KALIFORNISCHE TERRASSEN 🌞🌴

Systemischer Club

Systemik trifft auf Praxis, Haltung und echte Begegnungen. Im Podcast des Systemischen Zentrums der wispo sprechen wir mit Menschen, die systemisches Denken und Handeln leben: Lehrende, Praktiker*innen und spannende Gäste aus Beratung, Coaching, Therapie, Organisationsentwicklung und Führung. Jede Woche erwarten dich neue Gespräche über systemische Haltung, Methoden, aktuelle Themen und persönliche Erfahrungen aus der Praxis. Was bedeutet Systemik im Alltag? Wie entstehen neue Perspektiven? Und welche Fragen bewegen Menschen, die andere professionell begleiten? Ein Podcast für alle, die systemische Ansätze kennenlernen, vertiefen oder neu entdecken möchten. Jeden Freitag eine neue Folge.

  1. 4d ago

    #200 Mentale Stabilität beginnt im Körper

    Zur Ausbildung Systemisches Coaching (SystCert) Jetzt kostenfreie Online-Events entdecken Personen: Timo Bartel – „Connecting Self“, Coach für Unternehmer:innen und Führungskräfte, Physiotherapeut; Schwerpunkte Stress, Gesundheit und Führung Instagram: timo_bartelWebsite: timo-bartel.de Kevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH Instagram: hausdesbaronsLinkedIn: Kevin Baron Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen“. Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Timo Bartel und Kevin Baron darüber, was der Körper zur mentalen Stabilität beiträgt – und warum ein ganzheitlicher, systemischer Blick ohne ihn nicht auskommt. Timo Bartel beschreibt mentale Stabilität nicht als Panzer, sondern als Zugriff auf die eigenen Werte, Stärken und Kompetenzen. Werte sind Leitplanken, die durch Herausforderungen tragen – solange man sie regelmäßig auf den Prüfstand stellt. Anhand der Lebensgeschichte von J. M. Barrie zeigt er, wie Bedeutung Biochemie erzeugt: Was wir denken, verändert den Körper, und der Körper verändert, was wir denken können. In der Arbeit mit Klientinnen und Klienten werden deshalb Bewegungsaufgaben wie Kniebeugen oder Boxen zur Diagnostik: Wie jemand an ein Gewicht herangeht, erzählt oft mehr als jedes Gespräch. Deutlich wird, wie Regulation im Alltag gelingen kann: Raum halten, eine Metaposition einnehmen, wieder in einen neutraleren Zustand kommen – und dann mit Abstand auf die Emotion schauen. Es geht nicht um Erschlaffung und nicht um Überspannung, sondern um das optimale Verhältnis, aus dem Flow entsteht. Verdrängung hat ihren Sinn, meldet sich aber über den Körper zurück: als Gereiztheit, Schlafstörung, Energiemangel oder Symptom. Loslassen ist für Timo Bartel dabei schon wieder ein Tun am Problem; hilfreicher ist, die Aufmerksamkeit erst einmal zu sich selbst zurückzuholen. Dass all das messbar ist – über Herzratenvariabilität oder Cortisol – hilft besonders Menschen, die Zahlen und Fakten brauchen. Am Ende geht es um die Frage, was Menschen nach einer Begleitung anders machen: Werte abgleichen, Inseln schaffen, Unterstützer ins Boot holen, den eigenen Körper ernst nehmen – und der Rat, mutig und verantwortungsvoll einfach mal loszulegen. Dabei wird deutlich: Wer mentale Stabilität aufbauen will, kommt am Körper nicht vorbei – er ist Frühwarnsystem, Diagnostik und Zugang zugleich. mentale Stabilität, Körper und Psyche, Werte, Regulation, Nervensystem, Flow, Stress, Resilienz, Verdrängung, Metaposition, Herzratenvariabilität, Coaching für Unternehmer, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen?Schreib uns gerne an: support@systemischer-club.de

