Empirisch inspiriert

Dr. Kristin Torka

Willkommen beim neuen Podcast „Empirisch inspiriert“! In jeder Folge unterhält sich Dr. Kristin Torka mit Gäst*innen, die Einblicke in ihre Forschungsbereiche im Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD geben. Gemeinsam mit Expert*innen aus Soziologie, Theologie und Volkswirtschaft bespricht sie in regelmäßigen Abständen Ergebnisse qualitativer und quantitativer Studien zu Themen aus Religion, Kirche und Gesellschaft. Dieser Podcast ist perfekt für alle, die sich von gegenwartsrelevanten Fragen inspirieren lassen möchten und darüber hinaus Perspektiven über den Tellerrand wagen.

  1. 3d ago

    Was wissen wir über die Zukunft der Kirche wirklich?

    Die evangelische Kirche wird kleiner. Weniger Mitglieder, weniger Personal, weniger Geld. Also einfach überall kürzen? So einfach ist es nicht. Nach ca. 30 Folgen von „empirisch inspiriert“ schauen wir auf das, was die Forschung inzwischen über die Kirche der Zukunft sagen kann. Studien wie die KMU6, das Kirchengemeindebarometer oder Evaluationen kirchlicher Reformprozesse zeigen nämlich ziemlich genau, wo Kirche Menschen weiterhin erreicht – und wo vermeintlich gute Ideen in der Praxis an Grenzen stoßen. Dabei zeigt sich: Kirchenaustritte beginnen meist lange vor dem eigentlichen Austritt. Kleine Gemeinden können trotz sinkender Mitgliederzahlen wichtige Orte für ihr Umfeld bleiben. Kasualien erreichen Menschen, die sonst kaum Kontakt zur Kirche haben. Kitas, Jugendarbeit, Diakonie, Ehrenamt und persönliche Ansprechpartner haben eine Reichweite, die weit über die Gruppe der hochreligiösen Kirchenmitglieder hinausgeht. Und manche kirchliche „Innovation“ ist bei genauerem Hinsehen vor allem eine notwendige Anpassung an eine Gesellschaft, die individueller, vielfältiger, älter und weniger selbstverständlich kirchlich gebunden ist. Im Einzelnen geht es um folgendes: Mitgliedschaft und Bindung:Studien zu Kirchenaustritten und die KMU6 zeigen, dass der Austritt oft am Ende eines langen Entfremdungsprozesses steht. Gleichzeitig bleibt Kirche über persönliche Kontakte, Einrichtungen und besondere Lebensereignisse für viele Menschen relevant. Gemeinden und Reformen:Das Kirchengemeindebarometer zeigt große Unterschiede zwischen Gemeinden und Regionen. Evaluationen von Fusionen, Erprobungsräumen und multiprofessionellen Teams machen deutlich: Nicht jede Reform wirkt gleich gut, und gute Modelle brauchen passende Rahmenbedingungen. Kasualien und neue Kontaktflächen:Taufe, Hochzeit, Bestattung, Ritualagenturen und andere Angebote erreichen auch Menschen, die sonst kaum an kirchliches Leben angebunden sind. Gerade hier entstehen wichtige Berührungspunkte mit Kirche. Soziale Reichweite:Kitas, Diakonie, Jugendarbeit, Ehrenamt, Beratung und persönliche Ansprechbarkeit reichen weit über die Gruppe hochreligiöser Kirchenmitglieder hinaus. Kirche wird also nicht nur dort relevant, wo ausdrücklich Religion im Mittelpunkt steht. Gesellschaftliche Debatten:Forschung zu Themen wie Schwangerschaftsabbruch, Leihmutterschaft oder der Rezeption der ForuM-Studie zeigt, wie wichtig belastbare Daten sind, wenn öffentliche Debatten emotional oder polarisiert verlaufen. Gerade wenn gespart werden muss, wird Wissen wichtig. Denn empirische Forschung kann zwar nicht entscheiden, welche Stelle oder Einrichtung erhalten bleiben soll. Sie kann aber zeigen, wo Kürzungen besonders folgenreich wären, welche Angebote Menschen tatsächlich brauchen und wo sich weitere Investitionen lohnen könnten.   Und hier geht’s zum Podcast „die Datenaffaire“ von Dr. Annika Bergbauer. Episode 95 – Zahlen, Glauben Zukunft – Empirie trifft Kirche Hier geht es zum Projekt „das Portalprinzip“ von Tim Allgaier #Kirchenentwicklung #KircheDerZukunft #KMU6 #Sozialwissenschaften #EmpirischInspiriert   Quellen und weiterführende Links Petra-Angela Ahrens: Kirchenaustritte seit 2018 – Wege und AnlässeHilke Rebenstorf: Zweites Kirchengemeindebarometer; dazu die Podcastfolge „Gemeinde am Limit?“KMU 6 – Reichweite:Zu Kontaktzahlen, stabilen Reichweitenfeldern und wichtigen kirchlichen Ankerbereichen.KMU 6 – Vertrauen: Zu Mitgliedschaftsmotiven, Vertrauen und sozialen Erwartungen an Kirche.KMU 6 – Reformerwartungen: Zu Erwartungen an kirchliche Reformen und die Bedeutung qualifizierten Fachpersonals.KMU 6 – Gottesdienst: Zur Breitenwirkung von Gottesdiensten und insbesondere Kasualgottesdiensten.Evaluation st.moment – Gesamtbericht 2026:  Zu Resonanz, Wirkungen, Engpässen und der Verstetigung der Ritualagentur. Fragen, Anregungen oder Themenwünsche? Schreibt uns gern in die Kommentare oder per Mail an info@si-ekd.de

