PhiloPod - Denken, das weiterbringt.

PHILOSKOP Cornelia Mooslechner-Brüll

Steckst du manchmal fest? Fragst du dich, ob das schon alles war, wie man eine gute Entscheidung trifft oder was ein erfülltes Leben wirklich ausmacht? Du bist nicht allein. Mein Name ist Cornelia Mooslechner-Brüll, und als philosophische Praktikerin begleite ich dich im Philo Pod auf der Suche nach Antworten. Gemeinsam nehmen wir die großen Themen des Lebens unter die Lupe: Liebe und Verlust, Glück und Zweifel, Sinn und Tod. In Gesprächen mit inspirierenden Gästen, durch Rezensionen philosophischer Neuerscheinungen und praktische Impulse finden wir Klarheit, wo vorher Verwirrung war. Dies ist kein Podcast für schnelle Antworten, sondern für die richtigen Fragen – die Fragen, die dein Leben verändern. Bist du bereit, dein Leben zu prüfen? Dann hör jetzt rein. Mehr Inspiration findest du auf www.philoskop.org. Nähere Infos über PHILOSKOP https://www.philoskop.org/und weiteren Veranstaltungen unterhttps://www.philoskop.org/termine 

  1. Jul 14

    Der gepanzerte Mann — toxische Männlichkeit mit Beauvoir, Bourdieu und bell hooks

    „Ein Mann weint nicht." Vier Wörter, die fast jeder Mann kennt — und eine ganze Erziehung. Diese Folge nimmt den Begriff „toxische Männlichkeit" auseinander: woher er wirklich kommt, was er meint und was nicht, und warum ausgerechnet die falsche Ansprache junge Männer in die Arme der Manosphere treibt. Inhaltsüberblick: Herkunft und eigentliche Bedeutung von „toxischer Männlichkeit" — ein Begriff, der oft missverstanden wirdRaewyn Connells Konzept der hegemonialen MännlichkeitBeauvoirs „man wird es" — auf Männlichkeit übertragenBourdieus männliche Herrschaft als Falle für die Herrschenden selbstTheweleits „Körperpanzer" und bell hooks' Gedanke der SelbstverstümmelungEine Ehrenrettung der Stoa, die zu oft mit Gefühllosigkeit verwechselt wirdZeitkritik: die Manosphere, Andrew Tate und Michael Kimmels „gekränkter Anspruch"Joseph Roths „Radetzkymarsch" als Trauerarbeit um eine untergehende MännlichkeitBezug zum Festival „Bühne der Macht" und dem Workshop „Männlichkeit verstehen und neu denken"Empfohlene Literatur: Simone de Beauvoir — „Das andere Geschlecht" (1949)Pierre Bourdieu — „Die männliche Herrschaft" (1998)Klaus Theweleit — „Männerphantasien" (1977/78)bell hooks — „The Will to Change: Men, Masculinity, and Love" (2004)Michael Kimmel — „Angry White Men" (2013)Joseph Roth — „Radetzkymarsch" (1932)Weitere Ressourcen: www.philoskop.org, Philosophie Masterclass, E-Learning-Kurse, Newsletter, 1:1 Beratung / Philosophische Praxis Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    Der gepanzerte Mann — toxische Männlichkeit mit Beauvoir, Bourdieu und bell hooks
  2. Jul 9

    Zwischen Vollzug und Willkür — Hartmut Rosas „Situationen und Konstellationen" im Härtetest

