Wein oder Wahrheit

Georg Hoffelner

Wein. Geselligkeit, Leidenschaft, Philosophie und ein guter Grund, um mit den innovativsten steirischen Winzern ein fieses Spiel zu spielen. "Wahrheit oder Pflicht" - wer kennt es nicht. Host Georg Hoffelner stellt gemeine und relevante Fragen, er geht aber in diesem Podcast auch ganz tief in die Geschichte der Winzer:innen ein. Was treibt sie an, was macht sie aus? In vino veritas, sagt man. Hier hört ihr, ob das auch stimmt.

  1. Aug 22

    #15 Wein oder Wahrheit - Falter Ego

    Graz ist für vieles bekannt. Wein stand lange eher nicht ganz oben auf der Liste. Dabei wurde am Kehlberg bereits vor Jahrhunderten Wein angebaut. 1967 war vorerst Schluss, Jahrzehnte später kehrten die Reben zurück. Heute wächst hier mit Falter Ego wieder ernst zu nehmender Grazer Stadtwein – und zwar ausschließlich innerhalb der Stadtgrenzen. In dieser Folge von „Wein, Wahrheit oder Pflicht“ trifft Georg Hoffelner Gabriele Blaschitz und den südsteirischen Winzer Hannes Sabathi direkt am Grazer Kehlberg. Die beiden erzählen, wie aus einer beinahe vergessenen Weinlage wieder ein Weingut wurde, warum Sabathi beim ersten Besuch sofort an Wien denken musste und weshalb für ihn von Anfang an klar war: Wenn hier wieder Wein entsteht, dann mit dem Anspruch auf Spitzenqualität. Gesprochen wird über den besonderen Dolomitboden des Kehlbergs, die Thermik über Graz, kühle Winde vom Buchkogel und darüber, wie anders sich Wein mitten in beziehungsweise über einer Stadt entwickelt. Dazu geht es um die ungewöhnliche Zusammenarbeit: Blaschitz und ihr Mann Michael kümmern sich um die Arbeit im Weingarten, Sabathi begleitet das Projekt und übernimmt die Trauben im Keller. Dass das Ganze längst mehr als eine hübsche Stadtwein-Geschichte ist, zeigte die Kleine Zeitung Weinkost 2026: Der Falter Ego Grauburgunder Ried Kehlberg holte Gold in der Kategorie Burgunder Riedenwein, der Sauvignon Blanc Ried Kehlberg Silber. Der Grazer Stadtwein ist damit endgültig dort angekommen, wo ihn seine Macher von Beginn an haben wollten: bei den ernst zu nehmenden großen Weinen. Außerdem geht es um die Zukunft des Weinkonsums, die schwieriger werdende Situation für viele Weinbaubetriebe, Rotwein bei Zimmertemperatur, Gastronomie als Botschafter einer Weinregion – und die Frage, warum guter Wein eine Herkunft schmecken lassen sollte, anstatt vor allem nach seinem Winzer zu schmecken. Und natürlich wartet wieder „Wein oder Wahrheit“: Welcher bekannte steirische Wein würde sich ohne sein Etikett deutlich schlechter verkaufen? Welcher Erfolg eines Kollegen hat Hannes Sabathi besonders überrascht? Und wem würde Gabriele Blaschitz am liebsten anonym den Hinweis „Hör bitte auf mit Weinmachen“ in den Briefkasten werfen? Spoiler: Die Wahrheit hat es diesmal schwer. Dafür gibt es Wein. Zu Gast: Gabriele Blaschitz, Falter Ego Grazer Stadtwein, und Hannes SabathiHost: Georg Hoffelner, Kleine Zeitung Themen: Grazer Stadtwein · Falter Ego · Kehlberg · Hannes Sabathi · Gabriele Blaschitz · Weinbau in Graz · Kleine Zeitung Weinkost · Grauburgunder · Sauvignon Blanc · Terroir · Stadtklima · Zukunft des Weins 00:00 Willkommen am Grazer Kehlberg01:10 Falter Ego und der Erfolg bei der Kleinen Zeitung Weinkost03:04 Wein oder Wahrheit: Welcher Wein lebt vom Etikett?05:16 Wie Blaschitz und Sabathi zusammengefunden haben06:23 900 Jahre Weinbaugeschichte am Kehlberg08:49 Von den ersten Reben zum ersten Jahrgang10:02 Wenn der Grazer Wein den südsteirischen schlägt12:10 Wer bestimmt eigentlich, wie Falter Ego schmeckt?13:42 Stadtklima, Thermik und die Besonderheiten des Kehlbergs14:29 Der Turmfalke und die Thermik über St. Martin15:44 Warum von Anfang an nur Spitzenwein infrage kam17:34 Wie Graz seinen Wein beinahe vergessen hat18:52 Da ist er wirklich: der Falke fliegt vorbei19:40 Was Graz vom Wiener Wein lernen kann21:18 Eine 900 Jahre alte Geschichte, die niemand erfinden muss23:39 Wie groß kann Grazer Stadtwein werden?26:50 Weniger Weinkonsum: Was kommt auf die Branche zu?28:59 Warum Rotwein oft viel zu warm getrunken wird33:01 Wein oder Wahrheit: Welcher Winzererfolg überrascht Sabathi?35:02 Warum die Südsteiermark gemeinsam so stark geworden ist37:37 Wein, Gastronomie und Tourismus44:06 Wie schmeckt eigentlich Graz?47:29 Vom Weintrinken zur Weinakademikerin48:58 Wein rund um die Uhr: der Selbstbedienungsshop50:18 Klimawandel und die Zukunft am Kehlberg54:01 Wer macht eigentlich was im Weingarten?55:37 Kann sich so ein Stadtweingut wirtschaftlich rechnen?56:23 Wie geht Falter Ego in der nächsten Generation weiter?58:18 Der Wunsch: Falter Ego auf jedem Grazer Weihnachtstisch1:00:32 Die letzte depperte Frage

