Die RAF in Hessen

Hessische Landeszentrale für politische Bildung

Wir folgen in der Podcast-Reihe den Spuren der RAF in Hessen von den ersten Anschlägen der Gruppe im Mai 1972 bis zur Auflösung und zeigen, welche wechselvolle Geschichte das Land Hessen mit der Geschichte der RAF verbindet.

  1. Operation Müll: Der Abhörskandal um Atommanager Klaus Traube

    3D AGO

    Operation Müll: Der Abhörskandal um Atommanager Klaus Traube

    Ein Atommanager, ein internationaler Terrorist – und eine geheime Abhöraktion. In dieser Folge erzählen wir die Geschichte von Klaus Traube und der Operation „Müll“, einer spektakulären Überwachungsaktion der Sicherheitsbehörden in den 1970er-Jahren. Nach dem OPEC-Anschlag gerät Traube wegen seiner Kontakte in die radikale linke Szene rund um Hans-Joachim Klein und die Frankfurter Anwältin Inge Hornischer ins Visier der Ermittler. Aus Angst, Terroristen könnten Zugriff auf nukleares Wissen oder Atomkraftwerke bekommen, beschließen die Behörden, sein Haus heimlich zu verwanzen. Was folgt, ist ein Spionagekrimi: Ein nächtlicher Einbruch, eine geheime Wanze – und später ein politischer Skandal, der bis in die Bundesregierung reicht. Als ein Magazin die Aktion öffentlich macht, beginnt eine Debatte über Bürgerrechte, Geheimdienste und die Frage: Wie weit darf ein Staat im Kampf gegen Terrorismus gehen? Eine Folge über Kontaktschuld, Sicherheitsdenken in den 1970er-Jahren und einen der größten Abhörskandale der alten Bundesrepublik. Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Marcel Schmeer und Robert Wolff Musik: Henrik von Holtum Abmischung: Henrik von Holtum Timestamps 00:00 – Ein Atommanager in der linken Szene: Wer ist Klaus Traube? 01:23 – Neue Staffel: Terror, Politik und die RAF im Jahr 1976 02:18 – Der OPEC-Anschlag: Wie Hans-Joachim Klein ins Zentrum rückt 03:47 – Ein ungewöhnlicher Topmanager: Traubes Lebensstil sorgt für Misstrauen 06:30 – Kontaktschuld: Bekanntschaft mit Terroristen? 14:13 – Der Albtraum der Behörden: Terroristen und Atomkraftwerke 16:30 – „Operation Müll“: Der heimliche Einbruch in Traubes Haus 19:52 – Ein Skandal im Skandal: Geheimdienste überschreiten Grenzen 24:04 – Sicherheit oder Freiheit? Der Staat im Anti-Terror-Modus 32:52 – Der Spiegel enthüllt alles: Wie die Abhöraffäre öffentlich wird 34:07 – Politische Folgen: Bundesinnenminister Werner Maihofer gerät unter Druck 35:20 – Wer hat die Akten geleakt? Die Whistleblower-These 38:33 – Klaus Traube in den Medien: Kampf um seine Rehabilitierung 45:33 – Ein Leben im Schatten des Terrors: Das Stigma der Inge Hornischer 48:50 – Vom Atommanager zum Atomgegner: Traubes zweites Leben 51:23 – Fazit: Kontaktschuld, Überwachungsstaat und politische Folgen

  2. 12/29/2025

    Die OPEC-Geiselnahme in Wien 1975 – Auswirkungen auf das linksradikale Milieu in Hessen und die Operation Müll

    Wien, 21. Dezember 1975: Während einer OPEC-Konferenz stürmen Terroristen die Zentrale, töten mehrere Menschen und nehmen 62 Geiseln. Hinter der Tat stehen internationale Netzwerke, staatliche Interessen und der Kampf um Öl und Macht. Die Folge rekonstruiert die Geiselnahme, ihre politischen Hintergründe und die Rolle deutscher Beteiligter – ein Ereignis mit globalen Folgen. Shownotes Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Thomas Riegler und Robert Wolff Musik: Olaf Parusel Abmischung: Duška Roth Timestamps Folge 12 00:00 – Prolog: Wien im Winter 1975 01:13 – Einführung & Thema der Folge 01:32 – Die OPEC: Bedeutung, Mitglieder, Ölkrise 04:23 – Politische Spannungen und Interessen innerhalb der OPEC 05:15 – Libyen, Gaddafi und staatliche Hintermänner 06:16 – Staatlich gelenkter Terrorismus als Strategie 08:30 – Wadi Haddad und der internationale Terrorismus 10:10 – Carlos und das internationale Kommando 12:25 – Der Überfall auf die OPEC-Zentrale 14:40 – Polizeireaktion und erste Todesopfer 17:48 – Verhandlungen, Drohungen und Radiokommuniqué 19:16 – Abflug aus Wien und internationale Odyssee 21:31 – Ende der Geiselnahme und offene Fragen 23:30 – Deutsche Netzwerke und Vorbereitung in Deutschland 25:11 – Rollen im Kommando und Eskalation 26:49 – Hans-Joachim Klein: Wirkung in der Szene 28:13 – Folgen für die linke Szene und politische Debatten 29:32 – Ermittlungen, Ausblick und nächste Folge