  2. Sep 25

    #199 Supervision, wenn niemand freiwillig kommt

    Zur Ausbildung Systemische Supervision (SystCert) Jetzt kostenfreie Online-Events entdecken Personen: Sabine Zschüttig – Systemische Therapeutin, Coachin und Supervisorin, Dozentin am Systemischen Zentrum der wispo AG; langjährige Erfahrung in forensischer Beratung und Supervision LinkedIn: Sabine Zschüttig Kevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH Instagram: hausdesbaronsLinkedIn: Kevin Baron Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen“. Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Sabine Zschüttig und Kevin Baron über Supervision in Zwangskontexten: Was passiert, wenn ein Team zur Supervision geschickt wird? Und wie gehen Supervisorinnen und Supervisoren mit dem eigenen Druck um, wenn die Kooperation ausbleibt? Den Einstieg macht ein Fall aus der Teamsupervision: Eine Führungskraft hat gegen die Verabredung des Teams entschieden, ein Teil des Teams holt eine externe Supervisorin, der andere sitzt skeptisch daneben. Sabine Zschüttig beschreibt, wie sie Erwartungen und No-Gos sammelt, den zeitlichen Rahmen realistisch hält und Druck aus der Gruppe nimmt. Ein Team muss keine Familie sein – es braucht eine tragfähige Arbeitsbeziehung. Ein zweiter roter Faden ist der Umgang mit denen, die schweigen. Anwesenheit ist bereits ein Beitrag, Schweigen darf legitim sein, und wer mit dem Fuß wippt, kann eingeladen werden, den Fuß sprechen zu lassen. Gleichzeitig hält Sabine Zschüttig an Struktur fest: Vorgespräche, Visualisierung, Zeitmarken und die Frage, wer für wen spricht, geben Orientierung und Sicherheit. Bricht ein Konflikt zwischen Leitung und Mitarbeitenden aus, gibt sie die Frage zurück ans Team. Zum Schluss geht es um die Supervisorin selbst – um Scham im Raum, um Themen wie Verlust und Suizid eines Klienten, die ein Team nicht besprechen wollte, und um die Entscheidung, welchen Auftrag man annimmt und welchen man qualifiziert weiterverweist. Dabei wird deutlich: Supervision wirkt weniger über die richtige Methode als über echte Wertschätzung für die Arbeit derer, die da sitzen – auch wenn sie nicht freiwillig gekommen sind. Literaturhinweise: ​Conen, Marie-Luise (Hrsg.): Wo keine Hoffnung ist, muss man sie erfinden. Aufsuchende Familientherapie. Mit Vorworten von Jorge Colapinto und Jochen Schweitzer-Rothers. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme Verlag, 2. Aufl. 2004 ​ Conen, M.-L., Cecchin, G. (2020). Wie kann ich Ihnen helfen, mich wieder loszuwerden? Heidelberg: Carl-Auer. ​ Conen , M.-L. (2007). Eigenverantwortung, Freiwilligkeit und Zwang, S.370 375. In: Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe (ZJJ) . Heft 4 ​Conen, M.-L. (2005). Zwangskontexte konstruktiv nutzen, Psychotherapie im Dialog, 6(2). Stuttgart: Georg Thieme Verlag. Conen, M.-L.: Zurück in die Hoffnung. Systemische Arbeit mit​ „Multiproblemfamilien", 2015​⁠Dinger, Wolfgang: Ein Doppelleben. In: Supervision, 43. Jahrgang, Nr. 3, 2025, Seite 7–10; DOI: 10.30820/1431-7168-2025-3-7; Psychosozial-Verlag • Huber, A. (2003). Möglichkeiten des konstruktiven Umgangs mit Widerstand in erwachsenendidaktischen Veranstaltungen, Zeitschrift: Gruppendynamik und Organisationsberatung, Verlag für Sozialwissenschaften , Wiesbaden. ​Kähler, H. (2005). Soziale Arbeit in Zwangskontexten. Wie unerwünschte Hilfeerfolgreich sein kann. München: Ernst Reinhardt. ​ Klug, W., Zobrist, P. (2021). Motivierte Klienten trotz Zwangskontext. München: Ernst Reinhardt.​⁠Liechti, J. (2010). Dann komm ich halt, sag aber nichts. Heidelberg: Carl-Auer.​⁠ Zobrist , P.: Methodische Ansätze zur wirkungsvollen Betreuungsarbeit im Zwangskontext, VBK --/VSAV Fachtagung vom 4./5. September 2008. Wirksame Handlungskonzepte im Kindes und Erwachsenenschutz, http://www.vbkcat.ch/assets/pdf/de/aktuell/Unterlagen_Zobrist_gesamt.pdf23.7.2009. Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen?Schreib uns gerne an: support@systemischer-club.de

