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Anja Nunyola Glover

Wem gehört die Welt, in der wir leben? Wer darf mitbestimmen? Und wessen Geschichten werden gehört? Im ƒome Podcast spricht die Soziologin und Autorin Anja Nunyola Glover über gesellschaftliche Machtverhältnisse, Rassismus, Feminismus, Kolonialismus, Politik und die grossen Fragen unseres Zusammenlebens. Mal persönlich, mal politisch, mal im Gespräch mit spannenden Gäst:innen. Es geht um Geschichte und Gegenwart, um Ungerechtigkeiten und Widerstand, um Zugehörigkeit, Identität und die Möglichkeit, unsere Gesellschaft anders zu gestalten. Wir hinterfragen Selbstverständlichkeiten.

  1. Oct 23

    «Protest ja, aber bitte ohne Gewalt!» – Über Frankreich, Gewalt und Rassismus

    «Ich finde Proteste ja gut, aber Gewalt geht gar nicht.» Diesen Satz hören wir gerade überall, wenn es um die Proteste in Frankreich geht. Aber von welcher Gewalt sprechen wir eigentlich? Und über welche schweigen wir? In dieser Folge des ƒome Podcasts spricht Anja Nunyola Glover über die Proteste in Frankreich, die Politik von Emmanuel Macron und die Frage, weshalb wir uns über brennende Autos und beschädigte Gebäude empören, während Armut, soziale Ungleichheit und Polizeigewalt so viel weniger Aufmerksamkeit erhalten. Werde Teil von Nunyola Communities und unterstütze diesen Podcast Warum gehen Menschen auf die Strasse? Was passiert, wenn friedliche Proteste, Petitionen, Bürgerdialoge und demokratische Entscheidungen immer wieder ignoriert werden? Und weshalb verlangen wir Gewaltfreiheit so selbstverständlich von denjenigen, die sich gegen Ungerechtigkeit wehren, aber so selten vom Staat? Wir sprechen über direkte, strukturelle und institutionelle Gewalt, über Pazifismus und politischen Widerstand. Wir schauen zurück auf die Französische Revolution, die Suffragetten, die haitianische Revolution, Rosa Parks, Gandhi, Martin Luther King und Nelson Mandela. Und wir fragen uns, weshalb wir historische Revolutionen feiern, während wir heutige Protestbewegungen so schnell delegitimieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die französische Polizei: ihre Geschichte, ihre kolonialen Kontinuitäten und der politischeWandel hin zu einer zunehmend repressiven Polizeistrategie. Dabei geht es auch um die Frage, was Polizeigewalt in Frankreich mit Rassismus zu tun hat und welche Parallelen und Unterschiede es zur Schweiz gibt. Und schliesslich: Warum erhielten die Proteste in den französischen Überseegebieten so wenig Aufmerksamkeit? Weshalb wurden die Forderungen rassifizierter Jugendlicher aus den Banlieues erst dann zum nationalen Thema, als sich zunehmend weisse Jugendliche und Studierende solidarisierten? Und warum wird bei Protesten in rassifizierten Quartieren immer wieder über Migration und Integration gesprochen, statt über Polizeigewalt, soziale Ungleichheit und politische Verantwortung? Zum Schluss richten wir den Blick auf die Generation Z, die sich weltweit organisiert, protestiert und gesellschaftlicheVeränderungen fordert. Eine Generation, über die so viel geschimpft wird und von der wir vielleicht einiges lernen könnten. Gewalt, Pazifismus und Widerstand Johan Galtung (1969): Violence, Peace, and Peace Research – Zur Unterscheidung von direkter und struktureller Gewalt.https://doi.org/10.1177/002234336900600301 Hélder Câmara: Spiral of Violence – Über institutionelle, widerständige und repressive Gewalt.https://books.google.com/books?q=Helder+Camara+Spiral+of+Violence Frankreich: Soziale Ungleichheit und politische Entscheidungen INSEE – Offizielle Statistiken zu Armut, Einkommen und Lebensbedingungen in Frankreich.https://www.insee.fr/ Observatoire des inégalités – Analysen zur sozialen Ungleichheit in Frankreich.https://www.inegalites.fr/ Fondation pour le Logement – Berichte zur Wohnungsnot und Obdachlosigkeit.https://www.fondationpourlelogement.fr/ Convention citoyenne pour le climat – Informationen zur französischen Bürgerkonvention für das Klima.https://www.conventioncitoyennepourleclimat.fr/ Polizeigewalt, Rassismus und Menschenrechte Politiques du désordre. La police des manifestations en France Olivier Fillieule und Fabien Jobard Éditions Points, 2026 (Originalausgabe: Seuil, 2020) Der Home Podcast ist Teil unserer unabhängigen Arbeit rund um gesellschaftliche Ungerechtigkeiten, Antirassismus, Feminismus und politische Bildung. Wenn ihr unsere Arbeit langfristig unterstützen möchtet, könnt ihr Teil von Nunyola Communities werden. Und wenn ihr euch für Bücher interessiert, die gesellschaftliche Verhältnisse hinterfragen und neue Perspektiven eröffnen, besucht unsere unabhängige Buchhandlung ƒome books in Willisau oder unseren Onlineshop. Danke fürs Zuhören, Teilen und Weiterdenken!

