Inside Universitätsmedizin Mainz - Spannende Einblicke für alle

Universitätsmedizin Mainz

In unserem Podcast „Inside Universitätsmedizin Mainz“ – kurz „Inside UM“ – interviewt der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand, Professor Ralf Kiesslich, Persönlichkeiten der Universitätsmedizin Mainz. Im Fokus steht der kollegiale Austausch zu Themen rund um die UM – von A wie Alzheimer-Forschung bis Z wie Zahnmedizin. Es geht um besondere medizinische oder wissenschaftliche Expertisen, fachliche Schwerpunkte sowie die persönliche Faszination der Interviewgäste für ihr jeweiliges Tätigkeitsfeld. Hört regelmäßig rein, wenn es wieder heißt „Vorhang auf“ für eine neue, spannende Folge „Inside UM“!

  1. May 25

    Leukämie-Forschung

    „Bei Leukämien haben sich die Heilungschancen in den letzten Jahren deutlich verbessert“, kann Michael Kühn gleich zu Beginn des Gesprächs mit Ralf Kiesslich in dieser Folge berichten. „Wesentliche Aspekte sind dabei, dass wir Innovationen aus der Forschung jetzt in die Klinik bringen, weil wir die Krankheitsmechanismen besser verstehen.“ Um künftig noch bessere und vor allem auch verträglichere Therapien für Blutkrebs zu entwickeln, ist Michael Kühn nicht nur Arzt, sondern auch Forscher – die von ihm geleitete Forschungsgruppe beschäftigt sich insbesondere mit der Akuten Myeloischen Leukämie (AML). Für den Leiter des Schwerpunktes Akute Leukämien an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik sind Clinician Scientists – also forschende Mediziner:innen – dabei sehr wichtig für Innovationen in der Medizin: „Sie haben sozusagen ein Bein im Forschungslabor und ein Bein in der Krankenversorgung und können so die relativ große Lücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Forschung überwinden.“ Ein sehr gutes Beispiel, wo dies par excellence gelungen ist, ist die Entdeckung der sogenannten Menin-Inhibitoren als neue Therapie-Option bei der häufigsten Form der AML– eine echte Erfolgsgeschichte, die Michael Kühn in dieser Folge eindrucksvoll schildert. Kürzlich ist dazu die EVOLVE II-Studie gestartet – eine große internationale Phase III-Studie, an der die III. Medizinische Klinik und Poliklinik der UM federführend beteiligt ist.

    11 min
  2. May 11

    Raus aus den Essanfällen

    „Was für andere Menschen das Normalste und Einfachste der Welt zu sein scheint – das Essen – das war für mich der Endgegner“, so beschreibt Jana Crämer ihre frühere Situation in einem eindrücklichen Gespräch mit Ralf Kiesslich der Reihe „Inside UM“. Heute sagt sie: „Die Essstörung von damals ist mein Kompass von heute.“ Jana Crämer, einst selbst von Essanfällen, englisch Binge-Eating, betroffen, ist heute ein Vorbild für viele – sie hat zahlreiche Bücher über das Thema geschrieben, rund eine Million Menschen folgen ihr in den Sozialen Medien. Und seit Kurzem ist sie nun in einer weiteren Funktion unterwegs: als Botschafterin für eine neue Studie der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz und der LWL-Universitätsklinik Hamm für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Die Studie „EXIeaTON – Raus aus den Essanfällen“ richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 20 Jahren, die unter Essanfällen leiden. Ziel ist es, diese Essanfälle zu reduzieren. Im Fokus steht neben der Binge-Eating-Störung auch die Bulimia nervosa. „Das Spannende ist, dass die Studie online stattfindet und das macht den Zugang für die Jugendlichen natürlich sehr, sehr viel niederschwelliger, und das ist das Wertvolle“, betont Jana Crämer. Ebenso wertvoll ist nach Meinung von Jana Crämer der partizipative Forschungsansatz der Studie. Beim „Patient and Public Involvement (PPI)“ werden ehemalige Betroffene wie Jana Crämer in die Studie einbezogen. „Das ist das Tolle, denn ich erlebe es oft bei Podiumsdiskussionen, dass viele Menschen über ein Thema sprechen, aber keiner von denen hat´s erlebt.“ Abschließend nach ihrem Motto des Tages gefragt, sagt Jana Crämer: „Lass immer einen Platz für Wunder.“