    Fühlst du dich manchmal wie ein bloßes Rädchen im Getriebe – im Job voller Formulare, beim Scrollen zwischen Klick und Nicht-Klick? Genau dieses Unbehagen beschreibt der Soziologe Hartmut Rosa in seinem Buch „Situationen und Konstellationen": Wir verlieren die Fähigkeit zu handeln und werden zu bloßen Vollzieher•innen von Algorithmen, Checklisten und Regeln. In dieser Folge fassen wir zunächst Rosas Diagnose zusammen – und nehmen sie dann gründlich auseinander. Mit Adorno und Wittgenstein zeigen wir, warum Rosa selbst in genau das binäre Schwarz-Weiß-Denken verfällt, das er kritisiert.  Mit Kant, Harry Frankfurt und Jon Elster fragen wir, ob eine Regel zu befolgen wirklich Freiheitsverlust bedeutet – oder manchmal die reifste Form von Selbstbestimmung ist.  Mit Max Weber, Aristoteles und der kognitiven Psychologie (Kahneman) schauen wir, warum das romantisierte Bild des „weisen Richters", der nach Gefühl statt nach Gesetz urteilt, empirisch ins Wanken gerät – und warum feste Regeln oft gerade die Machtlosen schützen. Und wir fragen, warum Rosa ausgerechnet die quantitativen Daten nutzt, deren Logik er das ganze Buch über verdammt. Ein Härtetest für ein Buch, das enorm plausibel klingt – und trotzdem an einigen entscheidenden Stellen ins Stolpern gerät. Erwähnt in dieser Folge: Hermann Schmitz, Theodor W. Adorno, Ludwig Wittgenstein, Immanuel Kant, Harry Frankfurt, Jon Elster, Hannah Arendt, Max Weber, Aristoteles, Emmanuel Levinas, Michel Foucault. Wenn dich Fragen wie diese beschäftigen und du tiefer einsteigen willst: 🧭 Philosophie Masterclass – für alle, die philosophisches Denken nicht nur hören, sondern als Praxis erlernen wollen: https://www.philoskop.org/philosophie-masterclass  📚 E-Learning-Kurse (u. a. „Philosophisch leben", „Weisheit der Stoa"): https://www.philoskop.org/stoa🗣️ 1:1 Beratung / Philosophische Praxis: https://www.philoskop.org/einzel  📩 Newsletter – wöchentlich ein philosophischer Impuls: https://www.philoskop.org/kontakt Alle Angebote findest du gesammelt auf www.philoskop.org Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    Zwischen Vollzug und Willkür — Hartmut Rosas „Situationen und Konstellationen" im Härtetest
  3. Jun 29