  3. Sep 18

    #198 Es gibt keine unmotivierten Klienten

    Zur Ausbildung Systemische Therapie und Beratung (SystCert) Jetzt kostenfreie Online-Events entdecken Personen: Sabine Zschüttig – Systemische Therapeutin, Coachin und Supervisorin, Dozentin am Systemischen Zentrum der wispo AG; langjährige Erfahrung in forensischer Beratung und Supervision LinkedIn: Sabine Zschüttig Kevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH Instagram: hausdesbaronsLinkedIn: Kevin Baron Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen“. Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Sabine Zschüttig und Kevin Baron über Beratung in Zwangskontexten – über Menschen, die vom Jugendamt, vom Gericht oder vom Chef geschickt werden und zu Beginn sagen: Ich brauche keine Hilfe, ich bin nur hier, weil ich muss. Sabine Zschüttig räumt zuerst mit einer Zuschreibung auf: Unmotivierte Klientinnen und Klienten gibt es nicht. Wer geschickt wird, hat eine Motivation – vielleicht die, die Zeit abzusitzen oder die Beraterin wieder loszuwerden. Genau daran lässt sich anknüpfen, etwa mit der Frage, wie sie helfen kann, sie wieder loszuwerden. Voraussetzung ist Transparenz: Wer beauftragt hier wen, was wird berichtet und was bleibt im Raum, welche Bedingungen gelten und welche Wahl hat das Gegenüber? Ein heimlicher Auftrag, den der Auftraggeber im Hintergrund mitgibt, stört jede Beziehung – also wird er offengelegt oder gar nicht erst angenommen. Am Beispiel eines Führungskräfte-Coachings zeigt sich, wie das konkret klingt: nach den Fantasien fragen, die jemand über den Auftrag des Chefs hat, offen die Vermeidungsstrategien benennen, an denen sich Unbehagen zeigen würde, und die Entscheidung, was berichtet wird, beim Coachee lassen. Dazu kommt die Frage nach früheren Beratungserfahrungen, nach No-Gos und danach, was jemand überhaupt mit dem Wort Veränderung verbindet – denn Scham und Angst spielen in diesen Kontexten eine große Rolle. Zum Schluss geht es um die Beraterinnen und Berater selbst, die trotz allem nicht an ihre Klienten herankommen, um implizite Aufträge an sich selbst, um Tempo und Selbstwert – und um einen Satz aus der Mailänder Schule: Wenn es keine Hoffnung gibt, muss man sie erfinden. Dabei wird deutlich: Unfreiwilligkeit ist kein Motivationsproblem, sondern eine Auftrags- und Beziehungsfrage – und Transparenz ist der erste Schritt zu einer Arbeitsbeziehung. Zwangskontext, unfreiwillige Klienten, Auftragsklärung, Triangulation, heimlicher Auftrag, Transparenz, Beziehungsaufbau, Jugendhilfe, Führungskräftecoaching, Scham, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen?Schreib uns gerne an: support@systemischer-club.de