    12 min
  3. Apr 27

    Herzstillstand: Wenn jede Sekunde zählt

    „Prüfen, Rufen, Drücken“ – diese drei plakativen Worte können Leben retten, denn: „Die Rettungskette bei einem Herzstillstand beginnt bei jedem von uns“, appelliert Dr. Ingo Sagoschen, Oberarzt und Leiter Intensivmedizin am Zentrum für Kardiologie, eindrücklich im Gespräch mit Ralf Kiesslich. „Drücken bezieht sich dabei auf die mechanische Herz-Lungen-Wiederbelebung, die jeder beginnen kann, um die Zeit zu überbrücken, bis der professionelle Rettungsdienst eintrifft.“ Seit 2019 ist die Universitätsmedizin Mainz für die Versorgung von Patient:innen, die nach Herzkreislauf-Stillstand wiederbelebt werden mussten, als „Cardiac Arrest Center“ zertifiziert. Nach der Reanimation durch Laien und die Versorgung durch den Rettungsdienst setzt sich die Rettungskette in der Klinik fort. „In der Intensivtherapie etwa haben wir in den letzten 10 bis 15 Jahren viel dazugelernt, wie wir in dieser Phase für die Patienten Gutes tun können.“ Mit Blick auf die generelle Entwicklung der Intensivmedizin sagt Ingo Sagoschen: „Vor 20 Jahren haben wir Krankheitsbilder auf der Intensivstation gesehen, die sehen wir heute nicht mehr, weil die Grunderkrankungen so gut behandelt werden können. Dafür kommen neue Herausforderungen etwa aufgrund zunehmend multimorbider Patienten hinzu.“ Auch auf die Corona-Zeit blickt Ingo Sagoschen zurück: „Die vielen gleichzeitigen Schicksale haben mich sehr beschäftigt. Das kann kaum ein Intensivmediziner, der die Zeit miterlebt hat, ablegen, dass das nicht eine bewegende und herausfordernde Zeit war.“

    11 min
  4. Apr 13

    Unfallchirurgie: Die Versorgung von Schwerstverletzten ist Teamwork

    Nach einem eindrücklichen Fall, der ihm besonders im Gedächtnis geblieben sei, fragt Prof. Dr. Ralf Kiesslich den Unfallchirurgen Prof. Dr. Erol Gercek zu Beginn der Folge 10 der Reihe „Inside UM“. Gercek, der gemeinsam mit Prof. Dr. Philipp Drees das Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie leitet, berichtet von einem Motorradfahrer, der als Schwerstverletzter in den Schockraum der Universitätsmedizin Mainz kam „und sich quasi sein Bein halb abgerissen und zusätzlich viele Frakturen erlitten hatte.“ „Wir haben ihm zunächst nicht viele Überlebenschancen eingeräumt. In einer sechsstündigen Notoperation haben wir ihn aber retten können. Einige Jahre später habe ich ihn wiedergetroffen: Er ist auf beiden Beinen gelaufen und war so glücklich, dass er mich gleich in den Arm genommen hat.“ Die Versorgung solch schwerstverletzter Patient:innen ist immer Teamwork. Dabei ist die Universitätsmedizin Mainz Teil eines Traumanetzwerks mit standardisierten Abläufen und Untersuchungen, etwa einem Polytrauma-CT. Dabei muss es vor allem schnell gehen: „In 30 bis 40 Sekunden wissen wir, welche Verletzungen der Patient hat“, so Gercek. Eine besondere Herausforderung sei es, wenn in kurzer Zeit viele Schwerstverletzte in der Klinik ankommen – emotional wie logistisch, schließlich müsse innerhalb kürzester Zeit entschieden werden, in welcher Reihenfolge die Verletzten behandelt würden. „Das sind mitunter sehr schwierige Entscheidungen.“