  2. Sep 14

    Wer pflegt uns morgen? Die Pflegereform und ihre Folgen für Familien

    Wer kümmert sich um unsere Eltern, wenn sie irgendwann nicht mehr allein zurechtkommen – ein Pflegedienst, ein Pflegeheim oder am Ende doch wir selbst? Pflege ist kein fernes Altersthema. Sie kann von einem Tag auf den anderen den Alltag einer ganzen Familie verändern: Wer begleitet zu Arztterminen, organisiert Unterstützung und übernimmt die tägliche Versorgung? Wer reduziert seine Arbeitszeit? Und wie lässt sich die Pflege von Angehörigen mit dem Beruf und vielleicht gleichzeitig mit der Betreuung der eigenen Kinder vereinbaren? In dieser Folge von „empirisch inspiriert“ sprechen wir über die geplante Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung. Der Sozialökonom Dr. Andreas Mayert erklärt, weshalb das deutsche Pflegesystem gleich vor zwei großen Herausforderungen steht: einem Finanzierungsproblem und einem Versorgungsproblem. Während die Zahl der Menschen mit Pflegebedarf in den kommenden Jahren steigen wird, schrumpft die Zahl derjenigen, die Beiträge zahlen oder Pflege übernehmen können – beruflich ebenso wie innerhalb der Familie. Doch stärken die diskutierten Reformvorschläge die Menschen, auf die das Pflegesystem besonders angewiesen ist? Oder wird ausgerechnet bei pflegenden Angehörigen und professionellen Pflegekräften gespart? Im Gespräch geht es unter anderem um mögliche Einschnitte bei der Absicherung pflegender Angehöriger, den Entlastungsbetrag und das Pflegegeld, strengere Voraussetzungen für Pflegegrade sowie die hohen Eigenanteile in Pflegeheimen. Wir fragen, was die Reform für Familien bedeutet, weshalb die Vereinbarkeit von Beruf und Familie künftig immer stärker auch die Pflege von Eltern, Partnerinnen und Partnern einschließen muss und welche Folgen die Vorschläge für Löhne, Arbeitsbedingungen und Personalmangel in der professionellen Pflege haben könnten. Am Ende wird es persönlich: Müssen jüngere Menschen Angst vor der Zukunft der Pflege haben? Sollten wir bereits heute Geld für eine mögliche Pflegebedürftigkeit unserer Eltern zurücklegen – oder darf die Absicherung eines solchen Lebensrisikos nicht zur privaten Aufgabe jeder einzelnen Familie werden? Diese Folge eröffnet zugleich eine zusätzliche Reihe von „empirisch inspiriert“: Die Bundesregierung plant in den kommenden Monaten Veränderungen in verschiedenen Bereichen der sozialen Sicherung. Gemeinsam mit Dr. Andreas Mayert fragen wir künftig: Warum sind Reformen notwendig? Wo liegen die eigentlichen Probleme? Was schlägt die Politik vor? Droht ein großer Sozialabbau – oder steckt der Teufel eher im Detail? Und welche Alternativen gibt es? Die zusätzlichen Folgen erscheinen vorerst jeweils zur Mitte des Monats – ergänzend zu unseren regulären Folgen am Monatsanfang. Zum Weiterlesen: Andreas Mayert, unter Mitarbeit von Tobias Hauck: Langzeitpflege in der digitalen Gesundheitsökonomie. Chancen und Versäumnisse. SI-Studien aktuell, Band 5, Nomos, Baden-Baden 2026. Das Buch untersucht die Arbeitsbedingungen und den Personalmangel in der Pflege, die wirtschaftliche Situation ambulanter und stationärer Pflegeanbieter sowie die Möglichkeiten und Hindernisse der Digitalisierung. Es ist als E-Book Open Access verfügbar: https://doi.org/10.5771/9783748963219 #Pflegereform #Pflegeversicherung #PflegendeAngehörige #Pflegenotstand #Sozialpolitik