    Das Antlitz des Anderen mit Emmanuel Levinas

    Das Antlitz des Anderen: Levinas und die Ethik als erste Philosophie Was passiert in dem Moment, wenn jemand zurückschaut? Nicht feindlich, nicht freundlich — einfach: er schaut. Für Emmanuel Levinas ist genau dieser Moment der Ausgangspunkt der gesamten Philosophie. In dieser Folge tauchen wir in sein Hauptwerk Totalität und Unendlichkeit (1961) ein — eines der wirkungsmächtigsten und gleichzeitig schwierigsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Mein Versprechen: Du verstehst danach, was Levinas eigentlich sagen will — und warum es dich etwas angeht. Was dich erwartet: Wer war Emmanuel Levinas — und warum ist sein Leben untrennbar von seiner Philosophie? Levinas wächst in Litauen auf, bringt die Phänomenologie nach Frankreich, wird im Zweiten Weltkrieg in ein deutsches Arbeitslager deportiert. Seine Familie wird ermordet. Seine Philosophie ist keine akademische Übung — sie ist eine Antwort auf das Böse, das entsteht, wenn Menschen das Antlitz des Anderen nicht mehr sehen. Wo steht Levinas in der Philosophiegeschichte? Er kommt von Husserl und Heidegger — und macht dann eine radikale Wendung. Beide, sagt er, haben den Anderen letztlich assimiliert: zu einem Inhalt meines Bewusstseins, zu einem Teil meiner Welt gemacht. Levinas will den Anderen als wirklich, absolut Anderen denken. Die Schlüsselbegriffe, ohne die Levinas kaum zu lesen ist: Das Selbe, der Andere, das Antlitz, Unendlichkeit, Totalität, Epiphanie, Verantwortung, Ethik als erste Philosophie. Der dramatischste Satz im Text: „Du wirst keinen Mord begehen." — Nicht als religiöses Gebot. Sondern als das, was das Antlitz des Anderen durch seine bloße, schutzlose Präsenz spricht. Levinas im Vergleich — kurz und klar: Husserl, Heidegger, Sartre, und ein Bezug zur letzten Folge über Hermann Schmitz. Und schließlich: Was bedeutet das für dein Leben? Vier konkrete Fragen, die nicht loslassen. Fragen für deine Woche: Wann hast du zuletzt jemanden wirklich als Antlitz wahrgenommen — nicht als Funktion, nicht als Typ?Gibt es Menschen in deinem Alltag, die du in eine Kategorie einsperrst und damit unsichtbar machst?Wie fühlt sich Verantwortung an, die du nicht gewählt hast — und wie gehst du damit um?Levinas sagt, der Frieden ist ursprünglicher als der Krieg. Glaubst du das?Literatur zur Folge: Emmanuel Levinas: Totalität und Unendlichkeit. Versuch über die Exteriorität (frz. Original 1961, dt. Übersetzung: Verlag Karl Alber) — Abschnitt: Antlitz und Ethik Zum Einstieg empfohlen: Emmanuel Levinas: Ethik und Unendliches. Gespräche mit Philippe Nemo — kurz, zugänglich, auf Deutsch erhältlich. Mehr von PHILOSKOP: 🌐 www.philoskop.org 📚 E-Learning-Kurse: Philosophisch leben · Weisheit der Stoa · Philosophie Masterclass 🎓  Ausbildung Philosophieren mit Kindern: www.philosophierenmitkindern.com  📩 Newsletter abonnieren — philosophische Impulse, direkt ins Postfach Ich freue mich auf eine Begegnung. Cornelia Mooslechner-Brüll Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    Das Antlitz des Anderen mit Emmanuel Levinas
  4. Jun 21

    Gefühle als Atmosphären mit Hermann Schmitz

    Kennst du das Gefühl, wenn die drückende Trauer in einem Raum fast physisch greifbar ist? Oder wenn dich eine plötzliche Panik wie aus dem Nichts packt? Jahrhundertelang hat uns die abendländische Philosophie (und auch die moderne Psychologie) beigebracht, dass Gefühle lediglich private Zustände sind, die unsichtbar in unserem Kopf oder unserer „Seele“ stattfinden. In dieser Episode von PhiloPod dekonstruieren wir diese Illusion. Wir widmen uns dem radikalen Denken von Hermann Schmitz und seiner „Neuen Phänomenologie“. Schmitz holt uns aus dem Gefängnis der inneren Psycho-Box und zeigt auf faszinierende Weise: Wir sind keine isolierten Gehirne. Wir sind leibliche Wesen, und unsere Gefühle sind reale, räumliche Mächte, die uns unmittelbar ergreifen. In dieser Folge erfährst du: Der Irrtum des Psychologismus: Warum die Vorstellung einer privaten, isolierten Innenwelt (oder Seele) eine philosophische Sackgasse ist.Körper vs. Leib: Was der Unterschied zwischen unserem anatomisch messbaren Körper und unserem spürbaren Leib ist.Der vitale Antrieb: Wie das leibliche Wechselspiel aus Enge (Spannung) und Weite (Schwellung) unseren Lebensmotor bildet – und was passiert, wenn dieser durch einen Schreck plötzlich abreißt.Gefühle als Atmosphären und „Halbdinge“: Warum Freude, Trauer oder Wut objektive Kräfte im flächenlosen Raum sind, die den gleichen Realitätsgehalt haben wie der Wind oder eine Melodie.Die Primitive Gegenwart: Was im Moment von extremem Schmerz passiert und warum dies unser absoluter „Nullpunkt“ des Selbstbewusstseins ist.Das Erbe der Neuen Phänomenologie: Warum Hermann Schmitz klassische Denker wie Husserl oder Kant hinter sich lässt und uns den Zugang zu unserer echten, unwillkürlichen Lebenserfahrung zurückgibt.Tauche mit uns ein in eine Philosophie, die du im wahrsten Sinne des Wortes am eigenen Leib spüren kannst! Literatur zur Folge: Die Inhalte dieser Episode basieren auf Hermann Schmitz' Werk: Kurze Einführung in die Neue Phänomenologie (Verlag Karl Alber). Mehr von PhiloPod und zur philosophischen Lebenskunst: Wenn du philosophische Konzepte nicht nur theoretisch durchdenken, sondern praktisch in deinen Alltag integrieren möchtest, besuche unsere Webseite. Dort findest du alle weiteren Episoden, tiefgehende Artikel und Angebote zur philosophischen Praxis: 👉 www.philoskop.org Dir gefällt der Podcast? Dann abonniere uns, hinterlasse eine ehrliche Bewertung und teile diese Folge mit Menschen, die Philosophie nicht nur im Kopf, sondern im echten Leben erfahren wollen! Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    Gefühle als Atmosphären mit Hermann Schmitz
  5. Jun 5