    12 min
  5. Mar 30

    Seelsorge an der Unimedizin Mainz

    „Wir sind für alle da: für Patientinnen und Patienten, für Angehörige, fürs Personal – und zwar unabhängig von Konfession, Religion und Weltanschauung“, sagt Pastoralreferent Norbert Nichell gleich zu Beginn eines bewegenden Gesprächs mit Ralf Kiesslich in Folge 29 der Reihe „Inside UM“. Als katholischer Klinikseelsorger ist er viel unterwegs auf den Stationen – wo immer er gebraucht wird. Er begegnet dort vielen Schicksalen, etwa in der Orthopädie oder der Kinderklinik: „Wenn Kinder schwer krank sind, schauen wir gemeinsam mit den Eltern, was kann jetzt stärkend sein für den nächsten Schritt.“ Kommt ein Kind tot zur Welt, gibt der Sternengarten Trost und Hoffnung: „Wir gestalten zwei Mal im Jahr eine Trauerfeier“, berichtet Norbert Nichell. „Von betroffenen Eltern bekommen wir dann oft die Rückmeldung ‚Das ist Balsam auf die Seele‘.“ Und für den ehrenamtlichen Besuchsdienst der Grünen Damen und Herren bietet Norbert Nichell zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen Einführungskurse an. Bei all den vielfältigen Aufgaben ist Norbert Nichell an der Universitätsmedizin Mainz vor allem auch bekannt als der Mann mit dem Engel: Er verschenkt gerne Karten mit dem Engel der Geborgenheit und mit handgeschriebenen persönlichen Worten. Der Engel drückt aus: Ich gehe mit dir, du bist nicht allein. „Das kommt so gut an, weil es genau trifft in dem Moment“, sagt Norbert Nichell. Erst kürzlich habe er wieder die Rückmeldung bekommen, dass Seelsorgerinnen und Seelsorger scheinbar immer wieder die richtigen Worte finden. „Das macht mich sehr froh!“

    8 min
  6. Mar 2

    Kinder- und Jugendpsychiatrie

    „Ich wollte Ihnen nur sagen: Ich studiere jetzt und es geht mir gut!“, zitiert Prof. Dr. Michael Huss aus einer E-Mail, die er jüngst von einer ehemaligen Patientin erhalten hat. Solche Rückmeldungen freuen den Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, denn: „Es gibt viele Fälle, die sehr belastend sind, das muss man ganz offen sagen.“ Im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich macht Michael Huss deutlich, dass immer mehr Kinder und Jugendliche an psychischen Störungen wie Depressionen und Ängsten oder auch an Essstörungen leiden. Um ihnen zu helfen, gibt es in Mainz neben ambulanten, teilstationären und stationären Behandlungsmöglichkeiten ein weiteres Angebot: „Wir haben ein großes Innovationsprojekt, wo wir aufsuchend tätig sind: Es heißt ‚HomeBASE‘. Das bedeutet, wir fahren in die Familien, auch bei sehr krisenhaften Patient:innen, und versuchen, sie dort zu stabilisieren.“ Und noch etwas anderes ist ihm dabei sehr wichtig: „Wir rücken die Kinder von Anfang an in den Mittelunkt unseres Gesprächs.“ Angesprochen auf das Thema Soziale Medien und psychische Erkrankungen sagt Michael Huss: „Hier müssen wir den richtigen Fokus setzen: Wer mehr Medien nutzt, wird davon nicht depressiv. Gleichwohl können Soziale Medien ein Brandbeschleuniger sein, wenn ein psychisches Problem besteht. Aber man darf die Medien selbst nicht als Ursache verstehen. Das ist immer die Kunst!“

    11 min

About

In unserem Podcast „Inside Universitätsmedizin Mainz“ – kurz „Inside UM“ – interviewt der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand, Professor Ralf Kiesslich, Persönlichkeiten der Universitätsmedizin Mainz. Im Fokus steht der kollegiale Austausch zu Themen rund um die UM – von A wie Alzheimer-Forschung bis Z wie Zahnmedizin. Es geht um besondere medizinische oder wissenschaftliche Expertisen, fachliche Schwerpunkte sowie die persönliche Faszination der Interviewgäste für ihr jeweiliges Tätigkeitsfeld. Hört regelmäßig rein, wenn es wieder heißt „Vorhang auf“ für eine neue, spannende Folge „Inside UM“!

You Might Also Like