  4. Sep 11

    #197 Werkzeugkoffer Supervision: Wenn Konflikte auftauchen

    Zur Ausbildung Systemische Supervision (SystCert) Jetzt kostenfreie Online-Events entdecken Personen: Dr. Daniela Rieß – Lehrende am Systemischen Zentrum der wispo AG, Systemische Supervisorin und verantwortlich für das Curriculum der Ausbildung Systemische Supervision Instagram: danielariess.systemischepraxisLinkedIn: Dr. Daniela RießKevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH Instagram: hausdesbaronsLinkedIn: Kevin BaronBeschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Dr. Daniela Rieß und Kevin Baron darüber, was zu tun ist, wenn eine Supervision angefragt wird – und vor Ort etwas ganz anderes im Raum steht. Das Telefon klingelt, eine Teamleitung schildert Dringlichkeit, es brennt. Wer dann ankommt, merkt manchmal: Hier geht es nicht um Reflexion des beruflichen Handelns, sondern um einen Konflikt, der seit Langem gewachsen ist. Daniela Rieß beschreibt, welche Frage sie sich schon am Telefon stellt – nämlich, ob sie überhaupt die Kapazität für die Auftragsklärung hat, die dahintersteckt, und wie viel Prozessklarheit ein solches Setting fordert. Ein zentrales Hilfsmittel ist dabei eine Unterscheidung von Zuständen, in denen sich ein Team befinden kann. Zwischen einem Zustand, in dem alles besser läuft als gedacht, und einer Situation, in der Arbeitsbeziehungen aufgelöst werden müssen, liegen mehrere Stufen – und jede von ihnen legt ein anderes Format nahe. Bei einer Aufgabe oder einem Problem kann Supervision viel bewirken, weil die Beteiligten trotz Verunsicherung arbeitsfähig bleiben. Sobald Positionen umkämpft sind und Emotionen in den Vordergrund treten, verschiebt sich die Frage von „Wie reflektieren wir das?" zu „Wie stellen wir überhaupt Arbeitsfähigkeit wieder her?". Am Systembrett wird sichtbar, warum das so folgenreich ist. Sobald zwei Personen in einen Konflikt geraten, schauen zwei Nasen nicht mehr auf die gemeinsame Aufgabe – und meist bleibt es nicht bei zweien. Ein Team ist Team, weil es eine Aufgabe gibt; gerät sie aus dem Blick, leidet die Qualität der Arbeit. Daniela Rieß erklärt, warum sie Konflikte deshalb nicht im Gesamtteam bearbeitet, sondern in ein gesondertes, stärker strukturiertes Setting bringt – und wie ein Zusammenkommen danach gelingen kann. Deutlich wird auch, wo die eigene Rolle endet. Wo eine Atmosphäre vergiftet ist und nicht einmal mehr der kleinste gemeinsame Nenner trägt, braucht es Entscheidungen der Führung, nicht mehr externe Begleitung. Genau darum geht es beim Formatwechsel: zu wissen, was man anbieten kann – und was nicht. Dabei wird deutlich: Die eigenen Grenzen zu kennen ist keine Einschränkung der Professionalität, sondern ein Teil von ihr. Systemische Supervision, Konflikteskalation, Mediation, Konfliktmoderation, Auftragsklärung, Formatwechsel, Arbeitsfähigkeit, Teamkonflikt, Systembrett, Führung und Verantwortung, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: support@systemischer-club.de