    Wer pflegt uns morgen? Die Pflegereform und ihre Folgen für Familien
  3. Aug 31

    Wenn Kunst und Klang die Kirche füllen: Wo bleibt der Glaube? Ein Blick auf die Citykirche Ludwigsburg. Mit Martin Wendte und Malte Krüger.

    Kirchen sind mehr als Orte für Gottesdienste. Sie sind Bildräume, Klangräume, Kulturorte, Erinnerungsorte – und für viele Menschen vielleicht längst eher Schwellenräume. Doch was passiert, wenn Kirche ihre Räume bewusst öffnet: für Kunst, Musik, Ausstellungen, Gespräche, Stadtgesellschaft und für Menschen, die gar nicht unbedingt mit einer kirchlichen Erwartung kommen, sondern vielleicht ein Konzert mit Musik von Taylor Swift, Filmmusik oder Paul Potts erleben möchten?   In dieser Folge von „empirisch inspiriert“ sprechen wir mit Prof. Dr. Martin Wendte und Prof. Dr. Malte Dominik Krüger über Kulturkirche, Kirchenräume und die Frage, welches neue Selbstverständnis von Kirche hier entsteht. Ausgangspunkt ist die Citykirche Ludwigsburg: Kirche mitten in der Stadt, in der Glaube und Kultur, Musik und Kunst, Nachdenken und Miteinander zusammenkommen. Dabei fragen wir: Wenn Kirche zum Kultur- und Erfahrungsraum wird — welche Form von Kirche entsteht dort? Ist Kulturkirche eine Innovation – oder eher eine Wiederentdeckung dessen, was Kirche über Jahrhunderte ohnehin war? Was beobachtet Citykirchenpfarrer Martin Wendte in der Praxis der Citykirche Ludwigsburg: Erreicht Kulturkirche tatsächlich neue Milieus oder doch vor allem ein bildungsnahes Publikum? Und wie deutet der systematische Theologe Malte Dominik Krüger diese Entwicklung theologisch: Was geschieht, wenn Menschen in einer Kirche Musik hören, Kunst betrachten, zur Ruhe kommen oder ins Gespräch geraten? Wird der Raum dadurch einfach zum Veranstaltungsort – oder kann sich dort etwas zeigen, das über Kulturprogramm hinausgeht?   Außerdem verweisen wir auf den theologischen Podcast „Himmel & Hashtag“ von Malte Dominik Krüger und Martin Wendte, der im Umfeld der Citykirche Ludwigsburg und in Kooperation mit der Evangelischen Verlagsanstalt erscheint. Wer nach dieser Folge weiterhören möchte, findet dort Gespräche mit Theologinnen und Theologen über Glauben, Denken und die großen Fragen unserer Zeit.   Hier geht’s zum Podcast „Himmel & Hashtag“: https://www.citykirche-ludwigsburg.de/angebote/himmel-hashtag Hier über die Seite der Evangelische Verlagsanstalt: https://www.eva-leipzig.de/de/podcast-himmel-und-hashtag Und hier erfahrt ihr mehr über die Citykirche Ludwigsburg: https://www.citykirche-ludwigsburg.de   Fragen, Anregungen oder Themenwünsche? Schreibt uns! --> info@si-ekd.de #Kulturkirche #Citykirche #Kirchenentwicklung #Kirchenraum #KircheUndKultur #Theologie #InnovationKirche #Religionssoziologie

