Therapie auf den Punkt

Henning Lütje

Instagram: therapieaufdenpunkt Mein Podcast zu Theorie und Praxis der Psychotherapie und verwandten Themen: Akzeptanz- und Commitment-Therapie, Philosophie der Psychiatrie, Philosophie des Geistes, Verhaltenstherapie, Persönlichkeitsstile Impressum: https://www.therapieaufdenpunkt.com/impressum

  1. 2d ago

    Trauma #2 - Die komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS)

    Die komplexe Poststraumatische Belastungsstörung (kPTBS) ist eine Traumafolgestörung, die neu ins ICD-11 aufgenommen wurde. Tatsächlich reicht die Diskussion um die kPTBS aber schon in die frühen 90er. Ich zeichne diese Entwicklung nach und beschreibe dann, was wir bei der zugegebenermaßen dünnen Evidenzlage empirisch über diese Diagnose wissen. Wie unterscheidet sich die kPTBS von der Borderline? Was kann ich tun, wenn ich heute eine kPTBS behandeln will, die Krankenkassen aber noch das ICD-10 nutzen? Welche spezifischen Behandlungsansätze gibt es? Und bringen diese wirklich einen Mehrwert im Vergleich zu den etablierten PTBS-Behandlungsmethoden? ________________________ Diagnostische Instrumente: International Trauma Interview (deutsch): pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11062267/ International Trauma Questionnaire (deutsch): psychologie.uzh.ch/dam/jcr:ad66be44-4cd9-44c3-9911-488253de04cc/ITQ-Fragebogen.pdf ________________________ Quellen: Übersicht DESNOS-Kritik: Brewin, C. R. (2020). BJPsych Advances 26(3), 145–152. https://doi.org/10.1192/bja.2019.48 Erste Latentprofilanalyse ICD-11: Cloitre, M. et al. (2013). Eur J Psychotraumatol 4, 20706. https://doi.org/10.3402/ejpt.v4i0.20706 7,8-%-Überlappung kPTBS/Borderline: Cloitre, M. et al. (2014). Eur J Psychotraumatol 5, 25097. https://doi.org/10.3402/ejpt.v5.25097 Antwort auf Achterhof-Kritik: Cloitre, M. et al. (2020). Eur J Psychotraumatol 11, 1739873. https://doi.org/10.1080/20008198.2020.1739873 Netzwerkmetaanalyse Behandlungskomponenten: Coventry, P. A. et al. (2020). PLoS Med 17(8), e1003262. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1003262 Kritik Stabilisierungs-Notwendigkeit: De Jongh, A. et al. (2016). Depress Anxiety 33(5), 359–369. https://doi.org/10.1002/da.22469 Deutsche S3-Leitlinie PTBS/kPTBS: DeGPT (2026). S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung, Version 7.0, 27.02.2026. AWMF 155-001. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/155-001 kPTBS nach Einzeltrauma selten: Elliott, R. et al. (2021). J Child Psychol Psychiatry 62(3), 270–276. doi.org/10.1111/jcpp.13240 Kommentar zu Achterhof-Kritik: Ford, J. D. (2020). Eur J Psychotraumatol 11, 1708145. https://doi.org/10.1080/20008198.2019.1708145 Ursprüngliche Komplex-PTBS-Konzeption: Herman, J. L. (1992). J Trauma Stress 5(3), 377–391. https://doi.org/10.1002/jts.2490050305 Latentklassenanalyse Symptomprofile: Jowett, S. et al. (2020). Personal Disord 11(1), 36–45. https://doi.org/10.1037/per0000346 Zentrale Behandlungsmetaanalyse: Karatzias, T. et al. (2019). Psychol Med 49(11), 1761–1775. https://doi.org/10.1017/S0033291719000436 Konzeptpapier ESTAIR-Modell: Karatzias, T. et al. (2023). Brain Sci 13(9), 1300. https://doi.org/10.3390/brainsci13091300 RESTORE-Pilotstudie ESTAIR: Karatzias, T. et al. (2024). Psychother Psychosom 93(3), 203–215. https://doi.org/10.1159/000538428 Prävalenz kPTBS Deutschland: Maercker, A. et al. (2018). J Nerv Ment Dis 206(4), 270–276. https://doi.org/10.1097/NMD.0000000000000790 Herkunft aus ICD-10-Vorläuferdiagnose: Maercker, A. & Eberle, D. J. (2022). Clin Psychol Eur. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9881111/ Frühe Kritik am Komplex-PTBS-Konstrukt: Resick, P. A. et al. (2012). J Trauma Stress 25(3), 241–251. https://scholars.duke.edu/publication/977700 RCT STAIR+Expo vs. Expo: van Vliet, N. I. et al. (2021). BJPsych Open 7(6), e208. https://doi.org/10.1192/bjo.2021.1057 ________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 2:18 Geschichte 6:32 Diagnosekriterien 10:18 Diagnostik 12:31 Prävalenz und Verlauf 13:59 Borderline vs. kPTBS 16:35 Behandlung 20:31 ESTAIR 24:19 kPTBS behandeln, wenn die Kasse ICD-10 benutzt 28:05 Offene Forschungsfragen 29:31 Fazit

  2. Aug 23

    Trauma #1 - Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Überblick und Basics

