Elektroauto-News Podcast: Einordnung zur Elektromobilität

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Der Elektroauto-News Podcast ordnet Entwicklungen rund um Elektromobilität ein – von E-Autos über Ladeinfrastruktur und Batterietechnologien bis hin zu Markt, Politik und Industrie. In Interviews mit Herstellern, Zulieferern, Energieunternehmen und Branchenexperten sprechen wir über das, was Elektromobilität heute wirklich voranbringt – und was sie bremst. Der Fokus liegt auf verständlicher Einordnung statt Produktwerbung: Wie wirtschaftlich sind E-Autos? Wo hakt es beim Laden? Welche Rolle spielen China, Europa und Regulierung? Der Podcast richtet sich an alle, die Elektromobilität besser verstehen wollen – fundiert, sachlich und praxisnah.

  1. 14h ago

    Chinesische Ladesäulen in Europa: Chance oder Risiko?

    In dieser Folge spreche ich mit Syed Haseeb Hassan, Automotive- und E-Mobility-Berater bei eTechvolution. Haseeb hat mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Automobilbranche, war unter anderem bei Schaeffler und ABB tätig und analysiert heute auf LinkedIn regelmäßig, wie sich Elektromobilität weltweit entwickelt. Sein Fokus liegt dabei auf dem Vergleich zwischen China und Europa - und genau das macht unsere Unterhaltung so interessant. Haseeb war kurz vor dieser Aufnahme auf der Auto Show in China, hat sich Peking, Shenzhen und Chengdu angeschaut und bringt konkrete Beobachtungen mit. Eine davon: In Shenzhen gibt es seit 2015 faktisch keine freien Verbrenner-Kennzeichen mehr. Wer eines will, zahlt heute umgerechnet mehrere Tausend Euro. Ein E-Auto-Kennzeichen dagegen ist kostenlos und sofort verfügbar. Kombiniert mit staatlich kontrollierten Strompreisen hat das eine Dynamik in Gang gesetzt, die China beim Thema Elektromobilität in eine andere Liga gebracht hat. Beim Laden zeigt sich ein ähnliches Bild - nur mit überraschenden Details. Während in Deutschland 300- bis 400-kW-Schnelllader als Standard gelten, dominieren in China noch immer Ladepunkte mit 30 bis 120 kW. Der Ausbau passierte schnell und pragmatisch, ohne große Regularien. Gleichzeitig laden chinesische Serienfahrzeuge wie das Denza-Modell schon heute mit bis zu 1100 kW - was hierzulande noch als Prototypen-Meilenstein gilt. Wir sprechen außerdem darüber, was der Einstieg chinesischer Ladeinfrastrukturanbieter wie X-Charge in Europa bedeutet. Haseeb sieht das als gesunden Wettbewerb - und erklärt, warum europäische Hersteller wie Alpitronic oder ABB den Preiskampf weder gewinnen können noch führen sollten. Ihr Vorteil liegt bei Service, Zuverlässigkeit und Total Cost of Ownership über viele Jahre. Und dann ist da noch die Preistransparenz. Deutschland hat mehr als 200.000 öffentliche Ladepunkte - rein quantitativ kein schlechter Wert. Aber je nach Karte oder App kann derselbe Ladepunkt beinahe doppelt so viel kosten. In China lag der Unterschied zwischen Abo- und Normaltarif bei einem Anbieter bei acht Prozent. Das ist der Maßstab, an dem wir uns messen lassen müssen. Eine zweite Folge ist bereits geplant - mit tieferem Blick auf Preismodelle und einem Vergleich mit dem US-Markt.

  2. Jul 12

    Alpitronic: Was bremst den europäischen Lademarkt wirklich?