    Zurück in den Körper: Wie wir die Welt wirklich begreifen mit Merleau-Ponty

    Über diese Folge: Ordnet allein unser Verstand die Welt, während der Körper nur passive Signale empfängt? In dieser Episode von Philo Pod räumen wir mit diesem klassischen Irrtum auf. Anhand von Maurice Merleau-Pontys "Primat der Wahrnehmung" holen wir die Philosophie aus der abstrakten Theorie zurück auf den Boden der Tatsachen – direkt in unseren lebendigen Leib.  Themen dieser Episode: Wahrnehmung vor Verstand: Warum wir die Welt nicht wie ein logisches Puzzle errechnen, sondern durch körperliches Handeln buchstäblich "begreifen". Die "praktische Synthese": Am Beispiel einer Lampe zeigen wir, wie unser Körper selbst verborgene Seiten von Dingen unmittelbar erfasst. Die Begegnung mit dem Anderen: Warum wir andere Menschen nicht erst durch Logik verstehen, sondern ihren Leib direkt als Träger von Handlungen wahrnehmen. Wissenschaft vs. Erfahrung: Wie Merleau-Ponty die abstrakten Modelle der Wissenschaft wieder "auf die Erde" herabbringt und in unserer leiblichen Erfahrung verankert. Mehr von Philo Pod: Weitere Episoden, Artikel und Angebote zur philosophischen Praxis findest du auf www.philoskop.org. Dir gefällt der Podcast? Abonniere uns, lass eine Bewertung da und teile die Folge mit allen, die Philosophie wirklich im Alltag erleben wollen! Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    Zurück in den Körper: Wie wir die Welt wirklich begreifen mit Merleau-Ponty
  6. Jun 1