  2. Oct 9

    Wem gehört das Paradies? Reisen, Tourismus und Kolonialismus

    Anja ist zurück! In dieser Folge spricht Anja Glover über Reisen, Tourismus und die Frage, weshalb Bewegungsfreiheit auf dieser Welt so ungleich verteilt ist. Wer darf einfach Ferien machen? Wer muss fliehen? Wem gehören die vermeintlichen Ferienparadiese? Und was hat all das mit Kolonialismus, Rassismus und westlichen Privilegien zu tun? Anja erzählt ausserdem von ihrem aktuellen Buchprojekt Missing Chapters, das im Frühling 2027 im Limmat Verlag erscheinen soll, und spricht über Sinthujan Varatharajahs Buch wo zeit stehen bleibt, das Tourismus und seine Gewalt radikal hinterfragt. Zum Schluss nimmt uns Anja mit auf eine literarische Weltreise: von Südafrika über Ghana, Marokko und Antigua bis nach Hawaiʻi, Indonesien, Grönland und Indien. Mit Büchern von Schwarzen, indigenen und postkolonialen Autor*innen, die andere Geschichten über diese Orte erzählen als die üblichen Reiseführer. Denn Reisen erweitert unseren Horizont nicht automatisch. Manchmal müssen wir zuerst lernen, die Welt nicht nur aus unserer eigenen Perspektive zu betrachten. Südafrika: Trevor Noah – Born a Crime / Farbenblind. Eine ebenso humorvolle wie politische Kindheitsgeschichte über die Apartheid und eine aussergewöhnliche Mutter. Marokko: Leïla Slimani – Das Land der Anderen. Über Liebe, Kolonialismus, patriarchale Macht und das widersprüchliche Gefühl, gleichzeitig fremd und privilegiert zu sein. Ghana: Yaa Gyasi – Heimkehren. Zwei Schwestern, sieben Generationen und die bis heute spürbaren Folgen des transatlantischen Sklavenhandels. Sri Lanka: Sinthujan Varatharajah – wo zeit stehen bleibt. Über Tourismus, Flucht und die Gewalt einer Welt, in der manche Menschen frei reisen können und andere nicht. Philippinen: Mia Alvar – In the Country. Erzählungen über Migration, Familie und die Verbindungen zwischen den Philippinen und ihrer Diaspora. Antigua: Jamaica Kincaid – Nur eine kleine Insel. Eine wütende, kompromisslose Abrechnung mit dem touristischen Blick auf die Karibik. Der koloniale Blick: Edward Said – Orientalismus. Der Klassiker darüber, wie der Westen andere Weltregionen exotisiert und seine eigenen Vorstellungen über sie zur vermeintlichen Wahrheit macht. Hawaiʻi: Kristiana Kahakauwila – This Is Paradise. Kurzgeschichten, die das Leben auf Hawaiʻi jenseits von Palmen, Stränden und touristischen Fantasien erzählen. Australien: Tara June Winch – Wie rote Erde. Ein bewegender Roman über indigene Sprachen, Land, Erinnerung und die Folgen kolonialer Enteignung. Indonesien: Eka Kurniawan – Schönheit ist eine Wunde. Ein wilder, fantastischer Roman über koloniale Gewalt, Familiengeschichte und verdrängte Vergangenheit. Grönland: Niviaq Korneliussen – Das Tal der Blumen. Über queeres Leben, Trauer und die Erfahrungen einer jungen Generation jenseits romantisierter Arktisbilder. Indien: Arundhati Roy – Der Gott der kleinen Dinge. Ein literarisch aussergewöhnlicher Roman über Liebe, Kaste, gesellschaftliche Hierarchien und verbotene Beziehungen. Alle Bücher könnt ihr über unseren unabhängigen Buchladen ƒome books bestellen. ƒome books – Bücher, die Perspektiven verändern.

