Kostenfreie Online-Events: https://kalifornische-terrassen.de/events Personen: Liviana Bath Curanda – Lehrende am Systemischen Zentrum, Ausbildung systemischer Beraterinnen, Therapeutinnen und Supervisor:innenInstagram: https://www.instagram.com/curanda_institut/LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/liviana-bath-curanda-a4771183/ Daniela Rieß – Lehrende am Systemischen Zentrum, Ausbildung systemischer Beraterinnen, Therapeutinnen und Supervisor:innenInstagram: https://www.instagram.com/danielariess.systemischepraxis/LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-daniela-riess/ Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Liviana Bath Curanda und Daniela Rieß über den Anschlag auf die queere Community in Berlin – und darüber, was ein solches Ereignis für systemisches Arbeiten bedeutet. Ausgangspunkt ist eine Frage, die beide sehr beschäftigt hat: Was bedeutet es für Menschen, die betroffen sind, auch wenn sie nicht vor Ort waren? Und was bedeutet es für Beraterinnen, Therapeutinnen und Supervisor:innen, wenn Trauer, Schmerz und Betroffenheit in den Raum kommen – manchmal mitten in einer Sitzung, für die längst ein anderer Plan gemacht war? Im Gespräch entsteht die Idee, dass es weniger um den systemischen Werkzeugkoffer geht als um die Bereitschaft, gemeinsam zu halten, was allein kaum auszuhalten ist. Von dort aus richtet sich der Blick nach innen. Welche Brille trage ich aufgrund meiner eigenen sozialen Gewachsenheit? Welche Wirklichkeiten, welche Ängste, welche Schutzbedürfnisse blende ich ein – und welche vielleicht aus? Beide beziehen sich auf feministische und intersektionale Perspektiven in der systemischen Arbeit und auf das Konzept der Social Selfies als Möglichkeit zur eigenen Selbstreflexion. Dabei wird auch Neutralität sehr grundsätzlich hinterfragt: Wo schützt professionelle Distanz, und wo hält sie Türen verschlossen, die eigentlich offen sein müssten? Der Gedanke, dass Neutralität einen Wertekompass braucht, zieht sich als Spannungslinie durch das gesamte Gespräch. Ein zweiter Strang führt zur Zugehörigkeit. Wo darf ich sein, wo gehöre ich dazu, was passiert, wenn ich zwischen mehreren Zugehörigkeiten stehe? Beide beschreiben, wie wiederkehrende Ausgrenzungserfahrungen Traumaqualität annehmen können und wie eng Zugehörigkeit mit mentaler Gesundheit verbunden ist. Deutlich wird auch, dass Lösungsorientierung – so wirksam sie in vielen Kontexten ist – bei Trauer, Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen an eine Grenze stößt. Manchmal braucht es das Gegenteil: verlangsamen, innehalten, bleiben. Und es braucht Fachpersonen, die sich selbst berührt zeigen dürfen, ohne die eigene Würde und Abgrenzung aufzugeben. Dabei wird deutlich: Wir können darauf vorbereitet sein, unvorbereitet zu sein – und genau darin liegt die Möglichkeit, Räume zu öffnen, in denen Schmerz, Trauer und Zugehörigkeit da sein dürfen, statt weggearbeitet zu werden. Keywords Trauer, Zugehörigkeit, queere Community, systemische Haltung, Neutralität, Beziehungsarbeit, Supervision, Diskriminierungserfahrung, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: support@systemischer-club.de