    Für diese Folge war ich nicht im Homeoffice vor dem Mikrofon, sondern direkt vor Ort: bei Alpitronic in Bozen, mitten in der Produktion. Mein Gesprächspartner ist Philipp Senoner, Mitgründer und CEO des Südtiroler Schnellladeherstellers, dessen Name spätestens seit dem Laderekord mit Mercedes-AMG in der Branche bekannt ist. Im Gespräch nehmen wir uns Zeit für die großen Fragen, die den europäischen Lademarkt gerade bewegen. Wo steht Alpitronic nach dem Launch des HYC 1000? Was bedeutet die wachsende Konkurrenz aus China für einen europäischen Hersteller? Und warum ist regulatorische Unsicherheit nach wie vor das dringendste Problem - nicht nur für Ladesäulenhersteller, sondern für die gesamte Ladebranche? Ein Thema nimmt im Gespräch besonders viel Raum ein, das in der öffentlichen Diskussion bislang kaum vorkommt: Cybersecurity. Alpitronic verarbeitet täglich rund 320.000 Ladesessions - jede davon ein potenzieller Angriffspunkt über Schnittstellen zum Fahrzeug, zum Backend oder zum Netzbetreiber. Philipp beschreibt offen, was in dem eigens aufgebauten Cybersecurity-Labor passiert, warum Whitehat-Hacker gemeinsam mit Automobilherstellern eingeladen werden, um Lücken zu finden - und warum dieses Thema bisher noch nicht auf dem Radar der Öffentlichkeit ist, aber kommen wird. Daneben sprechen wir über Alpitronics internationale Expansion: 2024 der Eintritt in den US-Markt, inklusive lokaler Produktion. Eine Niederlassung in Riad für Saudi-Arabien und die Region. Und Indien als aktueller Pilotmarkt, wo erste Ladestationen stehen und Marktfeedback gesammelt wird. Philipp erklärt, warum lokale Wertschöpfung für ihn kein Risiko ist, sondern ein Prinzip - und was Europa in dieser Frage von anderen Märkten lernen könnte. Außerdem: Was bedeutet der wachsende E-Truck-Markt für das Geschäft? Wann macht Ladeinfrastruktur wirtschaftlich wirklich Sinn? Und wie setzt Alpitronic KI ein, um aus hunderttausenden Ladevorgängen Muster zu erkennen, die kein Mensch alleine lesen könnte? Eine Folge, die zeigt, wie vielschichtig das Geschäft mit Ladeinfrastruktur geworden ist - technisch, politisch und geografisch.

  3. Jul 8

    Was bremst die Depot-Elektrifizierung in Europa?

    In dieser Folge spreche ich mit Mathias Knauer, Director Markets E-Mobility bei Keba, über ein Thema, das im Bereich der Elektromobilität oft im Hintergrund bleibt, aber zunehmend in den Fokus rückt: das Laden im gewerblichen Depot. Keba kennen viele als Hersteller von AC-Wallboxen – doch seit 2024 hat das Unternehmen sein Portfolio konsequent erweitert. Durch eine Akquisition deckt Keba nun das gesamte Spektrum von AC bis DC ab, mit Ladeleistungen von 40 kW bis 500 kW, und richtet sich damit auch an Logistikunternehmen und Flottenbetreiber:innen mit missionskritischen Anforderungen. Was "missionskritisch" im Depot-Kontext wirklich bedeutet, macht Mathias sehr anschaulich: Ein Müllfahrzeug, das morgens nicht geladen ist, fährt schlicht nicht raus. Ein Kühltransporter ohne Energie kühlt nicht. Das stellt fundamental andere Anforderungen an Ladeinfrastruktur, Servicepartner und Reaktionszeiten als der klassische Pkw-Bereich. Im Gespräch erklärt Mathias, wie Kebas Splitsystem-Ansatz dabei hilft, Depots flexibel und schrittweise zu elektrifizieren. Die Idee dahinter: Power Units und Ladepunkte werden räumlich voneinander getrennt, was Platz spart und eine Skalierung in kleineren Investitionsschritten ermöglicht. Wer heute mit zwei Ladepunkten startet, kann morgen weitere ergänzen, ohne den Netzanschluss neu planen zu müssen. Am Beispiel der Braukommune Freistadt zeigt er, dass 40 kW über Nacht für viele Flotten vollkommen ausreichen – und dass ein überdimensionierter Lader die TCO unnötig in die Höhe treibt. Auch die Frage, welche Hindernisse die Elektrifizierung gewerblicher Depots bremsen, kommt nicht zu kurz. Netzanschlüsse, Wartezeiten und Kosten sind nach Mathias' Einschätzung das größte Problem – europaweit. Hinzu kommt die Abhängigkeit von Förderungen, deren abruptes Ende, wie im Pkw-Bereich erlebt, die Nachfrage empfindlich treffen kann. Langfristige Anreize wie die Mautbefreiung oder die THG-Quote als Erlösquelle hält er für belastbarere Stellschrauben. Sein Fazit ist dabei klar: Anfangen, klein denken, Use Cases sauber definieren, erfahrene Partner suchen. Keiner, der einen E-LKW in Betrieb genommen hat, wollte zurück. Das ist kein Marketing, sondern die Erfahrung aus der Praxis.