  3. Jul 24

    Wer wird gehört? Podcasting zwischen KI, Vertrauen und unabhängigen Stimmen

    Podcasts galten lange als demokratisches Medium. Ein Mikrofon, eine Idee – und jede Stimme kann gehört werden. Doch stimmt das heute noch? In dieser Folge von Home Podcast spreche ich mit Andreas Wullschleger, Gründer der Podcast-Agentur Ellie Media, über die Zukunft des Podcastings – und darüber, welche Rolle unabhängige Stimmen in einer zunehmend von Algorithmen, Plattformen und Künstlicher Intelligenz geprägten Medienlandschaft spielen. Gemeinsam fragen wir: Was bedeutet Creator Journalism – und warum vertrauen viele Menschen heute einzelnen Persönlichkeiten stärker als klassischen Medien?Wer erhält in der Podcastwelt Aufmerksamkeit, Reichweite und Finanzierung – und wer bleibt unsichtbar?Welche Rolle spielen Geschlecht, Herkunft, Klasse und Netzwerke für den Erfolg eines Podcasts?Wie verändert KI die Art, wie Podcasts entstehen – und warum werden menschliche Perspektiven dadurch vielleicht sogar wichtiger?Warum reichen Reichweite und Downloads allein nicht aus – und weshalb Vertrauen zur entscheidenden Währung werden könnte.Ausserdem sprechen wir darüber, weshalb Podcasts heute längst mehr sind als Audioformate. Sie werden zu Communities, Medienprojekten und Räumen, in denen Orientierung, Zugehörigkeit und Haltung entstehen. Eine Folge über Medien, Macht und Geschichten – und darüber, warum gute Inhalte gerade jetzt wichtiger sind denn je. Creator JournalismDiversität in der PodcastweltSichtbarkeit und strukturelle UngleichheitenStorytelling zwischen Haltung und MarktKI und die Zukunft kreativer ArbeitVertrauen statt ReichweiteCommunity BuildingDie Zukunft unabhängiger PodcastsHome Podcast und die nächsten Schritte💛 Wenn dir diese Folge gefällt, freue ich mich, wenn du Home Podcast abonnierst, weiterempfiehlst oder mit einer Person teilst, die sich ebenfalls für Medien, Gesellschaft und die Zukunft unabhängiger Stimmen interessiert. Wir sprechen unter anderem über:

  4. Jul 10

    Über Community, Dehnungsstreifen und Bücher

    In dieser Folge spreche ich darüber, warum mich Community gerade mehr trägt denn je. In den letzten Wochen ist mir wieder bewusst geworden, wie viele Menschen dieses Projekt mittragen – mit ihrer Zeit, ihren Ideen, ihrer Unterstützung und ihrem Vertrauen. Ohne euch wäre vieles schlicht nicht möglich. Danke. Natürlich geht es auch um die Eröffnung von ƒome Books. Warum wir überzeugt sind, dass es heute mehr Literaturorte braucht als je zuvor, weshalb unabhängige Buchhandlungen politische Räume sein können und worauf ihr euch in Willisau freuen dürft. Ein besonderes Highlight wird unsere Veranstaltung mit Melvin Gibbs im Rahmen des Jazz Festivals Willisau. Der Grammy-nominierte Musiker, Komponist und Autor kommt für eine Lesung und ein Gespräch zu seinem Buch How Black Music Took Over the World zu ƒome Books. Gemeinsam sprechen wir über Musikgeschichte, die afrikanische Diaspora, kulturelles Erbe und darüber, weshalb Black Music die globale Popkultur bis heute so nachhaltig prägt. Ausserdem geht es um Schwangerschaftsstreifen, um Dehnungsstreifen, Körperbilder und darum, welche Geschichten wir über Körper erzählen – und welche lieber verschwiegen werden. ⁠Ich spreche erwähne ich die Graphic Novel von Talel Talel Aronowicz "Flug 111".⁠ In der Rubrik Meine Leseempfehlung stelle ich euch diesmal die Bücher von Hemley Boum vor – eine Autorin, die ich diesen Sommer kennenlernen durfte und deren Schreiben mich nachhaltig beeindruckt. Veranstaltungstipp Melvin Gibbs – How Black Music Took Over the World 📅 Samstag, 29. August 2026, 11.00 Uhr 📍 ƒome Books, Willisau Mehr Informationen zu ƒome Books, unserem Programm und allen Veranstaltungen findet ihr auf ⁠fomebooks.ch⁠. Danke, dass ihr zuhört, mitlest, Veranstaltungen besucht, Bücher kauft, Nachrichten schreibt und diese Community zu dem macht, was sie ist. Ihr seid ein wesentlicher Teil davon, dass all diese Projekte überhaupt entstehen können.