    Wenn Kunst und Klang die Kirche füllen: Wo bleibt der Glaube? Ein Blick auf die Citykirche Ludwigsburg. Mit Martin Wendte und Malte Krüger.
  4. Jun 30

    Leihmutterschaft in Deutschland: Warum die Debatte nicht so polarisiert ist, wie sie wirkt

    Leihmutterschaft gehört zu den umstrittensten Formen der Familiengründung. Vor zwei Jahren haben wir bei „empirisch inspiriert“ bereits über die offenen ethischen, rechtlichen und sozialwissenschaftlichen Fragen gesprochen. Nun liegen neue empirische Ergebnisse vor: aus Expert*inneninterviews mit Menschen aus Medizin, Recht, Beratung und politischer Interessenvertretung - und aus einer repräsentativen Befragung zur Einstellung der Bevölkerung in Deutschland. Dabei zeigt sich: Die Debatte ist differenzierter, als es oft scheint. Leihmutterschaft wird skeptischer bewertet als andere reproduktionsmedizinische Verfahren, zugleich gibt es keine einfache Mehrheit für ein umfassendes Verbot. Die Auswertung der Expert:inneninterviews zeigt die Herausforderung und Komplexität in der Bewertung von Leihmutterschaft. Und auch in der Gesamtbevölkerung sind sich viele Menschen unsicher, abwägend oder ambivalent. Im Zentrum stehen Fragen nach Selbstbestimmung, Ausbeutung, Kindeswohl, Kommerzialisierung, rechtlicher Regelbarkeit und dem Stellenwert eines unerfüllten Kinderwunsches.   In dieser Folge spricht der Soziologe David Samhammer über zentrale Ergebnisse des Forschungsprojekts am Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD. Was sagen Expert:innen? Was denkt die Bevölkerung? Und was braucht eine verantwortliche gesellschaftliche Debatte über Leihmutterschaft jenseits schneller Pro- und Contra-Parolen? Warum sollten wir in der Debatte nicht nur auf Indien, die Ukraine oder die USA schauen, sondern genauer nach Großbritannien? Weshalb steht in Deutschland vermutlich zunächst die Legalisierung der Eizellspende zur Diskussion, bevor es um Leihmutterschaft geht?  Am Ende steht Davids Appell, Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch nicht allein zu lassen. Gerade weil der Wunsch nach einem Kind existenziell sein kann, braucht es Beratung, Begleitung und gesellschaftliche Sensibilität. Zugleich macht die Folge deutlich: Leihmutterschaft ist nicht die eine Lösung für ungewollte Kinderlosigkeit, sondern Teil einer größeren Debatte über Reproduktionsmedizin, Familie und Verantwortung.   Weitere Infos zum Thema findet ihr hier:  David Samhammer und Peter Dabrock. Leihmutterschaft und Lebensform. Ein Perspektivwechsel inmitten einer kontroversen Debattenlage. In: Zeitschrift für Medizin-Ethik-Recht. Erschienen 2024.David Samhammer. Leihmutterschaft und die Grenzen der Verfügbarkeit. In: SI-Kompakt. Erschienen 2025.David Samhammer: Leihmutterschaft als Spannungsfeld. Eine Rekonstruktion der Deutungsweisen von Expert*innen. In: GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft. Erscheint voraussichtlich März 2027.  Vorgestellt haben wir euch das Projekt 306 des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD: Leihmutterschaft als gesellschaftspolitische Herausforderung. Erste deskriptive Auswertung der repräsentativen Befragung.   Die erwähnten Aufsätze zur Perspektive der Kinder und Wunscheltern findet ihr u.a. hier: Nicht legal – und doch Thema. Sozialwissenschaftliche, rechtliche und theologisch-ethische Überlegungen zu Leihmutterschaft. Erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2027.   Und falls ihr euch für die im Podcast erwähnten Panelumfragen interessiert, könnt ihr die Fragebögen hier downloaden: https://search.gesis.org/research_data/ZA8830https://www.gesis.org/en/issp/data-and-documentation/family-and-changing-gender-roles/2022#c156536  Die Berechnungen für den ALLBUS wurde selbst vorgenommen. Das SI hat das Item zu Leihmutterschaft ausgewertet. Beim ISSP wurde die Frage zu Leihmutterschaft nur für Österreich gefragt. Hierzu gibt es auch eine Publikation: Beham-Rabanser, Martina, Caroline Berghammer und Ulrike Zartler. 2024. Neue Normalitäten in Partnerschaft und Elternschaft in Österreich? Wandel von Verhalten, Einstellungen und rechtlichen Normen. Österreichische Zeitschrift für Soziologie 49: 299–329.Fragen, Anregungen oder Themenwünsche? Schreibt uns! --> info@si-ekd.de #Leihmutterschaft #Kommerziell #Selbstbestimmung #Kinderwunsch

