Für die meisten Architekt*innen gehören SIA-Normen und Ordnungen zum beruflichen Alltag. Sie bilden die Grundlage für Wettbewerbe, Studienaufträge und zahlreiche Prozesse in der Schweizer Planungs- und Baupraxis. Doch wie entstehen diese Regelwerke eigentlich? Wer entscheidet über Anpassungen, Diskussionen und Weiterentwicklungen? Und welcher Aufwand steckt hinter dieser Arbeit? In dieser Episode gibt Benoît Clément, Architekt und Partnerbei riforma architecture in Fribourg und Lausanne, einen seltenen Einblick in die Arbeit der SIA-Kommissionen 142 und 143. Er erklärt, wie Ordnungen überarbeitet werden, wie Vernehmlassungen ablaufen und weshalb die ehrenamtliche Arbeit der Kommissionsmitglieder entscheidend für faire Verfahren und die Qualität der Schweizer Baukultur ist. Die Episode macht sichtbar, wie viel Engagement, Fachwissen und Verantwortung hinter den Regelwerken stehen, die die Branche täglich nutzt – oft ohne deren Entstehung genauer zu kennen. ▶️ THEMENÜBERSICHT ⭕ Warum Architekturwettbewerbe und Studienaufträge klare Regeln brauchen – Die SIA-Ordnungen 142 und 143schaffen transparente und faire Verfahren für Bauherrschaften und Planungsteams. Sie sorgen für Vergleichbarkeit, Qualitätssicherung und effiziente Prozesse. ⭕ Wie Kommissionsarbeit beim SIA funktioniert – Rund 20 Fachpersonen aus Architektur, Ingenieurwesen, Landschaftsarchitektur und öffentlicher Hand erarbeiten gemeinsam Regelwerke, diskutieren Revisionen und bringen unterschiedliche Interessen zusammen. ⭕ Von der Idee bis zur gültigen Ordnung – Neue oder überarbeitete Ordnungen entstehen in Arbeitsgruppen, durchlaufen öffentliche Vernehmlassungen und werden nachbreiter Diskussion von den zuständigen Gremien verabschiedet. ⭕ Baukultur braucht breite Perspektiven – Die Kommissionen achten auf sprachregionale, fachliche undgesellschaftliche Vielfalt. Ziel ist es, Regelwerke zu schaffen, die von öffentlichen und privaten Bauherrschaften gleichermassen getragen werden. ⭕ Qualitätssicherung durch den SIA-Stempel – Bauherrschaften können Wettbewerbsprogramme prüfen lassen. Der SIA-Stempel signalisiert Architekturbüros, dass das Verfahren den anerkannten Standards entspricht und faire Bedingungen bietet. ⭕ Was Architekt*innen aus Verbandsarbeit mitnehmen – Netzwerke erweitern, Wissen vertiefen, Verantwortung übernehmen und die Entwicklung des Berufsstands mitgestalten: Kommissionsarbeit bietet fachlichen und unternehmerischen Mehrwert. ▶️ HIGHLIGHTS DER EPISODE„Es ist wichtig, dass die Ordnungen von allen als vorteilhaft angesehen werden – nur dann werden sie auch angewendet.“ ▶️ ÜBER DEN FYRMA PODCAST Der FYRMA Podcast für Architekt*innen mit Ambitionen: Yves Reichenbach spricht mit Architekt*innen aus der Schweiz über Bürogründung, Führung und die Weiterentwicklung von Architekturbüros. Du erfährst, wie andere ihren Weg in der Architektur gemeistert haben – von den ersten Schritten bis zum etablierten Büro. In den Fokus-Episoden kommen zusätzlich Branchenexpert*innen aus der Bau- und Planungsbranche zu Wort. ▶️ CREDITS Cover: © FYRMA GmbH Sound Design: © Florian Boo Produktion / Distribution: © FYRMA GmbH und Yves Reichenbach ▶️ UNTERSTÜTZE DEN FYRMA PODCAST Wenn dir diese Episode Mehrwert bietet, teile sie mitanderen, die sich für Architektur, Unternehmertum und die Entwicklung von Architekturbüros interessieren. 🎧 Abonniere den FYRMA Podcast und hinterlasse eine Bewertung – so hilfst du mit, unternehmerische Themen in der Architektur sichtbarer zu machen.