    #15 Wein oder Wahrheit - Falter Ego
  2. 11/15/2025

    #11 Wein, Wahrheit oder Pflicht - Reinhard Muster

    Ein Winzer braucht einen Keller. Sigi Wolf hatte einen großen Keller – und brauchte einen Winzer. Ganz so einfach war die Entstehungsgeschichte der Zusammenarbeit zwischen Reinhard Muster und dem steirischen Unternehmer natürlich nicht. Aber lange überlegen musste Muster trotzdem nicht. In der neuen Folge von „Wein, Wahrheit oder Pflicht“ besucht Georg Hoffelner den südsteirischen Winzer in der Domäne 1196. Ein Weingut, dessen Dimensionen auch für Muster zunächst gewöhnungsbedürftig waren. Mittlerweile sei das Gebäude aber langsam „weingrün“, wie er sagt. Muster erzählt, wie die Zusammenarbeit mit Wolf entstanden ist, warum Handschlagqualität dabei wichtiger als komplizierte Verträge ist und weshalb die Domäne 1196 und Muster Gamlitz keine Konkurrenten sind. Vor allem aber spricht er darüber, was passiert, wenn einem Winzer plötzlich technische Möglichkeiten zur Verfügung stehen, von denen er zuvor nur träumen konnte. Die vielleicht überraschendste Folge: Muster arbeitet heute langsamer. Viel langsamer. Wo früher Stunden zählten, können es heute Wochen sein. Temperatur, Zeit und ein möglichst behutsamer Umgang mit der Traube haben seine Arbeit verändert. Und das Ergebnis? „Ich fürchte, dass es besser geworden ist“, sagt Muster über seine Weine. Außerdem geht es um seine Leidenschaft fürs Fliegen und den Blick von oben auf die Südsteiermark, seinen zweimaligen Triumph beim Concours Mondial du Sauvignon, die internationalen Chancen steirischer Weine, Klimawandel, sinkenden Alkoholkonsum und die Frage, warum er von Trends im Weinbau wenig hält. Und natürlich gibt es wieder „Wein, Wahrheit oder Pflicht“: Welchen Winzer aus der Region kann Muster überhaupt nicht leiden? Wer hat den schlechtesten Wein gemacht, den er je getrunken hat? Und wie hoch ist eigentlich sein Kontostand? Drei Fragen, drei verweigerte Antworten – und damit drei Flaschen Wein für die Hörerinnen und Hörer.

    #11 Wein, Wahrheit oder Pflicht - Reinhard Muster
  3. 10/11/2025

    #10 Wein, Wahrheit oder Pflicht - Tamara Kögl

    Mit 24 Jahren übernimmt Tamara Kögl das Weingut ihrer Familie – und entscheidet sich wenig später für den konsequenten Weg in Richtung Bio und Biodynamie. Nicht versuchsweise auf zwei Hektar, sondern gleich „all in“. Ausgerechnet das extrem nasse Jahr 2014 wird zur ersten großen Bewährungsprobe. Es funktioniert – und der Weg ist vorgezeichnet. In der neuen Folge von „Wein, Wahrheit oder Pflicht“ spricht Kögl mit Georg Hoffelner darüber, warum biologischer Weinbau für sie vor allem im Weingarten beginnt, weshalb lebendige Böden, Kräuter, Insekten und Biodiversität mehr als schöne Schlagworte sind und warum Bio trotzdem kein bestimmtes Geschmacksbild vorgibt. Eine besondere Leidenschaft sind ihre Pet Nats. „Under Pressure“, „Forever Young“ und „ARIES P.E.C.T.“ heißen die drei prickelnden Vertreter – inklusive Kassetten-Optik und musikalischer Anspielungen. Kögl erklärt, wie Pet Nat entsteht, warum beim Abfüllen manchmal jede Stunde zählt und weshalb sie ihre Schaumweine bewusst geradlinig, elegant und präzise ausbauen möchte. Außerdem geht es um den 300 Jahre alten Hof, den Kögl gemeinsam mit ihrer Familie renoviert und zum Buschenschank ausgebaut hat. Dort treffen Stammgäste auf internationale Weinreisende, selbst Geselchtes auf biodynamische Weine und gelegentlich auch ziemlich unterschiedliche Weltanschauungen aufeinander. Und natürlich bleiben auch die unangenehmen Fragen nicht aus: Familiengeheimnisse, Alkoholprobleme und der aktuelle Kontostand stehen diesmal zur Debatte. Drei Flaschen wechseln dabei jedenfalls den Besitzer. Eine Folge über Eigenständigkeit, Bio ohne Dogma, natürliches Prickeln, wirtschaftliche Realität – und darüber, warum bei Tamara Kögl manchmal Freddie Mercury im Glas auftaucht.