  5. May 31

    Kirche auf dem Land: Ortsgemeinde oder Erprobungsraum? Live on tape von der SI-Jahrestagung „Zukunft auf dem Land. Wie Kirche mitgestaltet“

    Wie geht’s weiter mit den ländlichen Räumen?   Kirche in ländlichen Räumen steht unter Druck: Weniger Geld, weniger Personal, weniger Bindung — und gleichzeitig die Frage, wie kirchliche Präsenz vor Ort überhaupt noch gesichert werden kann. Braucht es dafür vor allem starke Ortsgemeinden und verlässliche Parochien? Oder mehr Erprobungsräume, neue Gemeindeformen und mutige spirituelle Experimente? In dieser besonderen Folge von empirisch inspiriert treffen zwei gegensätzliche Positionen direkt aufeinander — live on tape vor Publikum in der Evangelischen Akademie Loccum. Die Episode dokumentiert ein Panel der Jahrestagung „Zukunft auf dem Land. Wie Kirche mitgestaltet“ des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, die am 12.05.2026 und 13.05.2026 in Loccum stattfand. Zu Gast sind Dr. Hilke Rebenstorf und Dr. Philipp Elhaus, die beide bereits einzeln bei empirisch inspiriert zu hören waren. Hilke Rebenstorf macht stark, warum die Ortsgemeinde gerade in ländlichen Räumen unverzichtbar bleibt: als Ort von Gemeinschaft, Ritualen, Verlässlichkeit, sozialer Infrastruktur und kirchlicher Grundversorgung. Philipp Elhaus dagegen plädiert für Offenheit, Experiment, Erprobungsräume und neue Gemeindeformen, die auch Menschen erreichen, die mit klassischer Ortsgemeinde und traditioneller Gemeindebindung wenig anfangen können. Im Zentrum dieser Podiumsdiskussion stehen die großen Zukunftsfragen kirchlicher Entwicklung:Ist die Ortsgemeinde ein unverzichtbares Zukunftsmodell — oder ein Hindernis für notwendige Innovation?Sind Erprobungsräume eine sinnvolle Ergänzung — oder verschärfen sie den Druck auf die bestehende Regelstruktur?Was bedeutet Kirchenentwicklung unter den Bedingungen von Säkularisierung, Individualisierung, Mitgliederrückgang und knappen Ressourcen?Und wie kann Kirche in ländlichen Räumen so präsent bleiben, dass sie für Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche relevant ist? Die ersten 27:38 Minuten dieser Folge bestehen aus der moderierten Live-Podiumsdiskussion. Ab 27:55 hören Sie dann die Fragen aus dem Publikum — mit weiteren Perspektiven aus Forschung, Praxis und kirchlichem Alltag. Wer tiefer in die beiden Positionen einsteigen möchte, findet in unserem Podcast auch die bereits veröffentlichten Einzelgespräche:„Gemeinde am Limit“ mit Hilke Rebenstorf und„Erprobungsräume“ mit Philipp Elhaus. Und hier geht’s zu einer Folge zu Diensten und Werken, die Philipp am Ende erwähnt hat. Und wenn Sie denken: Schade, dass ich diese Jahrestagung verpasst habe — dann abonnieren Sie gern unseren Newsletter und schauen Sie regelmäßig auf unsere Homepage. So sind Sie beim nächsten Mal frühzeitig informiert. #Kirche#LändlicheRäume#Kirchenentwicklung#Parochie#Erprobungsräume#Gemeindeentwicklung#Religionssoziologie#EKD