    31 min
  3. 12/28/2025

    Die verlorene Ehre der Katharina Blum – Terrorismus, Medien und öffentliche Meinung

    Diese Episode widmet sich dem Kinostart des Films „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ im Oktober 1975, basierend auf der gleichnamigen Erzählung von Heinrich Böll. Wir erkunden die Reaktion der deutschen Öffentlichkeit auf den Film und die scharfe Kritik an der "Bild"-Zeitung und ihrer Berichterstattung über vermeintliche Terroristen. Wie beeinflusste der Film das öffentliche Bewusstsein und die Debatte über Terrorismus, Medienethik und staatliche Macht? Shownotes Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Hanno Balz Musik: Olaf Parusel Abmischung: Duška Roth Timestamps Folge 11 00:00 - Karl Carstens attackiert Heinrich Böll 00:27 - Politische Instrumentalisierung und Sensationspresse der 70er 01:49 - Rolle der Medien in der RAF-Geschichte 02:27 - Medienlandschaft der 70er – zwei Lager 03:12 - Zeitungen als politische Waffen 04:08 - Boulevardblätter 04:35 - Springer-Presse und Macht der Schlagzeilen 06:03 - Studentenbewegung, Terrorismus und Medien als Brandbeschleuniger 07:18 - Sensationsjournalismus und Angstlogik 08:34 - Böll über die Gewalt der Worte und moralische Panik 09:20 - Verschwörungserzählung - Verschwörunungspraxis 10:23 - Entstehung und Wirkung des Begriffs „Sympathisant“ 11:03 - Bölls Spiegel-Essay: „Will Ulrike Gnade oder freies Geleit?“ 12:41 - Kritik an Bild und Vorverurteilungen 14:27 - „6 gegen 60 Millionen“ – Bölls Versuch zur Deeskalation 16:34 - Eskalation zwischen Böll und Springer 18:01 - Kampagne gegen Böll und Sympathisanten-Diskurs 19:50 - Kontaktschuld und Katharina Blum 21:11 - SPIEGEL-Fortsetzungsroman und politischer Kontext 22:33 - Roman als literarischer Gegenschlag 23:59 - Bestseller, Film und reale Berufsverbote 26:06 - Schlöndorff, von Trotta und die Wirkung des Films 27:37 - Reaktion der Bild und „verlorene Wahrheit“ 29:28 - Berufsverbote und Peter Brückner 30:40 - Parallelen heute: Medienkampagne gegen Brosius-Gersdorf 32:00 – Politik und Medien 33:00 - Fazit: Medien, Macht und Moral

    38 min
  4. 12/28/2025

    Professionalisierung der Terrorismusbekämpfung – Die Rolle Hessens, Wiesbadens und Horst Herolds BKA

    Nach der Entführung von Peter Lorenz 1975 reagiert die Innenministerkonferenz mit neuen Befugnissen für das BKA. In Wiesbaden entsteht die Abteilung „Terrorismus“ – das Herz moderner Fahndung. Diese Folge zeigt, wie Technik, Datenbanken und Horst Herold das BKA verändern und warum die 1970er Jahre zur digitalen Zeitenwende der Sicherheitsbehörden werden. Shownotes Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Andrej Stephan und Robert Wolff Musik: Olaf Parusel Abmischung: Duška Roth Timestamps Folge 10 00:00  Einstieg & politische Lage 1975 00:44  Innenministerkonferenz 01:42  Wiesbaden als Zentrum der neuen Terrorismusbekämpfung 02:52  Gründung der Abteilung TE im BKA 03:33  Digitale Pionierarbeit: Das System PIOS 04:18  Analyse statt reine Fahndung - neue Ansätze im BKA 05:37  Horst Herold und die Idee der Datenerfassung 06:08  Lorenz-Entführung als Wendepunkt 07:26  Technischer und personeller Umbruch im BKA 07:57  Rechenzentrum Wiesbaden & Beginn der Digitalisierung 09:20  Siemens-Großrechner und die frühen Computerjahre 10:35  INPOL und das neue Datennetz der Polizei 12:16  Telex als Vorläufer moderner Kommunikation 12:52  Herold-  Reformer und Visionär? 14:23  Neue Generation im BKA - junge, motivierte Ermittler 16:07  Rasterfahndung: Daten als Waffe gegen Terror 17:15  Wie Rasterfahndung funktioniert 18:08  Datenschutz, Überforderung und Herolds Rücktritt 20:30  Bilanz der 70er Jahre im BKA 20:55  Vom analogen Staat zur digitalen Gesellschaft 21:04  Ausblick Folge 11