    Der Blick des Anderen mit Jean-Paul Sartre

    Sartre und der Blick des Anderen: Wenn wir zu Objekten erstarren Kennst du das Gefühl, dich völlig unbeobachtet zu fühlen – und plötzlich bemerkst du, dass dich jemand ansieht? In dieser Folge von Philo Pod tauchen wir tief in den französischen Existenzialismus ein und widmen uns Jean-Paul Sartres monumentalem Hauptwerk "Das Sein und das Nichts". Wir analysieren Sartres berühmte Philosophie des Blicks und klären, warum die Anwesenheit eines anderen Menschen laut Sartre unseren absoluten "Sündenfall" bedeutet. Wir entschlüsseln eine seiner bekanntesten Passagen – die Schlüsselloch-Szene – und übersetzen sein komplexes philosophisches Vokabular in greifbare Lebensrealität. In dieser Episode diskutieren wir: Der philosophische Hintergrund: Wie Edmund Husserls Phänomenologie und Martin Heideggers Konzepte (wie Faktizität und Zu-Sein-Haben) Sartres radikale Philosophie der Freiheit prägten.Das Schlüsselloch-Experiment: Was in unserem Bewusstsein passiert, wenn wir völlig unreflektiert in einer Handlung aufgehen (das flüchtige "Für-sich" und unser "eigenes Nichts").Der Einbruch des Anderen: Wie wir durch das bloße Geräusch von Schritten plötzlich Scham empfinden, aus unserer Welt herausfallen und zu einem greifbaren Objekt ("An-sich") erstarren.Die Welt als Werkzeugkasten: Wir erklären Sartres Konzepte von "Utensilien", "Utensilienkomplexen" und den "Potentialitäten", die uns die Dinge um uns herum anbieten.Die Entfremdung der Freiheit: Was Sartre mit "transzendierter Transzendenz" meint und warum der Andere der "versteckte Tod" unserer eigenen Möglichkeiten ist, der unsere Freiheit zu einer bloßen Wahrscheinlichkeit macht.Eine intensive, schonungslose, aber am Ende zutiefst befreiende Folge über die Macht der Blicke, die Entstehung der Scham und unsere absolute Freiheit. Mehr von Philo Pod und zur philosophischen Lebenskunst: Besuche unsere Webseite für weitere Episoden, Artikel und unsere E-Learning-Kurse: www.philoskop.org Dir gefällt der Podcast? Dann abonniere uns, hinterlasse eine Bewertung und teile die Folge mit Menschen, die vor kontroversen Debatten nicht zurückschrecken! Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    Der Blick des Anderen mit Jean-Paul Sartre
  7. Apr 15

    Raus aus dem Kopf, rein in die Welt – Heideggers „Sein und Zeit“ (Teil 1)

    Über diese Folge: Sitzen wir als isoliertes Bewusstsein in unserem Kopf und betrachten die Welt da draußen wie durch ein Fenster? Wenn es nach Martin Heidegger geht, ist diese Vorstellung der größte Irrtum der abendländischen Philosophie! In dieser Folge von PhiloPod wagen wir uns an eines der einflussreichsten (und sprachlich berüchtigtsten) Werke des 20. Jahrhunderts: „Sein und Zeit“. Wir entzaubern Heideggers sperriges Vokabular, übersetzen es in den Alltag und klären, warum wir die Welt nicht in erster Linie theoretisch „erkennen“, sondern praktisch in ihr „wohnen“. Macht es euch gemütlich (oder noch besser: macht euch einen Kaffee, das passt perfekt zur Folge!) und lasst uns gemeinsam das philosophische Labyrinth von Heidegger erkunden. In dieser Folge erfährst du: Husserl vs. Heidegger: Wie Heidegger die Phänomenologie seines Lehrers radikal umkrempelt und den Fokus vom „Bewusstsein“ auf die nackte Existenz lenkt.Das Dasein: Warum Heidegger den Begriff „Mensch“ oder „Subjekt“ ablehnt und was die sogenannte „Jemeinigkeit“ bedeutet.In-der-Welt-sein: Warum wir nicht in der Welt sind wie das Wasser in einem Glas, sondern wie wir in unserem Element sind. Und: Warum ein Stuhl streng genommen niemals eine Wand berühren kann.Das Besorgen: Warum unser Normalzustand nicht das kühle, wissenschaftliche Beobachten ist, sondern der völlig vertraute, praktische Umgang mit unserer Umwelt.Der philosophische Paukenschlag: Wie die klassische Erkenntnistheorie entsteht und warum wir Dinge erst dann theoretisch anstarren, wenn unser Werkzeug (oder die Kaffeemaschine) kaputtgeht.Wichtige Begriffe aus der Folge (Mini-Glossar): Dasein: Heideggers Bezeichnung für uns Menschen – das einzige Wesen, das sich Gedanken über seine eigene Existenz macht.In-der-Welt-sein: Die absolute, unauflösbare Einheit von uns und der Welt. Es gibt kein isoliertes „Ich“ ohne Weltbezug.Besorgen: Unser alltäglicher, praktischer Umgang mit den Dingen (z.B. Kaffee kochen, hämmern, Dinge verwenden), bei dem wir völlig in unsere Umwelt vertieft sind.Weltlichkeit: Die Welt ist kein physischer Container voller Objekte, sondern ein Bedeutungsnetz, das durch unser Dasein aufgespannt wird (die Umwelt).📚 Erwähnte Werke & Denker: Martin Heidegger: Sein und Zeit (1927)Edmund Husserl (Begründer der Phänomenologie)Lust auf mehr Philosophie im Alltag? Wenn euch diese Folge geholfen hat, Heidegger ein bisschen besser zu verstehen, lasst gerne eine Bewertung für den PhiloPod da und teilt die Folge mit jemandem, der auch mal den Kopf durchlüftet haben möchte. 🔗 Mehr philosophische Denkanstöße findet ihr auf www.philoskop.org Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    Raus aus dem Kopf, rein in die Welt – Heideggers „Sein und Zeit“ (Teil 1)
  8. Apr 9

