Die Psychologinnen: Was ist los im Kopf?

Julia Pouly und Katja Tressel

Wir erklären wissenschaftliche Erkenntnisse, Theorien und Modelle der menschlichen Psyche. Und was diese für unser tägliches Leben und Miteinander bedeuten. Dadurch helfen wir euch, eure Gedanken, Gefühle und euer Verhalten besser zu verstehen und bei Bedarf Einfluss zu nehmen.Wir zeigen auf, dass psychologische Theorien und Erkenntnisse nicht nur theoretisches Wissen, sondern konkrete Werkzeuge für den Alltag sind. Denn wir sind überzeugt: Selbstverständnis ist der Schlüssel zur Selbstwirksamkeit. Indem wir begreifen, warum wir denken, wie wir denken, schaffen wir nicht nur eine freundliche Beziehung zu uns selbst, sondern öffnen auch liebevoll die Türen für positive Veränderungen in unserem Leben.Präsentiert von Julia Pouly und Katja Tressel.

  1. 3d ago

    Psychologische Fallstricke der Elternschaft (2/3): Mental Load - Die unsichtbare Arbeit hinter einer funktionierenden Familie

    Warum sind gerade Mütter oft chronisch am Limit ihrer Kapazitäten? Julia Pouly und Katja Tressel schauen in Teil 2 ihrer Miniserie zur Elternschaft auf den Stress im Familienalltag: warum unser System evolutionsbiologisch eigentlich für ein ganzes Dorf gemacht ist und was passiert, wenn Anforderungen und Ressourcen nicht mehr zusammenpassen. Von dort aus geht es tief in die Mental Load, warum „ich helfe doch" nicht reicht und was echte Verantwortungsübernahme von reiner Unterstützung unterscheidet. Am Ende geht es ganz praktisch darum, wie Familien Verantwortung neu verteilen können, ohne dass jemand daran zerbricht. Themen in dieser Folge: Das klassische Stressmodell: wenn Anforderungen die Ressourcen übersteigenWarum wir eigentlich für ein Dorf gemacht sindLogistik-Stress: Hobbys, Förderung und die Sunk-Cost-FalleAutonomie und Macht: warum „Nein" so viel Konflikt auslöstMental Load: Helfen vs. Verantwortung übernehmenDie unsichtbare Vorausschau-Arbeit – das Einkaufslisten-BeispielWarum die Asymmetrie oft schon beim Neugeborenen beginntStrukturelle Ressourcen vs. wachsende AnforderungenCommunity, Netzwerke und Verantwortung an Kinder abgebenSelbstfürsorge sorgt für die FamilieWarum Unordnung bei Frauen strenger bewertet wirdAbschluss & Ausblick auf Folge 3Mehr Infos auf http://die-psychologinnen.de/ Hosts: Julia Pouly https://www.juliapouly.com und Katja Tressel   Musik von ComaStudio Coverphoto von Julia Pouly @lens_ofthemind  Quellen & weiterführende Forschung [1] Demerouti, E., Bakker, A. B., Nachreiner, F., & Schaufeli, W. B. (2001). The Job Demands-Resources Model of Burnout. Journal of Applied Psychology, 86(3), 499–512. — Grundlage für das im Gespräch beschriebene Stressmodell (Anforderungen vs. Ressourcen). [2] Daminger, A. (2019). The Cognitive Dimension of Household Labor. American Sociological Review, 84(4), 609–633. — Grundlage für das Konzept der unsichtbaren Vorausschau-Arbeit (Mental Load). [3] Thébaud, S., Kornrich, S., & Ruppanner, L. (2021). Good Housekeeping, Great Expectations: Gender and Housework Norms. Sociological Methods & Research, 50(3), 1186–1214. — Frauen werden für denselben Grad an Unordnung strenger bewertet als Männer. [4] Korrektur: Die im Gespräch als „Harvard-Studie" bezeichnete Untersuchung zu Kindern und Haushaltsaufgaben ist tatsächlich: Rossmann, M. (2002). Involving Children in Household Tasks: Is It Worth the Effort? University of Minnesota. Wir korrigieren das hiermit gerne – die weitverbreitete Harvard-Zuschreibung geht vermutlich auf eine 2016 populäre TED-Talk-Referenz zurück, die zwei unterschiedliche Studien vermischt hat. Rossmanns Untersuchung ist ein unveröffentlichter Forschungsbericht der University of Minnesota mit vergleichsweise kleiner Stichprobe (N = 84 junge Erwachsene), keine große peer-reviewte Zeitschriftenstudie. Die Kernaussage, früh übernommene Haushaltsverantwortung korreliert mit späterem Erfolg, gilt trotzdem als plausibel und wird in der Forschung häufig referenziert; [5] Der Vergleich Kleinfamilie vs. Dorfgemeinschaft ist eine allgemeine evolutionsbiologische Beobachtung, keine im Gespräch zitierte Einzelstudie. Wer tiefer einsteigen möchte: Sarah Hrdys Forschung zu kooperativer Kinderaufzucht („Allomothering"), u. a. in Mothers and Others (2009). Schreibt uns gerne eine Nachricht.

    Psychologische Fallstricke der Elternschaft (2/3): Mental Load - Die unsichtbare Arbeit hinter einer funktionierenden Familie
  2. Jun 13

    Kontrollbedürfnis und Kontrollillusion: Über die Sehnsucht, alles im Griff zu haben.

    Kennst du das? Du planst den Urlaub bis ins letzte Detail, machst dir vorab Sorgen über Dinge, die noch gar nicht passiert sind, oder findest es richtig schwer, etwas abzugeben, weil "die anderen es ja eh falsch machen"? In dieser ersten Folge unserer neuen Mini-Serie sprechen wir über etwas, das jeder kennt: das Bedürfnis nach Kontrolle. Wir schauen uns an, warum unser Gehirn ständig versucht, Unsicherheit zu vermeiden, und warum das früher mal überlebenswichtig war, uns heute aber oft mehr stresst als hilft. Wir sprechen über die berühmten Experimente von Ellen Langer zur "Illusion of Control", über Julian Rotters Konzept des Locus of Control und darüber, woher dieses Kontrollbedürfnis eigentlich kommt, manchmal aus der Kindheit, manchmal einfach aus dem, wie unser Nervensystem auf Stress reagiert. Am Ende gibt's ein kleines Reflexionstool für den Alltag, mit dem du checken kannst: Versuche ich hier etwas zu kontrollieren, das in meinem Einflussbereich liegt, oder mache ich mir das Leben gerade unnötig schwer? Diese Folge ist kein Vorwurf und keine Diagnose. Wenn du dich wiederfindest: Das ist kein Zeichen, dass etwas mit dir nicht stimmt. Aber Achtsamkeit und ein Bewusstwerdung ist der erste Schritt, uns das leben leichter zu machen. In Folge 2 werden wir uns dann anschauen, was passiert, wenn dieses Kontrollbedürfnis sich nach außen richtet, und wir Verantwortung für die Gedanken und Gefühle anderer Menschen übernehmen. Mehr Infos auf http://die-psychologinnen.de/ Hosts: Julia Pouly https://www.juliapouly.com und Katja Tressel   Musik von ComaStudio Coverphoto von Julia Pouly @lens_ofthemind  Schreibt uns gerne eine Nachricht.

    Kontrollbedürfnis und Kontrollillusion: Über die Sehnsucht, alles im Griff zu haben.

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