    #10 Wein, Wahrheit oder Pflicht - Tamara Kögl
  4. 09/27/2025

    #9 Wein, Wahrheit oder Pflicht - Eduard Tscheppe

    Gut Oggau gehört zu den international bekanntesten österreichischen Naturweingütern – obwohl Eduard und Stephanie Tscheppe mit ihren Weinen anfangs gerade in Österreich auf reichlich Unverständnis stießen. Heute werden mehr als 90 Prozent der rund 50.000 Flaschen in über 60 Länder exportiert. In „Wein, Wahrheit oder Pflicht“ erzählt Eduard Tscheppe, warum die beiden ihre Weine von Beginn an als Persönlichkeiten verstanden haben, weshalb die berühmten Gesichter auf den Etiketten tatsächlich eine Familie bilden und warum ein Wein nicht jedes Jahr gleich schmecken muss – und seiner Meinung nach auch gar nicht sollte. Es geht um biodynamischen Weinbau, alte Rebstöcke, Pferde im Weingarten, Naturwein ohne Zusätze und die Auswirkungen des Klimawandels. Tscheppe erklärt, warum am Gut Oggau mittlerweile regelmäßig bereits im August gelesen wird und weshalb für ihn nicht Zuckergrade, sondern gesunde, harmonisch reife Trauben entscheidend sind. Außerdem spricht er über die schwierigen Anfangsjahre, als er und seine Frau noch mit Weinflaschen im Trolley von Restaurant zu Restaurant zogen, über den Umweg des Erfolgs über Skandinavien und London und darüber, weshalb sich die handwerkliche Arbeit des Gut Oggau nicht beliebig vergrößern lässt. Auch die aktuelle Krise der Weinbranche bleibt nicht ausgespart: sinkender Konsum, weltweite Überproduktion und gerodete Weingärten. Tscheppes Antwort darauf ist bemerkenswert gelassen: Ewiges Wachstum gebe es auch in der Natur nicht. Und das beste Weinjahr? „Immer das nächste.“ Bei „Wein, Wahrheit oder Pflicht“ muss er schließlich noch verraten, welchen Winzer aus der Region er überhaupt nicht mag, was die schlechteste Flasche eines Kollegen war – und wie sein aktueller Kontostand aussieht. Kleiner Spoiler: Drei Flaschen Wein wechseln den Besitzer.

    #9 Wein, Wahrheit oder Pflicht - Eduard Tscheppe
  5. 09/13/2025

    #8 Wein, Wahrheit oder Pflicht - Patrizia und Erwin Sabathi

    375 Jahre Weinbau – und von Ruhestand keine Spur. In dieser Episode von „Wein, Wahrheit oder Pflicht“ besucht Georg Hoffelner Erwin und Patrizia Sabathi am Pössnitzberg in der Südsteiermark. Die Geschichte der Familie lässt sich bis 1650 zurückverfolgen. Heute führen Erwin und Patrizia Sabathi diese Tradition gemeinsam weiter – mit biologischer Bewirtschaftung, viel Vertrauen in die Natur und einem ziemlich klaren Verständnis davon, was großer Wein können muss: Herkunft zeigen, reifen können und keinen Moden hinterherlaufen. Erwin Sabathi erzählt, warum alte Jahrgänge für ihn keine Museumsstücke sind, weshalb Sauvignon Blanc und Chardonnay die beiden großen Säulen des Weinguts bilden und warum er lieber Wein in Leutschach verkauft als zwei Paletten mehr nach Amerika zu schicken. Patrizia Sabathi wiederum erklärt, wie sie vom Vorfeld der Austrian Airlines in den Weinbau kam und warum der Blick von außen für einen traditionsreichen Familienbetrieb durchaus hilfreich sein kann. Es geht um Schafe und Smaragdeidechsen im Weingarten, lebendige Böden, den Klimawandel und ein dichtes Netz an Wettersensoren. Um einen Fasskeller, in dem Fotografieren verboten ist. Um Social Media, die Zukunft des steirischen Weins – und natürlich um die drei Fragen bei „Wein, Wahrheit oder Pflicht“. Und dann wäre da noch Bon Jovi. Denn wenn Patrizia Sabathi die Weine des Hauses mit einer Band vergleichen müsste, wäre die Antwort klar: langlebig, elegant und durchaus fähig, ordentlich zu rocken.

    #8 Wein, Wahrheit oder Pflicht - Patrizia und Erwin Sabathi

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