  5. Sep 4

    #196 Dreieckskontrakte in der Supervision

    Zur Ausbildung Systemische Supervision (SystCert)Jetzt kostenfreie Online-Events entdecken Personen: Dr. Daniela Rieß – Lehrende am Systemischen Zentrum der wispo AG, Systemische Supervisorin und verantwortlich für das Curriculum der Ausbildung Systemische Supervision Instagram: danielariess.systemischepraxisLinkedIn: Dr. Daniela RießKevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH Instagram: hausdesbaronsLinkedIn: Kevin BaronBeschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Dr. Daniela Rieß und Kevin Baron über Dreieckskontrakte in der Supervision und darüber, wie sich Auftragsklärung gestalten lässt, wenn mehrere Beteiligte Unterschiedliches wollen. Der Ausgangspunkt ist eine Situation, die viele aus dem Beratungsalltag kennen: Eine Führungskraft fragt Supervision an, kurz darauf meldet sich ein Teammitglied mit dem Wunsch, lieber ohne Leitung zu arbeiten. Damit liegen zwei Aufträge auf dem Tisch – und im Hintergrund oft noch die Organisation als dritter oder vierter Auftraggeber. Daniela Rieß beschreibt Supervision als Einladung, gemeinsam die Flughöhe zu wechseln und das eigene berufliche Tun von oben zu betrachten, statt lineare Ursachen zu suchen. Wechselwirkungen rücken damit vor Erklärungen. Deutlich wird, wie viel Arbeit vor der eigentlichen Arbeit liegt. Wer eigentlich zum Team gehört, wer welche Aufgabe hat, wo die Sitzungen stattfinden und wer wann dabei sein sollte – all das ist keine Vorabklärung von Rahmendaten, sondern bereits Intervention. Schon der Raum kann ein Muster unterbrechen. Und die Frage nach guten Gründen – für die Anwesenheit der Leitung ebenso wie für einen geschützten Teamraum – verwandelt scheinbare Gegensätze in verhandelbare Positionen. Ein zweiter roter Faden ist die Allparteilichkeit. Wo Emotionen im Spiel sind, gibt es Einladungen, sich auf eine Seite zu stellen – manchmal so beiläufig wie ein Stuhl, der ein Stück näher steht. Daniela Rieß erzählt, wie sie Positionen sichtbar macht, ohne dass jemand Gesichtsverlust erleidet, wie sie Leitungsthemen als solche benennt und zurückgibt, und woran sie merkt, dass ein Auftrag rund ist – oder dass es noch eine Schleife braucht. Zum Schluss geht es um das, was Erfahrung wirklich verändert: die Unterscheidung zwischen Verantwortung für den Prozess und Verantwortung für die Lösung. Dabei wird deutlich: Auftragsklärung ist keine Vorstufe der Supervision – sie ist bereits der Raum, in dem sich entscheidet, ob alle Beteiligten handlungsfähig bleiben. Systemische Supervision, Dreieckskontrakt, Auftragsklärung, Kontrakt, Allparteilichkeit, Haltung des Nichtwissens, Teamsupervision, Fallsupervision, Führung und Team, Prozessverantwortung, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen?Schreib uns gerne an: support@systemischer-club.de

