Hausverbot im Beichtstuhl

Uwe Spieß

Der erste deutschsprachige Podcast zu den Themen spiritueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt in christlichen Gemeinschaften

  1. 4d ago

    #048 - Selbstbehauptung, Neurobiologie & Christsein: Warum braver Glaube krank macht und Sünde ein fehlgeleiteter Liebesinstinkt ist - mit Thore Wilkens

    Gilt im christlichen Glauben immer noch das ungeschriebene Gesetz, dass man brav, konfliktscheu und angepasst sein muss, um „fromm“ zu wirken? In dieser tiefgründigen Episode spricht Uwe mit Thore – Krisenbegleiter, Trainer für Selbstbehauptung und Leiter eines Unternehmens in Chemnitz. Gemeinsam verbinden sie neurowissenschaftliche Erkenntnisse (Polyvagal-Theorie, Default Mode Network) mit einer messerscharfen Kritik an kirchlichen Machtstrukturen. Sie decken auf, warum die „Unheilige Allianz“ aus manipulativen Leitern und konfliktvermeidenden „Netten“ der ideale Nährboden für Missbrauch ist – und warum echte Nachfolge Mut zur eigenen Wut, unmaskierte Ehrlichkeit und gesunde Selbstbehauptung braucht. Die wichtigsten Themen & Erkenntnisse dieser Folge: Selbstbehauptung vs. Selbstaufgabe: Warum das verkürzte Nächstenliebe-Verständnis in die Entfremdung führt und Selbstbehauptung kein Egoismus, sondern Voraussetzung für echte Beziehungsfähigkeit ist. Die Zwangspyramide & die „Unheilige Allianz“: Wie das Zusammenspiel aus manipulativen Führenden und angepassten, feigen „Netten“ Aufdecker isoliert und Systeme schützt, die Missbrauch fördern. Glaube trifft Neurobiologie: Was der Vagusnerv bei Stress mit unserem Gehör macht und wie das Default Mode Network (DMN) zur isolierenden „VR-Brille“ im Alltag wird. Eine neue Definition von Sünde: Warum Sünde kein juristisches Vergehen ist, sondern das Fehlleiten des biologischen Liebesinstinkts auf schadlose Gegenstände oder Konsum. Der Rachepsalm als Heilungsweg: Warum Gott keine geschönten Gebete braucht, sondern unsere ehrliche, unmaskierte Wut.  Zitate der Episode „Probleme sind Reize, die du nicht länger ignorieren kannst.“ "Wenn ein System verlangt, dass du deine eigene Wahrnehmung und Wut unterdrückst, dient es nicht Gott, sondern seiner eigenen Machterhaltung.“

    #048 - Selbstbehauptung, Neurobiologie & Christsein: Warum braver Glaube krank macht und Sünde ein fehlgeleiteter Liebesinstinkt ist - mit Thore Wilkens
  2. Jun 13

    #045 - „Ich bin schwul und liebe meine Frau“ - Das unlösbare Ehe-Dilemma nach 20 Jahren

    In dieser tiefgründigen und hochemotionalen Folge spricht Uwe mit Andreas (Name zum Schutz seiner Familie geändert) über ein unlösbares Lebensdilemma im Spannungsfeld zwischen fundamentalistischem Glauben und der eigenen sexuellen Identität. Andreas nimmt uns mit in seine Kindheit auf dem Land, die von einer ständigen, lähmenden Angst vor der „Entrückung“ und dem Weltuntergang geprägt war – eine emotionale Last, die sich bis heute in seinen Träumen zeigt. Schritt für Schritt rekonstruiert er die Abwärtsspirale aus verdrängten Gefühlen, psychosomatischen Schmerzen, einer späten ADHS-Diagnose und der tiefen Scham über die eigene Homosexualität, die in der freikirchlichen Umgebung keinen Platz haben durfte. Er berichtet eindrücklich von dem Moment, als er seine sexuelle Orientierung zum ersten Mal aufschrieb, nur um das Blatt aus nackter Panik vor Gott und den Menschen sofort wieder zu zerfetzen. Aus nackter Angst vor der Verdammnis und unter dem Druck einer toxischen Gemeinde-Ideologie unterdrückte Andreas seine Natur jahrzehntelang und flüchtete sich in religiösen Aktivismus. Um sich zu „retten“ und den Schein einer gottgefälligen Existenz zu wahren, heiratete er schließlich mit 29 Jahren eine Frau – bestärkt durch die fatalen Ratschläge eines homophoben christlichen Seelsorgers. Das zutiefst Tragische daran: Diese Ehe war keine lieblose Fassade. Andreas und seine Frau bauten eine echte, tiefe Liebesbeziehung auf, bekamen drei Kinder und meisterten schwerste Krisen. Doch die jahrzehntelange, erzwungene Verdrängung seiner wahren Identität hinterließ tiefe Spuren. Nach 20 gemeinsamen Jahren bricht das mühsam aufrechterhaltene Kartenhaus zusammen: Seine Homosexualität drängt unaufhaltsam ans Licht und lässt sich nicht mehr wegbeten. Weil das fromme Zwangssystem ihn einst zwang, seine Natur zu verleugnen, steht die Ehe, in der sich beide Partner eigentlich immer noch lieben, heute vor dem unvollendeten, schmerzhaften Aus.

    #045 - „Ich bin schwul und liebe meine Frau“ - Das unlösbare Ehe-Dilemma nach 20 Jahren

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Der erste deutschsprachige Podcast zu den Themen spiritueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt in christlichen Gemeinschaften

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