    21 min
  5. Vernetzte Gewalt – Die Botschaftsbesetzung in Stockholm, die Entführung von Peter Lorenz und die Rolle der Internationalen Revolutionären Zelle

    06/04/2025

    Vernetzte Gewalt – Die Botschaftsbesetzung in Stockholm, die Entführung von Peter Lorenz und die Rolle der Internationalen Revolutionären Zelle

    In dieser Episode untersuchen wir die Vernetzung der RAF, der Bewegung 2. Juni und der Internationalen Revolutionären Zelle (IRZ) im Jahr 1975, insbesondere im Zusammenhang mit der Botschaftsbesetzung in Stockholm und der Entführung des CDU-Spitzenkandidaten Peter Lorenz. Wir beleuchten, wie diese Aktionen nicht isoliert stattfanden, sondern Teil eines größeren, internationalen Gewaltnetzwerks waren, das auch palästinensische Gruppen einschloss. Die Rolle der IRZ in diesen Ereignissen wird ebenfalls genauer betrachtet, insbesondere im Kontext ihrer Kooperation mit palästinensischen Milizen und der Verstrickung in globale revolutionäre Bewegungen. Diese Episode wirft ein Licht auf die komplexen geopolitischen Verbindungen der RAF und ihrer Verbündeten und zeigt, wie die Gewaltspirale in Deutschland eng mit internationalen Entwicklungen verknüpft war. Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Robert Wolff Musik: Olaf Parusel Abmischung: Duška Roth Timestamps: 00:00 Einführung in den deutschen Linksterrorismus 01:27 Die internationale Dimension des Linksterrorismus 03:47 Die Rolle der palästinensischen Gruppen 05:50 Die Entführung von Peter Lorenz 14:17 Die Folgen der Lorenz-Entführung 18:17 Die Botschaftsbesetzung in Stockholm 22:45 Internationale Verbindungen der revolutionären Zellen 24:40 Die Entscheidung zur Zusammenarbeit mit der PFLP 28:15 Logistik und internationale Vernetzung 30:23 Spannungen innerhalb der revolutionären Zellen 33:34 Die Sichtbarkeit der internationalen Kooperation 35:51 Staatliche Akteure und internationale Terrorismus 39:06 Frankfurt als Schlüsselstandort Literatur und Links: Reinders, R. und Fritzsch, R.: Die Bewegung 2. Juni: Gespräche über Haschrebellen, Lorenzentführung, Knast. Berlin: Ed. ID-Archiv, 1995: https://www.nadir.org/nadir/archiv/PolitischeStroemungen/Stadtguerilla+RAF/2_juni/ Wolff, R.: Zwischen persönlicher Schuld und praktischem Internationalismus: Die transnationalen Verflechtungen der Revolutionären Zellen. In: Über Grenzen hinweg. Transnationale politische Gewalt im 20. Jahrhundert. Herausgegeben von Adrian Hänni, Daniel Rickenbacher, Thomas Schmutz, Frankfurt am Main 2019, S. 281–305. "Holger, der Kampf geht weiter!", Dokumente und Beiträge zum Konzept Stadtguerilla, Reihe "Gegendrucke", Nr. 1, 1. Auflage 1975 Gaiganz/Oberfranken. Unsichtbare (Hrsg.): Herzschläge. Gespräch mit Ex-Militanten der Revolutionären Zellen. Berlin: Assoziation A, 2022.

