Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien

FluxFM

Wir kennen das alle: Wenn wir jung sind, hören wir oft nur halb zu, wenn Mama, Papa, Oma oder Opa anfangen zu erzählen. Und irgendwann merken wir, dass wir vieles nie richtig gefragt haben. Dass Geschichten verloren gehen. Mit "Was für ein Leben" holen wir genau diese Geschichten zurück – die, bei denen man irgendwann nur noch denkt: Wie bitte? Das ist wirklich passiert? Wir vom Berliner Radiosender FluxFM sprechen mit Menschen, die Dinge erlebt haben, die man sich kaum ausdenken kann. Lebenswege mit Brüchen, Wendungen und Momenten, die alles verändern. Geschichten von Zufällen, Entscheidungen und Schicksalsschlägen – aber auch von Mut, Überleben und manchmal unglaublichem Glück. Das sind keine kleinen Anekdoten für zwischendurch. Das sind Leben, die nachhallen. Wir hören zu, fragen nach und halten fest, was sonst vielleicht verloren gehen würde – für euch, für uns und für die, die nach uns kommen. Ihr kennt jemanden, dessen Geschichte man unbedingt hören muss? Jemanden, bei dem ihr jedes Mal denkt: Das glaubt mir keiner? Dann schreibt uns an matti.geyer@fluxfm.de. Vielleicht ist genau das die nächste Geschichte in "Was für ein Leben".

  1. Der Mann, der das Ampelmännchen gerettet hat  | Was für ein Leben - Folge 19

    6d ago

    Der Mann, der das Ampelmännchen gerettet hat | Was für ein Leben - Folge 19

    Markus Heckhausen: Eine Biografie zwischen Design, Ostalgie und der Rettung eines Berliner Symbols Manche Dinge verschwinden fast – und werden dann doch zu etwas ganz anderem. Der Weg des Ost-Ampelmännchens ist genau so eine Geschichte. Markus Heckhausen kommt Ende der 1980er-Jahre als Produktdesigner nach Berlin – in eine Stadt im Umbruch, zwischen Ende der DDR und neuer Hauptstadt-Identität. Eigentlich interessiert er sich für Gestaltung, Materialien und neue Formen. Doch dann entdeckt er ein scheinbar unscheinbares Objekt, das gerade dabei ist, aus dem Stadtbild zu verschwinden: das Ost-Ampelmännchen. Während nach der Wiedervereinigung viele DDR-Symbole ersetzt und abgebaut werden, sieht Heckhausen in dem kleinen Verkehrssymbol etwas anderes: Charakter, Wiedererkennbarkeit und enormes gestalterisches Potenzial. Aus dem ersten geretteten Ampelglas entsteht eine Lampe – und daraus eine Idee. Gemeinsam mit dem Erfinder Karl Peglau beginnt eine Entwicklung, die aus einem ausrangierten Verkehrszeichen Schritt für Schritt eine Marke macht. Was als experimentelles Designprojekt beginnt, wird zu einem Unternehmen mit hunderten Produkten, eigenen Shops in Berlin und internationaler Bekanntheit. Heute ist das Ampelmännchen längst mehr als ein Verkehrssymbol: Es ist Designikone, Erinnerungsfigur und ein Stück Berliner Stadtkultur. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Markus Heckhausen über Zufälle, Entscheidungen und darüber, wie aus einem kleinen Männchen ein großes Stück Stadtgeschichte wurde.

    41 min
  2. Zwischen Aids-Station, Pflegealltag und neuer Berufung: Antje Hartmann | Was für ein Leben - Folge 16

    May 11

    Zwischen Aids-Station, Pflegealltag und neuer Berufung: Antje Hartmann | Was für ein Leben - Folge 16

    Eine Biografie zwischen Fürsorge, Grenzerfahrungen und kreativer Selbstverwirklichung Manche Lebenswege verlaufen nicht geradlinig – sondern zwischen Berufung und Neuanfang. Der von Antje Hartmann ist ein solcher. In Ost-Berlin geboren und in einer medizinisch geprägten Familie aufgewachsen, entwickelt sie früh ein Gespür für Menschen – und für Geschichten. Mit 18 beginnt sie ihre Ausbildung zur Krankenschwester und taucht in den intensiven Krankenhausalltag der 1990er-Jahre ein. Sie arbeitet auf Aids-Stationen, erlebt Nachtschichten, Ausnahmesituationen und begegnet Menschen aus unterschiedlichsten Lebenswelten. Später ist sie in der ambulanten Pflege in Kreuzberg tätig, wo sie Armut, Einsamkeit und oft übersehene Realitäten hautnah erlebt. Mit der Zeit übernimmt sie Verantwortung in der Einsatzleitung – bleibt dabei aber immer nah an den Menschen, die sie begleitet. Doch parallel wächst eine andere Leidenschaft: die für Sprache, Ausdruck und Bühne. Antje arbeitet in Redaktionen, absolviert eine Sprecher- und Schauspielausbildung und beginnt, ihrer kreativen Seite Raum zu geben. Heute verbindet sie beide Welten. Als schulische Inklusionsassistentin unterstützt sie Kinder medizinisch und psychosozial im Alltag. Gleichzeitig ist sie als Sprecherin und Schauspielerin tätig. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Antje Hartmann über ein Leben zwischen Pflege und Kunst – und über die Geschichten, die hinter den Menschen stehen.

