DER SALON

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Die Neuen Zwanziger

Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest. Mails an mail@neuezwanziger.de erreichen Wolfgang und Stefan.

  1. SALON: Jürgen Habermas, Iran und die AfD, neues Hollywood

    MAR 20 • DER SALON ONLY

    SALON: Jürgen Habermas, Iran und die AfD, neues Hollywood

    Wolfgang und Stefan geben einen Ausblick auf kommende Buchbesprechungen, darunter Werke von Peter Sloterdijk und Adrian Daub. Zudem erwähnen sie die aktuellen Besprechungen zu den Büchern von Ulrike Herrmann und Bianca Heinicke im Rahmen des Salons. Abschließend verweisen sie auf die bestehenden Abo-Modelle des Podcasts. Nächste Lektüre Peter Sloterdijk: Der Fürst und seine Erben Adrian Daub: Was das Valley herrschen nennt 00:06:09 Livesalon Nach der Begrüßung des Publikums in Frankfurt am Main schildert Wolfgang seine Eindrücke einer Monet-Ausstellung im Städel Museum. Daran anknüpfend thematisieren Wolfgang und Stefan temporäre Einschränkungen der städtischen Uber-Infrastruktur. Sie führen diese Ausfälle auf das Ende des Ramadan und die damit verbundene Abwesenheit vieler Fahrer zurück. 00:11:49 Nachlese Jürgen Habermas Stefan analysiert eine SWR2-Radiosendung mit Rahel Jaeggi, Philipp Felsch und Peter Neumann zum philosophischen Erbe von Jürgen Habermas. Er konstatiert, dass die Diskussionsteilnehmer den herrschaftsfreien Diskurs in der Sendung lediglich simulieren und sich in formelhaften Sprechakten verlieren. Wolfgang ergänzt, dass Habermas zwar Beiträge zur Transhumanismus-Debatte geliefert, ökonomische Machtverhältnisse jedoch unzureichend kritisiert habe. Abschließend verweist Stefan auf Niklas Luhmanns Text "Die Soziologie der Moral" als soziologischen Gegenentwurf zum Habermasschen Vernunftbegriff. 00:52:36 Iran und die Angebote der AfD Wolfgang und Stefan untersuchen die politischen Diskurse zum Nahostkonflikt anhand diverser Audio-Clips. Zunächst spielen sie Aussagen von Nick Fuentes und Marjorie Taylor Greene ein, die Donald Trumps Vorgehen aus einer antisemitischen Perspektive kritisieren. Anschließend kontrastiert Wolfgang ein Interview von Joachim Gauck mit Aussagen von Tino Chrupalla, der sich bei Markus Lanz gegen militärische Interventionen positioniert. Wolfgang stellt die These auf, dass die AfD durch die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts an Zustimmung gewinnen könnte, merkt jedoch an, dass es innerhalb der Partei Konflikte mit Transatlantikern wie Markus Frohnmaier gibt. 01:49:53 Neues Hollywood Stefan präsentiert Beispiele für KI-generierte Videoclips und Trailer, die die Ästhetik klassischer Blockbuster nachahmen. Er zeigt auf, wie Künstliche Intelligenz genutzt wird, um Gesichter in bestehende Filmszenen einzufügen oder ganze Sequenzen auf Basis von Prompts zu generieren. Wolfgang argumentiert, dass rein KI-generierten Filmen die physische räumliche und schauspielerische Präsenz fehle. Stefan entgegnet, dass die Technologie dennoch die Produktionsbedingungen für konsumorientierte Mainstream-Filme drastisch verändern wird.