  4. Jul 5

    Was steckt hinter dem Green NCAP-Sternrating?

    In dieser Folge spreche ich mit Aleksandar Damyanov, Technical Manager bei Green NCAP - einem Programm, das in Deutschland noch immer unter dem Radar fliegt, obwohl es direkt beeinflusst, welche Autos als umweltfreundlich eingestuft werden. Green NCAP funktioniert nach demselben Prinzip wie das bekannte Euro NCAP, nur mit anderem Fokus: Statt Crashsicherheit steht die Umweltbilanz im Mittelpunkt. Fahrzeuge werden im Labor und auf der Straße getestet, die Ergebnisse fließen in drei Indizes - Schadstoffausstoß, Energieeffizienz und Treibhausgasemissionen - und münden in ein Rating von null bis fünf Sternen. Aleksandar erklärt, wie das Programm finanziert wird und warum Automobilhersteller trotz Sponsoring-Möglichkeiten keinen Einfluss auf Methodik oder Veröffentlichung haben. Ein zentrales Thema ist die Einführung der vollständigen Lebenszyklusanalyse im September 2025 - ein Schritt, der das Bewertungssystem grundlegend verändert hat. Bis dahin bekamen Elektroautos fast automatisch fünf Sterne, weil das frühere System nur die Betriebsphase betrachtete: genau die Phase, in der E-Autos am besten, Verbrenner am schlechtesten dastehen. Mit der Lebenszyklusanalyse kommen Batterieproduktion, Herstellungsprozesse und das Produktionsland hinzu - und plötzlich schneidet ein schwerer Elektro-SUV schlechter ab als mancher Hybridkleinwagen. Wir sprechen auch darüber, wie Hersteller auf Testergebnisse reagieren, wo die Grenzen von Schätzmodellen liegen und wie Green NCAP mit chinesischen Herstellern an tieferen Datenverifizierungen arbeitet. Hinzu kommt die neue Kooperation mit CharIN zur Ladeinteroperabilität und der frisch eingeführte Driving Experience Index, der praktische Alltagsparameter wie Winterreichweite und Vehicle-to-Grid-Fähigkeit abbildet. Wer ein E-Auto kauft oder bewertet, sollte sich die paar Minuten für dieses Gespräch nehmen - und danach zumindest einen Blick auf die Indizes hinter den Sternen werfen.

  5. Jun 28

    Was passiert, wenn 200.000 E-Autos gleichzeitig laden?

    In dieser Folge des EAN-Podcasts spreche ich mit Jørn Floor Andersen, dem Gründer und Geschäftsführer von Teal Nordic. Aufgenommen haben wir die Episode in einem ungewöhnlichen Setting, nämlich im Classic Car House in Kopenhagen, umgeben von Bugatti, Mercedes-Klassikern und einem BMW Art Car. Ein Ort, an dem automobile Vergangenheit auf das trifft, woran Jørn und sein Team täglich arbeiten — die Software-Schicht hinter dem Laden von Elektroautos. Jørn ist Informatiker und entwickelt seit Anfang der 1990er Jahre große, verteilte Systeme. Sein Weg führte ihn unter anderem über das Amadeus-Reservierungssystem und Banken-IT bis hin zu IoT-Anwendungen mit Millionen verbundener Geräte. Vor rund acht Jahren kam dann der Auftrag, der den Einstieg in die Elektromobilität markierte: ein CPMS bauen, ausgelegt auf Hunderttausende, perspektivisch eine Million Ladepunkte. Wir sprechen darüber, warum Teal sich bewusst als reine Backend-Lösung mit offenen Schnittstellen positioniert und nicht versucht, alles selbst abzudecken. Die großen Charge Point Operators bringen längst eigene ERP- und CRM-Systeme mit. Wer in diese Strukturen liefern will, muss sich einfügen statt verdrängen. Ein zentrales Thema ist die Frage nach echter Verfügbarkeit. Fünf Neunen Uptime im Backend mögen beeindruckend klingen — doch wenn die Säule trotzdem nicht lädt, ist das den Fahrer:innen egal. Jørn erklärt, warum das Backend Verantwortung für die gesamte Kette übernehmen muss und wie Teal etwa fehlkonfigurierte Ladestationen automatisch erkennt und korrigiert. Außerdem geht es um die Frage, wie sich Netze mit 150.000 bis 200.000 Ladepunkten überhaupt noch betreiben lassen. Jørn nennt eine Zahl, die das Ausmaß greifbar macht: vier bis sechs Personen reichen, wenn jeder Prozess konsequent automatisiert ist. Firmware-Rollouts laufen gestaffelt, präventive Restarts und das Reporting an nationale Datenhubs ebenfalls. Zum Abschluss richten wir den Blick nach vorne. Dänemark, in vielen Bereichen ohnehin Vorreiter, hat aktuell für drei Monate neue Netzanschlüsse pausiert. Genau hier setzt das nächste große Thema an: Netzstabilisierung über bidirektionales Laden, Lastmanagement und smarte Ladestrategien. Eine Folge mit konkreten Einblicken in die Welt hinter den Ladesäulen.