    Kirche auf dem Land: Ortsgemeinde oder Erprobungsraum? Live on tape von der SI-Jahrestagung „Zukunft auf dem Land. Wie Kirche mitgestaltet“
  6. Apr 30

    Klimaschutz ohne Wachstum? Postwachstum im Faktencheck

    Was wäre, wenn eine Wirtschaft auch ohne Wachstum gut funktionieren könnte – und wäre das fürs Klima automatisch besser? In dieser Folge von „empirisch inspiriert“ geht es um Postwachstum: ein Begriff, der in der Kirche auf großes Interesse stößt, aber auch polarisiert.   Wir sprechen mit Dr. Andreas Mayert (Ökonom des SI der EKD), der Postwachstum kritisch sieht. Wir diskutieren, worum es bei Postwachstum überhaupt geht, was für und gegen eine Wirtschaft ohne Wachstum spricht – und warum die Idee für viele kirchliche Akteure so anschlussfähig ist. Vor allem aber machen wir einen Faktencheck: Hilft „weniger“ wirklich beim Klimaschutz? Was würde das für Investitionen in die Energiewende bedeuten? Und welche sozialen Risiken sieht Andreas Mayert – von Jobs bis soziale Sicherheit?   Am Ende bleibt die zentrale Frage: Was schützt das Klima wirklich?   Diese Podcastfolge entstand auf der Grundlage des Textes „Degrowth: Politischer Slogan oder echte Alternative?“, der im "Jahrbuch Sozialer Protestantismus", Band 9 erschienen ist. Zum Thema passt auch dieser Text. Mehr zu den Unterschieden zwischen Ökomarxismus und Postwachstum findet ihr hier. Das Welternährungssystem trägt erheblich zur Emission von Treibhausgasen bei. Der Beitrag "Fakten und Mythen von Konzepten der Regional- und Selbstversorgung mit Lebensmitteln" von Dr. Andreas Mayert fragt nach der in bestimmten Milieus populären Vorstellung, Regionalversorgung und Selbstversorgung mit Lebensmitteln trage entscheidend zur Nachhaltigkeit bei: Waxmann Verlag GmbH: Zeitschriftendetails #Klimaschutz #Postwachstum #Nachhaltigkeit #Energiewende #Klimagerechtigkeit #EKD #Kirche #Wirtschaft

About

Willkommen beim neuen Podcast „Empirisch inspiriert“! In jeder Folge unterhält sich Dr. Kristin Torka mit Gäst*innen, die Einblicke in ihre Forschungsbereiche im Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD geben. Gemeinsam mit Expert*innen aus Soziologie, Theologie und Volkswirtschaft bespricht sie in regelmäßigen Abständen Ergebnisse qualitativer und quantitativer Studien zu Themen aus Religion, Kirche und Gesellschaft. Dieser Podcast ist perfekt für alle, die sich von gegenwartsrelevanten Fragen inspirieren lassen möchten und darüber hinaus Perspektiven über den Tellerrand wagen.

You Might Also Like