Akazienzendo Podcast

Akazienzendo

Herzlich Willkommen beim Akazienzendo Podcast! Hier veröffentlichen wir Dharma-Vorträge von unserem Lehrer Bernd Bender und unseren Gäst:innen, sowie angeleitete Meditationen. Akazienzendo ist eine Berliner Sangha mit einer internationalen Community. Wir sind ein gemeinnütziger Verein und mit dem San Francisco Zen Center assoziiert. Akazienzendo versteht sich als ein Ort der Stille. Wo wir die Menschlichkeit, die wir alle teilen und die uns im Innersten verbindet, erfahren können. 

  1. 6d ago

    Vasubandhu Teil 2: Das Speicherbewusstsein

    Bernd Bender, Kurs zu Vasubandhus 30 Versen, 2. Treffen am 08. Juni 2026 im Akazienzendo, Berlin Wir veröffentlichen hier das zweite von sechs Treffen des Workshops „Wahrnehmung als Tor der Befreiung – Ein Zen-Kurs zu Vasubandhus 30 Versen über den Geist.“ Anhand dieses kurzen, dichten Yogācāra-Texts erforschen wir unsere Wahrnehmung als Transformation in wechselseitiger Abhängigkeit. In der zweiten Folge spricht Bernd zu den Versen 2 bis 4 und gibt dabei eine Einführung in den Begriff „ālaya,“ oder auch „Speicherbewusstsein.“ Wir beginnen wieder mit einer angeleiteten Meditation, in der wir über den Weg direkter Erfahrung den Versen Vasubandhus nachforschen. Was wir Körper und Welt nennen, was wir Ich und andere nennen, erscheint innerhalb unseres Bewusstseins. Nichts ist einfach „da draußen,“ sondern es erscheint je als gehörtes, gesehenes oder gespürtes Erscheinen. Dieses vielfältige, sich ständig verändernde Erscheinen können wir in der Meditation als ein Fließen erfahren, ein ununterbrochener Strom, lebendiges Dasein.  Im anschließenden Vortrag wird genauer auf „ālaya“ eingegangen. Woher kommt dieses Gefühl von Kontinuität, wenn doch alles radikal unbeständig ist? Das Modell des Speicherbewusstseins bietet eine Erklärung. Alles, was wir jemals getan, gesagt, gedacht haben, hat dort Spuren hinterlassen; ebenso sind dort kollektive Spuren enthalten, also z.B. solche, die über Generationen hinweg innerhalb einer Familie weitergegeben wurden, oder Spuren, die mit einem Land, einer Kultur, und bestimmten vorherrschenden Wertevorstellungen zu tun haben. Diese Spuren sind wie Samen, die in unserem Speicherbewusstsein zu Reaktionsmustern und typischen Handlungsimpulsen reifen können, die womöglich unheilsam sein können. Wie können wir mit ālaya praktizieren? Noch ein Hinweis: Wir haben Kapitelmarker eingefügt, mit denen ihr bequem in der Aufnahme springen könnt. Support the show

    1h 9m
  2. Mar 29

    Nánquáns „Pfingstrose“ und Yogacara

    Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 22. März 2026, Zen-Tag im Akazienzendo, Berlin Bernd verbindet das Koan „Nánquáns Pfingstrose wie in einem Traum“ (z.B. Buch der Gelassenheit Fall 91, siehe unten) mit dem Praxisansatz der Yogacara-Schule („Einfach nur Geist“), wie sie u.a. von Vasubandhu im Indien des 4. Jahrhunderts entwickelt wurde. Diesem Ansatz zufolge spaltet das Bewusstsein Selbst und Welt auf. Das „Außen“ erscheint uns dann abgetrennt von uns selbst, während wir diesem Außen gegenüberstehen. In dem Koan taucht das Bild einer Gans auf, die gefangen in einer Flasche aufgewachsen ist. Die Außenwelt sieht sie nur durch milchiges Glas. Indem wir mit dem aufspaltenden Bewusstsein vertraut werden, können wir erleben, dass es sich bei der Abgetrenntheit von der Welt nicht um eine Wahrheit, sondern eine Konstruktion handelt. Zur Konstruktion aufzuwachen bedeutet, dass sie ihre Macht verliert. Anstatt einer Zweiteilung können wir dann sehen, dass Selbst und Welt nicht unabhängig voneinander existieren, sondern in einem Verhältnis, in dem sich beide gegenseitig unaufhörlich hervorbringen. Nánquáns „Pfingstrose“ Fall Der Beamte Lu Geng sagte zu Nánquán:„Der Lehrmeister Zhao war wahrhaft außergewöhnlich: Er vermochte zu sagen:‚Himmel und Erde haben dieselbe Wurzel, die zehntausend Dinge sind ein einziger Leib.‘“ Nánquán zeigte auf eine Pfingstrose im Garten und sagte:„Die Menschen von heute sehen diese Blume wie im Traum.“ Kommentar Lu Geng aus der Tang-Dynastie war Mitglied des obersten Gerichtshofes.Einst fragte er Nánquán: „Ich habe eine Gans in einer Flasche aufgezogen. Allmählich wurde sie zu groß, um wieder herauszukommen.Wie kann man sie nun herausbekommen, ohne die Flasche zu beschädigen oder die Gans zu verletzen?“ Nánquán rief: „Herr!“ Lu Geng antwortete: „Ja?“ Nánquán sagte: „Sie ist draußen.“ Bei diesen Worten erwachte Lu Geng. Support the show

    45 min

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Herzlich Willkommen beim Akazienzendo Podcast! Hier veröffentlichen wir Dharma-Vorträge von unserem Lehrer Bernd Bender und unseren Gäst:innen, sowie angeleitete Meditationen. Akazienzendo ist eine Berliner Sangha mit einer internationalen Community. Wir sind ein gemeinnütziger Verein und mit dem San Francisco Zen Center assoziiert. Akazienzendo versteht sich als ein Ort der Stille. Wo wir die Menschlichkeit, die wir alle teilen und die uns im Innersten verbindet, erfahren können. 

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