Lymphom Kompetenz KOMPAKT – Expertinnen diskutieren Lymphome & Leukämien

KML Podcasts & Peter Borchmann

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 25.000 Menschen an einem der verschiedenen Subtypen maligner Lymphome. Das Feld entwickelt sich sehr dynamisch. In immer kürzeren Abständen werden neue Studienergebnisse zu Diagnostik und Therapie vorgestellt. Neue Therapeutika sind schon lange nicht mehr nur klassische Zytostatika, sondern zunehmend zielgerichtete Substanzen und Immuntherapeutika. Das Feld befindet sich also im einem relativ raschen Wandel. In der Praxis hängt die Frage, welches Therapiekonzept schließlich für welchen Patienten optimal ist, von zusätzlichen Faktoren ab. In dieser komplexen Situation neue Ergebnisse zu bewerten und in Therapie-Algorithmen einfließen zu lassen, erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit Studiendaten und einen offenen Diskurs. Wir wollen mit diesem Podcast einen kompetenten und vor allem unabhängigen Beitrag zu diesem Diskurs leisten. Geben Sie uns gern ein Feedback an podcast@lymphome.de. Weitere Informationen und Broschüren zu verschiedenen Lymphomerkrankungen finden Sie auch auf www.lymphome.de, dem Webportal des Kompetenznetzes Maligne Lymphome. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  1. Multiples Myelom: T-Zell aktivierende Immuntherapie auf dem Weg in die Erstlinie?

    FEB 23

    Multiples Myelom: T-Zell aktivierende Immuntherapie auf dem Weg in die Erstlinie?

    In der letzten Podcastfolge wurde gemeinsam mit Hartmut Goldschmidt ein Blick zurückgeworfen und die Therapieentwicklung beim Multiplen Myelom beleuchtet. Heute schauen wir bei derselben Erkrankung nach vorne: Im Gespräch mit Leo Rasche aus Würzburg thematisiert Peter Borchmann den Stellenwert T-Zell-aktivierender Immuntherapien. Darunter werden innovative Krebstherapien verstanden, bei denen entweder die T-Zellen des körpereigene Abwehrsystems genetisch modifiziert (CAR-T-Zell-Therapie) oder aber stimuliert (bispezifische Antikörper) werden, um Tumorzellen spezifisch zu erkennen und in Serie zu zerstören. Denn die das multiple Myelom verursachenden Plasmazellen – sie sind terminale Differenzierungsstufe der B-Lymphozyten - haben gleich mehrere Antigene, die sich als Zielstruktur für sogenannte „T-cell engager“ etabliert haben oder sich für CAR-T-Zelltherapien beim Multiple Myelom eignen. Leo Rasche war von 2016 bis 2018 Postdoktorand am „Myeloma Institute der University of Arkansas for Medical Sciences“ in Little Rock, wo er sich mit medizinischer Bildgebung, Tumorgenomik, Tumorentwicklung und Immuntherapieansätzen zur Behandlung des multiplen Myeloms befasste. Seit 2018 ist Leo Rasche Oberarzt und Gruppenleiter in der Myelomabteilung des Universitätsklinikums Würzburg und erhielt 2022 den mit 7.500 Euro dotierten Artur-Pappenheim-Preis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) für seine herausragende Forschung zum Multiplen Myelom. Seine Arbeit entschlüsselte Resistenzmechanismen bei CAR-T-Zelltherapien, bei denen Myelomzellen das Oberflächenprotein BCMA verlieren, was für die Weiterentwicklung von Krebstherapien von hoher Bedeutung ist.   Informationen zu Leo Rasche und die DSMM Universitätsklinikum Würzburg: Zentrum für das Multiple Myelom Universitätsklinikum Würzburg: Prof. Dr. med. Leo Rasche   Informationen zum KML-Podcast & Peter Borchmann https://lymphome.de/podcast Oberärzte | Innere Medizin I | Uniklinik Köln Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

    31 min
  2. Rückblick auf 30 Jahre Myelom-Forschung: Was haben wir erreicht?

    FEB 23

    Rückblick auf 30 Jahre Myelom-Forschung: Was haben wir erreicht?

    Wer vor 35 Jahren an einem Multiplen Myelom erkrankte, stand vor einer fast ausweglosen Situation. Die Therapie war auf wenige, nur unzureichend wirksame Medikamente beschränkt – die mittlere Lebenserwartung dieser Patient:innen betrug etwa 3 Jahre. Viele Betroffene erkrankten zusätzlich an einem myelodysplastischen Syndrom oder einer akuten myeloischen Leukämie. Neue Konzepte mussten her. Hartmut Goldschmidt, der 1992 von der Berliner Charité kommend an die Uniklinik in Heidelberg gewechselt war, forschte dort an Behandlungskonzepten mit hochdosierten Chemotherapien. Es zeigte sich, dass durch die sequentielle Hochdosistherapie langfristige und durch die allogene Stammzelltransplantation auch komplette Remissionen beim multiplen Myelom erzielt werden konnten. Angetrieben von dem Ziel, nebenwirkungsärmere Therapien für am Multiplen Myelom erkrankte Menschen zu entwickeln, wurde 1996 die GMMG – die German-Speaking Myeloma Multicenter Group - gegründet und 30 Jahre lang von H. Goldschmidt geleitet. Heute ist das Multiple Myelom eine gut beherrschbare Erkrankung – und dazu hat auch die GMMG unter der Leitung von Hartmut Goldschmidt beigetragen – weit über 600 Publikationen bei PubMed, davon allein sechs im New England Journal of Medicine (NEJM), belegen die wissenschaftliche Relevanz dieser Gruppe. Hören Sie rein und erfahren Sie, welche Hürden die GMMG genommen hat und wie durch klinische Therapiestudien die Situation für an einem multiplen Myelom erkrankte Menschen stetig verbessert werden konnte.     Informationen zu Hartmut Goldschmidt und die GMMG https://gmmg.info Myelomzentrum Heidelberg: Universitätsklinikum Heidelberg   Informationen zum KML-Podcast & Peter Borchmann https://lymphome.de/podcast Oberärzte | Innere Medizin I | Uniklinik Köln Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

    29 min
  3. AML: Wie behandeln, wenn intensive Therapie nicht geht?

