der dreispurigen Autobahn A6 erfordert nach den Wochen auf ruhigen Landstraßen eine kurze Eingewöhnung und Akklimatisierung. In Liverpool angekommen, steuern wir zuerst das legendäre Anfield-Stadion des FC Liverpool an. Wir erkunden das weitläufige, autofreie Areal rund um den Stanley Park, bewundern das berühmte You’ll Never Walk Alone-Tor und schauen im großen Fan-Shop vorbei, wo man überraschenderweise selbst mit Hund herzlich willkommen ist. Zum Übernachten finden wir nach kurzer Recherche eine preiswerte und zentrale Alternative: Über die RingGo-App buchen wir für nur 6,20 £ für 24 Stunden einen Stellplatz am Marinas Wharf Car Park direkt am Wasser. Belohnt werden wir mit einer entspannten Ankunft bei strahlendem Sonnenschein und herrlicher Aussicht. Am Abend schlendern wir zur Beatles Statue, bevor es zurück zum Wohnmobil geht. Am nächsten Tag starten wir voll durch und erkunden die Highlights der Stadt: Wir staunen über die imposante Architektur der Liverpool Cathedral, tauchen in die beeindruckende Atmosphäre der Liverpool Central Library ein und schlendern durch die ikonische Mathew Street, die Geburtsstätte der Beatles-Kultur. Zum Abschluss lassen wir die Großstadt hinter uns, durchqueren den beeindruckenden Queensway Tunnel unter dem River Mersey und machen uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: die historische Stadt Chester. Anhören und mitreisen!

  8. Sep 3

    Lake District & Gretna Green: Schottland-Abschied, Eichhörnchen-Suche & das Drama um den Kaffeebecher | Ep. 82

    In dieser 82. Podcastfolge berichten wir direkt aus unserem Wohnmobil am Lake Windermere, wo es draußen im Lake District unaufhörlich regnet. Wir blicken zurück auf die Ereignisse der letzten 48 Stunden – angefangen bei unserer letzten Nacht auf dem Campingplatz nahe Hoddom Castle in Schottland. Eine wirklich erholsame Nacht war es leider nicht: Unsere Hündin Mila musste sich mehrmals übergeben und ein dauerhaftes, störendes Piepen von einem Elektro-Verteilerkasten direkt neben dem Stellplatz raubte die Ruhe. Trotz des müden Starts um 6:30 Uhr nutzten wir den Campingplatz bis zum späten Check-out um 13:30 Uhr voll aus. Bei Regen nutzten wir die Zeit zum Duschen, ausgiebigen Staubsaugen und zum kompletten Aufladen aller Akkus. Nach einem frischen Shake mit weißer Schokolade und Himbeere sowie dem Entleeren und Auffüllen der Wassertanks ging es weiter. Unser erster Zwischenstopp lag in Annan bei einem schottischen Aldi. Während Valentin eine anderthalbstündige Schlafpause einlegte, begab ich mich bei schlechtem Wetter auf die Suche nach etwas Essbarem. Die örtliche Pommesbude hatte leider früher geschlossen als auf Google Maps angegeben, weshalb ich schlussendlich bei der Bäckereikette Greggs landete. Vor der Weiterfahrt versorgten wir uns im Aldi noch mit Vorräten und einer Sechser-Packung Irn-Bru. Anschließend fuhren wir zum Gretna Gateway Outlet Village nahe der englischen Grenze. Gretna ist historisch bekannt als berühmter Heiratsort, da junge Paare dort seit über 270 Jahren nach schottischem Recht ohne große Hürden heiraten konnten. Nach einer kleinen Shoppingtour bei Marks & Spencer, Next und Clarks machten wir einen kurzen Umweg über die Autobahn M6, nur um das offizielle "Welcome to England"-Schild zu sehen. Die Nacht verbrachten wir in der Nähe des Maryport Golfclubs. Am Mittag fuhren wir über die A66 und A591 fuhren tiefer in den Lake District National Park, vorbei an der Kulisse des Helvellyn. Unser Zwischenstopp war der Wanderparkplatz am Thirlmere. Eigentlich wollten wir dort den "Red Squirrel"-Rundweg wandern. Der Weg entpuppte sich jedoch als unwegsam, überwuchert mit Farn und Brombeersträuchern und teilweise durch umgestürzte Bäume versperrt. Trotz des Frusts über den schlechten Pfad hatte Valentin eine große Freude daran, unterwegs die wilden Brombeeren zu naschen. Zudem gab es am Morgen noch ein kleines Missgeschick: Unsere liebgewonnene Tasse aus Keramik, die wir auf einem Markt im marokkanischen Fès gekauft hatten, fiel am Strand in den Sand. Dabei entstanden zwei feine Risse im Material. Wir haben bereits recherchiert und planen, nach der Rückkehr einen speziellen, hitzebeständigen und lebensmittelechten Kleber aus Dresden zu bestellen, um das Erinnerungsstück zu retten. Nun stehen wir sicher auf unserem Übernachtungsplatz am Lake Windermere, während Valentin friedlich schläft, sich Mila wieder gut erholt hat und der Regen prasselt.

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