    Was schulden wir der Welt? Menschenrechte mit Hannah Arendt und Simone Weil

    Was schulden wir der Welt? Arendt, Weil und die Rettung der Menschenrechte Über diese Folge: In einer Zeit von globalen Krisen, Flucht und dem Erstarken autoritärer Tendenzen stellen wir uns im Philo Pod einer gewaltigen Leitfrage: Was schulden wir der Welt? Um tragfähige Antworten zu finden, blicken wir auf zwei der brillantesten und kompromisslosesten Philosophinnen des 20. Jahrhunderts: Hannah Arendt und Simone Weil. Beide erlebten den Zusammenbruch der traditionellen Menschenrechte durch den Totalitarismus der 1930er und 40er Jahre. Und obwohl sie sich nie begegnet sind, führen sie in ihren Werken eine faszinierende, „beispiellose Unterhaltung“. Während Arendt die Rettung des Menschen im politischen Raum und der Zugehörigkeit sucht, fordert Weil eine radikale ethische Umkehr und spirituelle Aufmerksamkeit. Wir diskutieren, warum eine wahre Rehumanisierung unserer Gesellschaft zwingend beide Wege erfordert. Themen dieser Episode: Die Krise der Menschenrechte: Warum die abstrakte Idee der „angeborenen“ Rechte in der Realität der Staatenlosigkeit und Vertreibung versagt.Hannah Arendts Weg nach außen: Warum das grundlegendste aller Rechte das „Recht, Rechte zu haben“ ist – also die aktive Mitgliedschaft in einer von Menschen geschaffenen politischen Gemeinschaft.Simone Weils Weg nach innen: Warum unsere Verpflichtungen gegenüber anderen unseren eigenen Rechten absolut vorausgehen und wie die Krankheit der „Entwurzelung“ unsere moderne Gesellschaft bedroht.Homers Ilias und die Gewalt: Was uns die Antike über das verdinglichende Wesen der Gewalt lehrt und warum wahrer Kosmopolitismus bedeutet, die Wahrheit unparteiisch zu betrachten und das Leid des Feindes anzuerkennen.Rettung im Alltag: Wie wir unsere Menschlichkeit bewahren – durch Weils radikale spirituelle „Aufmerksamkeit“ für den Leidenden und Arendts politische Übung, im Geiste bei anderen „auf Besuch zu gehen“.Links & Ressourcen: Diese Folge basiert auf dem Vortrag: „Was schulden wir der Welt? Menschenrechte und Kosmopolitismus bei Arendt und Weil neu gedacht“ von Dr.in Cornelia Mooslechner-Brüll.Mehr zur philosophischen Lebenskunst, E-Learning-Kurse und weitere Episoden findet ihr auf unserer Webseite: www.philoskop.orgDir gefällt der Philo Pod? Dann abonniere unseren Podcast, hinterlasse eine positive Bewertung und teile diese Folge mit Menschen, die sich für tiefgründige Philosophie, Politik und gesellschaftliche Verantwortung interessieren! Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    Was schulden wir der Welt? Menschenrechte mit Hannah Arendt und Simone Weil

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