  6. Jun 24

    Smart #2: Was der Fortwo-Nachfolger wirklich kann

    In dieser Folge spreche ich mit Wolfgang Ufer, CEO von Smart Europe, über den Smart #2 - den lang erwarteten Nachfolger des Fortwo, der in Paris seine Weltpremiere feiern wird. Wir haben uns in Rom getroffen, und das ist kein Zufall: Die Stadt gehört zu den stärksten Märkten, die Smart je hatte. Allein in der Umgebung der Hauptstadt wurden in der Hochphase bis zu 10.000 Einheiten des Zweisitzers pro Jahr verkauft. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die neu entwickelte ECA-Plattform, die Smart eigens für den #2 aufgebaut hat. Nachdem Kooperationen mit möglichen Partnern zu viele Kompromisse bedeutet hätten, hat man den Weg der eigenen Entwicklung gewählt. Was dabei herausgekommen ist: eine Plattform, die Agilität, Sicherheit und Elektromobilität auf kleinstem Raum vereinen soll - und das ohne Abstriche bei den Kerneigenschaften des Zweisitzers. Wir sprechen über die bisher kommunizierten technischen Daten: rund 300 Kilometer Reichweite, eine 35,7-kWh-Batterie und eine Schnellladefähigkeit, mit der das Auto in rund 20 Minuten von zehn auf achtzig Prozent geladen sein soll. Wolfgang erklärt, warum diese Dimensionierung für ein A-Segment-Auto bewusst gewählt wurde - und was dahintersteckt, wenn Menschen keinen Zugang zu einer Wallbox haben. Ein Thema ist auch das Design. Das Concept Car, das in Nizza entwickelt wurde und in Rom zu sehen ist, soll drei Dinge gleichzeitig leisten: sofortige Wiedererkennung als Smart, ein modernes Erscheinungsbild ohne Retro-Gefühl und eine sichtbare Verwandtschaft zur aktuellen Modellpalette. Wie das gelingen soll - und was Elemente wie die "Sharknose" dabei bedeuten - erklärt Wolfgang im Gespräch. Dazu: Bestellstart noch in diesem Jahr, Auslieferung ab dem zweiten Quartal 2027, Produktion zunächst in China. Wolfgang spricht offen über die Rolle der Zölle in der Kalkulation und darüber, warum er den Einstiegspreis trotzdem für wettbewerbsfähig hält. Eine Folge für alle, die den Fortwo kennen, den #2 erwarten - oder einfach verstehen wollen, was es bedeutet, als kleiner Automobilhersteller heute eine eigene Plattform zu bauen.

  7. Jun 21

    Wie sinnvoll sind E-Trucks im Schwerlastbetrieb heute?