  6. Aug 28

    #195 Zirkuläres Trauern: Warum Verlust kein linearer Prozess ist

    Die nächste Ausbildung zum/zur zertifizierten Trauerbegleiter/in startet am 14.11.2026. Weitere Informationen & Anmeldung Kostenfreie Online-Events: ⁠https://kalifornische-terrassen.de/events⁠ Personen: Birgit Steinke + ⁠https://www.linkedin.com/in/birgit-steinke-a8a0832a8/⁠ + Trauerbegleiterin, systemische Beraterin und Seelsorgerin Achim Blackstein + ⁠https://www.linkedin.com/in/achim-blackstein-10789312/⁠ + Gesprächspartner in dieser Folge Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Birgit Steinke und Achim Blackstein über Trauer, Bindung und die Frage, wie Begleitung in Verlustsituationen gelingen kann. Ausgangspunkt ist der Gedanke, dass Bindung ein Grundbedürfnis ist, das wir uns nicht aussuchen – und dass der Tod eines nahestehenden Menschen uns zwingt, diese Bindung zu lösen, ohne dass wir uns dafür entscheiden. Genau darin liegt für viele Trauernde die eigentliche Herausforderung. Birgit Steinke beschreibt ihre Haltung als Beraterin mit dem Bild des weißen Blatts Papier: ohne vorgefertigtes Wissen über die Lebensgeschichte des Gegenübers, dafür mit voller fachlicher Präsenz. Sie erzählt, wie wichtig Selbstregulation über den Atem ist, um dem Nervensystem der Klientinnen und Klienten einen stabilen Bezugspunkt zu geben, und warum sie sich bewusst dagegen entscheidet, eigene Methoden pauschal auf andere zu übertragen. Ein zentrales Thema ist das Modell der wiederherstellungsorientierten Bewegung – das Pendeln zwischen Trauerschmerz und den ganz praktischen, manchmal überraschend banalen Momenten des Alltags, wie dem Aufräumen der Küche kurz nach einem Todesfall. Beide sprechen darüber, dass Bindung an Verstorbene nicht gelöst, sondern weitergeführt werden darf – etwa durch gemeinsames Erinnern in der Trauergruppe oder kleine Rituale im Alltag. Dabei wird deutlich: Trauer folgt keinem festen Plan – aber sie darf in Verbindung bleiben, statt losgelassen werden zu müssen. Trauerbegleitung, Bindungstheorie, systemische Beratung, Verlust, Trauerprozess, weiterbestehende Bindung, Trauergruppe, Selbstregulation, Seelsorge, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: ⁠support@systemischer-club.de⁠

  7. Aug 22

    #194 Trauer, Zugehörigkeit und systemische Haltung

    Kostenfreie Online-Events: https://kalifornische-terrassen.de/events Personen: Liviana Bath Curanda – Lehrende am Systemischen Zentrum, Ausbildung systemischer Beraterinnen, Therapeutinnen und Supervisor:innenInstagram: https://www.instagram.com/curanda_institut/LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/liviana-bath-curanda-a4771183/ Daniela Rieß – Lehrende am Systemischen Zentrum, Ausbildung systemischer Beraterinnen, Therapeutinnen und Supervisor:innenInstagram: https://www.instagram.com/danielariess.systemischepraxis/LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-daniela-riess/ Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Liviana Bath Curanda und Daniela Rieß über den Anschlag auf die queere Community in Berlin – und darüber, was ein solches Ereignis für systemisches Arbeiten bedeutet. Ausgangspunkt ist eine Frage, die beide sehr beschäftigt hat: Was bedeutet es für Menschen, die betroffen sind, auch wenn sie nicht vor Ort waren? Und was bedeutet es für Beraterinnen, Therapeutinnen und Supervisor:innen, wenn Trauer, Schmerz und Betroffenheit in den Raum kommen – manchmal mitten in einer Sitzung, für die längst ein anderer Plan gemacht war? Im Gespräch entsteht die Idee, dass es weniger um den systemischen Werkzeugkoffer geht als um die Bereitschaft, gemeinsam zu halten, was allein kaum auszuhalten ist. Von dort aus richtet sich der Blick nach innen. Welche Brille trage ich aufgrund meiner eigenen sozialen Gewachsenheit? Welche Wirklichkeiten, welche Ängste, welche Schutzbedürfnisse blende ich ein – und welche vielleicht aus? Beide beziehen sich auf feministische und intersektionale Perspektiven in der systemischen Arbeit und auf das Konzept der Social Selfies als Möglichkeit zur eigenen Selbstreflexion. Dabei wird auch Neutralität sehr grundsätzlich hinterfragt: Wo schützt professionelle Distanz, und wo hält sie Türen verschlossen, die eigentlich offen sein müssten? Der Gedanke, dass Neutralität einen Wertekompass braucht, zieht sich als Spannungslinie durch das gesamte Gespräch. Ein zweiter Strang führt zur Zugehörigkeit. Wo darf ich sein, wo gehöre ich dazu, was passiert, wenn ich zwischen mehreren Zugehörigkeiten stehe? Beide beschreiben, wie wiederkehrende Ausgrenzungserfahrungen Traumaqualität annehmen können und wie eng Zugehörigkeit mit mentaler Gesundheit verbunden ist. Deutlich wird auch, dass Lösungsorientierung – so wirksam sie in vielen Kontexten ist – bei Trauer, Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen an eine Grenze stößt. Manchmal braucht es das Gegenteil: verlangsamen, innehalten, bleiben. Und es braucht Fachpersonen, die sich selbst berührt zeigen dürfen, ohne die eigene Würde und Abgrenzung aufzugeben. Dabei wird deutlich: Wir können darauf vorbereitet sein, unvorbereitet zu sein – und genau darin liegt die Möglichkeit, Räume zu öffnen, in denen Schmerz, Trauer und Zugehörigkeit da sein dürfen, statt weggearbeitet zu werden. Keywords Trauer, Zugehörigkeit, queere Community, systemische Haltung, Neutralität, Beziehungsarbeit, Supervision, Diskriminierungserfahrung, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: support@systemischer-club.de