    42 min
  6. Jean-Paul Sartre in Stammheim – Der Erfolg der „Knastkampagne“ und die Restrukturierung der RAF

    05/02/2025

    Jean-Paul Sartre in Stammheim – Der Erfolg der „Knastkampagne“ und die Restrukturierung der RAF

    In dieser Episode beleuchten wir den Besuch des französischen Philosophen und Nobelpreisträgers Jean-Paul Sartre in der JVA Stuttgart im Dezember 1974. Warum entschied sich Sartre, den inhaftierten RAF-Terroristen Andreas Baader zu besuchen, und welche politischen und gesellschaftlichen Reaktionen löste sein Besuch aus? Diese Episode erkundet die psychologischen und politischen Spannungen, die Sartres Besuch entfachte, und analysiert die Auswirkungen dieses Ereignisses auf die Wahrnehmung der RAF in der deutschen und internationalen Öffentlichkeit. Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Dr. Svantje Guinebert und Robert Wolff Musik: Olaf Parusel Abmischung: Fabiana Blasco Timestamps: 0:14 Der Besuch Sartres in Stammheim 1:06 Die PR-Strategie der RAF 2:13 Sartres Philosophie und die RAF 5:44 Der Existenzialismus erklärt 6:37 Sartre als Unterstützer der RAF 8:48 Die Rolle von Erich Fromm 11:50 Sartres persönliche Motivation 14:44 Das Treffen: Sprache und Missverständnisse 16:56 Nach dem Gespräch: Pressekonferenz und Foltervorwürfe 21:10 Reaktionen in Deutschland und Frankreich 26:13 Die Folgen von Sartres Besuch für die RAF 28:18 Ausblick auf die nächste Folge Literatur und Links: Jeßberger, F. und Schuchmann, I. (Hrsg.): Die Stammheim-Protokolle. Der Prozess gegen die erste RAF-Generation: https://www.aufbau-verlage.de/ch-links-verlag/die-stammheim-protokolle/978-3-96289-127-5. Terhoeven, P.: Die Rote Armee Fraktion. Eine Geschichte terroristischer Gewalt, München: C.H. Beck, 2022: https://hlz.hessen.de/publikationen/publikationsverzeichnis/details/die-rote-armee-fraktion/. https://www.nzz.ch/feuilleton/der-denker-beim-terroristen-vor-50-jahren-traf-jean-paul-sartre-andreas-baader-ld.1860379 https://www.stammheim-prozess.de

    29 min
  7. Holger Meins ist tot! Die Instrumentalisierung der Toten des deutschen Linksterrorismus und die Auswirkungen auf Hessen

    11/08/2024

    Holger Meins ist tot! Die Instrumentalisierung der Toten des deutschen Linksterrorismus und die Auswirkungen auf Hessen

    Am 9. November 1974 starb Holger Meins während des 3. Hungerstreiks in der Justizvollzugsanstalt Wittlich und wurde posthum zu einem Symbol für den vermeintlichen „Märtyrertod“ im deutschen Linksterrorismus. Diese Folge der Podcastreihe „Die RAF in Hessen“ beleuchtet, wie der Tod von Meins nicht nur die RAF-Anhänger radikalisierte, sondern auch das linke Milieu in Hessen mobilisierte. Duška Roth und der Lorenz Hoffmann sprechen mit dem Historiker Kevin Lenk, der den Tod von Holger Meins und dessen Bedeutung für die radikalen linken Szenen sowie die politische Propaganda der RAF erforscht hat. Die Zeitzeuginnen Renate Assmus und Ulrike Fabricius berichten von den spontanen Protesten und dem Gefühl der Empörung, das die Szene erfasste. Auch die „Aktion Winterreise“, eine bundesweite Fahndungsaktion, die das linke Milieu insbesondere auch in Hessen ins Visier nahm, wird thematisiert und zeigt, wie der Staat auf die Eskalation reagierte. Skripterstellung: Duška Roth, Lorenz Hoffmann und Robert Wolff Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Kevin Lenk, Renate Aßmus, Ulrike Fabricius  Musik: Olaf Parusel Abmischung: Fabiana Blasco Timestamps: 00:01 - Zwangsernährung im Gefängnis und RAF in Hessen 02:27 - Tod von Holger Meins und folgende Ereignisse 06:14 - RAF nutzt Haftbedingungen als Propaganda 11:05 - Aktion Winterreise und Mobilisierung in der Linken 12:46 - Juristische Aufarbeitung der Baader-Meinhof-Gruppe 14:32 - Druck und Überwachung der linken Szene 18:29 - “Fabricius-Dudek-Bande” und Hoffnung auf Informationen 22:33 - Dreiteilung der Aktivitäten und Ziele der Aktion Winterreise 24:05 - Ohnmachtserfahrung der Linken und Krise in der Szene 26:02 - Entscheidungspunkt für die Linke und Radikalisierung 28:25 - Ulrike Fabricius in Frankfurt und Abkehr von Radikalisierung 30:07 - Winterreise und Hausdurchsuchung 31:39 - Aktion Winterreise als Zäsur und Druck durch Repressionen 31:53 - Abschluss und Ausblick Literatur und Links: Lenk, K.: Tod und Gemeinschaft. Die politische Instrumentalisierung der Toten des deutschen Linksterrorismus 1971–1977, Berlin: De Gruyter Oldenbourg, 2024 (in Druck): https://www.degruyter.com/document/isbn/9783111504377/html?lang=de . Terhoeven, P.: Die Rote Armee Fraktion. Eine Geschichte terroristischer Gewalt, München: C.H. Beck, 2022: https://hlz.hessen.de/publikationen/publikationsverzeichnis/details/die-rote-armee-fraktion/. https://www.bpb.de/mediathek/video/190754/die-aktion-winterreise-gegen-die-raf/ “Es werden Typen dabei kaputtgehen”, Spiegel 47/1974: https://www.spiegel.de/politik/es-werden-typen-dabei-kaputtgehen-a-605c8de5-0002-0001-0000-000041651325 “Bericht zur Zwangsernährung ZA” von Holger Meins: https://socialhistoryportal.org/sites/default/files/raf/0019741011_5.pdf