    Zwei Drittel aller Menschen erleben im Lauf ihres Lebens ein traumatisches Ereignis. Eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickeln abern nur 3 - 20% der Betroffenen. Warum trifft es die einen und die anderen nicht? In dieser Folge gehen wir die Basics der PTBS systematisch durch: Diagnosekriterien, Prävalenz und Risikofaktoren und Entstehungsmodelle von der Furchtkonditionierung über das fragmentierte Traumagedächtnis bis zur Rolle katastrophisierender Bewertungen. Im zweiten Teil gebe ich einen Überblick über die evidenzbasierten Behandlungsansätze: Prolonged Exposure, Cognitive Processing Therapy, Kognitive Therapie nach Ehlers und Clark, Narrative Expositionstherapie und EMDR. Podcast Feel hilft viel: open.spotify.com/show/0mkWZseHJFwOzEleNnLVv1 ____________________________ Augsburger & Maercker - Posttraumatische Belastungsstörungen: https://shop.kohlhammer.de/posttraumatische-belastungsstorungen-33002.html#147=9 Ratgeber für Betroffene und Angehörige: https://www.hogrefe.com/de/shop/ratgeber-trauma-und-posttraumatische-belastungsstoerung-89329.html ____________________________ Erhebungsinstrumente PTBS: Life Events Checklist for DSM-5 (LEC-5) Screeningfragebogen mit 17 Items zur Erfassung potenziell traumatischer Ereignisse (persönlich erlebt, miterlebt, davon erfahren oder beruflich exponiert), Bearbeitungszeit ca. 10 Minuten. Dient meist als Vorstufe zu PCL-5 oder CAPS-5, um das A-Kriterium zu klären, liefert aber selbst keine numerische Auswertung. https://kidtrauma.org/wp-content/uploads/ITQ-dt.-Version.pdf Clinician-Administered PTSD Scale for DSM-5 (CAPS-5) Strukturiertes klinisches Interview und Goldstandard der PTBS-Diagnostik, das sowohl die kategoriale DSM-5-Diagnose als auch den Schweregrad je Symptomcluster sowie den dissoziativen Subtyp erfasst. https://istss.org/wp-content/uploads/2025/06/CAPS-5-German-Version-2021.pdf PTSD Checklist for DSM-5 (PCL-5) Selbstbeurteilungsfragebogen mit 20 Items entsprechend den DSM-5-Symptomkriterien. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5704375/ International Trauma Questionnaire (ITQ) 18-Item-Selbstbeurteilungsinstrument nach ICD-11, das getrennt PTBS-Kernsymptome und Störungen der Selbstorganisation erfasst und damit auch die komplexe PTBS (kPTBS) diagnostizieren kann. https://kidtrauma.org/wp-content/uploads/ITQ-dt.-Version.pdf ____________________________ Sonstige Quellen (haben nicht in die Beschreibung der Episode gepasst) https://docs.google.com/document/d/1K0ZFw_8c6BDb-1H5hf2r6sXYNxwnJqywe1iz_E8PUHA/edit?usp=sharing ____________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 2:04 Feel hilft viel (Laura Modler & Linda Cox) 3:17 Diagnosekriterien 16:35 Prävalenz 23:00 Verlauf 25:27 Komorbiditäten 27:18 Diagnostik 30:48 Differenzialdiagnosen 34:23 Entstehungsmodelle 52:29 Behandlungsansätze 1:03:23 Prolonged Exposure 1:09:23 Cognitive Processing Therapy (CPT) 1:16:46 Narrative Expositionstherapie (NET) 1:21:48 Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) 1:28:14 Zusammenfassung

  3. Aug 6

    Grübeln #4 - Ist Grübeln hilfreich?

    Gründe fürs Grübeln gibt es viele, allerdings nur schlechte. Wir glauben, durchs Grübeln Antworten zu finden, Entscheidungen fällen zu können oder uns aus der Depression herauszugrübeln. Vielleicht glauben wir auch, durch positives Grübeln unseren Selbstwert steigern zu können: "Ich muss mich nur ausgiebig genug mit meinen positiven Eigenschaften befassen, muss nur genug schöne Gefühle fühlen, dann kann ich selbstsicher auftreten und endlich glücklich sein." Oder wir grübeln ausgiebig über Missstände in der Welt oder in unserem Leben und verwechseln dieses oberflächliche Hin- und Herwälzen von Gedanken mit einer konstruktiven Analyse oder echtem politischen Engagement. Es geht aber auch anders: Man muss nicht grübeln, um tief über Dinge nachzudenken. Viel Spaß! 🚀🚀🚀 ACT-App: inneract.de ________________________________ Handout PDF: drive.google.com/drive/folders/1OizbSXYUOGatEFEq7cPWj9b5hSCU0RBe?usp=sharing Handout Website: therapieaufdenpunkt.com/gr%C3%BCbeln/gr%C3%BCbeln-und-wie-man-damit-aufh%C3%B6rt Pia Callesen - Lebe mehr, grüble weniger: beltz.de/sachbuecher-ratgeber/aengste-depression/lebe-mehr-grueble-weniger/BEL86582 ________________________________ 0:00 Einleitung 3:05 ACT-App 4:00 "Ich finde Antworten" 6:39 "Grübeln hilft gegen Depression" 8:37 "Selbstkritik bessert mich" 14:12 "Selbstkritik macht mich immun" 18:24 "Grübeln schützt vor Enttäuschung" 20:11 "Grübeln hilft bei Entscheidungen" 22:23 "Positives Grübeln stärkt meinen Selbstwert" 32:30 "Die Welt ist schlecht, ich muss drüber nachdenken" 41:56 "Wer grübelt, ist deep"

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