  5. Jun 26

    Kinder richtig mehrsprachig erziehen? Was wirklich wichtig ist

    Mehrsprachig aufwachsen – überfordert das mein Kind? Müssen wir zu Hause Sprachregeln einhalten? Dürfen Sprachen gemischt werden? Und was hat Mehrsprachigkeit mit Rassismus, Macht und Diskriminierung zu tun? In dieser Folge spreche ich mit Prof. Dr. Simone Kannengiesser (Pädagogische Hochschule FHNW) über frühe Sprachentwicklung, Mehrsprachigkeit in Familien – und darüber, warum viele gut gemeinte Ratschläge Eltern eigentlich unnötig unter Druck setzen. Wir sprechen über: warum Kinder Sprache nicht „lernen müssen“, sondern sie sich aneignen weshalb „One Person – One Language“ kein Muss ist warum Sprachen mischen kein Problem, sondern eine Kompetenz ist wie Sprachhierarchien (z. B. Englisch > afrikanische Sprachen) mit Rassismus zusammenhängen warum es Kindern nicht schadet, mehrere Sprachen gleichzeitig zu hören weshalb Babysprache sinnvoll ist wie Schulen Mehrsprachigkeit oft abwerten – und wie es anders gehen könnte wie KI & Übersetzungstools neue Chancen für mehrsprachige Bildung eröffnen Diese Folge ist für dich, wenn du: dein Kind mehrsprachig begleitest in Bildung, Beratung oder Sozialarbeit tätig bist dich fragst, wie wir über Sprache unbewusst Hierarchien reproduzieren oder selbst erlebt hast, dass deine Sprache abgewertet wurde 💛 Kernaussage: Kinder brauchen keine perfekten Sprachkonzepte – sie brauchen Beziehung, echte Kommunikation und ein Umfeld, das Mehrsprachigkeit nicht als Problem, sondern als Ressource versteht.

  6. May 29

    Rassismus: Wir beantworten eure Fragen

    In dieser Folge beantworten Anja und ihr Bruder Nic eure Fragen rund um Rassismus, Diskriminierung, Sprache, Humor und Beziehungen. Gemeinsam sprechen sie darüber, warum Witze nie losgelöst von gesellschaftlichen Machtverhältnissen betrachtet werden können, weshalb Rassismus mehr ist als individuelles Fehlverhalten und warum Aussagen wie «Wir sind doch alle gleich» oft gut gemeint, aber zu kurz greifen. Und wer ist eigentlich weiss? Sie sprechen unter anderem über: – Comedy, Satire und die Frage, worüber man lachen darf – Machtverhältnisse und warum manche Witze anders wirken als andere – White Privilege und das Konstrukt von Weissein – Den Unterschied zwischen Rassismus und anderen Formen von Diskriminierung – Interracial Relationships, Fetischisierung und persönliche Vorlieben – Schönheitsideale, Sexualisierung und gesellschaftliche Prägungen – Warum Unterschiede nicht das Problem sind, sondern ihre Bewertung – Selbstbezeichnungen, Sprache und respektvollen Umgang miteinander Wie immer versuchen Anja und Nic, komplexe Themen verständlich und zugänglich einzuordnen – nicht mit dem Anspruch, auf alles eine endgültige Antwort zu haben, sondern mit dem Wunsch, Perspektiven zu erweitern und zum Weiterdenken anzuregen. Danke für eure vielen Fragen, eure Offenheit und dafür, dass ihr diese Gespräche mittragt. In der Folge erwähnte Autor:innen und Literatur: – Frantz Fanon – Rokhaya Diallo – Weitere postkoloniale, antirassistische und rassismuskritische Literatur Zum GlossarHier könnt ihr weitere Fragen stellen: Fragen zu Rassismus an Anja und Nic

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