    2h 21m
  2. Ulrike Herrmann: Geld als Waffe

    MAR 11 • DER SALON ONLY

    Ulrike Herrmann: Geld als Waffe

    00:00:00 Einleitung und allgemeine Kritik an "Geld als Waffe" Wolfgang und Stefan äußern grundlegende Kritik an Ulrike Herrmanns neuem Buch. Sie bemängeln eine fehlende theoretische Fundierung und logische Widersprüche in der Hauptthese, wonach autokratische Staaten wie Russland und China Kriege vorrangig zur innenpolitischen Ablenkung von wirtschaftlichen Schwächen führen würden. Die beiden vergleichen Herrmanns Argumentation mit den Werken anderer Autoren wie Branko Milanović, Adam Tooze und Patrick Kaczmarczyk und stellen fest, dass tatsächliche geopolitische Interessen in Herrmanns Analyse zu kurz kommen. 00:39:50 Russlands wirtschaftliche und historische Entwicklung Die Hosts diskutieren Herrmanns historische Herleitung der russischen Wirtschaftsstruktur vom Zarenreich über die Sowjetunion bis hin zur Herrschaft von Wladimir Putin. Wolfgang skizziert die Darstellung des Buches, nach der der russische Staat primär auf Repression und den Ausbau des Verwaltungs- und Militärapparates setze. Stefan verweist auf Brüche in der Argumentation des Textes, insbesondere bei der Annahme, Putin wolle das Volk durch Kriegsabenteuer einen, was angesichts unpopulärer Zwangsrekrutierungen und massiver Verluste zu gegenteiligen Effekten führen müsste. 01:17:16 Chinas Aufstieg und geopolitische Ziele Das Gespräch wendet sich dem Buchkapitel über China zu, in dem der wirtschaftliche Wandel unter Mao Zedong und Deng Xiaoping bis zu Xi Jinping nachgezeichnet wird. Stefan und Wolfgang hinterfragen die Prämisse, dass ein möglicher chinesischer Angriff auf Taiwan als Ablenkungsmanöver für innenpolitische Defizite, wie etwa das fehlende Rentensystem, dienen solle. Sie argumentieren stattdessen, dass Chinas Handeln stark von der aktuellen geopolitischen Lage und dem Agieren der USA abhänge und verweisen auf den anhaltenden Bedarf der chinesischen Wirtschaft an globalen Exportmärkten. 01:44:00 NATO, Atomwaffen und Europas Rolle In diesem Abschnitt fassen Wolfgang und Stefan die verbleibenden Buchkapitel zu Atomwaffen, Wirtschaftssanktionen und der Rolle westlicher Militärbündnisse zusammen. Wolfgang kritisiert Herrmanns Schilderung der westlichen Akteure, die im Buch lediglich als passive Beobachter des Weltgeschehens beschrieben werden. Stefan lehnt zudem Herrmanns Schlusspointe ab, in der sie massiv durch gemeinsame europäische Schulden (Eurobonds) finanzierte keynesianische Aufbauprogramme für die Ukraine fordert, und verweist dabei auf die strengen Vorgaben der deutschen Verfassungsrechtsprechung. 01:58:06 Fazit und Einordnung in den publizistischen Kontext Zum Abschluss vergleichen Wolfgang und Stefan die aus ihrer Sicht mangelnde Konsistenz in Herrmanns Publikationen mit dem inhaltlichen Anspruch an eigene Buchprojekte. Stefan verdeutlicht an seinen Werken zur Demografie und Gesellschaft, dass eine durchgehende argumentative Linie entscheidend sei, welche er bei "Geld als Waffe" im Vergleich zum Vorgängerbuch der Autorin vermisst. Die Episode endet mit einem kurzen Ausblick auf den kommenden Live-Salon.

    2h 3m
  3. Bibis Buch, Zupančič : Das Ende, Carla Hinrichs, Oyamada: Das Loch, Epstein-Class, Tehran Apocalypse, Chinas AI Doomers, Leonkoro Quartet

    MAR 5 • DER SALON ONLY

    Bibis Buch, Zupančič : Das Ende, Carla Hinrichs, Oyamada: Das Loch, Epstein-Class, Tehran Apocalypse, Chinas AI Doomers, Leonkoro Quartet

    1. Mit dem YouTube-Kanal Bibis BeautyPalace wurde sie berühmt, nun entdeckt die Influencerin Bianca Heinicke ihr Inneres, das von einem konsumistischen Pseudo-Ich verdeckt wurde. "Wie man Geschichte schreibt" heißt ihr Buch, das diese Entdeckungsreise schildert: https://www.next-level-verlag.de/products/wie-man-geschichte-schreibt 2. Mit der Psychoanalyse unsere verrückte Gegenwart verstehen: Die Philosophin Alenka Zupančič denkt in ihrem Buch "Das Ende" über verschiedene Enden nach. https://www.ndfj.de/das-ende 3. Als Sprecherin der "Letzten Generation" wurde Carla Hinrichs zum Gesicht des Klimaprotests. In "Meine verletzte Generation" erzählt sie von einer Generation zwischen Aktivismus und Erschöpfung, zwischen dem Gefühl, handeln zu müssen, und der Erfahrung, dafür bestraft zu werden: https://www.klett-cotta.de/produkt/carla-hinrichs-meine-verletzte-generation-9783608505252-t-9377 4. Nach "Das Loch" erscheint in deutscher Sprache nun der Debütroman der japanischen Schriftstellerin Hiroko Oyamada. "Die Fabrik" handelt von einem kafkaesken Mikrokosmos und von B******t-Jobs. https://www.rowohlt.de/buch/hiroko-oyamada-die-fabrik-9783498007942 5. Mit Hegel und Lacan erklärt Pascal Reinhardt, warum Milliardäre und Figuren wie Jeffrey Epstein keine Betriebsunfälle sind, sondern strukturell zusammengehören. "Solange es Milliardäre gibt, wird es auch Jeffrey Epsteins geben" ist ein Essay über Begehren, Ungleichheit und den reichen Pöbel: https://substack.com/home/post/p-188931787 6. In "The Daily Telegraph" erhalten wir einen Einblick, was der Krieg gegen den Iran mit der Zivilgesellschaft anstellt. https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/03/03/apocalypse-tehran-heaviest-day-strikes-war/ 7. Während der Westen über KI-Risiken debattiert, herrscht in China fast ungetrübter Optimismus. Vivian Wang fragt in der "New York Times", warum es dort keine KI-Apokalyptiker gibt – und was das über beide Seiten verrät: https://www.nytimes.com/2026/03/04/world/asia/china-ai-enthusiasm.html 8. Hunderte indische Studenten in Berlin sollen jetzt plötzlich ausreisen, ohne ihr Studium beendet zu haben. Nina Scholz berichtet erneut über deren prekäre Situation: https://www.tagesspiegel.de/berlin/erst-angeworben-dann-ausgewiesen-studierende-in-indien-warnen-in-berlin-bloss-kein-studium-anzufangen-15301551.html 9. "Out of Vienna" heißt das wundervolle neue Album des Leonkoro Quartet, mit Werken von Erwin Schulhoff, Alban Berg und Anton Webern. https://leonkoroquartet.com/media/

    2h 52m

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest. Mails an mail@neuezwanziger.de erreichen Wolfgang und Stefan.

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