Auslandsinfo

Um die Welt mit der Konrad-Adenauer-Stiftung

Die Konrad-Adenauer-Stiftung zählt zu den führenden Think-Tanks der Welt und unterhält mehr als 100 Auslandsbüros. Ihre Expertinnen und Experten erklären internationale Politik und geben im Gespräch Hintergrundinformationen zu aktuellen Entwicklungen und Ereignissen.

  1. Annegret Kramp-Karrenbauer über Europa, die Ukraine und das transatlantische Verhältnis

    Jun 17

    Annegret Kramp-Karrenbauer über Europa, die Ukraine und das transatlantische Verhältnis

    Europa befindet sich in einer Phase tiefgreifender sicherheitspolitischer Umbrüche. Der Krieg in der Ukraine, die anhaltenden Debatten über Europas strategische Autonomie sowie die wachsenden Spannungen im transatlantischen Verhältnis verändern die Grundlagen der bisherigen Sicherheitsordnung. Die USA ziehen sich schrittweise aus ihrer Rolle als Sicherheitsgarant Europas zurück, reduzieren Truppen und setzen stärker auf andere Regionen wie den Indopazifik. Gleichzeitig wächst der Druck auf Europa, eigenständiger zu handeln. Die Ukraine spielt dabei eine Schlüsselrolle: Ohne ihre Verteidigungsfähigkeit ist europäische Sicherheit kaum denkbar. Gleichzeitig bleibt ihr Weg in EU und NATO offen, aber unsicher. Die Beitrittsverhandlungen laufen, doch das Ringen um Reformen, politische Risiken und offene Sicherheitsfragen zeigen, wie komplex dieser Prozess ist. Wie tragfähig ist die transatlantische Partnerschaft noch und welche Rolle sollte Deutschland künftig in der internationalen Sicherheitspolitik übernehmen? Welchen Stellenwert nimmt die Schwarzmeerregion für die europäische Sicherheitsarchitektur ein? Kann die EU-Integration der Ukraine beschleunigt werden, ohne den Prozess zu überfordern? Über diese und weitere Fragen sprechen wir mit Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie ist die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung., Bundesministerin a. D., Ministerpräsidentin a. D., ehem. Vorsitzende der CDU Deutschlands.

    24 min
  2. Europas politische Mitte unter Druck – zwischen Machtverlust, Populismus und neuer Verantwortung

    Apr 27

    Europas politische Mitte unter Druck – zwischen Machtverlust, Populismus und neuer Verantwortung

    Die politische Mitte in Europa steht unter wachsendem Druck. Veränderte Mehrheitsverhältnisse, zunehmende Wählerbewegungen und erstarkende politische Ränder fordern das Gleichgewicht heraus. Was lange als verlässlicher Stabilitätsanker galt, verliert an Bindekraft. Insbesondere Mitte-Rechts-Parteien sehen sich dabei mit einer doppelten Herausforderung konfrontiert: Sie müssen integrativ wirken und zugleich klare politische Positionen vertreten. Nationale Interessen gewinnen an Gewicht, während die Koordination innerhalb der politischen Mitte komplexer wird. Parallel dazu nimmt der Einfluss rechtspopulistischer Kräfte zu – und mit ihm die strategische Frage, ob Abgrenzung oder Einbindung der zielführendere Umgang ist. Diese Entwicklungen bleiben nicht ohne Folgen: Sie betreffen die politische Handlungsfähigkeit der Europäischen Union ebenso wie Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in politische Institutionen. Vor diesem Hintergrund stellen sich zentrale Fragen: Verändert der Rechtsruck in Europa die Agenda der EU? Wie belastbar ist die politische Mitte aktuell? Und welche Strategien sind im Umgang mit populistischen Akteuren tatsächlich wirksam? Darüber spricht Magdalena Falkner mit Klaus Welle, Vorsitzender des Akademischen Rats des Wilfried Martens Centre for European Studies und ehemaliger Generalsekretär des Europäischen Parlaments.

    27 min
  3. Im Fadenkreuz: Wie die baltischen Staaten mit Russlands Druck leben

    Feb 27

    Im Fadenkreuz: Wie die baltischen Staaten mit Russlands Druck leben

    Während in vielen Teilen Europas noch über die Bedrohung unserer Sicherheit diskutiert wird, ist sie in den baltischen Staaten längst Alltag – im Schichtbetrieb. Im NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence in Tallinn flimmern rund um die Uhr die Bildschirme. Patrouillen sichern Umspannwerke, Leitstellen überwachen sensible Netzknoten. Hybride Angriffe, Sabotageakte und Desinformationskampagnen gehören in Estland, Lettland und Litauen zur sicherheitspolitischen Realität. Die Verteidigungsminister der drei Staaten sind sich einig: In einer gemeinsamen Erklärung betonen sie, dass angesichts der aktuellen Sicherheitslage 5 % des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung notwendig sind – ursprünglich ist dies eine Forderung von Trump, seit Juni 2025 ist es auch auf NATO-Ebene als langfristiges Ziel vereinbart. Die Bundesregierung betont mittlerweile unmissverständlich: „Die Sicherheit der baltischen Staaten ist auch unsere Sicherheit.“ Dieser Satz verdeutlicht, wie sehr die Ostseeregion zu einem geopolitischen Brennpunkt geworden ist – geprägt von russischem Druck unterhalb der Schwelle eines offenen militärischen Angriffs. Doch was bedeutet diese Bedrohungslage konkret für den Alltag der Menschen? Wie verwundbar sind kritische Infrastrukturen? Und was kann Deutschland vom baltischen Umgang mit Cyberabwehr, Reserve und Resilienz lernen? Darüber sprechen wir mit Oliver Morwinsky, Leiter des Auslandsbüros Baltische Staaten der Konrad-Adenauer-Stiftung mit Sitz in Riga. Wer wissen möchte, wie sich Sicherheit anfühlt, wenn sie kein abstrakter Begriff ist, sondern Teil des täglichen Lebens, sollte diese Folge nicht verpassen.

    30 min

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