  8. Aug 14

    #193 Die verborgenen Dynamiken in Gruppen

    Kostenfreie Online-Events: https://kalifornische-terrassen.de/events Personen: Olaf Geramanis / Professor für soziale und personenorientierte Beratung, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, Experte für systemische Gruppendynamik, Autor des „Mini-Handbuch Gruppendynamik" / https://www.fhnw.ch/de/personen/olaf-geramanis Kevin Baron Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Olaf Geramanis und Kevin Baron über Gruppendynamik – jenes stille, immer wirksame Geschehen, das entsteht, sobald Menschen aufeinandertreffen, und das sich, wie es im Gespräch heißt, nie ganz steuern, aber bewusst begleiten lässt. Olaf Geramanis öffnet dafür die systemische Perspektive: Probleme sitzen selten in einer einzelnen Person, sondern zeigen sich als Symptom eines größeren Beziehungsgeflechts. Wer eine Gruppe verstehen will, muss weg von der Zuschreibung an Einzelne und hin zum Blick auf das Zusammenspiel – auf Macht, Zugehörigkeit, Nähe und Distanz, die unter der Oberfläche ständig neu austariert werden. Besonders deutlich wird das am Beispiel moderner Organisationen, die einerseits Selbstorganisation einfordern und andererseits Kontrolle behalten wollen – ein Widerspruch, der Menschen in eine stille Zerreißprobe zwischen Freiheit und Erwartung stellt. Im weiteren Verlauf wird das Gespräch persönlicher: Es geht um Mut und Demut als zwei Seiten derselben Haltung, um die Frage, wie viel Kontrolle man tatsächlich loslassen kann, und um die Erkenntnis, dass Wertschätzung sich nicht organisieren lässt, sondern immer zwischen Menschen entsteht. Auch die eigene, langjährige Beziehung wird zur Blaupause für gruppendynamische Prinzipien: Nähe und Distanz, Stabilität und Veränderung stehen in einem Spannungsfeld, das sich nie endgültig auflösen lässt – und genau darin liegt seine Lebendigkeit. Ein Gespräch, das einlädt, die eigene Rolle in Gruppen – ob im Team, in der Partnerschaft oder im Freundeskreis – noch einmal neu zu betrachten. Dabei wird deutlich: Wer beginnt, die eigene Verstrickung in Gruppen bewusst wahrzunehmen, gewinnt nicht Kontrolle über sie – sondern die Freiheit, sich zu ihr zu verhalten. ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━ Keywords Gruppendynamik, Systemisches Denken, Vertrauen, Führung, Selbstorganisation, Nähe und Distanz, Perspektivwechsel, Beziehungsdynamik, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: support@systemischer-club.de

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