    06/20/2025

    AML: Wie behandeln, wenn intensive Therapie nicht geht?

    Seit Jahrzehnten werden Patient:innen, die an einer akuten myeloischen Leukämie (AML) erkranken, mit dem 7+3-Schema behandelt, einer intensiven und wirksamen Chemotherapie. Abhängig von Risikofaktoren werden zusätzlich zielgerichtete Medikamente eingesetzt und in Situationen mit einem definiertem Risiko für das Versagen dieser Therapie folgt eine allogene Stammzelltransplantation. Diese AML-Therapie ist hochwirksam und hat das Potential, AML-Patient:innen zu heilen – sofern die Therapie in dieser Intensität durchführbar ist. Doch das trifft leider nicht für alle Patient:innen zu. In diesem Podcast geht es um die Behandlung jener Patient:innengruppe, die für eine intensive Therapie nicht ausreichend resilient ist, und die die Behandler im Alltag immer wieder vor größere Probleme stellt. Christoph Röllig ist Professor für Innere Medizin an der Medizinischen Klinik I der Uniklinik Dresden und leitet dort die Bereiche Hämatologie und Klinische Studien. Außerdem ist Christoph Röllig Leiter der Studienzentrale der Studienallianz Leukämie (SAL), einer international sehr sichtbaren deutschen Forschungsgruppe zu akuten Leukämien. Als Initiator zahlreicher Studien, Autor zahlreicher wichtige Publikationen und verantwortlicher Autor der Onkopedia Leitlinie für die AML ist Christoph Röllig ein ausgewiesener Experte für das Thema dieses Podcasts. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

    29 min
  4. Zweitlinientherapie des DLBCL: Ist die Hochdosis-Chemotherapie obsolet?

    05/02/2025

    Zweitlinientherapie des DLBCL: Ist die Hochdosis-Chemotherapie obsolet?

    Wenn die erste Therapielinie beim diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) versagt und die Erkrankung erneut auftritt, ist bei Spätrezidiven (mehr als 12 Monate nach Erstlinientherapie) eine Hochdosischemotherapie mit einer autologen Stammzelltransplantation das Mittel der Wahl. Demgegenüber können Patientinnen und Patienten mit einem Frührezidiv (weniger als 12 Monate nach Erstlinientherapie) eher von einer CAR-T-Zell-Therapie profitieren. In diesem Podcast diskutieren Peter Borchmann und Björn Chapuy über den Stellenwert der Hochdosis-Chemotherapie. Zentrale Fragen sind, ob und welche Alternativen es zur Hochdosistherapie gibt bzw. mit welchen Substanzen sich die Erstlinientherapie so verbessern lässt, damit Patient:innen mit einem grundsätzlich Chemotherapie-sensitiven DLBCL möglichst gleich mit der ersten Therapielinie eine tiefe Remission erreichen und spätere Rezidive möglichst erst gar nicht auftreten. Björn Chapuy ist Professor für Translationale Lymphomforschung, Oberarzt und Leiter des Schwerpunkts Lymphome an der Berliner Charité am Campus Benjamin Franklin sowie Sprecher der AG DLBCL in der German Lymphoma Alliance (GLA). Seine international sehr sichtbare Forschung hat maßgeblich dazu beigetragen die genomische Landschaft des DLBCL zu entschlüsseln. Des weiteren leitet Björn Chapuy mit der R-Pola-Glo-Studie die bestrekrutierende Studie beim DLBCL in Deutschland. Peter Borchmann ist seit 2006 Oberarzt der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln und leitet dort den klinischen Schwerpunkt „maligne Lymphome“. Für das Kompetenznetz Maligne Lymphome spricht Peter Borchmann in loser Folge mit Expertinnen und Experten über verschiedene Fragestellungen der Lymphom- und Leukämieforschung. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

    27 min

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Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 25.000 Menschen an einem der verschiedenen Subtypen maligner Lymphome. Das Feld entwickelt sich sehr dynamisch. In immer kürzeren Abständen werden neue Studienergebnisse zu Diagnostik und Therapie vorgestellt. Neue Therapeutika sind schon lange nicht mehr nur klassische Zytostatika, sondern zunehmend zielgerichtete Substanzen und Immuntherapeutika. Das Feld befindet sich also im einem relativ raschen Wandel. In der Praxis hängt die Frage, welches Therapiekonzept schließlich für welchen Patienten optimal ist, von zusätzlichen Faktoren ab. In dieser komplexen Situation neue Ergebnisse zu bewerten und in Therapie-Algorithmen einfließen zu lassen, erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit Studiendaten und einen offenen Diskurs. Wir wollen mit diesem Podcast einen kompetenten und vor allem unabhängigen Beitrag zu diesem Diskurs leisten. Geben Sie uns gern ein Feedback an podcast@lymphome.de. Weitere Informationen und Broschüren zu verschiedenen Lymphomerkrankungen finden Sie auch auf www.lymphome.de, dem Webportal des Kompetenznetzes Maligne Lymphome. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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