    29 min
  3. Bevor es zu spät ist: Ein Gespräch mit meinem Vater | Was für ein Leben - Folge 15

    May 8

    Bevor es zu spät ist: Ein Gespräch mit meinem Vater | Was für ein Leben - Folge 15

    Ein Leben gegen den Strom: Harald Geyer Manche Gespräche sind mehr als Interviews. Dieses ist eines davon. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit seinem eigenen Vater – Harald Geyer. Ein Gespräch unter besonderen Umständen: Harald befindet sich in Palliativpflege. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Das Sprechen fällt ihm bereits schwer. Geboren 1939, wächst er in den letzten Kriegsjahren und der unmittelbaren Nachkriegszeit auf. Früh verliert er seinen Vater. Kurz nach Kriegsende wird die Familie von sowjetischen Soldaten aus ihrem Zuhause vertrieben. Hunger prägt den Alltag – bis eine Beziehung seiner Mutter zu einem sowjetischen Offizier das Überleben sichert. Harald träumt davon, Regisseur zu werden. Doch in der DDR bleibt dieser Weg verschlossen. Er entscheidet sich für ein Lehramtsstudium – ein Kompromiss. Als seine Mutter in den Westen geht, plant er, ihr zu folgen. Doch dann wird die Mauer gebaut. Die Grenze schließt sich, und Mutter und Sohn werden getrennt. In der DDR wird von ihm erwartet, der Partei beizutreten. Harald weigert sich. Eine Entscheidung mit Konsequenzen: Überwachung durch die Stasi, eingeschränkte berufliche Perspektiven. Schließlich gibt er den Lehrerberuf auf. Sein weiterer Weg ist geprägt von Brüchen und Neuanfängen. Er arbeitet in verschiedenen Jobs, fährt illegal Taxi, schlägt sich durch – und bleibt dabei unabhängig. Nach der Wende beginnt ein neues Kapitel: Er unterrichtet vietnamesische Vertragsarbeiter in Deutsch und engagiert sich später in der jüdischen Gemeinde, wo er russischen Einwanderern beim Ankommen hilft. Sprache wird für ihn zum Mittel der Verbindung. Bis ins hohe Alter bleibt er aktiv, kritisch und eigenständig. Erst eine Krebsdiagnose verändert alles. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit seinem Vater über ein Leben gegen den Strom – und hält einen Moment fest, der zugleich Abschied und Erinnerung ist.

    20 min
  4. Kind im Inferno der letzten Kriegstage | Was für ein Leben - Folge 13

    May 1

    Kind im Inferno der letzten Kriegstage | Was für ein Leben - Folge 13

    Eine Biografie zwischen Kriegserfahrung, Erinnerung und zivilem Engagement Manche Erinnerungen lassen einen ein Leben lang nicht los. Die von Arnold Mosshammer gehören dazu. Ende April 1945 wird das kleine brandenburgische Dorf Halbe zum Schauplatz einer der letzten großen Schlachten des Zweiten Weltkriegs. In der sogenannten Kesselschlacht geraten Zehntausende Soldaten, Flüchtlinge und Zivilisten zwischen die Fronten von Wehrmacht und Roter Armee. Innerhalb weniger Tage sterben vermutlich bis zu 60.000 Menschen. Arnold Mosshammer ist zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt. Gemeinsam mit seiner Mutter und Großmutter verbringt er vier Tage in einem Keller, während über ihnen Granaten einschlagen und Maschinengewehre rattern. Als sie schließlich ins Freie treten, sehen sie eine zerstörte Landschaft – und unzählige Tote. In den Wochen danach helfen die Überlebenden, die Opfer zu begraben. Entlang von Straßen, in Gärten und auf Feldern entstehen Massengräber. Für den jungen Mosshammer wird diese Erfahrung prägend. Heute liegen auf dem Soldatenfriedhof Halbe mehr als 26.000 Kriegstote. Viele von ihnen sind bis heute namenlos. Arnold Mosshammer lebt inzwischen wieder in Halbe. Die Erlebnisse seiner Kindheit haben ihn zu einem entschiedenen Gegner von Rechtsextremismus gemacht. Seit Jahren engagiert er sich in einem lokalen Aktionsbündnis und stellt sich gegen Neonazi-Aufmärsche – ausgerechnet an dem Ort, der so eng mit seiner eigenen Geschichte verbunden ist. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Arnold Mosshammer über das Erlebte, über Erinnerung und Verantwortung – und darüber, warum es wichtig ist, Haltung zu zeigen.

    25 min

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Wir kennen das alle: Wenn wir jung sind, hören wir oft nur halb zu, wenn Mama, Papa, Oma oder Opa anfangen zu erzählen. Und irgendwann merken wir, dass wir vieles nie richtig gefragt haben. Dass Geschichten verloren gehen. Mit "Was für ein Leben" holen wir genau diese Geschichten zurück – die, bei denen man irgendwann nur noch denkt: Wie bitte? Das ist wirklich passiert? Wir vom Berliner Radiosender FluxFM sprechen mit Menschen, die Dinge erlebt haben, die man sich kaum ausdenken kann. Lebenswege mit Brüchen, Wendungen und Momenten, die alles verändern. Geschichten von Zufällen, Entscheidungen und Schicksalsschlägen – aber auch von Mut, Überleben und manchmal unglaublichem Glück. Das sind keine kleinen Anekdoten für zwischendurch. Das sind Leben, die nachhallen. Wir hören zu, fragen nach und halten fest, was sonst vielleicht verloren gehen würde – für euch, für uns und für die, die nach uns kommen. Ihr kennt jemanden, dessen Geschichte man unbedingt hören muss? Jemanden, bei dem ihr jedes Mal denkt: Das glaubt mir keiner? Dann schreibt uns an matti.geyer@fluxfm.de. Vielleicht ist genau das die nächste Geschichte in "Was für ein Leben".

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