    Schwerlasttransport und Elektrifizierung – das ist kein einfaches Thema, und wer behauptet, es wäre eines, hat vermutlich noch nie einen 40-Tonner über die Alpen disponiert. Umso interessanter war das Gespräch mit Felix Kunath, Executive Director Full Truck Load, Heavy & Special Transport sowie Air & Ocean North bei Gruber Logistics. Gruber Logistics ist seit 1936 in Familienhand, heute an 60 Standorten in 15 Ländern aktiv und stark im Straßentransport, von Komplettladungen über Schwer- und Sondertransporte bis hin zu intermodalen Lösungen und Seefracht. 93 Prozent der Flotte fahren mit Diesel, Biodiesel oder HVO, 6 Prozent mit LNG oder Bio-LNG – und 1 Prozent elektrisch. Klingt wenig, ist in absoluten Zahlen aber konkreter: 15 E-Trucks in drei Ländern, Fahrzeuge im Zweischichtbetrieb, und ein Projekt in Planung, das einen E-LKW auf knapp 1100 Kilometer täglich bringen soll. Was Felix im Gespräch erklärt, ist vor allem das, was man von außen nicht sieht: die Planungslogik hinter dem E-Truck-Einsatz. Feste Korridore, vorab ausgewählte Ladestationen, eigene Ladepunkte an Standorten und Partnerschaften mit anderen Speditionen und sogar mit Kunden direkt. Das klingt nach Pragmatismus – und ist genau das. Wer im Schwerverkehr wirtschaftlich laden will, kann sich auf öffentliche Infrastruktur zwar verlassen, aber nicht zu den Preisen, die eine positive TCO-Rechnung erlauben. Wir reden auch über die Frage, warum das ursprüngliche Ziel von 50 E-Trucks bis 2025 nicht erreicht wurde – Felix benennt das offen: wirtschaftliche Lage, Infrastruktur, mangelnde Flexibilität bei Verladern. Und er erklärt, was er von Automobilherstellern, der Politik und der Ladeinfrastruktur braucht, damit der Hochlauf tatsächlich passiert. Daneben gibt es einen Ausflug in Richtung Wasserstoff: Gruber Logistics testet in Italien im Rahmen eines EU-Projekts einen umgebauten Scania als Brennstoffzellen-LKW – an der einzigen Wasserstofftankstelle des Landes. Felix ordnet das klar ein: Pilotprojekt, keine Strategie, keine unmittelbare Skalierungsperspektive. Das ist eine Folge für alle, die wissen wollen, wie Dekarbonisierung im Schwerlastbetrieb tatsächlich aussieht – nicht als Absichtserklärung, sondern als laufender Prozess mit echten Widersprüchen.

  8. Jun 17

    E-Autoreifen: Was passiert, wenn der falsche drauf ist

    Im aktuellen Podcast spreche ich mit Nils-Hendrik Schröder, Team Manager Europe OE beim Hankook-Büro in Hannover. Sein Arbeitsfeld ist die Erstausrüstung: jene Reifen, die ein Neuwagen bereits ab Werk trägt. Was nach einem Nischenthema klingt, entpuppt sich schnell als einer der unterschätztesten Aspekte der Elektromobilität. Nils erklärt, was hinter dem Begriff Original Equipment steckt, warum jeder Reifen für jedes Fahrzeugmodell individuell nach Lastenheft des Automobilherstellers entwickelt wird und weshalb dieser Prozess zwei bis vier Jahre dauern kann. Erstausrüstung ist dabei mehr als Technik: Sichtbarkeit, Markenimage und langfristige Kundenbindung hängen daran, ob eine Reifenmarke ab Werk auf einem Neuwagen rollt. Ein zentrales Thema des Gesprächs ist der Rollwiderstand. Mit dem Hochlauf der Elektromobilität hat er sich zum dominierenden Entwicklungsziel entwickelt, denn er bestimmt unmittelbar die Reichweite eines E-Autos. Das bisherige A-Label des EU-Energielabels reicht laut Nils längst nicht mehr aus, um die feinen Unterschiede zwischen den Spitzenprodukten abzubilden. Gleichzeitig müssen Nasshaftung, Bremseigenschaften und Haltbarkeit im Gleichgewicht bleiben. Mit dem ION-Profil hat Hankook eine eigene Reifenfamilie für Elektrofahrzeuge entwickelt: optimiert auf Rollwiderstand, Tragfähigkeit und ein reduziertes Innenraumgeräusch durch Soundabsorber-Technologie. Was passiert, wenn Fahrer:innen stattdessen auf nicht E-Auto-spezifische Reifen zurückgreifen, erklärt Nils ebenso klar wie die Frage, welche Entwicklungsthemen die nächsten zehn Jahre prägen werden: Abrieb, Geräusch und ein wachsender Anteil nachhaltiger Rohstoffe in den Lastenheften der Automobilhersteller.

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Der Elektroauto-News Podcast ordnet Entwicklungen rund um Elektromobilität ein – von E-Autos über Ladeinfrastruktur und Batterietechnologien bis hin zu Markt, Politik und Industrie. In Interviews mit Herstellern, Zulieferern, Energieunternehmen und Branchenexperten sprechen wir über das, was Elektromobilität heute wirklich voranbringt – und was sie bremst. Der Fokus liegt auf verständlicher Einordnung statt Produktwerbung: Wie wirtschaftlich sind E-Autos? Wo hakt es beim Laden? Welche Rolle spielen China, Europa und Regulierung? Der Podcast richtet sich an alle, die Elektromobilität besser verstehen wollen – fundiert, sachlich und praxisnah.

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