    32 min
  8. Der Staat rüstet auf – Das Konzept ‚Innere Sicherheit‘ und der Aufbau der Terrorismusbekämpfung in Hessen

    10/29/2024

    Der Staat rüstet auf – Das Konzept ‚Innere Sicherheit‘ und der Aufbau der Terrorismusbekämpfung in Hessen

    In dieser Folge sprechen wir mit Robert Wolff über die Entwicklung der Terrorismusbekämpfung und das Konzept der "Inneren Sicherheit" in der Bundesrepublik Deutschland. Der Fokus liegt besonders auf den neuen operativen und technischen Strukturen, die in den 1970er Jahren in Hessen entstanden sind. Ausgehend von der Festnahme des ehemaligen RAF-Mitglieds Daniela Klette im Februar 2024 diskutieren wir die langanhaltende Bedrohung durch die RAF, die Reaktionen des Staates, und wie diese die heutige Sicherheitsarchitektur speziell in Hessen geprägt haben. ________________________________________ Skripterstellung: Duška Roth, Lorenz Hoffmann und Robert Wolff Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Robert Wolff Musik: Olaf Parusel Abmischung: Fabiana Blasco ________________________________________ Timestamps: 00:19 – Einleitung 00:40 – Festnahme von Daniela Klette im Februar 2024 05:19 – Reaktion des Staates: Härte zeigen 06:19 – Überblick: Entstehung der modernen Sicherheitsarchitektur in der Bundesrepublik Deutschland seit den 60er Jahren 09:54 – BKA Chef Horst Herold und seine Rolle ab 1971 10:53 – Ausbau des BKA und der Verfassungsschutzbehörden 11:18 – Personalaufstockung in der Bereitschaftspolizei und dem BKA 12:32 – Der Begriff „Innere Sicherheit“ 15:04 – Terrorismus als Spannungsfeld zwischen Staat, Terroristen, Öffentlichkeit 17:02 – Konkrete Maßnahmen: bessere Koordinierung der Sicherheitsbehörden 17:32 – Internationale Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden 18:12 – Sicherheitspolitik und europäische Zusammenarbeit 18:53 – Demonstrationsbekämpfung: Frankfurter Häuserkampf und neue Polizeistrategien 19:21 – Aufbau mobiler Einsatzkommandos (MEK) in Hessen 20:23 – Festnahme der Gruppe 4.2: Erster Erfolg der MEK 20:58 – Überlastung des Verfassungsschutzes durch den Radikalenerlass 22:57 – Langfristige Sicherheitsmaßnahmen: SEK, GSG9 und mobile Einsatzkommandos 24:14 – Debatten über Exekutivorgane und Informationsgewinnung 24:53 – Fahndungsmethoden von den 70ern bis heute 25:26 – Nachrichtendienste und Herausforderungen bei V-Personen 26:04 – Frankfurter Häuserkampf und die Polizei 27:39 – Erfolge der Frankfurter Polizei 29:20 – Der Begriff „Terrorismus“ und seine Entwicklung 31:19 – Frankfurt als wichtiger Stützpunkt der RAF 33:09 – Vorschau: Die „Aktion Winterreise“

    35 min

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Wir folgen in der Podcast-Reihe den Spuren der RAF in Hessen von den ersten Anschlägen der Gruppe im Mai 1972 bis zur Auflösung und zeigen, welche wechselvolle Geschichte das Land Hessen mit der Geschichte der RAF verbindet.

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